Aquarium-Filter·14 Min Lesezeit·5 Modelle im Vergleich

Nano-Filter im Vergleich: Wenn 150 l/h zu viel sind

In der Nano-Klasse kehrt sich das Problem um: Die Umwälzung liegt bei fünf- bis achtfach. Nicht zu wenig Strömung ist hier die Frage, sondern zu viel.

Daniel Weber, Fachredaktion AquarientechnikVon Daniel WeberFachredaktion Aquarientechnik
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Kurz gesagt

Bei großen Filtern ist die Frage, ob die Umwälzung reicht. Bei Nano-Filtern ist sie umgekehrt. Drei der fünf Geräte dieses Vergleichs nennen eine Förderleistung, und mit ihrer beworbenen Beckengröße ergibt das eine fünf- bis achtfache Umwälzung je Stunde — das Doppelte bis Dreifache dessen, was die übliche Auslegung verlangt. Der Grund ist technisch: Eine Kreiselpumpe lässt sich nicht beliebig klein bauen, und unterhalb von rund 150 Litern je Stunde wird es im Markt dünn. Die Folge ist Strömung, die ein Becken von zwanzig Litern deutlich spürt. Zwei Geräte nennen gar keine Förderleistung; bei einem davon ist das folgerichtig, weil er von einer Luftpumpe angetrieben wird, die nicht mitgeliefert wird.

ModellFörderleistungbeworbene BeckengrößeUmwälzung nominellUmwälzung im BetriebLeistungsaufnahmeBauartPrüfzeichenAnsehen (Partnerlink)
JBL ProCristal i30 Innenfilter
JBL i30

JBL

Alle Kennzahlen bereits im Titel

200 l/h10 bis 40 l5,0 fach2,4 fach geschätzt3,7 WInnenfilter mit KreiselpumpeTÜV
NICREW Slim HOB Aquarium Filter
NICREW Slim

NICREW

Einziger Nano-Filter außerhalb des Beckens

160 l/hbis 20 l8,0 fach3,8 fach geschätzt3 WRucksackfilter, außen eingehängtkeine Angabe
150 l/hbis 20 l7,5 fach3,6 fach geschätzt3,5 WInnenfilter mit Kreiselpumpekeine Angabe
Tetra EasyCrystal Aquarium Filterbox 300
Tetra EasyCrystal 300

Tetra

Mit GS-Zeichen in dieser Klasse allein im Feld

keine Angabe40 bis 60 lnicht berechenbarnicht berechenbarkeine AngabeInnenfilter mit KreiselpumpeGS
keine Angabe, hängt an der Luftpumpekeine Angabenicht berechenbarnicht berechenbarkeine, Luftpumpe separatSchwammfilter mit Luftheberkeine Angabe
Angaben der Hersteller, geprüft gegen die im Artikel genannten Quellen. Keine Preisspalte: Preise ändern sich zu schnell, um in einer Tabelle zu stehen. Keine Gesamtnote: wir testen nicht selbst. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
1Alle Kennzahlen bereits im TitelMittelklasse

JBL

JBL ProCristal i30 Innenfilter

Alle Kennzahlen bereits im Titel: „für Aquarien von 10 – 40 l, 200 l/h, 3,7 W“ — Beckengröße, Förderleistung und Leistungsaufnahme stehen zusammen in einer Zeile, dazu ein TÜV-Prüfzeichen. Kein anderes Angebot dieses Themenbereichs macht die Auslegung so unmittelbar prüfbar, und genau das ist in einem Markt, in dem zwei von fünf Anbietern gar keine Literzahl nennen, die entscheidende Qualität.

Der am vollständigsten beschriebene Filter des Feldes und derjenige mit der moderatesten Auslegung: 200 Liter je Stunde auf höchstens 40 Liter Becken sind eine fünffache Umwälzung — hoch, aber der niedrigste Wert dieses Vergleichs. Rechnet man den Durchsatz im eingebauten Zustand mit rund der Hälfte, landet man bei 2,4-fach und damit genau in der üblichen Auslegung. Am unteren Ende der beworbenen Spanne, also bei zehn Litern, ergibt dieselbe Zahl allerdings eine zwanzigfache Umwälzung; dort wird die Strömung zur bestimmenden Größe.

Förderleistung
200 l/h
beworbene Beckengröße
10 bis 40 l
Umwälzung nominell
5,0 fach
Umwälzung im Betrieb
2,4 fach geschätzt
Leistungsaufnahme
3,7 W
Bauart
Innenfilter mit Kreiselpumpe
Prüfzeichen
TÜV

Dafür spricht

  • Förderleistung, Beckengröße und Watt im Titel
  • TÜV-geprüft
  • Moderateste Umwälzung im Vergleich
  • Filtervolumen nachträglich erweiterbar

Dagegen spricht

  • Beworbene Spanne reicht bis zehn Liter hinunter
  • Keine Abmessungen im Angebot
  • Durchsatz im Betrieb nicht genannt
  • Verdrängt Wasser im Becken
Passt für:
Becken zwischen 25 und 40 Litern.
Passt nicht für:
Becken um zehn Liter, obwohl sie beworben werden.
2Einziger Nano-Filter außerhalb des BeckensEinsteigerklasse

NICREW

NICREW Slim HOB Aquarium Filter

Einziger Nano-Filter außerhalb des Beckens: Ein Rucksackfilter kostet kein Beckenvolumen — und in einem Becken mit 20 Litern ist genau das der entscheidende Vorteil, weil ein Innenfilter dort spürbar Wasser verdrängt und Sichtfläche einnimmt. Mit 3 Watt ist er zugleich der sparsamste Filter des Vergleichs.

