Aquarium-Beleuchtung·17 Min Lesezeit

Aquarium-Beleuchtung: was Timer und Dimmung wirklich leisten

Zwölf von fünfzehn Leuchten sind dimmbar, elf haben einen Timer. Was das an Strom spart, ist rechenbar, und weniger, als das Verhältnis vermuten lässt.

Daniel Weber, Fachredaktion AquarientechnikVon Daniel WeberFachredaktion Aquarientechnik
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Kurz gesagt

Eine Aquarienleuchte läuft täglich acht bis zwölf Stunden und damit 2900 bis 4400 Stunden im Jahr — mehr als jede andere Leuchte im Haushalt. Der Verbrauch hängt an zwei Größen, der Leistungsaufnahme und der Brenndauer, und beide lassen sich steuern. Von den fünfzehn Leuchten dieses Themenbereichs sind zwölf dimmbar und elf haben eine eingebaute Zeitsteuerung; drei bieten einen frei programmierbaren Tagesverlauf mit bis zu 24 Zeitpunkten. Was die Dimmung an Strom spart, ist allerdings weniger, als das Verhältnis nahelegt: Ein Netzteil nimmt eine Grundlast auf, die unabhängig von der Helligkeit anfällt, weshalb eine auf fünfzig Prozent gedimmte Leuchte mehr als die Hälfte verbraucht. Wie viel mehr, nennt kein Angebot dieses Themenbereichs. Die Spanne im Feld reicht von 18 bis 315 Kilowattstunden im Jahr — ein Faktor von 17 zwischen der sparsamsten und der verbrauchsstärksten Leuchte.

Die Leuchte mit den meisten Betriebsstunden im Haus. Eine Aquarienleuchte läuft anders als jede andere Leuchte in einer Wohnung: täglich, ganzjährig, zu festen Zeiten und über viele Stunden.

Bei zehn Stunden täglich sind das 3650 Betriebsstunden im Jahr. Zum Vergleich: Eine Wohnzimmerleuchte kommt auf einige hundert.

tägliche Brenndauer im Jahr in fünf Jahren
8 Stunden rund 2920 h rund 14 600 h
10 Stunden rund 3650 h rund 18 250 h
12 Stunden rund 4380 h rund 21 900 h
14 Stunden rund 5110 h rund 25 550 h

Aus diesen Stundenzahlen folgen zwei Dinge. Erstens ist der Stromverbrauch ein Posten, der über die Jahre den Anschaffungspreis erreichen oder überschreiten kann. Zweitens ist die Brenndauer neben der Leistungsaufnahme die einzige Größe, die sich ohne Gerätetausch beeinflussen lässt.

Wie lange die Beleuchtung laufen sollte, sagen wir nicht: das hängt an Bepflanzung und Besatz und ist eine biologische Frage. Was wir rechnen können, ist, was jede Stunde kostet.

Was der Betrieb kostet

Die Rechnung ist eine Multiplikation: Leistungsaufnahme mal Stunden. Für die Spanne dieses Themenbereichs ergibt das:

Leistung 8 h täglich 10 h täglich 12 h täglich
5 W rund 15 kWh rund 18 kWh rund 22 kWh
10 W rund 29 kWh rund 37 kWh rund 44 kWh
18 W rund 53 kWh rund 66 kWh rund 79 kWh
20 W rund 58 kWh rund 73 kWh rund 88 kWh
31 W rund 90 kWh rund 113 kWh rund 136 kWh
45 W rund 131 kWh rund 164 kWh rund 197 kWh
48 W rund 140 kWh rund 175 kWh rund 210 kWh
72 W rund 210 kWh rund 263 kWh rund 315 kWh

Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegt der Faktor 14,4. Beide Geräte sind Aquarienleuchten dieses Themenbereichs — allerdings für sehr verschiedene Beckengrößen.

Interessanter ist der Vergleich innerhalb einer Größenklasse. Bei den Leuchten für Becken um 60 Zentimeter reicht die Leistungsaufnahme von 10 bis 24 Watt, ein Faktor von 2,4 für dieselbe Aufgabe. Bei zwölf Stunden täglicher Brenndauer entspricht das 44 gegen 105 Kilowattstunden im Jahr.

Ob die Leuchte mit 24 Watt entsprechend heller ist, lässt sich nicht sagen: Sie nennt keinen Lichtstrom. Die Zusammenstellung dazu steht im Vergleich der 60-cm-Leuchten.

