Aquarium-Beleuchtung·16 Min Lesezeit

Aquarium-Beleuchtung, 15 Leuchten, 6 Lumenangaben

Alle fünfzehn nennen ihre Wattzahl, sechs ihren Lichtstrom. Die eine Zahl beschreibt den Stromverbrauch, die andere das Licht — und nur eine davon fehlt.

Daniel Weber, Fachredaktion AquarientechnikVon Daniel WeberFachredaktion Aquarientechnik
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Kurz gesagt

Eine Aquarienleuchte wird über eine Wattzahl verkauft, und diese Zahl beschreibt den Stromverbrauch, nicht das Licht. Von fünfzehn lieferbaren Leuchten nennen alle fünfzehn ihre Leistungsaufnahme, sechs ihren Lichtstrom in Lumen. Erst aus beiden zusammen ergibt sich die Lichtausbeute. Und die reicht in diesem Feld von 62,2 bis 120,0 Lumen je Watt, ein Faktor von 1,93. Fünf Watt ergeben hier 600 Lumen, achtzehn Watt nur 1120. Prüfen ließe sich das mit der Energieeffizienzklasse, denn sie ist genau dieses Verhältnis in Stufen: Klasse F beginnt bei 85, Klasse E bei 110. Vier Angebote nennen eine gültige Klasse, zwei schreiben stattdessen „Energieeffizient“, eines führt die 2021 abgeschaffte Stufe A+++, und sieben lassen das Feld leer. In einem der beiden prüfbaren Fälle stimmt die Klasse mit den eigenen Zahlen des Angebots nicht überein. Und keine Leuchte außer den zwei Systemleuchten ist so lang wie das Becken, für das sie beworben wird — die Überdeckung reicht von 20 bis 84 Prozent.

Zwei Zahlen, von denen eine meistens fehlt

Eine Aquarienleuchte wird über eine einzige Zahl verkauft, und diese Zahl beschreibt nicht das Licht.

Watt beschreibt, wie viel elektrische Leistung ein Gerät aufnimmt. Was an Licht herauskommt, sagt der Lichtstrom in Lumen. Zwischen beidem steht der Wirkungsgrad, und der ist bei Leuchtdioden alles andere als konstant.

Für diesen Themenbereich haben wir fünfzehn lieferbare Leuchten aufgenommen: fünf für Becken um 60 Zentimeter, fünf für Becken ab 100 Zentimetern und fünf für die Nanoklasse. Alle fünfzehn nennen ihre Leistungsaufnahme. Sechs nennen ihren Lichtstrom.

Modell Leistung Lichtstrom Lichtausbeute
GERUI X3 5 W 600 lm 120,0 lm/W
FEDOUR 40-60 10 W 900 lm 90,0 lm/W
SEAOURA 45-60 20 W 1636 lm 81,8 lm/W
Dupla Nano Lux 5 W 380 lm 76,0 lm/W
45 W 120-140 45 W 3000 lm 66,7 lm/W
hygger 45-60 18 W 1120 lm 62,2 lm/W

Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegt der Faktor 1,93. Die auffälligste Gegenüberstellung dieses Themenbereichs steht ebenfalls dort: Fünf Watt ergeben 600 Lumen, achtzehn Watt ergeben 1120 — die 3,6-fache Leistung liefert 1,9-mal so viel Licht.

Die vierte Spalte steht in keinem einzigen Angebot. Sie ist eine Division, für die zwei Zahlen genügen. Und bei neun von fünfzehn Geräten fehlt eine davon.

Die Kurzfassung. Wer keine Zeit für die Herleitung hat, findet hier die Kurzfassung.

Becken bis 40 Zentimeter. Klemmleuchte oder kleine Leiste. Das Problem in dieser Klasse ist nicht zu wenig, sondern zu viel Licht auf kleiner Fläche — Dimmbarkeit ist wichtiger als Helligkeit. Die Details stehen im Vergleich der Nanoleuchten.

Becken von 40 bis 80 Zentimetern. Aufsatzleiste mit ausziehbaren Halterungen. Hier gibt es die meisten Angebote, die meisten Lumenangaben und die einzige nachrechenbare Effizienzklasse dieses Themenbereichs. Fünf Geräte stehen im Vergleich der 60-cm-Leuchten.

Becken ab 100 Zentimetern. Lange Leiste oder zwei kürzere. In dieser Klasse ist die Datenlage am dünnsten: Vier von fünf Angeboten nennen keinen Lichtstrom. Die Geräte stehen im Vergleich der 120-cm-Leuchten.