Der Filter mit der höchsten rechnerischen Umwälzung des ganzen Themenbereichs: 160 Liter je Stunde auf 20 Liter Becken sind das Achtfache. Selbst mit dem Abschlag für den eingebauten Zustand bleibt fast das Vierfache. Für die Reinigungswirkung ist das unproblematisch, für die Strömung nicht — bei diesem Verhältnis entscheidet die Gestaltung des Auslasses darüber, ob das Becken bewohnbar bleibt. Dass der Filter außen hängt und kein Volumen kostet, ist in dieser Klasse das stärkste Argument.

Förderleistung
160 l/h
beworbene Beckengröße
bis 20 l
Umwälzung nominell
8,0 fach
Umwälzung im Betrieb
3,8 fach geschätzt
Leistungsaufnahme
3 W
Bauart
Rucksackfilter, außen eingehängt
Prüfzeichen
keine Angabe

Dafür spricht

  • Kostet kein Beckenvolumen
  • Sparsamster Filter im Vergleich
  • Förderleistung im Titel genannt
  • Selbstansaugend, kein Schlauch

Dagegen spricht

  • Höchste rechnerische Umwälzung im Feld
  • Braucht freie Rückwand
  • Wasserrücklauf ist hörbar
  • Kein Prüfzeichen ausgewiesen
Passt für:
Nano-Becken, bei denen jeder Liter zählt und die Rückwand frei ist.
Passt nicht für:
Becken, die bündig an der Wand stehen.
3Einsteigerklasse

NICREW

NICREW Magi Mini Aquarium Filter

Der kleinste bezifferte Filter dieses Vergleichs, und er markiert damit die untere Grenze dessen, was dieser Markt anbietet: 150 Liter je Stunde. Darunter findet sich kaum etwas, und der Grund ist konstruktiv: eine Kreiselpumpe mit Rotor, Lager und Motor lässt sich nicht beliebig verkleinern, ohne unwirtschaftlich zu werden. Für ein Becken mit 20 Litern ergibt das eine siebeneinhalbfache Umwälzung. Der Filter ist mit Saugnäpfen an der Scheibe zu befestigen und verdrängt Wasser, was in dieser Größe spürbar ist.

Förderleistung
150 l/h
beworbene Beckengröße
bis 20 l
Umwälzung nominell
7,5 fach
Umwälzung im Betrieb
3,6 fach geschätzt
Leistungsaufnahme
3,5 W
Bauart
Innenfilter mit Kreiselpumpe
Prüfzeichen
keine Angabe

Dafür spricht

  • Förderleistung und Leistungsaufnahme genannt
  • Kompakte Bauform
  • Günstigste Klasse
  • Auslassrichtung verstellbar

Dagegen spricht

  • Siebeneinhalbfache Umwälzung im beworbenen Becken
  • Verdrängt Wasser im Becken
  • Keine Abmessungen im Angebot
  • Prüfzeichen fehlt
Passt für:
Becken zwischen 15 und 20 Litern mit strömungstoleranten Bewohnern.
Passt nicht für:
Sehr kleine Becken unter zehn Litern.
4Mit GS-Zeichen in dieser Klasse allein im FeldMittelklasse

Tetra

Tetra EasyCrystal Aquarium Filterbox 300

Mit GS-Zeichen in dieser Klasse allein im Feld: Ein GS-Zeichen weist eine Prüfung der elektrischen Sicherheit nach — bei einem Gerät, das dauerhaft unter Wasser am Netz hängt, ist das die relevanteste Prüfung überhaupt. In dieser Klasse ist es das einzige Modell mit einem solchen Nachweis, und es ist zugleich das größte Becken, das hier bedient wird.

Der Filter für die obere Nano-Klasse und derjenige, bei dem sich nichts nachrechnen lässt: Weder Förderleistung noch Leistungsaufnahme stehen im Angebot. Was stattdessen beschrieben wird, ist die Handhabung — eine Filterkassette, die sich in einem Griff wechseln lässt, ohne dass Filtermedien einzeln herausgenommen werden. Für den Alltag ist das ein realer Vorteil und für den Vergleich ein Nachteil, weil sich die Auslegung nicht prüfen lässt.

Förderleistung
keine Angabe
beworbene Beckengröße
40 bis 60 l
Umwälzung nominell
nicht berechenbar
Umwälzung im Betrieb
nicht berechenbar
Leistungsaufnahme
keine Angabe
Bauart
Innenfilter mit Kreiselpumpe
Prüfzeichen
GS

Dafür spricht

  • GS-geprüft
  • Filterkassette in einem Griff wechselbar
  • Größte Beckenklasse im Vergleich
  • Ersatzkassetten breit verfügbar

Dagegen spricht

  • Keine Förderleistung im Angebot
  • Leistungsaufnahme steht nirgends
  • Umwälzrate nicht berechenbar
  • Kassettenprinzip bindet an den Hersteller
Passt für:
Becken zwischen 40 und 60 Litern, wenn die Wartung einfach sein soll.
Passt nicht für:
Alle, die vor dem Kauf rechnen wollen.
5Einsteigerklasse

Tetra

Tetra Brillant Filter

Das einzige Gerät des Themenbereichs ohne eigene Pumpe. Und damit das einzige, bei dem die fehlende Literangabe kein Versäumnis ist, sondern eine Folge der Bauart. Eine separat zu kaufende Luftpumpe bläst Luft in ein Steigrohr, die aufsteigenden Blasen reißen Wasser mit und ziehen es durch einen Schaumstoffkörper. Der Durchsatz hängt damit vollständig an der Luftpumpe, und der Anbieter kann ihn nicht angeben. Was das Gerät bietet, ist eine große Schaumstoffoberfläche bei sehr geringer Strömung — in der Nano-Klasse genau die Kombination, die sonst fehlt.