Was die Brenndauer wert ist. Die Brenndauer geht linear in den Verbrauch ein. Zwei Stunden weniger täglich sind rund siebzehn Prozent weniger Verbrauch bei zwölf Stunden Ausgangswert.

Änderung bei 20 W bei 45 W bei 72 W
12 → 10 h täglich 15 kWh weniger 33 kWh weniger 53 kWh weniger
12 → 8 h täglich 29 kWh weniger 66 kWh weniger 105 kWh weniger
10 → 8 h täglich 15 kWh weniger 33 kWh weniger 53 kWh weniger

Bei der stärksten Leuchte dieses Themenbereichs sind vier Stunden weniger täglich 105 Kilowattstunden im Jahr — ein Drittel des Gesamtverbrauchs.

Das ist der größte Hebel, den es überhaupt gibt, und er ist kostenlos. Er ist zugleich derjenige, über den wir am wenigsten sagen können, weil die passende Brenndauer eine biologische Frage ist.

Was sich technisch sagen lässt: Die Brenndauer wirkt auch auf die Lebensdauer. Leuchtdioden werden über die Betriebsstunden dunkler, und zehn statt zwölf Stunden täglich sind 730 Stunden weniger im Jahr. Ob eine bestimmte Leuchte davon spürbar profitiert, lässt sich nicht beziffern — kein Angebot dieses Themenbereichs nennt eine Lebensdauer oder einen Lichtstromrückgang.

Warum Dimmen nicht anteilig spart

Zwölf der fünfzehn Leuchten dieses Themenbereichs sind dimmbar, mit sechs bis zwanzig Stufen. Die naheliegende Annahme lautet, dass eine halb gedimmte Leuchte halb so viel verbraucht.

Sie verbraucht mehr. Der Grund liegt im Aufbau des Geräts.

Eine LED-Leuchte besteht aus zwei Teilen: den Leuchtdioden und dem Netzteil, das die Netzspannung in die Betriebsspannung der Dioden umsetzt. Die Dioden nehmen weniger auf, wenn gedimmt wird. Das Netzteil nimmt eine Grundlast auf, die unabhängig davon anfällt.

Wie groß diese Grundlast ist, hängt an der Bauart und an der Qualität des Netzteils. Bei kleinen Steckernetzteilen liegt sie oft im Bereich von einem bis zwei Watt; bei größeren entsprechend höher. Gemessen haben wir das an keinem Gerät dieses Themenbereichs, und kein Angebot macht dazu eine Aussage.

Was sich als Größenordnung zeigen lässt:

Dimmstufe Diodenanteil bei 20 W plus 1,5 W Grundlast Anteil vom vollen Verbrauch
100 % 18,5 W 20,0 W 100 %
75 % 13,9 W 15,4 W 77 %
50 % 9,3 W 10,8 W 54 %
25 % 4,6 W 6,1 W 31 %
10 % 1,9 W 3,4 W 17 %

Die Zahlen beruhen auf einer angenommenen Grundlast von 1,5 Watt und sind eine Rechnung, keine Messung. Was sie zeigen, ist die Systematik: Im oberen Bereich verhält sich die Dimmung nahezu proportional, im unteren nicht mehr.

Für die Praxis heißt das: Die Dimmung ist ein wirksames Mittel, aber ein zweitrangiges. Wer von hundert auf fünfzig Prozent dimmt, spart rund 46 Prozent — wer die Brenndauer halbiert, spart 50. Und die Dimmung hat einen Nachteil, den die Brenndauer nicht hat: Sie kostet Licht in jeder Stunde, in der die Leuchte läuft.

Drei Arten von Automatik

Elf der fünfzehn Leuchten dieses Themenbereichs führen eine Zeitsteuerung als Merkmal. Was damit gemeint ist, unterscheidet sich erheblich.

Die einfachste Form ist ein Ein- und Ausschalttimer. Die Leuchte schaltet zu einer eingestellten Uhrzeit ein und nach einer eingestellten Dauer wieder aus. Häufig gibt es feste Dauerstufen — sechs, zehn oder zwölf Stunden: statt einer freien Eingabe.

Die zweite Form ist ein vorgegebener Tagesverlauf. Die Leuchte fährt eine hinterlegte Kurve: Aufhellen am Morgen, volle Intensität mittags, Abdunkeln am Abend. Ein Angebot dieses Themenbereichs beschreibt das mit einem Sonnenaufgang um sechs Uhr und einer Abenddämmerung.

