Aquarium-Filter·15 Min Lesezeit

Aquarium-Filter — 15 Geräte und eine irreführende Zahl

Ein Anbieter nennt beide Werte: 1040 l/h Pumpe, 500 l/h im Betrieb. Mit der zweiten Zahl fallen sechs von elf Filtern unter die Faustregel, die der Markt selbst aufstellt.

Daniel Weber, Fachredaktion AquarientechnikVon Daniel WeberFachredaktion Aquarientechnik
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Kurz gesagt

Ein Aquarienfilter wird über zwei Zahlen verkauft — Liter je Stunde und die Beckengröße, für die er reichen soll. Die erste meint in aller Regel die freie Pumpe ohne Medien, ohne Schläuche und ohne Höhenunterschied. Wie groß der Unterschied zum eingebauten Zustand ist, nennen zwei von fünfzehn Anbietern; wörtlich heißt es dort „max. 1040 l/h Durchflussmenge Pumpe / max. 500 l/h Durchflussmenge im Betrieb“ — 48 Prozent. Legt man diesen Faktor an die elf bezifferten Geräte an, fallen sechs unter die zweifache Umwälzung, die als übliche Auslegung gilt. Die Bezugsgröße stimmt dabei ebenfalls nicht: Ein Becken enthält 65 bis 85 Prozent seiner beworbenen Literzahl an Wasser. Und was im Becken als „zu stark“ ankommt, ist nicht der Volumenstrom, sondern die Austrittsgeschwindigkeit, eine Größe, die kein Anbieter nennt, weil dafür die Auslassfläche bekannt sein müsste. Bei den Prüfzeichen ist dieser Markt allerdings besser als jeder andere, den wir bisher aufgebaut haben: Sechs von fünfzehn Geräten tragen ein TÜV- oder GS-Zeichen, und mit DIN EN 60335-2-41 existiert eine Norm, die Aquarienpumpen ausdrücklich erfasst, für ihre elektrische Sicherheit.

Drei Bauformen und eine Zahl, die zwei Dinge bedeutet

Ein Aquarienfilter ist ein einfaches Gerät: eine Pumpe, ein Behälter mit Material darin, ein Ein- und ein Auslass. Die Kaufentscheidung wird trotzdem über eine Zahl geführt, die nicht eindeutig ist.

Diese Zahl sind Liter je Stunde. Sie steht auf jeder Verpackung, sie ist der übliche Vergleichsmaßstab, und sie bezeichnet in aller Regel etwas anderes als das, wofür sie benutzt wird.

Für diesen Themenbereich haben wir fünfzehn lieferbare Geräte aufgenommen und ihre Angaben gegeneinandergestellt: fünf Innenfilter, fünf Außen- und Rucksackfilter und fünf Geräte der Nanoklasse. Die drei Bauformen unterscheiden sich weniger in dem, was sie leisten, als in dem, was sie an Aufmerksamkeit verlangen.

Bauform üblicher Einsatzbereich Filtervolumen Wartungsaufwand Zugang
Innenfilter bis rund 110 Liter klein häufiger, dafür schnell herausnehmen
Außenfilter (Topf) ab rund 100 Liter mehrere Liter selten, dafür aufwendiger Schläuche lösen
Rucksackfilter Nano bis Mittelklasse mittel mittel Deckel abnehmen
Nanofilter bis rund 40 Liter sehr klein am häufigsten Schwamm abziehen

Die Spalte, die beim Kauf am wenigsten beachtet wird, ist die vierte. Ein Filter, der in zwei Minuten geöffnet ist, wird gereinigt; einer, für den erst der Unterschrank ausgeräumt werden muss, wird aufgeschoben, und ein aufgeschobener Filter leistet weniger als ein kleinerer, der gepflegt wird.

Für Eilige. Wer keine Zeit für die Herleitung hat, findet hier die Kurzfassung.

Becken bis 40 Liter. Nanofilter oder kleiner Rucksackfilter. Das Problem in dieser Klasse ist nicht zu wenig, sondern zu viel Strömung: die Auswahl entscheidet sich am Auslass, nicht an der Literzahl. Die Details stehen im Vergleich der Nanofilter.

Becken von 40 bis 110 Litern. Innenfilter. Preiswert, wartungsfreundlich, ausreichend — solange die Umwälzung nach der Rechnung im nächsten Abschnitt passt. Fünf Geräte dieser Klasse stehen im Vergleich der Innenfilter.