Förderleistung
keine Angabe, hängt an der Luftpumpe
beworbene Beckengröße
keine Angabe
Umwälzung nominell
nicht berechenbar
Umwälzung im Betrieb
nicht berechenbar
Leistungsaufnahme
keine, Luftpumpe separat
Bauart
Schwammfilter mit Luftheber
Prüfzeichen
keine Angabe

Dafür spricht

  • Geringste Strömung im Vergleich
  • Große Schaumstoffoberfläche
  • Keine Rotoren oder Lager, praktisch verschleißfrei
  • Günstigster Preis im Feld

Dagegen spricht

  • Luftpumpe wird separat benötigt
  • Durchsatz nicht angebbar
  • Luftpumpe erzeugt hörbares Betriebsgeräusch
  • Keine Beckengröße im Angebot
Passt für:
Sehr kleine Becken und alle Situationen, in denen die Strömung minimal bleiben soll.
Passt nicht für:
Nichts für alle, die keine zusätzliche Luftpumpe aufstellen möchte.

In dieser Klasse dreht sich die Frage um. Bei Außenfiltern lautet die Frage, ob die Umwälzung reicht. Bei Nano-Filtern lautet sie, ob sie nicht zu hoch ist. Und das ist keine Marotte, sondern eine Folge der Zahlen.

Filter Förderleistung beworbene Beckengröße Umwälzung
NICREW Slim HOB 160 l/h bis 20 l 8,0-fach
NICREW Magi Mini 150 l/h bis 20 l 7,5-fach
JBL ProCristal i30 200 l/h 10 bis 40 l 5,0-fach
Tetra EasyCrystal 300 keine Angabe 40 bis 60 l nicht berechenbar
Tetra Brillant Filter keine Angabe keine Angabe nicht berechenbar

Zum Vergleich: Die großen Außenfilter dieses Themenbereichs liegen an ihrer beworbenen Obergrenze bei 2,5- bis 4,3-facher Umwälzung.

Die kleinsten Geräte wälzen also doppelt bis dreifach so oft um wie die größten. Wie man die passende Auslegung bestimmt, rechnet der Ratgeber zur Filtergröße durch. Das ist kein Zufall und keine Großzügigkeit der Hersteller.

Warum es keine kleineren Pumpen gibt

Der Grund ist konstruktiv, und er erklärt die gesamte Klasse.

Eine Kreiselpumpe besteht aus einem Rotor, einer Welle, einem Lager und einem Motor. Jedes dieser Teile hat eine Mindestgröße, unterhalb derer es entweder unwirtschaftlich oder unzuverlässig wird: Ein Lager, das zu klein ist, verschleißt schnell; ein Rotor, der zu klein ist, bleibt bei der kleinsten Verschmutzung stehen.

Die Folge ist eine Untergrenze im Markt, und sie liegt bei rund 150 Litern je Stunde. Beide kleinsten Geräte dieses Vergleichs liegen genau dort.

Für ein Becken von 20 Litern bedeutet das automatisch das Acht- bis Zehnfache der Umwälzung — nicht, weil der Hersteller es so will, sondern weil es darunter nichts gibt.

Zwei Auswege bietet der Markt, und beide sind in diesem Vergleich vertreten.

Die Drosselung. Ein regelbarer Durchfluss senkt die Fördermenge. Er senkt damit allerdings genau die Größe, für die man den Filter gekauft hat, und er belastet die Pumpe, die gegen einen künstlich erhöhten Widerstand arbeitet.

Der Luftheber. Ein Schwammfilter ohne Kreiselpumpe. Der Durchsatz entsteht durch aufsteigende Luftblasen in einem Steigrohr und lässt sich über die Luftmenge fein einstellen — bis in Bereiche hinunter, die eine Kreiselpumpe nicht erreicht. Das ist der eigentliche Grund, warum diese alte Bauart in der Nano-Aquaristik nicht verschwunden ist.

Ein Zusatz zur Untergrenze, der die Auswahl praktisch erleichtert: Weil der Markt unterhalb von rund 150 Litern je Stunde kaum etwas anbietet, ist die Förderleistung in dieser Klasse kein Unterscheidungsmerkmal. Zwischen dem schwächsten und dem stärksten bezifferten Gerät dieses Vergleichs liegen 150 gegen 200 Liter je Stunde: ein Drittel Unterschied, während die beworbenen Beckengrößen um den Faktor zwei auseinanderliegen.

Wer also zwei Nano-Filter vergleicht und dabei auf die Literzahl schaut, vergleicht die Größe mit der geringsten Streuung im Feld. Die Unterschiede liegen woanders: in der Bauform, im Auslass, in der Wartbarkeit und darin, ob das Gerät Volumen kostet.

Was die Strömung erzeugt, ist nicht die Umwälzung

Hier liegt der Punkt, an dem die Zahlen dieses Vergleichs in die Irre führen können, wenn man sie für sich nimmt.