Die dritte Form ist ein frei programmierbarer Verlauf. Hier lassen sich Zeitpunkte, Helligkeiten und Farbanteile einzeln festlegen; ein Gerät nennt bis zu 24 Zeitpunkte und eine Bedienung per App.

Form Einstellbarkeit im Themenbereich
Ein- und Ausschalttimer Startzeit und Dauer die Mehrzahl
vorgegebener Tagesverlauf Startzeit, Verlauf fest mehrere Geräte
frei programmierbar alles, per App drei Geräte

Die Spalte, die vor dem Kauf zählt, ist die zweite. Ein fester Verlauf, der nicht zum eigenen Tagesrhythmus passt, ist unbrauchbar; einer mit freier Startzeit passt sich an.

Und ein Punkt, der in den Angeboten selten steht: Ob sich die Automatik überbrücken lässt. Wer abends noch einmal Licht braucht, um im Becken zu arbeiten, will die Leuchte einschalten können, ohne den Timer neu zu stellen.

Der eingebaute Timer gegen die Zeitschaltuhr

Vor den eingebauten Timern war die Zeitschaltuhr an der Steckdose die übliche Lösung. Sie hat gegenüber der eingebauten Steuerung Vor- und Nachteile, und beide sind erwähnenswert.

Für die eingebaute Steuerung spricht, dass sie dimmen kann. Eine Zeitschaltuhr kennt nur ein und aus; ein Tagesverlauf mit Auf- und Abdunkeln ist mit ihr nicht möglich.

Für die eingebaute Steuerung spricht außerdem, dass sie ein Gerät weniger ist. Kein zusätzlicher Stecker, keine zusätzliche Steckdose, kein zusätzlicher Standby-Verbrauch.

Für die Zeitschaltuhr spricht, dass sie ihre Einstellung behält. Eine mechanische Schaltuhr läuft nach einem Stromausfall mit der internen Feder weiter oder verliert höchstens die verstrichene Zeit; viele eingebaute Timer setzen ihre Uhrzeit zurück und schalten danach zur falschen Zeit.

Für die Zeitschaltuhr spricht außerdem, dass sie unabhängig vom Gerät ist. Wird die Leuchte getauscht, bleibt die Schaltuhr; fällt die eingebaute Steuerung aus, ist das Gerät ohne Timer.

Eigenschaft eingebaut Zeitschaltuhr
dimmen und Verläufe fahren ja nein
zusätzliches Gerät nötig nein ja
Einstellung nach Stromausfall oft verloren bleibt bei mechanischer Bauart
beim Gerätetausch übertragbar nein ja

Ein Gerät dieses Themenbereichs nennt ausdrücklich eine Speicherfunktion, die die Einstellungen behält. Bei den übrigen zehn Geräten mit Timer steht dazu nichts — was in der Praxis meist bedeutet, dass nach einem Stromausfall neu gestellt werden muss.

Die Kombination aus beidem ist die robusteste Lösung und wird selten genannt: eine Leuchte mit Tagesverlauf an einer mechanischen Zeitschaltuhr, die den groben Rahmen setzt. Sie hat allerdings einen Haken — schaltet die Schaltuhr die Leuchte hart ab, verliert ein eingebauter Timer ohne Speicher seine Uhrzeit erst recht.

Die Mittagspause und was sie kostet

Eine wiederkehrende Empfehlung in diesem Markt lautet, die Beleuchtung mittags für einige Stunden zu unterbrechen. Zu ihrer biologischen Begründung sagen wir nichts.

Technisch ist sie eine Verkürzung der Brenndauer und spart exakt proportional.

Schema Brenndauer bei 20 W im Jahr
durchgehend 12 h 12 h rund 88 kWh
5 h + 3 h Pause + 5 h 10 h rund 73 kWh
4 h + 4 h Pause + 4 h 8 h rund 58 kWh
durchgehend 8 h 8 h rund 58 kWh

Die letzten beiden Zeilen sind identisch, weil der Verbrauch nur von der Summe der eingeschalteten Stunden abhängt und nicht von ihrer Verteilung. Wer aus Stromgründen eine Pause einlegt, hätte denselben Effekt durch späteres Einschalten.

Für die Steuerung hat die Pause allerdings eine Anforderung, die nicht jedes Gerät erfüllt: Sie braucht zwei Schaltzeiten am Tag. Ein einfacher Timer mit einer Startzeit und einer Dauer kann das nicht; eine mechanische Zeitschaltuhr mit Segmenten kann es problemlos, und ein frei programmierbarer Verlauf ebenfalls.