In jeder Klasse gilt dieselbe Prüfung, und sie ist der eigentliche Inhalt dieser Übersicht: Lichtstrom durch Wattzahl teilen, das Ergebnis gegen die Klassentabelle halten, und die Baulänge der beworbenen Beckenlänge gegenüberstellen.

Die Skala, an der sich alles prüfen lässt. Seit dem 1. September 2021 gilt für Lichtquellen in der Europäischen Union eine Effizienzskala von A bis G. Sie hängt an der Lichtausbeute und ist damit die einzige normierte Vergleichsgröße dieses Marktes.

Klasse Lichtausbeute
A ab 210 lm/W
B 185 bis 209 lm/W
C 160 bis 184 lm/W
D 135 bis 159 lm/W
E 110 bis 134 lm/W
F 85 bis 109 lm/W
G unter 85 lm/W

Die frühere Einteilung mit A+, A++ und A+++ wurde dabei nicht umbenannt, sondern ersetzt. Produkte, die zuvor A++ trugen, landen auf der neuen Skala typischerweise zwischen D und F.

Was die Angebote dieses Themenbereichs daraus machen:

Angabe im Feld für die Effizienzklasse Anzahl
gültige Klasse (E, F oder G) 4 von 15
„Energieeffizient“, keine Klasse 2 von 15
„Nicht zutreffend“ 1 von 15
A+++ — seit 2021 abgeschafft 1 von 15
kein Eintrag 7 von 15

Vier von fünfzehn Angeboten machen an dieser Stelle eine Aussage, die sich verwenden lässt. Die übrigen elf machen keine, eine ungültige oder eine, die seit fünf Jahren nicht mehr existiert.

Was die Gegenprobe ergibt. Zwei Angebote dieses Themenbereichs nennen Lichtstrom, Leistung und Klasse. Das ergibt zwei prüfbare Fälle.

Fall eins: 900 Lumen, 10 Watt, ausgewiesene Klasse F. Die Rechnung ergibt 90,0 Lumen je Watt; Klasse F reicht von 85 bis 109. Es stimmt.

Fall zwei: 1120 Lumen, 18 Watt, ausgewiesene Klasse E. Die Rechnung ergibt 62,2 Lumen je Watt; Klasse E beginnt bei 110, Klasse G endet bei 85. Es stimmt nicht, und zwar um zwei Stufen.

Zur Fairness gehört eine Einschränkung. Die Verordnung rechnet mit einer korrigierten Gesamtlichtausbeute, in die Abstrahlcharakteristik und Netzspannung eingehen; unsere Rechnung verwendet das rohe Verhältnis. Diese Korrekturen bewegen den Wert um wenige Prozent: zwischen 62,2 und den 110, die Klasse E voraussetzt, liegen 77.

Der umgekehrte Fall ist ebenso aufschlussreich. Ein Angebot weist bei 48 Watt die Klasse E aus, ohne einen Lichtstrom zu nennen. Rechnerisch müsste die Leuchte damit mindestens 5280 Lumen abgeben — 76 Prozent mehr als das hellste bezifferte Gerät dieses Themenbereichs, das bei 45 Watt auf 3000 Lumen kommt. Beweisen lässt sich dagegen nichts, weil die Zahl fehlt.

Die vollständige Herleitung mit allen Rechenwegen steht im Ratgeber zu Watt und Lumen.

Die zweite Größe, die auseinandergeht

Neben dem Licht ist es eine Länge. Aquarienleuchten werden für einen Bereich beworben, und ihre eigene Baulänge liegt fast immer darunter.

Modell Baulänge beworben bis Überdeckung
Juwel MultiLux 60 60 cm 60 cm 100 %
Juwel MultiLux 100 100 cm 100 cm 100 %
45 W 120-140 117,5 cm 140 cm 84 %
AQQA 72 W 116,5 cm 140 cm 83 %
SEAOURA 45-60 41,5 cm 60 cm 69 %
hygger 45-60 39,2 cm 60 cm 65 %
FEDOUR 40-60 38 cm 60 cm 63 %
NICREW C10 90 cm 150 cm 60 %
GERUI X3 15 cm 40 cm 38 %
fishkeeper IP68 28 cm 140 cm 20 %

Zwei von zehn bezifferten Geräten überdecken die beworbene Länge vollständig, und beide sind Einsatzleuchten für eine bestimmte Baureihe — sie werden für ein Becken gebaut, nicht für einen Bereich.