Die Umwälzrate sagt, wie viel Wasser in einer Stunde bewegt wird. Was die Tiere im Becken spüren, ist etwas anderes: die Geschwindigkeit, mit der das Wasser aus dem Auslass tritt. Und die ergibt sich aus dem Volumenstrom geteilt durch die Auslassfläche.

Auslass Fläche etwa bei 160 l/h
enge Düse, 8 mm 0,5 cm² rund 0,9 m/s
Standardauslass, 15 mm 1,8 cm² rund 0,25 m/s
breiter Auslass oder Sprühbogen 3,8 cm² rund 0,12 m/s

Zwischen der engen Düse und dem breiten Auslass liegt der Faktor sieben — bei identischer Fördermenge und identischer Umwälzung.

Die Auslassflächen dieser Tabelle sind aus den Abbildungen abgeschätzt; kein Anbieter dieses Vergleichs nennt sie. Was die Rechnung trotzdem zeigt, ist die Richtung: Wer die Strömung senken will, vergrößert den Querschnitt, nicht die Fördermenge.

Drei Wege gibt es dafür, und alle drei kosten nichts:

Den Auslass an die Wasseroberfläche richten. Die Energie geht dann in Oberflächenbewegung statt in eine Strömung durch das Becken, und der Gasaustausch profitiert zusätzlich.

Gegen eine Scheibe richten. Der Strahl bricht auf und verteilt sich.

Einen breiteren Auslass verwenden, wo das Gerät ihn anbietet.

Was man dagegen vermeiden sollte, ist das dauerhafte Zudrehen des Ventils: Es senkt die Strömung, indem es die Umwälzung senkt. Was dabei technisch passiert und wann Drosseln trotzdem richtig ist, steht im Ratgeber zur Strömung im Becken.

Warum kleine Becken empfindlicher sind

Die hohe Umwälzung in dieser Klasse ist die eine Hälfte des Problems. Die andere ist, dass ein kleines Becken auf alles stärker reagiert, und das hat drei physikalische Gründe, die nichts mit dem Filter zu tun haben.

Die Pufferwirkung fehlt. Jede Zugabe verteilt sich auf das vorhandene Wasser. Derselbe Löffel Futter erzeugt in 13 Litern eine mehr als zehnmal so hohe Konzentration wie in 140. Der Filter muss also mit stärkeren Schwankungen zurechtkommen, während er selbst weniger Filtervolumen hat.

Das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen ist ungünstig. Ein Würfel mit 30 Zentimetern Kantenlänge hat je Liter rund dreimal so viel Außenfläche wie ein Becken mit einem Meter Kantenlänge. Temperatur und Verdunstung folgen dem — ein Nano-Becken kühlt schneller aus und verdunstet anteilig mehr.

Der Filter selbst nimmt anteilig Raum. In einem Becken mit 200 Litern ist ein Innenfilter ein Detail; in einem mit 20 Litern ist er ein Möbelstück.

Daraus ergibt sich eine Reihenfolge für die Auswahl, die von der üblichen abweicht:

Zuerst die Bauform. Kostet der Filter Volumen oder nicht? In dieser Klasse ist das die erste Frage, nicht die letzte.

Dann die Strömung. Wie tritt das Wasser aus, und lässt sich die Richtung ändern? Die Umwälzung ist in dieser Klasse ohnehin reichlich.

Danach die Wartbarkeit. Wie oft muss man ins Becken greifen, und wie viel Einrichtung steht dabei im Weg?

Anschließend die Förderleistung. Sie ist in dieser Klasse die am wenigsten kritische Größe, weil nach unten ohnehin nichts angeboten wird.

Diese Reihenfolge ist genau umgekehrt zu der, in der die Angebote dieses Marktes ihre Argumente aufbauen. Beworben wird durchweg zuerst die Literzahl je Stunde.

Der Filter, der Wasser wegnimmt

In dieser Klasse hat ein Detail Gewicht, das bei großen Becken keine Rolle spielt: Ein Innenfilter verdrängt Wasser.

Ein Gerät von etwa 15 mal 6 mal 6 Zentimetern verdrängt gut einen halben Liter. In einem Becken mit 200 Litern ist das nicht messbar. In einem Nano-Becken mit 20 Litern Kastenvolumen und rund 13 Litern tatsächlichem Wasser sind es vier Prozent — und die fehlen dort, wo ohnehin wenig ist.

Dazu kommt die Sichtfläche. Ein Filter, der in einem Becken von 30 Zentimetern Kantenlänge steht, nimmt einen erheblichen Teil der Ansicht ein, und er lässt sich nicht hinter einer Pflanze verstecken, weil er erreichbar bleiben muss.

Deshalb ist die Bauform in dieser Klasse ein stärkeres Argument als in jeder anderen:

Bauform Volumen im Becken Sichtfläche braucht
Innenfilter verdrängt Wasser sichtbar Scheibe mit Saugnäpfen
Rucksackfilter keines fast unsichtbar freie Rückwand
Luftheber verdrängt wenig sichtbar separate Luftpumpe

Zwei der fünf Geräte dieses Vergleichs stehen im Becken, eines hängt außen, eines arbeitet mit Luft. Und keiner der fünf Anbieter nennt die Abmessungen seines Geräts: die Frage, wie viel Platz es einnimmt, lässt sich vor dem Kauf also nicht beantworten.

Ein Nebeneffekt der hohen Umwälzung, der selten genannt wird und technisch eindeutig ist: Ein Filter, der acht Mal je Stunde umwälzt, bewegt auch die Wärme. In einem Nano-Becken mit Heizer sorgt das für eine sehr gleichmäßige Temperatur im ganzen Becken; das ist ein Vorteil, und er gehört zu den wenigen, die aus der hohen Förderleistung tatsächlich folgen.