Becken ab 100 Litern. Topffilter. Der Grund ist das Filtervolumen: mehrere Liter Medien statt einiger hundert Milliliter, entsprechend längere Intervalle. Die fünf Geräte stehen im Vergleich der Außenfilter.

In jeder Klasse gilt dieselbe Rechnung, und sie ist der eigentliche Inhalt dieser Übersicht: Wasservolumen mal zwei bis drei ergibt den nötigen Durchsatz im Betrieb, und dieser Wert mal zwei ergibt die Pumpenleistung, nach der zu suchen ist.

Was die Literangabe je Stunde tatsächlich meint

Der Kern des Themas steht in einem einzigen Satz eines einzigen Angebots. Wörtlich:

„max. 1040 l/h Durchflussmenge Pumpe / max. 500 l/h Durchflussmenge im Betrieb“

Die erste Zahl gilt für die Pumpe allein — ohne Medien, ohne Schläuche, ohne Höhenunterschied. Die zweite für den fertig aufgebauten Filter. Das sind 48 Prozent.

Derselbe Anbieter nennt für das nächstgrößere Modell 1150 gegen 540 l/h — 47 Prozent. Zwei Modelle, zwei Werte, dieselbe Größenordnung.

Physikalisch ist das erwartbar. Eine Kreiselpumpe fördert gegen Widerstand, und ihre Kennlinie fällt, wenn der Gegendruck steigt. Filtermedien, Schläuche und der Höhenunterschied zwischen Filter und Becken erzeugen genau diesen Gegendruck.

Was daraus folgt, ist der zentrale Befund dieses Themenbereichs: Von elf Geräten mit bezifferter Förderleistung fallen sechs unter die zweifache Umwälzung, sobald man mit dem Betriebswert statt mit der Pumpenleistung rechnet — gemessen an der Beckengröße, für die sie selbst beworben werden.

Der Anbieter, dem wir den Faktor verdanken, liefert im selben Angebot noch einen zweiten Beleg. Seine Baureihenübersicht führt „Aquariengröße (l) <100 l, 100–200 l, 150–300 l, 300–600 l“ gegen „Max. Durchflussrate im Betrieb 440 l/h, 500 l/h, 540 l/h, 1030 l/h“. Rechnet man das durch, ergibt sich für das kleinste Modell die 4,4-fache und für das größte die 1,7-fache Umwälzung.

Innerhalb einer einzigen Produktreihe eines einzigen Herstellers schwankt die Auslegung um den Faktor zweieinhalb: nach seinen eigenen Zahlen. Das ist kein Rechenfehler von uns; es ist der Beleg dafür, dass hinter den beworbenen Beckengrößen keine durchgehende Systematik steht.

Die vollständige Herleitung mit allen elf Geräten steht im Ratgeber zur Filtergröße.

Die Bezugsgröße stimmt ebenfalls nicht

Eine Umwälzrate ist ein Verhältnis, und ein Verhältnis hat zwei Seiten. Die zweite ist genauso unsicher wie die erste.

Filter werden für Becken beworben, und Becken werden über eine Literzahl verkauft, die das geometrische Volumen des leeren Kastens meint. Ein Angebot dieses Marktes belegt das direkt: 60 mal 30 mal 30 Zentimeter, beworben mit 54 Litern — multipliziert ergibt die Maßangabe exakt 54,0 Liter.

Wasser wird davon nie die ganze Zahl. Zwei Zentimeter Freibord und fünf Zentimeter Bodengrund kosten sieben Zentimeter Bauhöhe. Bei dreißig Zentimetern Gesamthöhe sind das knapp ein Viertel.

Becken (beworben) Maße Wasserhöhe tatsächliches Wasser Anteil
54 Liter 60 × 30 × 30 cm 23 cm rund 41 Liter 77 %
30 Liter 40 × 25 × 30 cm 23 cm rund 23 Liter 77 %
112 Liter 80 × 35 × 40 cm 33 cm rund 92 Liter 82 %
20 Liter 30 × 25 × 27 cm 20 cm rund 15 Liter 75 %

Je flacher das Becken, desto größer der Anteil, der nie Wasser wird. In der Praxis bleiben 65 bis 85 Prozent — hergeleitet im Ratgeber zur Aquariengröße.