Ausziehbare Halterungen ändern daran nichts. Sie überbrücken die Auflage auf den Beckenrändern; die Reihe der Leuchtdioden bleibt so lang, wie sie gebaut ist.

Und die Differenz ist kein Versäumnis, sondern Arithmetik. Eine Leuchte für 45 bis 60 Zentimeter darf höchstens 45 lang sein, damit sie am unteren Ende zwischen die Ränder passt. Je weiter der beworbene Bereich, desto schlechter fällt die Überdeckung am oberen Ende zwangsläufig aus.

Daraus folgt ein Auswahlkriterium ohne jede Messung: Je enger der beworbene Bereich, desto besser die Überdeckung. Die vollständige Rechnung mit Abstrahlwinkeln und Montagehöhen steht im Ratgeber zur Leuchtenlänge.

Was in den drei Größenklassen verschieden ist

Die fünfzehn Leuchten teilen sich in drei Klassen, und die Probleme verschieben sich von Klasse zu Klasse.

Bei den Nanoleuchten ist zu viel Licht der Normalfall. Der Grund ist derselbe wie bei den Filtern für kleine Becken: Das Sortiment ist nach unten begrenzt. Zwei der fünf Nanogeräte nehmen zwanzig Watt auf — mehr als die hellste Leuchte der 60-cm-Klasse, für erheblich kleinere Becken. Was in dieser Klasse zählt, ist deshalb die Dimmbarkeit und nicht die Helligkeit.

Bei den Standardbecken um 60 Zentimeter ist die Datenlage am besten. Drei von fünf Angeboten nennen einen Lichtstrom, zwei eine Effizienzklasse, eines Farbtemperatur, Farbwiedergabe, Beleuchtungsstärke und PAR. Es ist zugleich die Klasse mit den meisten Angeboten und dem härtesten Wettbewerb.

Bei den großen Becken ab 100 Zentimetern ist die Datenlage am schlechtesten. Vier von fünf Angeboten nennen keinen Lichtstrom, und die Wattzahlen reichen von 17 bis 72 — der Faktor 4,2 für dieselbe Aufgabe. Gleichzeitig ist es die Klasse, in der die Anschaffung am teuersten und der Verbrauch am höchsten ist.

Klasse Geräte mit Lichtstrom Leistungsspanne Überdeckung
Nano bis 40 cm 5 2 5 bis 20 W 38 % bis nicht bestimmbar
Standard 40 bis 60 cm 5 3 10 bis 24 W 20 % bis 100 %
groß ab 100 cm 5 1 17 bis 72 W 60 % bis 100 %

Die dritte Spalte ist die aufschlussreichste dieser Tabelle. Ausgerechnet in der Klasse mit den höchsten Anschaffungs- und Betriebskosten steht die Zahl, an der die Entscheidung hängt, am seltensten im Angebot.

Eine mögliche Erklärung liegt in der Wettbewerbslage: Bei den kleinen Becken konkurrieren viele ähnliche Geräte, und ein Anbieter, der Lumen nennt, gewinnt damit ein Argument. Bei den großen ist die Auswahl kleiner. Belegen können wir das nicht: es ist eine Vermutung, keine Feststellung.

Was ein Becken an Licht bekommt

Die Umrechnung vom Lichtstrom auf das, was auf der Wasseroberfläche ankommt, ist eine Division: Lichtstrom geteilt durch Fläche ergibt die Beleuchtungsstärke in Lux.

Becken Fläche 600 lm 1120 lm 1636 lm 3000 lm
30 × 25 cm 0,075 m² 8000 lx 14 900 lx 21 800 lx 40 000 lx
40 × 25 cm 0,10 m² 6000 lx 11 200 lx 16 360 lx 30 000 lx
60 × 30 cm 0,18 m² 3330 lx 6220 lx 9090 lx 16 670 lx
80 × 35 cm 0,28 m² 2140 lx 4000 lx 5840 lx 10 710 lx
100 × 40 cm 0,40 m² 1500 lx 2800 lx 4090 lx 7500 lx
120 × 50 cm 0,60 m² 1000 lx 1870 lx 2730 lx 5000 lx

Alle Werte sind Obergrenzen und werden nie erreicht. Sie setzen voraus, dass jedes Lumen die Wasseroberfläche trifft und sich gleichmäßig verteilt — was bei einer Leuchte, die kürzer ist als das Becken und einen Teil ihres Lichts zur Seite abgibt, nicht der Fall ist.