Steuerung zwei Phasen möglich
einfacher Timer, eine Dauer nein
vorgegebener Tagesverlauf in der Regel nein
frei programmierbar ja
mechanische Zeitschaltuhr ja

Das ist der einzige Punkt, an dem die alte Zeitschaltuhr der eingebauten Steuerung überlegen ist. Und er wird in keinem Angebot dieses Themenbereichs erwähnt.

Was die Steuerung mit der Lebensdauer macht

Leuchtdioden altern über zwei Wege: über die Betriebsstunden und über die Temperatur. Beide werden von der Steuerung beeinflusst.

Die Betriebsstunden gehen linear ein. Zwei Stunden weniger täglich sind rund siebzehn Prozent weniger Alterung bei zwölf Stunden Ausgangswert.

Die Temperatur geht stärker ein. Eine gedimmte Leuchte nimmt weniger Leistung auf, gibt weniger Verlustwärme ab und läuft entsprechend kühler. Wie stark sich das auf die Lebensdauer auswirkt, ist bauartabhängig und in diesem Themenbereich nicht beziffert.

Was die Bauart betrifft, fällt eine Beobachtung auf: Von fünfzehn Geräten beschreibt eines eine aktive Wärmeabführung — ein Kühlmodul aus Aluminium. Bei den übrigen steht dazu nichts.

Das ist bemerkenswert, weil die Einbausituation ungünstig ist. Eine Aquarienleuchte hängt über warmem, feuchtem Wasser, oft in einem geschlossenen Gehäuse, das Spritzwasser fernhalten soll. Beides erschwert die Wärmeabfuhr.

Für die Auswahl heißt das: Wo die Angaben fehlen, ist die Bauform der einzige Anhaltspunkt. Ein Aluminiumprofil führt Wärme besser ab als ein geschlossenes Kunststoffgehäuse, und eine Leuchte, die im Betrieb spürbar warm wird, arbeitet an ihrer Temperaturgrenze.

Was in den Angeboten nicht steht, aber rechenbar ist: Über fünf Jahre bei zwölf Stunden täglich kommt eine Leuchte auf rund 21 900 Betriebsstunden. Wo eine Lebensdauer genannt würde, ließe sich das dagegen halten. In diesem Themenbereich nennt sie kein einziges Angebot.

Warum die Leuchte das Becken wärmt

Ein Nebeneffekt der Brenndauer wird selten gerechnet und ist bei den starken Leuchten dieses Themenbereichs nicht klein.

Jede aufgenommene Wattstunde wird am Ende zu Wärme. Ein Teil des Lichts verlässt das Becken durch die Scheiben, ein Teil wird im Wasser und in der Einrichtung absorbiert; die Verlustwärme der Leuchtdioden und des Netzteils fällt ohnehin direkt an.

Wie viel davon im Wasser landet, hängt an der Bauform: eine Leuchte, die dicht auf einer Abdeckung liegt, gibt mehr ans Becken ab als eine, die frei darüber hängt. Bestimmt haben wir diesen Anteil nicht, und kein Angebot dieses Themenbereichs macht dazu eine Aussage.

Was sich als Größenordnung zeigen lässt, ist der Rahmen. Ein Becken mit 100 Litern Wasser braucht rund 116 Wattstunden, um sich um ein Kelvin zu erwärmen; das ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser, umgerechnet.

Leuchte Aufnahme in 12 h rechnerisch bei vollständigem Eintrag in 100 l
10 W 120 Wh rund 1,0 K
20 W 240 Wh rund 2,1 K
45 W 540 Wh rund 4,7 K
72 W 864 Wh rund 7,5 K

Diese Werte sind ausdrücklich Obergrenzen und werden nie erreicht. Sie unterstellen, dass die gesamte aufgenommene Energie im Wasser landet und das Becken keine Wärme an den Raum abgibt. Beides trifft nicht zu: Ein Becken verliert über Scheiben und Wasseroberfläche laufend Wärme, und ein erheblicher Teil der Leuchtenwärme geht direkt an die Raumluft.

Was die Tabelle trotzdem zeigt, ist eine Richtung: Bei den starken Leuchten ist der Wärmeeintrag keine vernachlässigbare Größe. Im Winter senkt er den Heizbedarf, im Sommer verschärft er das Problem, das eine zu hohe Wassertemperatur darstellt.

Für die Praxis folgt daraus ein Hinweis, der in keinem Angebot steht: Wer im Sommer Temperaturprobleme hat, sollte die Beleuchtung als Wärmequelle mitdenken, und die Dimmung wirkt hier doppelt, weil sie Verbrauch und Wärmeeintrag gleichzeitig senkt.