Für die Filterauslegung ist das eine gute Nachricht. Wer statt mit 54 mit 41 Litern rechnet, braucht ein Viertel weniger Durchsatz. Die beiden Fehler gehen in entgegengesetzte Richtungen: Die Pumpenangabe ist zu hoch angesetzt, die Beckenangabe ebenfalls.

Sie heben sich allerdings nicht auf. Der Faktor bei der Pumpe ist rund zwei, der beim Becken rund 1,25 — es bleibt ein Missverhältnis, und es geht zulasten des Filters.

Strömung ist nicht Leistung

Der zweite große Irrtum dieses Marktes betrifft nicht die Menge, sondern die Geschwindigkeit.

Wenn ein Filter als „zu stark“ empfunden wird, ist damit nie die Filterwirkung gemeint: mehr Umwälzung schadet der Reinigung nicht. Gemeint ist die Strömung, und die ist eine andere Größe:

Geschwindigkeit = Volumenstrom ÷ Auslassfläche

Zwischen Volumenstrom und Strömung steht eine Fläche, und diese Fläche nennt kein Anbieter dieses Themenbereichs. Dabei entscheidet sie fast alles:

Auslass Fläche bei 150 l/h bei 500 l/h
Rundrohr Ø 10 mm 0,79 cm² rund 53 cm/s rund 176 cm/s
Rundrohr Ø 16 mm 2,01 cm² rund 21 cm/s rund 69 cm/s
Breitauslass 60 × 8 mm 4,80 cm² rund 9 cm/s rund 29 cm/s

Zwischen erster und letzter Zeile liegt ein Faktor von rund sechs — bei identischer Umwälzung.

Daraus folgt die praktische Konsequenz, die dem üblichen Ratschlag widerspricht: Wer zu viel Strömung hat, kauft keinen schwächeren Filter und dreht kein Ventil zu. Er vergrößert den Auslass. Drosseln senkt Geschwindigkeit und Umwälzung im gleichen Maß — man bezahlt die ruhige Oberfläche mit Filterleistung. Ein breiterer Auslass kostet nichts.

Besonders betroffen ist die Nanoklasse, und zwar aus einem Grund, der nichts mit Technik zu tun hat: Unterhalb von rund 150 Litern je Stunde gibt es im Markt praktisch keine Pumpe. Das kleinste bezifferte Gerät dieses Themenbereichs nennt 200 l/h für Becken von 10 bis 40 Litern — am unteren Ende die zwanzigfache Umwälzung.

Die vollständige Systematik mit sechs Maßnahmen, sortiert nach Wirkung, steht im Ratgeber zur zu starken Strömung.

Was der Betrieb verbraucht. Ein Filter läuft rund um die Uhr. Damit ist er das Gerät am Becken mit der längsten Einschaltdauer — und der Stromverbrauch ist der einzige Posten, der über die Jahre die Anschaffung erreichen kann.

Neun der fünfzehn Geräte nennen eine Leistungsaufnahme. Sie liegen zwischen 3 und 11 Watt.

Leistungsaufnahme Verbrauch im Jahr typische Klasse
3 Watt rund 26 kWh Nanofilter
4 Watt rund 35 kWh kleiner Innenfilter
5,5 Watt rund 48 kWh Topffilter Mittelklasse
11 Watt rund 96 kWh großer Topffilter

Der Unterschied zwischen dem sparsamsten und dem verbrauchsstärksten Gerät ist ein Faktor von 3,7. Und über zehn Jahre eine Summe, die den Anschaffungspreis mehrerer Filter übersteigt.

Zwei Einordnungen gehören dazu. Erstens ist der Filter am Aquarium selten der größte Posten; die Heizung liegt in aller Regel darüber, was im Ratgeber zum Stromverbrauch durchgerechnet ist. Zweitens ist ein höherer Verbrauch nicht automatisch schlechter — er gehört zu einer größeren Pumpe, die entsprechend mehr fördert.

Was ihn interessant macht, ist etwas anderes: Eine Kreiselpumpe, die gegen steigenden Widerstand arbeitet, nimmt weniger Leistung auf, nicht mehr. Ein zugesetzter Filter verbraucht also nicht mehr Strom — er leistet weniger für dieselbe Rechnung. Steigt der Verbrauch dagegen an, liegt ein mechanisches Problem vor: ein schwergängiger Rotor oder eine Pumpe, die Luft zieht.