Was die Tabelle leistet, ist ein Vergleich. Sie ist für alle Kandidaten auf dieselbe Weise falsch und taugt damit, zwei Angebote nebeneinanderzuhalten.

Sie liefert außerdem eine Plausibilitätsprüfung für Herstellerangaben. Der einzige Anbieter dieses Themenbereichs mit einem Lux-Wert nennt 5159 bei 1636 Lumen; unsere Obergrenze für ein Becken von 60 mal 30 liegt bei 9090. Der genannte Wert entspricht 57 Prozent davon — plausibel für eine Messung in einigem Abstand, ohne Angabe dieses Abstands aber nicht überprüfbar.

Was am Bodengrund ankommt, ist weniger. Zwei Effekte wirken zusammen: die größere Entfernung und die Absorption im Wasser, die vor allem den roten Anteil des Spektrums trifft. Bei fünfzig Zentimetern Wasserhöhe fehlt am Boden rund ein Viertel des tiefroten Anteils, während der blaue praktisch vollständig ankommt. Die Rechnung dazu steht im Ratgeber zu Watt und Lumen.

Was der Betrieb kostet. Eine Aquarienleuchte läuft acht bis zwölf Stunden täglich, ganzjährig. Das sind 2900 bis 4400 Betriebsstunden im Jahr — mehr als jede andere Leuchte im Haushalt.

Leistung 10 h täglich 12 h täglich über 5 Jahre bei 12 h
5 W rund 18 kWh rund 22 kWh rund 110 kWh
10 W rund 37 kWh rund 44 kWh rund 220 kWh
20 W rund 73 kWh rund 88 kWh rund 440 kWh
45 W rund 164 kWh rund 197 kWh rund 985 kWh
72 W rund 263 kWh rund 315 kWh rund 1577 kWh

Bei den starken Leuchten übersteigt der Stromverbrauch über fünf Jahre den Anschaffungspreis deutlich.

Aufschlussreicher wird die Rechnung, wenn man sie auf gleiche Lichtmenge normiert. Für 1500 Lumen braucht eine Leuchte mit 120 lm/W rund 12,5 Watt, eine mit 62,2 lm/W rund 24,1 — über fünf Jahre bei zwölf Stunden täglich ein Unterschied von 254 Kilowattstunden für exakt dasselbe Licht.

Was Timer und Dimmung daran ändern, ist rechenbar und weniger, als das Verhältnis nahelegt: Ein Netzteil nimmt eine Grundlast auf, die unabhängig von der Helligkeit anfällt. Die Aufschlüsselung steht im Ratgeber zu Dauer und Dimmung.

Wo dieser Markt gut ist und wo nicht

Nach elf Themenbereichen lohnt eine Zwischenbilanz, weil dieser Markt in zwei Richtungen aus dem Rahmen fällt.

Gut: Es gibt eine produktspezifische Norm. DIN EN 60598-2-11 trägt den Titel „Leuchten — Teil 2-11: Besondere Anforderungen — Aquarienleuchten“ und behandelt genau diese Gerätegattung, nicht eine allgemeine Kategorie, unter die man sie subsumieren müsste. Zusammen mit dem Aquarienfilter, für den DIN EN 60335-2-41 Aquarienpumpen ausdrücklich nennt, ist die Aquaristik die am besten genormte Unterkategorie dieser Redaktion.

Gut: Es gibt eine gesetzlich definierte Vergleichsgröße. Die Energieeffizienzklasse für Lichtquellen ist normiert, herstellerunabhängig und beruht auf einer festgelegten Rechnung. Kein anderer der elf Märkte, die wir aufgearbeitet haben, kennt eine solche Größe.

Schlecht: Die Steuerung ist besser dokumentiert als das Licht. Zwölf von fünfzehn Geräten sind dimmbar, elf haben eine Zeitsteuerung, drei einen frei programmierbaren Tagesverlauf, und all das ist ausführlich beschrieben. Der Lichtstrom steht bei sechs.

Schlecht: Kein Gerät trägt ein TÜV- oder GS-Zeichen. Bei den Aquarienfiltern, für die es nur eine allgemeine Pumpennorm gibt, waren es sechs von fünfzehn. Der Markt mit der spezifischeren Norm hat die schlechtere Prüfzeichenlage: eine Umkehrung, für die wir keine Erklärung anbieten können.