Wie sich Heizung, Filter und Beleuchtung im Gesamtverbrauch verteilen, ist im Ratgeber zum Stromverbrauch aufgeschlüsselt.

Was der Markt an Steuerung bietet. Die Auszählung über alle fünfzehn Geräte ergibt ein klares Bild. Und es fällt besser aus als bei den Lichtangaben.

Merkmal vorhanden bei
Leistungsaufnahme in Watt 15 von 15
dimmbar 12 von 15
eingebaute Zeitsteuerung 11 von 15
frei programmierbarer Verlauf 3 von 15
Speicherfunktion nach Stromausfall 1 von 15
Lichtstrom in Lumen 6 von 15
Lebensdauer oder Lichtstromrückgang 0 von 15

Die oberen vier Zeilen sind der stärkste Teil dieses Marktes. Zeitsteuerung und Dimmung sind fast überall vorhanden, gut beschrieben und offensichtlich ein Verkaufsargument.

Die unteren drei Zeilen sind der schwächste. Ausgerechnet die Angaben, aus denen sich der Nutzen der Steuerung rechnen ließe — Lichtstrom für die Frage, wie viel Licht die Dimmung kostet, und Lebensdauer für die Frage, was die kürzere Brenndauer bringt —, fehlen weitgehend oder ganz.

Das ergibt eine Systematik, die sich im ganzen Themenbereich wiederholt: Beworben wird, was sich zeigen lässt, nicht, was sich rechnen lässt. Ein Tagesverlauf mit Sonnenaufgang ist im Produktbild darstellbar; ein Lichtstromrückgang von zehn Prozent nach zwanzigtausend Stunden nicht.

Die vollständige Auswertung aller Angaben steht in der Kaufberatung zur Aquarienbeleuchtung.

Was der Verbrauch für dieselbe Lichtmenge kostet

Die Verbrauchstabellen dieses Textes vergleichen Geräte nach Wattzahl. Das ist die einzige Zahl, die jedes Angebot nennt. Und es ist der falsche Maßstab, sobald es um dieselbe Aufgabe geht.

Der richtige Maßstab ist der Verbrauch für dieselbe Lichtmenge. Er ergibt sich, indem man die gewünschte Lumenzahl durch die Lichtausbeute teilt und das Ergebnis mit den Betriebsstunden multipliziert.

für 1500 lm nötige Leistung bei 12 h im Jahr über 5 Jahre
bei 120 lm/W 12,5 W rund 55 kWh rund 274 kWh
bei 90 lm/W 16,7 W rund 73 kWh rund 365 kWh
bei 80 lm/W 18,8 W rund 82 kWh rund 411 kWh
bei 66,7 lm/W 22,5 W rund 98 kWh rund 492 kWh
bei 62,2 lm/W 24,1 W rund 106 kWh rund 528 kWh

Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegen 254 Kilowattstunden über fünf Jahre: für exakt dieselbe Lichtmenge und dieselbe Brenndauer.

Die Werte in der ersten Spalte sind die tatsächlich vorkommenden Lichtausbeuten dieses Themenbereichs, gebildet aus Lichtstrom geteilt durch Leistungsaufnahme desselben Angebots. Sie stehen in keinem Angebot; die Division muss der Käufer selbst durchführen, und bei neun von fünfzehn Geräten fehlt eine der beiden Zahlen dafür.

Was diese Tabelle über die vorherigen hinaus zeigt: Die Lichtausbeute ist über fünf Jahre mehr wert als jede Dimmung. Wer von hundert auf achtzig Prozent dimmt, spart bei 20 Watt rund 90 Kilowattstunden über fünf Jahre; wer statt eines Geräts mit 62 lm/W eines mit 90 lm/W wählt, spart 163, und behält die volle Helligkeit.

Der Haken ist derselbe wie überall in diesem Themenbereich. Die Zahl, an der diese Entscheidung hängt, steht bei den meisten Angeboten nicht da.

Fünf Einstellungen, die vor dem Kauf zu klären sind. Nicht alle stehen in den Angeboten. Jede ändert die Verbrauchsrechnung.

Erstens: Lässt sich die Startzeit frei wählen? Ein Timer mit fester Startzeit ist an einen Tagesrhythmus gebunden, der zum Haushalt passen muss. Die meisten Geräte dieses Themenbereichs erlauben eine freie Startzeit, einige nur feste Dauerstufen.