Was die Wartung verlangt. Ein Filter verliert Leistung, während er arbeitet, und zwar von Tag eins an. Das ist keine Störung, sondern Bauart.

Der verbatim zitierte Betriebswert von 500 l/h gilt für saubere Medien. Was ein zugesetzter Filter fördert, sagt kein Anbieter — es liegt darunter, und wie weit, hängt an Schmutzlast, Materialfeinheit und Zeit.

Daraus folgen zwei Dinge für den Kauf:

Erstens: Filtervolumen ist Wartungsfreiheit. Ein Topffilter mit 4,9 Litern Medien nimmt bei gleichem Becken dieselbe Schmutzmenge auf wie ein Innenfilter mit einem Bruchteil davon, nur verteilt auf ein Vielfaches an Material. Der größere Filter ist deshalb nicht der aufwendigere, sondern der bequemere. Drei von fünfzehn Anbietern nennen ein Filtervolumen.

Zweitens: Reserve ist Wartungsfreiheit. Wer knapp auslegt, muss häufiger reinigen, weil der Filter früher unter die kritische Grenze fällt. Wer großzügig auslegt, kann Intervalle strecken.

Ein festes Intervall gibt es nicht, und wir nennen keines. Was es gibt, ist eine Beobachtung: die Bewegung der Wasseroberfläche am Tag nach der Reinigung. Wer sich diesen Zustand einmal bewusst anschaut, hat einen Vergleichsmaßstab für die folgenden Wochen: das Verfahren und die vollständige Wartungsreihenfolge stehen im Ratgeber zur Filterreinigung.

Ein Teil verdient dabei besondere Erwähnung, weil er als einziger planmäßig verschleißt: der Rotor. Er ist in allen etablierten Baureihen einzeln erhältlich und kostet einen Bruchteil des Geräts. Ein Filter, dessen Rotor es nicht mehr gibt, ist am Ende seiner Lebensdauer — unabhängig vom Zustand des Gehäuses.

Wo dieser Markt besser ist, als man denkt

Nach zehn Themenbereichen ist es ungewohnt, aber hier ist es angebracht: Dieser Markt ist bei der Normlage der beste, den wir bisher aufgebaut haben.

Mit DIN EN 60335-2-41 existiert eine Norm, die Aquarienpumpen ausdrücklich in ihrem Anwendungsbereich nennt. Sie erfasst elektrische Pumpen für Flüssigkeiten bis 90 °C bei höchstens 250 Volt einphasig und stellt besondere Anforderungen an ihre Sicherheit.

Sechs von fünfzehn Geräten tragen ein TÜV- oder GS-Zeichen. Das ist die höchste Prüfzeichenquote aller zehn Themenbereiche dieser Redaktion — bei Hunderampen, Katzenklappen und Hundepools lag sie bei null.

Das ergibt Sinn: Ein Filter ist ein Elektrogerät, das dauerhaft im Wasser steht und an eine Haushaltssteckdose angeschlossen wird. Bei diesem Aufbau ist elektrische Sicherheit keine Nebensache, und der Markt behandelt sie entsprechend.

Was das Prüfzeichen nicht sagt, ist ebenso wichtig. Es bestätigt, dass das Gerät elektrisch sicher ist. Es sagt nichts über Förderleistung, Filtervolumen, Filterwirkung oder Haltbarkeit — für keine dieser Größen existiert ein Prüfverfahren oder eine einheitliche Messvorschrift.

Ein Prüfzeichen ist in diesem Markt also ein echtes Qualitätssignal für genau eine Eigenschaft. Wer daraus auf Filterleistung schließt, überdehnt es. Und das ist der einzige Punkt, an dem die gute Normlage dieses Marktes irreführend werden kann.

Preis und Gegenwert. Zum zehnten Mal in Folge lautet der Befund: Der Preis sortiert die Datenqualität nicht vor.

Das kleinste und günstigste Gerät dieses Themenbereichs nennt Förderleistung, Beckengröße, Wattzahl und Prüfzeichen: vier von vier möglichen Angaben. Ein deutlich teureres Modell der Mittelklasse nennt weder Filtervolumen noch Betriebsdurchsatz noch ein Prüfzeichen.