Angabe genannt von
Leistungsaufnahme in Watt 15 von 15
Baulänge der Leuchte 13 von 15
dimmbar 12 von 15
eingebaute Zeitsteuerung 11 von 15
beworbene Beckengröße 11 von 15
Lichtstrom in Lumen 6 von 15
gültige Energieeffizienzklasse 4 von 15
Farbtemperatur in Kelvin 3 von 15
Schutzart 3 von 15
PAR mit Zahl 1 von 15
Prüfzeichen TÜV oder GS 0 von 15
Abstrahlwinkel 0 von 15
Messabstand für PAR oder Lux 0 von 15
Lebensdauer oder Lichtstromrückgang 0 von 15

Die unteren vier Zeilen sind die, aus denen sich das Licht im Becken ableiten ließe. Keine davon steht in einem einzigen Angebot.

Was zwischen günstig und teuer liegt. Zum elften Mal in Folge lautet der Befund: Der Preis sortiert die Datenqualität nicht vor.

Das günstigste Gerät dieses Themenbereichs nennt Lichtstrom, Leistung und Anwendungsbereich und erreicht die höchste Lichtausbeute des ganzen Felds. Das teuerste Nanogerät nennt weder Lichtstrom noch Beckengröße und trägt eine Effizienzangabe, die es seit fünf Jahren nicht mehr gibt.

Was der Preis tatsächlich kauft:

Steuerung. Der klarste Zusammenhang. App-Anbindung, frei definierbare Zeitpunkte und getrennte Farbkanäle gibt es bei den teureren Geräten.

Wärmeabführung. Ein aktiv gekühltes Aluminiumgehäuse steht nicht bei den Einsteigern. Bei einer Leuchte, die über warmem, feuchtem Wasser hängt, ist das kein Detail — die Lebensdauer von Leuchtdioden hängt an der Temperatur.

Tauschbare Leuchtmittel. Nur bei den beiden Systemleuchten. Bei den dreizehn LED-Leisten sind die Dioden fest verbaut; fällt die Elektronik aus, ist das Gerät am Ende.

Passgenauigkeit. Eine Einsatzleuchte für eine definierte Baureihe sitzt exakt — und ist ohne die zugehörige Abdeckung unbrauchbar. Beides folgt aus derselben Konstruktionsentscheidung.

Was der Preis nicht kauft, ist die Angabe des Lichtstroms, eine gültige Effizienzklasse, ein Abstrahlwinkel oder ein Messabstand für PAR. Diese fehlen quer durch alle Preisklassen.

Wie man ein Angebot in vier Schritten prüft. Alle vier lassen sich vor dem Kauf am Bildschirm durchführen.

Zuerst: Lichtstrom suchen. In der Datentabelle unter „Maximale Lichtleistung“ oder im Angebotstext, oft mit dem Kürzel lm. Fehlt er, endet die Prüfung — dann ist über das Licht nichts zu sagen.

Dann: Lichtausbeute bilden. Lichtstrom geteilt durch Wattzahl. Das Ergebnis liegt bei Aquarienleuchten typischerweise zwischen 60 und 120.

Danach gegen die Klasse prüfen. Unter 85 ist G, 85 bis 109 ist F, 110 bis 134 ist E. Weicht eine ausgewiesene Klasse um mehr als eine Stufe ab, stimmt eine der drei Zahlen nicht.

Anschließend: Baulänge gegen Beckenlänge. Die Baulänge steht in der Datentabelle, der beworbene Bereich im Titel oder Angebotstext. Die Differenz ist der Teil des Beckens ohne direktes Licht von oben.

Schritt Rechnung Beispiel
Lichtausbeute lm ÷ W 1636 ÷ 20 = 81,8 lm/W
Klassenprüfung gegen die Tabelle 81,8 → Klasse G
Beleuchtungsstärke lm ÷ (L × B in m) 1636 ÷ 0,18 = 9090 lx
Überdeckung Baulänge ÷ Beckenlänge 41,5 ÷ 60 = 69 %

Der erste Schritt ist der, an dem in diesem Markt am häufigsten Schluss ist.

Das Muster über elf Themenbereiche

Dies ist der elfte Themenbereich, den wir vollständig aufgebaut haben, und zum elften Mal zeigt sich derselbe Befund.