Zweitens: Wie fein lässt sich dimmen? Sechs Stufen sind grob, zwanzig sind fein. Der Unterschied wird dort relevant, wo eine Leuchte für ein kleines Becken deutlich zu hell ist und weit heruntergeregelt werden muss.

Drittens: Lässt sich die Automatik überbrücken? Wer abends im Becken arbeitet, will Licht — ohne den Timer neu zu stellen. Ob das geht, steht in den wenigsten Angeboten.

Viertens: Bleiben die Einstellungen nach einem Stromausfall? Ein Gerät dieses Themenbereichs nennt eine Speicherfunktion, zehn weitere mit Timer nennen dazu nichts.

Fünftens: Wie viel zieht die Steuerung im Standby? Kein Angebot nennt es. Messen lässt es sich mit einem Steckdosenmessgerät in zwei Minuten.

Frage im Angebot beantwortet Auswirkung
freie Startzeit meistens Alltagstauglichkeit
Zahl der Dimmstufen meistens Anpassbarkeit an kleines Becken
Automatik überbrückbar selten Alltagstauglichkeit
Speicher nach Stromausfall einmal Aufwand nach jedem Ausfall
Standby-Verbrauch nie rund 9 kWh je Watt und Jahr

Die letzte Zeile ist die einzige, bei der eine fehlende Angabe direkt Geld kostet, und die einzige, die sich ohne Herstellerangabe vollständig selbst ermitteln lässt.

Was sich am eigenen Becken feststellen lässt

Zwei Messungen kosten wenig und liefern mehr als die Angebotsangaben.

Erstens: ein Energiemessgerät zwischen Steckdose und Leuchte. Es zeigt die tatsächliche Leistungsaufnahme, und zwar in jeder Dimmstufe. Damit lässt sich genau die Frage beantworten, die dieser Text nur als Größenordnung behandeln kann — wie viel eine gedimmte Leuchte wirklich spart.

Zweitens: dieselbe Messung im ausgeschalteten Zustand. Ein Gerät mit eingebautem Timer ist nie ganz aus; die Steuerung läuft weiter. Wie viel sie zieht, ist bei einer Leuchte mit 4380 Betriebsstunden und 4380 Standby-Stunden im Jahr keine irrelevante Größe.

Messung Aufwand Aussage
Leistungsaufnahme bei voller Helligkeit einmalig prüft die Angebotsangabe
Leistungsaufnahme je Dimmstufe einige Minuten zeigt die reale Grundlast
Leistungsaufnahme im Standby einmalig zeigt den Dauerverbrauch der Steuerung

Die dritte Zeile ist die überraschendste. Ein Standby-Verbrauch von einem Watt entspricht knapp neun Kilowattstunden im Jahr — mehr, als eine Nanoleuchte mit fünf Watt bei acht Stunden täglicher Brenndauer für die Hälfte des Jahres braucht.

Diese Messungen ersetzen keine Lichtangabe. Sie beantworten die Verbrauchsseite vollständig — und das ist die Seite, auf der die Angaben dieses Marktes ohnehin am zuverlässigsten sind.

Wie sich die Beleuchtung gegen Heizung und Filter einordnet, steht im Ratgeber zum Stromverbrauch; was der Lichtstrom mit der Leistungsaufnahme zu tun hat, im Ratgeber zu Watt und Lumen.

Der Aufwand, den die Umstellung kostet

Wer die Brenndauer ändert, ändert sie nicht einmal, sondern findet über Wochen einen Wert. Das hat praktische Folgen, die von der Steuerung abhängen.

Bei einer mechanischen Zeitschaltuhr ist eine Änderung eine Sache von Sekunden — Segmente umlegen, fertig. Bei einem eingebauten Timer mit Tastenbedienung dauert es länger, weil sich Stunden und Minuten meist über wiederholtes Drücken einstellen lassen.

Bei einer App-Steuerung ist die Änderung am schnellsten und die Ersteinrichtung am aufwendigsten. Ein Gerät dieses Themenbereichs erlaubt bis zu 24 Zeitpunkte; wer diese Möglichkeit ausnutzt, verbringt bei der Einrichtung entsprechend Zeit damit.

Steuerung Ersteinrichtung spätere Änderung nach Stromausfall
mechanische Zeitschaltuhr Minuten Sekunden meist nichts zu tun
Timer mit Dauerstufen Sekunden Sekunden neu stellen
Timer mit Uhrzeit Minuten Minuten neu stellen
App mit freiem Verlauf länger Sekunden je nach Speicher

Die letzte Spalte ist die, die im Alltag am häufigsten auffällt. Ein Stromausfall im Winter, ein herausgezogener Stecker beim Wasserwechsel, eine ausgelöste Sicherung: all das setzt einen Timer ohne Speicher zurück, und danach läuft die Beleuchtung zur falschen Zeit, bis es jemandem auffällt.