Was der Preis in diesem Markt tatsächlich kauft, ist anderes:

Filtervolumen. Der stärkste und ehrlichste Zusammenhang. Teurere Geräte führen mehr Medien, und mehr Medien bedeuten längere Wartungsintervalle.

Ersatzteilversorgung. Etablierte Baureihen halten Rotoren, Dichtungen und Körbe über Jahre vor. Das ist bei einem Gerät mit einem einzigen bewegten Teil der Unterschied zwischen Reparatur und Neukauf.

Bedienbarkeit. Schnellkupplungen, Ansaughilfen und regelbare Ventile sparen bei jeder Wartung Minuten. Über Jahre summiert sich das zu Stunden.

Was sich nicht dazukaufen lässt, ist die Angabe des Betriebsdurchsatzes, die Angabe der Auslassfläche oder eine Standzeitangabe für die Medien. Diese drei fehlen quer durch alle Preisklassen.

Wie man die Angaben selbst prüft

Vier Rechnungen genügen, um ein Angebot einzuordnen. Alle vier lassen sich vor dem Kauf durchführen.

Erstens: Das Wasservolumen bestimmen. Länge mal Breite mal Wasserhöhe geteilt durch 1000. Die Wasserhöhe ist die Bauhöhe minus zwei Zentimeter Freibord minus die Höhe des Bodengrunds.

Zweitens: Den nötigen Durchsatz berechnen. Wasservolumen mal zwei bis drei. Für ein Becken mit 41 Litern Wasser sind das 82 bis 123 Liter je Stunde im Betrieb.

Drittens: Auf Pumpenleistung umrechnen. Den Wert aus Schritt zwei verdoppeln; das ist die Zahl, nach der im Angebot zu suchen ist. Für unser Beispiel also rund 165 bis 250 l/h.

Viertens: Die Auslassgeschwindigkeit abschätzen. Volumenstrom in Kubikzentimeter je Sekunde geteilt durch die Auslassfläche in Quadratzentimetern. Ein Liter je Stunde sind rund 0,28 Kubikzentimeter je Sekunde.

Schritt Rechnung Beispiel 60 × 30 × 30 cm
Wasservolumen L × B × (H − 7 cm) ÷ 1000 41,4 Liter
Durchsatz im Betrieb Volumen × 2 bis 3 83 bis 124 l/h
gesuchte Pumpenleistung Durchsatz × 2 165 bis 250 l/h
Austrittsgeschwindigkeit l/h × 0,28 ÷ Fläche bei Ø 10 mm rund 59 cm/s

Die letzte Zeile ist die, für die im Angebot die Zahl fehlt. Sie lässt sich nur nachmessen, wenn das Gerät bereits da ist — was der Grund dafür ist, dass die Strömung als Kaufkriterium praktisch ausfällt und erst im Betrieb zum Thema wird.

Das Muster über zehn Themenbereiche

Dies ist der zehnte Themenbereich, den wir vollständig aufgebaut haben, und zum zehnten Mal zeigt sich derselbe Befund.

Themenbereich die fehlende Zahl genannt von
Katzentransportboxen Innenmaß 0 von 13
Kratzbäume Länge der Kratzfläche am Stück keinem
Katzenklappen Einbauhöhe 0 von 15
Futterstationen Durchmesser und Tiefe der Napfmulde 3 bzw. 2 von 10
Hunderampen Steigung 0 von 15
Hundeanhänger passende Schulterhöhe des Hundes 3 von 15
Hundezäune eingeschlossene Fläche 1 von 15
Hundepools zulässige Wasserhöhe 0 von 15
Aquarien nutzbares Wasservolumen und Gesamtgewicht 0 von 15
Aquarienfilter Durchsatz im Betrieb und Auslassfläche 2 bzw. 0 von 15

Überall dasselbe Bild: Die Angabe, die die Entscheidung trägt, steht nirgends oder bei einem einzigen Anbieter.

Der Grund ist jedes Mal derselbe: Die fehlende Zahl stellt eine Beziehung zwischen Produkt und Umgebung her. Ein Innenmaß muss zur Katze passen, eine Einbauhöhe zur Tür, eine Wasserhöhe zum Hund, ein Gesamtgewicht zum Möbel, und ein Betriebsdurchsatz zum Wasservolumen eines Beckens, das seinerseits falsch beziffert ist.