Themenbereich die fehlende Zahl genannt von
Katzentransportboxen Innenmaß 0 von 13
Kratzbäume Länge der Kratzfläche am Stück keinem
Katzenklappen Einbauhöhe 0 von 15
Futterstationen Durchmesser und Tiefe der Napfmulde 3 bzw. 2 von 10
Hunderampen Steigung 0 von 15
Hundeanhänger passende Schulterhöhe des Hundes 3 von 15
Hundezäune eingeschlossene Fläche 1 von 15
Hundepools zulässige Wasserhöhe 0 von 15
Aquarien nutzbares Wasservolumen und Gesamtgewicht 0 von 15
Aquarienfilter Durchsatz im Betrieb und Auslassfläche 2 bzw. 0 von 15
Aquarienbeleuchtung Lichtstrom und Messabstand 6 bzw. 0 von 15

Jeder dieser Märkte hat eine Zahl, die den Ausschlag gibt. Und in jedem ist genau diese Zahl entweder abwesend oder ein Einzelfall.

Der Grund ist jedes Mal derselbe: Die fehlende Zahl stellt eine Beziehung zwischen Produkt und Umgebung her. Ein Innenmaß muss zur Katze passen, eine Einbauhöhe zur Tür, eine Wasserhöhe zum Hund, ein Betriebsdurchsatz zum Wasservolumen, und ein Lichtstrom zur Beckenfläche.

Der Beleuchtungsmarkt fügt dem Muster zwei Besonderheiten hinzu, und sie sind gegenläufig.

Die erste ist unangenehm: Die fehlende Zahl ist hier vorgeschrieben. Die europäische Ökodesign-Verordnung zählt den Nutzlichtstrom zu den anzugebenden Produktinformationen und gilt nach Artikel 1 ausdrücklich auch für Lichtquellen, die in einem umgebenden Produkt in Verkehr gebracht werden. Eine Ausnahme für Aquarienbeleuchtung enthalten die Ausnahmelisten nicht. In neun von fünfzehn Angeboten findet sich der Wert trotzdem nicht, wobei wir nur die Angebotstexte geprüft haben und nicht die weiteren Kanäle, über die eine Deklaration erfolgen kann.

Die zweite ist erfreulich: Dieser Markt hat als einziger eine normierte Vergleichsgröße. Die Effizienzklasse ist gesetzlich definiert, herstellerunabhängig und rechnerisch prüfbar. Sie ist damit das genaue Gegenteil dessen, was wir in zehn Märkten davor gefunden haben — und in elf von fünfzehn Angeboten wird sie nicht, falsch oder mit einer abgeschafften Stufe angegeben.

Und zum elften Mal gilt der zweite Teil des Musters: Der Preis sortiert das Feld nicht vor. In allen elf Themenbereichen fand sich die ausführlichste Beschreibung mindestens einmal am unteren Ende des Preisfelds.

Die vorangegangenen Themenbereiche der Aquaristik stehen in der Kaufberatung zu Aquarienfiltern und der Kaufberatung zu Aquarien.

Die Begriffe, kurz erklärt

Lichtstrom. Die gesamte Lichtmenge, die eine Leuchte abgibt, in Lumen. Die Größe, nach der sich zwei Leuchten in ihrer Helligkeit vergleichen lassen.

Leistungsaufnahme. Die elektrische Leistung in Watt. Sie beschreibt den Verbrauch, nicht das Licht.

Lichtausbeute. Lichtstrom geteilt durch Leistungsaufnahme, in Lumen je Watt. In diesem Themenbereich zwischen 62,2 und 120,0.

Energieeffizienzklasse. Die Lichtausbeute in Stufen von A bis G, seit dem 1. September 2021 gültig. Die früheren Stufen mit Pluszeichen sind abgeschafft.

Beleuchtungsstärke. Lichtstrom je Fläche, in Lux. Sie gilt für einen Punkt und fällt mit dem Abstand zur Lichtquelle.

PAR. Photosynthetisch aktive Strahlung, in Mikromol je Quadratmeter und Sekunde. Wie Lux eine Größe für einen Punkt im Raum. Und deshalb ohne Messabstand nicht einzuordnen.

Farbtemperatur. Die Lichtfarbe in Kelvin. Niedrige Werte wirken warm, hohe kühl. Sie sagt nichts über die Helligkeit.

Farbwiedergabeindex. Ein Maß dafür, wie natürlich Farben unter dieser Lichtquelle erscheinen. In diesem Themenbereich von zwei Angeboten genannt.

Überdeckung. Unser Begriff für das Verhältnis von Baulänge der Leuchte zur beworbenen Beckenlänge.