Umgekehrt verstärkt dieselbe Bewegung den Gasaustausch mit der Raumluft. In einem bepflanzten Becken treibt das gelöstes Kohlendioxid aus, was für die Pflanzen ungünstig ist. Wer einen Auslass an die Oberfläche richtet, um die Strömung zu senken, verstärkt diesen Effekt zusätzlich — die beiden sinnvollen Maßnahmen arbeiten hier also gegeneinander, und welche Vorrang hat, hängt vom Becken ab.

Was der Luftheber anders macht

Ein Gerät dieses Vergleichs fällt aus dem Rahmen, und es lohnt, es technisch zu erklären, weil die Bauart in dieser Klasse eine Renaissance erlebt.

Ein Luftheber hat keine Pumpe. Eine externe Luftpumpe drückt Luft in ein senkrechtes Rohr; die aufsteigenden Blasen reißen Wasser mit nach oben, und dieses Wasser wird durch einen Schaumstoffkörper nachgezogen. Der Antrieb ist also der Auftrieb der Luft, nicht ein Rotor.

Daraus folgen fünf Eigenschaften, und drei davon sind für Nano-Becken Vorteile.

Sehr geringe und fein einstellbare Strömung. Über die Luftmenge lässt sich der Durchsatz in Bereiche senken, die eine Kreiselpumpe nicht erreicht.

Keine Ansaugstelle mit Sog. Das Wasser wird über die gesamte Schwammoberfläche gezogen statt durch eine Öffnung. Für kleine Tiere ist das die schonendste Bauart überhaupt.

Praktisch kein Verschleiß. Es gibt keinen Rotor, kein Lager und keine Welle im Wasser. Was altert, ist der Schaumstoff und der Luftschlauch.

Dafür zwei Nachteile. Eine Luftpumpe steht außerhalb des Beckens, braucht eine eigene Steckdose und erzeugt ein Betriebsgeräusch, das viele als störender empfinden als eine Kreiselpumpe. Und der Sauerstoffeintrag über die Blasen treibt gelöstes Kohlendioxid aus — was in einem bepflanzten Becken unerwünscht sein kann.

Der Durchsatz lässt sich bei dieser Bauart nicht angeben, weil er an einem Gerät hängt, das nicht mitgeliefert wird. Das ist der einzige Fall in diesem ganzen Themenbereich, in dem eine fehlende Literzahl keine Lücke ist, sondern eine korrekte Auskunft.

Der Filter im Komplettset. Und warum er selten reicht

Die meisten Nano-Becken werden als Komplettset verkauft, und in jedem dieser Sets steckt ein Filter. Wer trotzdem einen kauft, hat dafür in aller Regel einen von drei Gründen.

Der mitgelieferte Filter ist zu stark. Das ist der häufigste Fall und die Folge derselben Untergrenze, die diesen ganzen Markt prägt: Auch der Hersteller eines Komplettsets bekommt keine kleinere Pumpe. In einem Becken mit 30 Litern arbeitet der beiliegende Filter deshalb oft mit fünf- bis achtfacher Umwälzung.

Der mitgelieferte Filter ist zu klein. Der zweite Fall betrifft das Medienvolumen, nicht die Pumpe. Ein in die Abdeckung integrierter Filter hat wenig Raum für Material, und dieser Raum lässt sich meist nicht erweitern.

Die Ersatzmedien binden an den Hersteller. Wo mit Filterkassetten gearbeitet wird, ist der laufende Bedarf an eine Baureihe gebunden. Ein Filter mit offener Medienkammer nimmt jeden Schaumstoff auf, den man zuschneidet.

Über den benachbarten Themenbereich der Becken hinweg zeigt sich dabei dasselbe Muster wie hier: In keinem der zehn Komplettsets steht, wie viel der beiliegende Filter fördert oder wie viel Filtermaterial er enthält. Wer wissen will, ob der Filter zum Becken passt, kann es aus den Angaben des Sets nicht bestimmen.

Daraus folgt eine nüchterne Empfehlung: Erst betreiben, dann nachrüsten. Ein mitgelieferter Filter, der leise läuft und keine sichtbare Strömung erzeugt, ist gut genug. Einer, der Pflanzen niederdrückt oder Tiere an eine Beckenseite treibt, ist das Problem, das dieser Vergleich löst. Und dann ist die richtige Antwort meist nicht ein stärkerer Filter, sondern ein anderer Auslass oder eine andere Bauart.

Was Strom und Wartung kosten

Ein Filter läuft rund um die Uhr, und das gilt auch in der kleinsten Klasse.

Filter Leistung im Jahr
NICREW Slim HOB 3 W rund 26 kWh
NICREW Magi Mini 3,5 W rund 31 kWh
JBL ProCristal i30 3,7 W rund 32 kWh
Tetra EasyCrystal 300 keine Angabe
Tetra Brillant Filter Luftpumpe separat

Die Spanne ist klein, und das ist die gute Nachricht dieser Klasse: Zwischen dem sparsamsten und dem verbrauchsstärksten Gerät liegen sechs Kilowattstunden im Jahr.

Beim Luftheber verschiebt sich die Rechnung: Statt des Filters verbraucht die Luftpumpe Strom, und übliche Modelle liegen bei zwei bis fünf Watt. Der Gesamtverbrauch bewegt sich damit in derselben Größenordnung, nur an einer anderen Steckdose.