Das ist der Grund, warum die Speicherfunktion, die ein einziges Angebot dieses Themenbereichs ausdrücklich nennt, mehr wert ist, als sie klingt. Sie ist keine Komfortfunktion, sondern der Unterschied zwischen einer Steuerung, die läuft, und einer, die regelmäßig nachgestellt werden muss.

Ein zweiter praktischer Punkt betrifft den Wasserwechsel. Wer dabei die Leuchte ausschaltet oder abnimmt, unterbricht die Stromversorgung — bei einem Gerät ohne Speicher also alle ein bis zwei Wochen. Wer das vermeiden will, lässt die Leuchte während der Arbeit angeschlossen und nimmt sie höchstens von den Rändern, ohne den Stecker zu ziehen.

Wo unser Wissen endet

Er rechnet Betriebsstunden in Kilowattstunden um und beschreibt, was die Steuerungen dieses Marktes können. Darüber hinaus geht er nicht.

Wir sagen nicht, wie lange die Beleuchtung laufen soll. Das hängt an Bepflanzung und Besatz und ist eine biologische Frage ohne Fachkunde in dieser Redaktion. Die acht bis zwölf Stunden, mit denen wir rechnen, sind die üblichen Angaben und keine Empfehlung.

Zur Mittagspause treffen wir keine biologische Aussage. Wir rechnen aus, was sie an Strom spart, und stellen fest, welche Steuerungen sie überhaupt fahren können.

Die Grundlast des Netzteils ist eine Annahme. Die 1,5 Watt in unserer Tabelle sind eine Größenordnung für kleine Netzteile, keine Messung an einem Gerät dieses Themenbereichs. Kein Angebot nennt einen Wert.

Zur Lebensdauer haben wir keine Zahlen. Dass Betriebsstunden und Temperatur die beiden Alterungswege sind, ist allgemeine Technik; welches Gerät wie lange hält, sagt kein Angebot und haben wir nicht geprüft.

Wir haben nichts gemessen. Weder Leistungsaufnahme noch Standby-Verbrauch noch Temperatur. Alle Zahlen sind Angebotsangaben oder Rechnungen daraus.

Zum Wärmeeintrag haben wir keine Messung. Die Rechnung mit der Wärmekapazität von Wasser ist eine Obergrenze unter der Annahme, dass die gesamte aufgenommene Energie im Becken landet und keine Wärme entweicht. Beides trifft nicht zu, und wie groß der reale Anteil ist, hängt an Bauform, Abdeckung und Raumtemperatur.

Und es gibt keine Vorgabe. DIN EN 60598-2-11 erfasst Aquarienleuchten und regelt ihre Sicherheit; die europäischen Verordnungen schreiben Angaben zur Leistungsaufnahme vor, aber keine zur Betriebsdauer oder zur Steuerung. Was bleibt, ist eine Multiplikation. Und die Feststellung, dass sie sich bei jedem der fünfzehn Geräte durchführen lässt, weil die Wattzahl als einzige Angabe nie fehlt.

Häufige Fragen

Wie lange sollte die Aquarienbeleuchtung täglich laufen?
Diese Frage beantworten wir nicht, weil sie an Bepflanzung und Besatz hängt und damit biologisch ist. Was sich sagen lässt: Die üblichen Angaben liegen zwischen acht und zwölf Stunden, und daraus ergeben sich 2900 bis 4400 Betriebsstunden im Jahr.
Spart Dimmen anteilig Strom?
Nein, weniger als anteilig. Das Netzteil nimmt eine Grundlast auf, die unabhängig von der eingestellten Helligkeit anfällt. Eine auf fünfzig Prozent gedimmte Leuchte verbraucht deshalb mehr als die Hälfte: wie viel mehr, nennt kein Angebot dieses Themenbereichs.
Eingebauter Timer oder Zeitschaltuhr an der Steckdose?
Ein eingebauter Timer kann dimmen und Tagesverläufe fahren, eine Zeitschaltuhr schaltet nur ein und aus. Dafür behält die Zeitschaltuhr bei mechanischer Bauart ihre Stellung auch ohne Strom, während viele eingebaute Timer nach einem Stromausfall neu gestellt werden müssen.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Das hängt am Gerät. Ein Angebot dieses Themenbereichs führt ausdrücklich eine Speicherfunktion, die Einstellungen behält. Bei den übrigen steht dazu nichts, was in der Praxis oft bedeutet, dass die Uhrzeit zurückgesetzt wird.
Verlängert eine kürzere Brenndauer die Lebensdauer?
Rechnerisch ja, weil die Betriebsstunden linear eingehen. Zehn statt zwölf Stunden täglich sind 730 Stunden weniger im Jahr. Ob eine bestimmte Leuchte davon profitiert, lässt sich nicht sagen, weil kein Angebot dieses Themenbereichs eine Lebensdauer nennt.
Was kostet die Aquarienbeleuchtung im Jahr?
Zwischen rund 18 und rund 315 Kilowattstunden, je nach Leistungsaufnahme und Brenndauer. Die Leuchten dieses Themenbereichs nehmen zwischen 5 und 72 Watt auf.
Bringt eine Mittagspause etwas?
Für den Stromverbrauch ja, und zwar exakt proportional zur ausgeschalteten Zeit. Was sie biologisch bewirkt, ist eine Frage, die wir nicht beantworten.