Wie dieser Vergleich entstanden ist. Wir haben fünfzehn lieferbare Leuchten aufgenommen, ihre Angebotsangaben erfasst und jede Rechnung dieses Themenbereichs daraus abgeleitet. Getestet haben wir nichts.

Gemessen haben wir nichts. Weder Lichtstrom noch Beleuchtungsstärke noch Spektrum, PAR, Abstrahlwinkel oder Leistungsaufnahme. Alle Zahlen stammen aus den Angeboten und sind als solche gekennzeichnet.

Die Korrekturfaktoren der Energielabel-Verordnung sind nicht angewandt. Unsere Klassenzuordnung ist eine Näherung. Wo wir einen Widerspruch feststellen, ist er groß genug, dass keine Korrektur ihn erklären würde.

Wir prüfen keine Angabe gegen eine Messung. Wo wir einen Widerspruch feststellen, ist es einer zwischen zwei Zahlen desselben Anbieters.

Wir treffen keine biologischen Aussagen. Wie viel Licht ein Besatz oder eine Bepflanzung braucht, welches Spektrum wofür geeignet ist, wie lange die Beleuchtung laufen sollte und welche Rolle sie für Algen spielt — all das sind Fragen ohne Fachkunde in dieser Redaktion.

Zur Deklaration nach den europäischen Verordnungen prüfen wir nur die Angebotstexte. Wo ein Lichtstrom im Angebot fehlt, sagen wir, dass er dort fehlt — nicht, dass er nirgends deklariert wäre. Die Verordnungen sehen mehrere Kanäle vor, die wir nicht erhoben haben.

Und es gibt keine Leistungsnorm. DIN EN 60598-2-11 erfasst Aquarienleuchten ausdrücklich und regelt ihre Sicherheit. Die europäischen Verordnungen schreiben Angaben vor, aber keine Mindestwerte für Aquarienlicht. Was bleibt, ist eine Division aus zwei Zahlen, und die Beobachtung, wie oft eine davon fehlt.

Häufige Fragen

Welche Aquarienleuchte passt zu welchem Becken?
Die Länge entscheidet über die Bauform, der Lichtstrom über die Helligkeit. Bis 60 Zentimeter kommen Aufsatzleisten und Klemmleuchten infrage, ab 100 Zentimetern lange Leisten oder zwei kürzere. Der nötige Lichtstrom ergibt sich aus der Beckenfläche.
Wie viel Watt braucht eine Aquarienleuchte?
Watt ist die falsche Frage. Bei den sechs bezifferten Geräten dieses Themenbereichs reicht die Lichtausbeute von 62,2 bis 120,0 Lumen je Watt — dieselbe Wattzahl kann damit fast doppelt so viel oder so wenig Licht bedeuten.
Was bedeutet die Energieeffizienzklasse?
Sie ist die Lichtausbeute in Stufen. Seit dem 1. September 2021 gilt für Lichtquellen die Skala A bis G; Klasse G endet bei 85 Lumen je Watt, F reicht bis 109, E bis 134. Die früheren Stufen A+, A++ und A+++ existieren nicht mehr.
Muss die Leuchte so lang sein wie das Becken?
Sie ist es in diesem Themenbereich bei zwei von fünfzehn Geräten, und beide sind Einsatzleuchten für definierte Baureihen. Die übrigen decken 20 bis 84 Prozent der beworbenen Beckenlänge ab.
Was ist PAR und warum steht die Zahl fast nie da?
PAR ist die photosynthetisch nutzbare Strahlung in Mikromol je Quadratmeter und Sekunde. Sie gilt für einen Punkt im Raum und braucht deshalb einen Messabstand. Ein Angebot dieses Themenbereichs nennt einen PAR-Wert, keines nennt einen Abstand.
Wie lange soll die Beleuchtung täglich laufen?
Das beantworten wir nicht, weil es an Bepflanzung und Besatz hängt. Was sich rechnen lässt, ist der Verbrauch: acht bis zwölf Stunden täglich ergeben 2900 bis 4400 Betriebsstunden im Jahr.
Was kostet die Beleuchtung im Jahr?
Zwischen rund 18 und rund 315 Kilowattstunden, je nach Leistungsaufnahme und Brenndauer. Die Leuchten dieses Themenbereichs nehmen zwischen 5 und 72 Watt auf.
Gibt es eine Norm für Aquarienleuchten?
Ja, und sie ist produktspezifisch: DIN EN 60598-2-11 trägt den Titel „Leuchten — Teil 2-11: Besondere Anforderungen — Aquarienleuchten“. Sie regelt die Sicherheit; zu Lichtstrom, Spektrum oder Ausleuchtung enthält sie nichts.