Zur Wartung ein Punkt, der in dieser Klasse häufiger auftritt als bei großen Geräten: Der Rotor ist klein, und kleine Rotoren bleiben leichter stehen. Ein Sandkorn, ein Pflanzenrest oder Kalk auf der Welle genügen. Wer den Filter reinigt, nimmt den Rotor heraus, spült ihn ab und prüft, ob er sich leicht dreht — das ist der wichtigste Handgriff der ganzen Wartung und dauert eine Minute. Was sonst dazugehört, steht im Ratgeber zur Filterreinigung.

Zwei Randnotizen zur Wartung, die in dieser Klasse häufiger vorkommen als bei großen Geräten.

Der Wasserstand. Ein Innenfilter muss vollständig untergetaucht bleiben. Ein Nano-Becken verdunstet anteilig stark: bei 13 Litern Wasser sind ein bis zwei Prozent am Tag rund ein Fünftel Liter, und nach einer Woche fehlt gut ein Liter. Sinkt der Wasserstand bis zum Pumpenkopf, zieht der Filter Luft, wird laut und fördert kaum noch. Bei den großen Becken dieses Themenbereichs dauert derselbe Vorgang Monate.

Die Saugnäpfe. Sie härten über Jahre aus und verlieren die Haftung. Ein Filter, der abfällt, saugt Bodengrund an, und bei einem kleinen Rotor genügt ein Sandkorn, um ihn zu blockieren. Saugnäpfe sind Verschleißteile und einzeln erhältlich.

Was garnelensicher bedeutet und was nicht. In dieser Klasse taucht ein Begriff auf, der in keinem anderen Segment dieses Marktes eine Rolle spielt: garnelensicher.

Gemeint ist, dass der Ansaugbereich so abgedeckt ist, dass kleine Tiere nicht eingezogen werden. Das ist eine reale und sinnvolle Konstruktionsfrage — ein offener Ansaugschlitz von einigen Millimetern zieht bei 150 Litern je Stunde durchaus etwas ein.

Was fehlt, ist jede Zahl dazu. Keine Spaltweite, keine Maschenweite, kein Prüfverfahren. Der Begriff ist nicht definiert, und es gibt keine Norm, gegen die sich eine solche Angabe halten ließe.

Technisch hängt die Sache an zwei Größen. Die Spaltweite entscheidet, was hindurchpasst. Die Ansauggeschwindigkeit entscheidet, ob ein Tier sich lösen kann, und sie ergibt sich aus dem Volumenstrom geteilt durch die gesamte offene Ansaugfläche. Ein Filter mit großzügiger Ansaugfläche saugt langsam an, auch wenn er viel fördert.

Von diesen beiden nennt kein Anbieter dieses Vergleichs eine. Was bleibt, ist die Bauform als grober Anhaltspunkt: Ein Schwammfilter zieht über die gesamte Schaumstoffoberfläche und hat damit die geringste Ansauggeschwindigkeit des Feldes. Das ist der Grund, warum diese Bauart in Garnelenbecken verbreitet ist, und es ist eine Eigenschaft der Konstruktion und keine Werbeaussage.

Was in dieser Klasse an Angaben fehlt

Legt man die fünf Angebote nebeneinander, ergibt sich für die Nano-Klasse ein eigenes Bild — und es ist schlechter als in den beiden anderen Gruppen dieses Themenbereichs.

Angabe genannt von
Förderleistung in l/h 3 von 5
beworbene Beckengröße 4 von 5
Leistungsaufnahme in Watt 3 von 5
Abmessungen des Geräts 0 von 5
Filtervolumen 0 von 5
Ansaug- oder Spaltweite 0 von 5
Prüfzeichen 2 von 5

Drei Zeilen sind leer, und alle drei betreffen Größen, die in dieser Klasse besonders zählen.

Die Abmessungen fehlen, obwohl der Platz im Becken hier knapp ist. Das Filtervolumen fehlt, obwohl die Pufferwirkung eines kleinen Beckens gering ist. Und die Ansaugweite fehlt, obwohl der Begriff „garnelensicher“ in dieser Klasse zum Standardvokabular gehört.

Es gibt allerdings auch einen Befund in die andere Richtung, und er verdient Erwähnung: Das Angebot mit den vollständigsten Angaben dieses ganzen Themenbereichs steht in dieser Klasse. Ein Titel, der Beckengröße, Förderleistung und Leistungsaufnahme zusammen führt — „für Aquarien von 10 – 40 l, 200 l/h, 3,7 W“ —, ist unter fünfzehn Produkten die Ausnahme.

Das zeigt, dass es geht. Es macht die Lücken bei den übrigen vier nicht kleiner.

Was hier tatsächlich geprüft ist. Ein Gerät dieses Vergleichs weist ein GS-Zeichen aus, eines ein TÜV-Prüfzeichen. Über den ganzen Themenbereich hinweg sind es sechs von fünfzehn.

Die einschlägige Norm ist DIN EN 60335-2-41, „Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke — Teil 2-41: Besondere Anforderungen für Pumpen“. Ihr Anwendungsbereich nennt Aquarienpumpen ausdrücklich und erfasst elektrische Pumpen für Flüssigkeiten bis 90 Grad bei höchstens 250 Volt einphasig.

Bei einem Gerät, das dauerhaft unter Wasser am Netz hängt, ist das die relevanteste Prüfung, die es gibt. Dass drei von fünf Geräten dieses Vergleichs keinen solchen Nachweis ausweisen, ist der Befund — nicht, dass sie ihn nicht hätten, sondern dass er im Angebot nicht steht.