Wer diesen Artikel verantwortet

Daniel Weber, Fachredaktion Aquarientechnik

Daniel Weber

Fachredaktion Aquarientechnik

Schreibt über Filter, Heizer und Beleuchtung im Aquarium.

6+ Jahre technische Redaktion im HLK-Bereich (Heizung, Lüftung, Klima)

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Aktualisiert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
6

Änderungsverlauf

  • 29.08.2026: Erhebung, Rechnung, Erstfassung. Alle Verbrauchswerte sind eigene Berechnungen aus der Leistungsaufnahme des jeweiligen Angebots und einer angenommenen Brenndauer. Die Aussage zur Grundlast des Netzteils ist allgemeine Technik und keine Messung an einem Gerät dieses Themenbereichs.

Belege

  1. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot AQQA 72 W — höchste Leistungsaufnahme des Themenbereichs

    Nennt in der Datentabelle 72 Watt und im Angebotstext einen 24-Stunden-Modus, einen frei programmierbaren Modus sowie eine Speicherfunktion für die Einstellungen. Bei zwölf Stunden täglicher Brenndauer entspricht die Leistungsaufnahme rund 315 Kilowattstunden im Jahr — der höchste Wert dieses Themenbereichs.

  2. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot GERUI X3 Nano: niedrigste Leistungsaufnahme des Themenbereichs

    Nennt in der Datentabelle 5 Watt und im Angebotstext „600lm, 5W“. Bei zwölf Stunden täglicher Brenndauer sind das rund 22 Kilowattstunden im Jahr. Der Angebotstitel nennt abweichend 6 W; wir rechnen mit der Datentabelle.

  3. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot fishkeeper IP68 — Tagesverlauf mit festen Uhrzeiten

    Beschreibt einen Tagesverlauf, der mit einem Sonnenaufgang um sechs Uhr beginnt, mittags die volle Intensität erreicht und abends in eine Dämmerungsphase übergeht, sowie sechs Leistungsstufen. Das ausführlichste Beispiel einer eingebauten Zeitsteuerung in diesem Themenbereich.

  4. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Verordnung (EU) 2019/2020 — Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen

    Die Anforderungen gelten nach Artikel 1 auch für Lichtquellen, die in einem umgebenden Produkt in Verkehr gebracht werden. Zu den anzugebenden Produktinformationen gehören der Nutzlichtstrom und die Leistungsaufnahme im Ein-Zustand — die Größe, mit der alle Verbrauchsrechnungen dieses Textes arbeiten.

  5. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Delegierte Verordnung (EU) 2019/2015 — Energieetikettierung für Lichtquellen

    Legt die seit dem 1. September 2021 geltende Skala A bis G fest, die an der Gesamtlichtausbeute hängt. Grundlage der Aussage, dass sich der Verbrauch für dieselbe Lichtmenge zwischen zwei Geräten um bis zu den Faktor 1,9 unterscheiden kann.

  6. Herstellerangabedinmedia.de
    DIN EN 60598-2-11:2023-10 — Leuchten, Besondere Anforderungen, Aquarienleuchten

    Produktspezifische Norm für Aquarienleuchten aus der Sicherheitsreihe für Leuchten. Sie regelt die Sicherheit dieser Gerätegattung; zu Betriebsdauer, Lebensdauer, Lichtstromrückgang oder Steuerung enthält sie nichts.