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Wer diesen Artikel verantwortet

Daniel Weber, Fachredaktion Aquarientechnik

Daniel Weber

Fachredaktion Aquarientechnik

Schreibt über Filter, Heizer und Beleuchtung im Aquarium.

6+ Jahre technische Redaktion im HLK-Bereich (Heizung, Lüftung, Klima)

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Aktualisiert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
6

Änderungsverlauf

  • 29.08.2026: Ersterstellung des Themenbereichs mit drei Vergleichen, drei Ratgebern und dieser Übersicht. Alle Lichtausbeuten, Überdeckungen und Verbrauchswerte sind eigene Berechnungen aus den Angaben der fünfzehn Produkte; die Korrekturfaktoren der Energielabel-Verordnung sind nicht angewandt und in den Texten benannt.

Belege

  1. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Delegierte Verordnung (EU) 2019/2015 — Energieetikettierung für Lichtquellen

    Legt die seit dem 1. September 2021 geltende Skala A bis G für Lichtquellen fest und löst die frühere Einteilung mit A+, A++ und A+++ ab. Die Einstufung folgt der Gesamtlichtausbeute aus Nutzlichtstrom, Leistungsaufnahme und einem Korrekturfaktor. Die in diesem Themenbereich verwendeten Grenzen sind 85 (F), 110 (E), 135 (D), 160 (C), 185 (B) und 210 (A).

  2. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Verordnung (EU) 2019/2020 — Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen

    Nach Artikel 1 gelten die Anforderungen auch für Lichtquellen, die in einem umgebenden Produkt in Verkehr gebracht werden: also für die Leuchtdioden in einer fertigen Aquarienleuchte. Zu den anzugebenden Produktinformationen gehören der Nutzlichtstrom in Lumen, die ähnlichste Farbtemperatur und bei gerichteten Lichtquellen der Halbwertswinkel. Die Ausnahmelisten nennen Aquarienbeleuchtung nicht; die Ausnahme für den Gartenbau setzt mindestens 25 Prozent Strahlungsanteil im Bereich 700 bis 800 Nanometer voraus.

  3. Herstellerangabedinmedia.de
    DIN EN 60598-2-11:2023-10 — Leuchten, Besondere Anforderungen, Aquarienleuchten

    Produktspezifische Norm für genau diese Gerätegattung, deutscher Titel „Leuchten — Teil 2-11: Besondere Anforderungen — Aquarienleuchten (IEC 60598-2-11:2013 + AMD1:2022)“, Ausgabe Oktober 2023. Teil der Sicherheitsreihe für Leuchten. Sie regelt die Sicherheit; ein Prüfverfahren für Lichtstrom, Spektrum oder Ausleuchtung enthält sie nicht.

  4. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot SEAOURA 45-60 cm — Lumen, Lux, PAR und CRI in einem Angebot

    Nennt „CRI:92, PAR:85, Lux:5159, Lumen:1636“ sowie 20 Watt, 12600 Kelvin und eine Baulänge von 41,5 Zentimetern bei einem beworbenen Bereich von 45 bis 60 Zentimetern. Das vollständigste Angebot dieses Themenbereichs und zugleich das einzige mit einem PAR-Wert — ohne Angabe des Messabstands.

  5. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot hygger 45-60 cm — 1120 Lumen bei 18 Watt, ausgewiesene Klasse E

    Nennt im Angebotstext „⑧LUMENS:1120“ und „②APPLICATION: 45-60cm“, in der Datentabelle 18 Watt und die Energieeffizienzklasse E. 1120 durch 18 ergibt 62,2 Lumen je Watt; Klasse E setzt 110 voraus, Klasse G endet bei 85. Die Gegenprobe dieses Themenbereichs.

  6. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot GERUI X3 Nano — 600 Lumen bei 5 Watt

    Nennt im Angebotstext „Stecker, 600lm, 5W“ und einen Bereich von 20 bis 40 Zentimetern, in der Datentabelle 5 Watt. 600 durch 5 ergibt 120,0 Lumen je Watt — der höchste Wert dieses Themenbereichs, erreicht vom günstigsten Angebot. Der Titel nennt abweichend 6 W.