Und die Grenze gehört dazu: Geprüft wird die elektrische Sicherheit, nicht die Filterleistung. Über Förderleistung, Filtervolumen, Ansauggeschwindigkeit oder Strömung sagt ein Prüfzeichen nichts. Für diese Größen existiert keine Norm und kein Prüfverfahren.

Die blinden Flecken

Wir haben keinen dieser Filter betrieben, keinen Durchsatz gemessen und keine Strömung ermittelt. Quelle sind Angebotsseiten, die am Prüftag einzeln besucht und auf eine bestehende Kaufmöglichkeit geprüft wurden.

Die Auslassflächen der Strömungstabelle sind Schätzungen. Sie stammen aus den Produktabbildungen und dienen dazu, die Größenordnung des Effekts zu zeigen. Kein Anbieter dieses Vergleichs nennt eine Auslassfläche oder eine Austrittsgeschwindigkeit.

Der Faktor für den Durchsatz im Betrieb stammt aus einer anderen Produktgruppe. Ein Anbieter weist ihn für zwei seiner Außenfilter mit 47 und 48 Prozent aus; bei Innenfiltern ohne Schläuche und Förderhöhe dürfte der reale Wert günstiger liegen.

Bei zwei von fünf Geräten ist keine Rechnung möglich. Bei einem fehlt die Förderleistung, beim anderen ist sie konstruktionsbedingt nicht angebbar.

Zu garnelensicher gibt es keine Definition. Wir geben wieder, worauf es technisch ankäme, und stellen fest, dass niemand diese Größen nennt.

Die Faustregel der zwei- bis dreifachen Umwälzung ist Erfahrung, keine Norm. Ob eine acht- statt dreifache Umwälzung einem bestimmten Besatz schadet, ist eine biologische Frage, für die diese Redaktion keine Fachkunde hat.

Und zur Filterwirkung selbst sagen wir nichts. Dieser Vergleich beschreibt Volumenströme, Geschwindigkeiten, Bauformen und elektrische Leistung. Und benennt, wo die Angaben dafür fehlen.

Belegt, unbelegt, offen

Sechs Angaben über fünf Angebote. Die Spalte zeigt, wie ausführlich ein Anbieter beschreibt.

ModellFörderleistungbeworbene BeckengrößeUmwälzung nominellUmwälzung im BetriebLeistungsaufnahmeBauartPrüfzeichendavon
JBL i30Förderleistung: 200 l/hbeworbene Beckengröße: 10 bis 40 lUmwälzung nominell: 5,0 fachUmwälzung im Betrieb: 2,4 fach geschätztLeistungsaufnahme: 3,7 WBauart: Innenfilter mit KreiselpumpePrüfzeichen: TÜV7/7
NICREW SlimFörderleistung: 160 l/hbeworbene Beckengröße: bis 20 lUmwälzung nominell: 8,0 fachUmwälzung im Betrieb: 3,8 fach geschätztLeistungsaufnahme: 3 WBauart: Rucksackfilter, außen eingehängtPrüfzeichen: keine Angabe6/7
NICREW Magi MiniFörderleistung: 150 l/hbeworbene Beckengröße: bis 20 lUmwälzung nominell: 7,5 fachUmwälzung im Betrieb: 3,6 fach geschätztLeistungsaufnahme: 3,5 WBauart: Innenfilter mit KreiselpumpePrüfzeichen: keine Angabe6/7
Tetra EasyCrystal 300Förderleistung: keine Angabebeworbene Beckengröße: 40 bis 60 lUmwälzung nominell: nicht berechenbarUmwälzung im Betrieb: nicht berechenbarLeistungsaufnahme: keine AngabeBauart: Innenfilter mit KreiselpumpePrüfzeichen: GS5/7
Tetra BrillantFörderleistung: keine Angabebeworbene Beckengröße: keine AngabeUmwälzung nominell: nicht berechenbarUmwälzung im Betrieb: nicht berechenbarLeistungsaufnahme: keine, Luftpumpe separatBauart: Schwammfilter mit LuftheberPrüfzeichen: keine Angabe4/7
beziffert von3/54/55/55/54/55/52/5

Gefüllter Punkt: Der Anbieter beziffert den Wert. Leerer Ring: Fehlanzeige. Der Zustand steht zusätzlich in jeder Zelle als Text für Screenreader.

Umwälzung bei der beworbenen Höchstgröße

Förderleistung geteilt durch die größte Beckengröße, für die der Filter beworben wird. Die übliche Auslegung verlangt das Zwei- bis Dreifache — hier liegen alle darüber.

JBL i30: 5 fachJBL i305 fachNICREW Slim: 8 fachNICREW Slim8 fachNICREW Magi Mini: 7,5 fachNICREW Magi Mini7,5 fachTetra EasyCrystal 300: keine AngabeTetra EasyCrystal 300keine AngabeTetra Brillant: keine AngabeTetra Brillantkeine Angabe