Der Filtermarkt fügt dem Muster zwei Besonderheiten hinzu.

Die erste ist, dass die fehlende Zahl hier bei einem Teil des Sortiments vorhanden ist. Zwei Geräte eines Herstellers nennen den Betriebsdurchsatz vollständig, andere Geräte desselben Herstellers nicht. Die Zahl wird also erhoben und ist bekannt — sie wird nur nicht durchgängig veröffentlicht. Das ist keine Frage des Könnens, sondern der Gewohnheit.

Die zweite ist, dass dieser Markt an einer anderen Stelle vorbildlich ist. Sechs von fünfzehn Prüfzeichen und eine Norm, die das Produkt ausdrücklich erfasst — das hatten wir in neun Themenbereichen davor nie. Die Sorgfalt ist vorhanden; sie richtet sich nur auf die elektrische Sicherheit und nicht auf die Leistung.

Und zum zehnten Mal gilt der zweite Teil des Musters: Der Preis sortiert das Feld nicht vor. Über alle zehn Themenbereiche hinweg gehörte das am besten beschriebene Angebot mindestens einmal zu den günstigsten.

Die vollständige Aufarbeitung des vorangegangenen Themenbereichs steht in der Kaufberatung zu Aquarien; wo das Becken hingehört und was der Untergrund tragen muss, steht im Ratgeber zum Standort.

Ein letzter Hinweis zur Reihenfolge der Anschaffung. Wer Becken und Filter gleichzeitig kauft, kennt das Wasservolumen erst, wenn der Bodengrund drin ist — und damit die Bezugsgröße für die Auslegung. In der Praxis führt das dazu, dass der Filter nach der beworbenen Beckengröße gewählt wird, also nach der zu hohen Zahl. Der Fehler geht in die richtige Richtung, solange man ihn kennt: Ein Filter, der für 54 Liter beworben wird, arbeitet an 41 Litern Wasser mit Reserve. Wer dagegen nach der Faustregel knapp wählt und dann feststellt, dass der Betriebsdurchsatz die Hälfte beträgt, hat beide Fehler gegen sich.

Und einer zur Ersatzbeschaffung. Ein Filter, der ausfällt, wird meist unter Zeitdruck ersetzt — dann zählt, ob dieselbe Baureihe noch geführt wird und ob Schlauchdurchmesser und Anschlüsse passen. Wer beim Erstkauf eine etablierte Reihe wählt, kauft damit auch die Option, später nur den Kopf zu tauschen statt des ganzen Aufbaus. Das ist der einzige Punkt dieser Übersicht, der sich weder rechnen noch messen lässt, und er entscheidet trotzdem oft über die Gesamtkosten.

Was die Fachwörter bedeuten

Förderleistung. Die Wassermenge, die eine Pumpe je Stunde bewegt. In aller Regel gemessen ohne Medien, ohne Schläuche und ohne Höhenunterschied.

Durchsatz im Betrieb. Dieselbe Größe im eingebauten Zustand mit sauberen Medien. Nach den beiden Angeboten, die beides nennen, rund 47 bis 48 Prozent der Förderleistung.

Umwälzrate. Wie oft das Wasservolumen eines Beckens je Stunde durch den Filter läuft. Übliche Auslegung: zwei- bis dreifach.

Förderhöhe. Der Höhenunterschied, den eine Pumpe noch überwinden kann. Sie beschreibt, wie steil die Kennlinie fällt. Kein Gerät dieses Themenbereichs nennt sie.

Filtervolumen. Der Rauminhalt für Filtermedien, in Litern. Bestimmt, wie viel Schmutz aufgenommen werden kann, bevor der Widerstand merklich steigt.

Austrittsgeschwindigkeit. Volumenstrom geteilt durch Auslassfläche. Die Größe, die im Becken als Strömung ankommt.

Vorfilter. Eine vorgeschaltete grobe Stufe, die die feineren Medien schützt und entsprechend häufiger zu reinigen ist.

Rotor. Der Magnetläufer der Pumpe, das einzige bewegte Teil. Verschleißteil, in etablierten Baureihen einzeln erhältlich.