Häufige Fragen

Wie stark darf ein Filter in einem Nano-Becken sein?
Die übliche Auslegung von zwei- bis dreifacher Umwälzung gilt auch hier. Die Geräte dieses Vergleichs liegen mit fünf- bis achtfacher Umwälzung deutlich darüber. Wichtiger als die Umwälzung ist deshalb, wie das Wasser austritt — ein breiter Auslass senkt die Strömungsgeschwindigkeit, ohne die Umwälzung zu drosseln.
Warum gibt es keine schwächeren Pumpen?
Weil eine Kreiselpumpe unterhalb einer gewissen Größe unwirtschaftlich wird: Lager, Rotor und Motor lassen sich nicht beliebig verkleinern. Unterhalb von rund 150 Litern je Stunde findet sich im Markt kaum etwas: die kleinsten Geräte dieses Vergleichs liegen genau dort.
Was ist ein Luftheber-Filter?
Ein Filter ohne eigene Pumpe. Eine Luftpumpe bläst Luft in ein Steigrohr, die aufsteigenden Blasen reißen Wasser mit und ziehen es durch einen Schwamm. Der Durchsatz hängt damit vollständig an der Luftpumpe, die separat gekauft wird — weshalb kein Datenblatt eine Literzahl nennen kann.
Wie viel Strom braucht ein Nano-Filter?
Drei von fünf nennen eine Leistungsaufnahme, zwischen 3 und 3,7 Watt. Über ein Jahr Dauerbetrieb sind das 26 bis 32 Kilowattstunden — bei einem Luftheber kommt stattdessen der Verbrauch der Luftpumpe hinzu, üblicherweise in derselben Größenordnung.
Innen oder außen bei einem Nano-Becken?
Ein Innenfilter verdrängt Wasser, und in einem Becken mit 20 Litern ist ein Liter spürbar. Ein Rucksackfilter hängt außen und kostet kein Volumen, braucht dafür eine freie Rückwand. Bei sehr kleinen Becken spricht das Volumenargument klar für außen.
Was bedeutet garnelensicher?
Dass der Ansaugbereich so fein abgedeckt ist, dass kleine Tiere nicht eingezogen werden. Eine Definition oder ein Prüfverfahren dafür gibt es nicht, und keine Maschen- oder Spaltweite steht in einem der fünf Angebote.

Wer diesen Artikel verantwortet

Daniel Weber, Fachredaktion Aquarientechnik

Daniel Weber

Fachredaktion Aquarientechnik

Schreibt über Filter, Heizer und Beleuchtung im Aquarium.

6+ Jahre technische Redaktion im HLK-Bereich (Heizung, Lüftung, Klima)

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Aktualisiert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
5

Änderungsverlauf

  • 29.08.2026: Angelegt. Für alle fünf Filter wurden Förderleistung, beworbene Beckengröße, Leistungsaufnahme, Bauart und Prüfzeichen aus den Angeboten erhoben und am selben Tag im Browser auf Kaufmöglichkeit geprüft. Umwälzraten und Austrittsgeschwindigkeiten sind eigene Berechnungen; die Auslassflächen sind dabei aus den Abbildungen abgeschätzt und als Größenordnung gekennzeichnet.

Belege

  1. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Tetra EX 700 Plus — Pumpenleistung und Durchsatz im Betrieb

    Das einzige Angebot dieses Themenbereichs, das neben der Pumpenleistung auch den Durchsatz im eingebauten Zustand nennt, wörtlich: „max. 1040 l/h Durchflussmenge Pumpe / max. 500 l/h Durchflussmenge im Betrieb“. Das sind 48 Prozent. Herangezogen als Beleg dafür, dass die beworbene Literzahl die Pumpe ohne Filtermedien beschreibt — auch bei den Nano-Filtern dieses Vergleichs, deren Umwälzung damit niedriger ausfällt als die Rechnung mit der Nennzahl ergibt.

  2. Herstellerangabedinmedia.de
    DIN EN 60335-2-41:2010-11 — Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch, Besondere Anforderungen für Pumpen

    Deutscher Titel „Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke — Teil 2-41: Besondere Anforderungen für Pumpen“. Der Anwendungsbereich nennt Aquarienpumpen ausdrücklich und erfasst elektrische Pumpen für Flüssigkeiten bis 90 °C bei höchstens 250 Volt einphasig. Sie regelt die elektrische Sicherheit, nicht die Förderleistung und nicht die Filterwirkung.

  3. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot JBL ProCristal i30 — Förderleistung, Beckengröße und Leistungsaufnahme im Titel

    Führt alle drei Kennzahlen bereits im Produkttitel: „Innenfilter für Aquarien von 10 – 40 l, 200 l/h, 3,7 W“ und weist zusätzlich ein TÜV-Prüfzeichen aus. Damit ist es das einzige Angebot dieses Vergleichs, bei dem sich Umwälzrate und Jahresverbrauch allein aus dem Titel bestimmen lassen.

  4. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Tetra Brillant Filter — Luftheber ohne Leistungsangabe

    Beschreibt einen Schwammfilter, der über eine separat zu beschaffende Luftpumpe betrieben wird, und nennt weder eine Förderleistung noch eine Beckengröße noch eine Leistungsaufnahme. Herangezogen als Beleg dafür, dass bei dieser Bauart eine Literangabe konstruktionsbedingt gar nicht möglich ist: der Durchsatz hängt am Zubehör, nicht am Gerät.

  5. Institution oder Normbmleh.de
    Gutachten über die tierschutzgerechte Haltung von Zierfischen (Süßwasser)

    Gutachten einer Sachverständigengruppe beim zuständigen Bundesministerium. Es arbeitet für die Beckengröße mit Kantenlängen und führt als unterste handelsübliche Stufe 60 Zentimeter. Eine Vorgabe zur Filterleistung, zur Umwälzrate oder zur zulässigen Strömung enthält es nicht. Herangezogen als Beleg dafür, dass es für die Auslegung eines Filters keine amtliche Bezugsgröße gibt.

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