Woher die Zahlen stammen. Wir haben fünfzehn lieferbare Geräte aufgenommen, ihre Angebotsangaben erfasst und jede Rechnung dieses Themenbereichs aus diesen Angaben abgeleitet. Getestet haben wir nichts.

Wir haben keinen Durchsatz gemessen. Der Umrechnungsfaktor zwischen Pumpenleistung und Betriebsdurchsatz stammt von einem einzigen Hersteller und gilt belegt für zwei seiner Modelle. Seine Übertragung auf Geräte anderer Hersteller ist eine Schätzung und im Ratgeber zur Filtergröße als solche gekennzeichnet.

Wir haben keine Strömung gemessen. Die Geschwindigkeitswerte sind Rechnungen aus Volumenstrom und Querschnitt; die Auslassmaße sind handelsübliche Größen, weil kein Anbieter eine Auslassfläche nennt.

Wir treffen keine biologischen Aussagen. Wie viel Bakterienkultur eine Reinigung kostet, welche Strömung welchem Besatz angemessen ist und wie schnell ein Filter einfährt, sind Fragen, für die diese Redaktion keine Fachkunde hat. Wir geben die verbreiteten Empfehlungen wieder und begründen sie technisch, soweit das möglich ist.

Wir kennen keine Standzeit. Kein Hersteller nennt, wie stark der Durchsatz bis zur nächsten Reinigung abfällt. Alle Aussagen zum Verlauf sind Größenordnungen.

Und es gibt keine Vorgabe zur Leistung. DIN EN 60335-2-41 regelt die elektrische Sicherheit von Aquarienpumpen; das Gutachten des zuständigen Bundesministeriums arbeitet für die Haltung mit Kantenlängen und enthält zur Filterung nichts. Was bleibt, sind zwei Zahlen aus einem Angebot, eine Division und die Beobachtung am eigenen Becken.

Häufige Fragen

Welcher Filter passt zu welchem Becken?
Die übliche Auslegung ist die zwei- bis dreifache Umwälzung des tatsächlichen Wasservolumens je Stunde, gemessen am Durchsatz im Betrieb. Weil dieser rund die Hälfte der beworbenen Pumpenleistung beträgt, entspricht das etwa dem Vier- bis Sechsfachen des Wasservolumens an Pumpenleistung.
Innenfilter oder Außenfilter?
Bis rund 100 Liter ist der Innenfilter die übliche und meist ausreichende Wahl, darüber der Topffilter. Der Unterschied liegt weniger in der Leistung als im Filtervolumen: Ein Topffilter führt mehrere Liter Medien und muss deshalb seltener gereinigt werden.
Was bedeutet die Angabe in Litern je Stunde?
In aller Regel die Förderleistung der Pumpe ohne Filtermedien. Die beiden Anbieter dieses Themenbereichs, die beide Werte nennen, weisen für den eingebauten Zustand 47 bis 48 Prozent aus.
Kann ein Filter zu stark sein?
Für die Filterwirkung nicht. Zu stark kann die Strömung sein, und die hängt an der Austrittsgeschwindigkeit, also am Verhältnis von Volumenstrom zu Auslassfläche. Ein breiter Auslass senkt sie um ein Vielfaches, ohne Umwälzung zu kosten.
Wie oft muss ein Aquarienfilter gereinigt werden?
Ein festes Intervall gibt es nicht, und kein Hersteller nennt eines. Der brauchbarste Anhaltspunkt ist die Oberflächenbewegung: Wer sie am Tag nach der Reinigung bewusst anschaut, hat einen Vergleichsmaßstab für die folgenden Wochen.
Was verbraucht ein Aquarienfilter an Strom?
Die neun Geräte mit Wattangabe liegen zwischen 3 und 11 Watt. Bei Dauerbetrieb sind das rund 26 bis 96 Kilowattstunden im Jahr — ein Posten, der über die Lebensdauer die Anschaffung übersteigen kann.
Gibt es eine Norm für Aquarienfilter?
DIN EN 60335-2-41 nennt Aquarienpumpen ausdrücklich in ihrem Anwendungsbereich und regelt ihre elektrische Sicherheit. Für Förderleistung, Filtervolumen oder Filterwirkung existiert kein Prüfverfahren.
Woran erkenne ich ein vollständiges Angebot?
An drei Angaben, die zusammen selten sind: Durchsatz im Betrieb, Filtervolumen in Litern und ein Prüfzeichen. Zwei von fünfzehn Geräten dieses Themenbereichs nennen alle drei.

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Wer diesen Artikel verantwortet

Daniel Weber, Fachredaktion Aquarientechnik

Daniel Weber

Fachredaktion Aquarientechnik

Schreibt über Filter, Heizer und Beleuchtung im Aquarium.

6+ Jahre technische Redaktion im HLK-Bereich (Heizung, Lüftung, Klima)

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Aktualisiert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
6

Änderungsverlauf

  • 29.08.2026: Ersterstellung des Themenbereichs mit drei Vergleichen, drei Ratgebern und dieser Übersicht. Alle Umwälzraten und Geschwindigkeitswerte sind eigene Berechnungen aus den Angaben der fünfzehn Produkte; der Umrechnungsfaktor zwischen Pumpenleistung und Betriebsdurchsatz stammt von dem einzigen Anbieter, der beide Werte für zwei eigene Modelle ausweist.

Belege

  1. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Tetra EX 700 Plus — Pumpenleistung und Durchsatz im Betrieb

    Das erste von zwei Angeboten dieses Themenbereichs, die beide Werte nennen, wörtlich: „stufenlosen Regulierung des Wasserdurchflusses (max. 1040 l/h Durchflussmenge Pumpe / max. 500 l/h Durchflussmenge im Betrieb)“. Das sind 48 Prozent und die Grundlage des Umrechnungsfaktors, mit dem dieser Themenbereich rechnet. Nennt außerdem 4,9 Liter Filtervolumen und ein Prüfzeichen.

  2. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Tetra EX 1000 Plus — Baureihenübersicht mit Betriebsdurchsatz

    Nennt „max. 1150 l/h Durchflussmenge Pumpe / max. 540 l/h Durchflussmenge im Betrieb“, also 47 Prozent, und führt für die ganze Baureihe „Aquariengröße (l) <100 l, 100–200 l, 150–300 l, 300–600 l“ gegen „Max. Durchflussrate im Betrieb 440 l/h, 500 l/h, 540 l/h, 1030 l/h“. Daraus folgen Umwälzraten von 4,4-fach beim kleinsten und 1,7-fach beim größten Modell derselben Reihe.

  3. Herstellerangabedinmedia.de
    DIN EN 60335-2-41:2010-11 — Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch, Besondere Anforderungen für Pumpen

    Deutscher Titel „Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke — Teil 2-41: Besondere Anforderungen für Pumpen“. Der Anwendungsbereich nennt Aquarienpumpen ausdrücklich und erfasst elektrische Pumpen für Flüssigkeiten bis 90 °C bei höchstens 250 Volt einphasig. Grundlage der Aussage, dass es eine Norm gibt: für die elektrische Sicherheit, nicht für die Filterleistung.

  4. Institution oder Normbmleh.de
    Gutachten über die tierschutzgerechte Haltung von Zierfischen (Süßwasser)

    Gutachten einer Sachverständigengruppe beim zuständigen Bundesministerium. Es arbeitet für die Beckengröße mit Kantenlängen und führt die handelsüblichen Stufen von 60 bis 150 Zentimetern. Zu Filterleistung, Umwälzrate oder Wartung enthält es keine Vorgabe. Herangezogen als Beleg dafür, dass es für die Auslegung eines Filters keine amtliche Bezugsgröße gibt.

  5. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot JBL ProFlow i30 — untere Leistungsgrenze des Marktes

    200 l/h für Becken von 10 bis 40 Litern bei 3,7 Watt, mit Prüfzeichen. Am unteren Ende des angegebenen Bereichs ergibt das die zwanzigfache Umwälzung. Herangezogen als Beleg dafür, dass es unterhalb von rund 150 l/h praktisch kein Angebot gibt und die Nanoklasse deshalb systematisch überversorgt ist.

  6. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Tetra Starter Line 54 L — Bezugsgröße Wasservolumen

    Nennt 60 mal 30 mal 30 Zentimeter und 54 Liter; multipliziert ergibt die Maßangabe exakt 54,0 Liter. Herangezogen als Beleg dafür, dass die beworbene Literzahl eines Beckens das geometrische Volumen des leeren Kastens meint und nicht die Wassermenge, nach der ein Filter auszulegen wäre.