Stehlampen·15 Min Lesezeit

Stehlampen: 14 von 15 tragen ein Label, 4 stimmen

Erstmals fehlt die entscheidende Zahl nicht. Sie steht als farbiges Energielabel im Angebot, und bei der Hälfte der prüfbaren Fälle sagt sie etwas Falsches.

Lena Moritz, Fachredaktion Wohnen und EinrichtenVon Lena MoritzFachredaktion Wohnen und Einrichten
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Kurz gesagt

Fünfzehn Stehlampen, alle am 29.08.2026 lieferbar geprüft. Neun nennen einen Lichtstrom, von 806 bis 4400 Lumen. Vierzehn tragen ein Energielabel mit einem Klassenbuchstaben — die beste Quote, die wir in diesem Portal je gemessen haben. Bei acht Angeboten lässt sich der Buchstabe gegen die eigenen Zahlen prüfen, und in vier Fällen stimmt er nicht. Drei Abweichungen gehen nach oben, eine nach unten, und die eine nach unten trifft die effizienteste Lampe des Feldes: 806 Lumen bei 4 Watt sind 201,5 Lumen je Watt und damit Klasse B — im Angebot steht F. Vier weitere Lampen werden ganz ohne Leuchtmittel geliefert und tragen trotzdem Label mit A, D, E und F. Wer nach dem Label sortiert, setzt eine leere Fassung an die Spitze. Wer nach Lumen je Watt sortiert, bekommt eine andere Reihenfolge, und die Rechnung dafür steht in neun Angeboten vollständig drin.

Fünfzehn Angebote, drei Bauarten. Der Themenbereich zerfällt in drei Gruppen, und sie unterscheiden sich nicht im Preis, sondern in der Bauart.

Bauart Angebote Vergleich
Deckenfluter mit fest verbauter LED 5 Stehlampen mit fester LED
Deckenfluter mit Leselampe 5 Stehlampen mit Leselampe
Lampe mit E27-Fassung 5 Stehlampen mit E27-Fassung

Dazu kommen drei Ratgeber: Lumen und Energieeffizienz, Höhe und Aufstellung und Leuchtmittel.

Alle fünfzehn Angebote wurden am 29.08.2026 als lieferbar geprüft. Erhoben wurden Titel, Merkmalliste, Beschreibung und die technischen Datenfelder — dazu das Energielabel, das im Angebot angezeigt wird, weil es sich in diesem Markt vom gleichnamigen Datenfeld unterscheidet.

Der Befund

Zum ersten Mal in siebzehn Themenbereichen fehlt die entscheidende Zahl nicht.

In allen bisher untersuchten Märkten fehlte genau die Angabe, an der die Kaufentscheidung hängt: das Innenmaß bei den Transportboxen, die Steigung bei den Hunderampen, das Anschlussmaß bei den Duschsystemen, der Scharnierabstand bei den WC-Sitzen, der Lichtstrom bei den Spiegelschränken.

Hier ist sie da. Neun von fünfzehn Angeboten nennen einen Lichtstrom, und vierzehn von fünfzehn zeigen ein Energielabel mit einem Klassenbuchstaben — die beste Quote, die wir je gemessen haben.

Und die Hälfte der prüfbaren Angaben ist falsch.

Lampe Lumen Watt lm/W Klasse daraus Label
home sweet home 806 4 201,5 B F
HANDSONIC 163 2600 24 108,3 F E
Yikuneng 4400 44 100,0 F F
YICAIZI 4200 42 100,0 F F
HANDSONIC 150 2400 24 100,0 F A
VASAGLE 2800 30 93,3 F F
SIBRILLE 2400 36 66,7 G F
Govee 1000 24 41,7 G G

Vier stimmen, vier nicht. Drei Abweichungen gehen nach oben — eine Klasse, eine Klasse, fünf Klassen. Eine geht nach unten, und zwar um vier Klassen, und sie trifft die einzige wirklich effiziente Lampe des ganzen Feldes.

Die vier leeren Fassungen

Der zweite Teil des Befunds betrifft die Lampen, bei denen sich nichts rechnen lässt.

Fünf Angebote werden ohne Leuchtmittel geliefert. Sie sind ein Fuß, eine Säule, ein Schirm, ein Kabel und eine Fassung. Ihr Stromverbrauch ist null, ihr Lichtstrom ist null, ihre Lichtausbeute ist nicht definiert.

Vier davon tragen trotzdem ein Energielabel.

Lampe Leuchtmittel Datenfeld Label
Brilliant Spari nicht enthalten not_rated A
tectake nicht enthalten Energiesparend D
meineWunschleuchte nicht enthalten Nicht bewertet E
EGLO Chester nicht enthalten Nicht bewertet F
LEPOWER nicht enthalten Effizient kein Label

Vier Produkte mit identischer Aussage über ihr Licht bekommen vier Buchstaben über fünf Klassen. Nur ein Anbieter zieht die Konsequenz und zeigt gar kein Label.

Die Verordnung (EU) 2019/2015 kennzeichnet Lichtquellen, nicht Leuchten. Das lässt sich an der europäischen Produktdatenbank EPREL nachvollziehen: Die Produktgruppe heißt „Lichtquellen“ und lässt sich nach Sockelart filtern — nach E27, E14, G13 und weiteren. Ein Register, das nach Sockeln filtert, erfasst die Birne und nicht die Fassung.

Warum die vier Buchstaben trotzdem dastehen, wissen wir nicht. Was daraus folgt, ist eindeutig: Ein Käufer, der die fünfzehn Angebote nach dem Label sortiert, setzt eine Lampe ohne Leuchtmittel an die Spitze und die effizienteste Lampe des Feldes ins Mittelfeld.

Was das gegenüber den bisherigen Märkten bedeutet

Stehlampen sind der dritte Markt, den wir mit derselben Frage untersucht haben. In allen drei steckt dieselbe Technik — eine LED — in einem anderen Regal.

Markt Lichtstrom genannt Klasse genannt prüfbar davon richtig
Aquarienbeleuchtung 6 von 15 4 von 15 4 0
Spiegelschränke 2 von 15 0 von 15 0
Stehlampen 9 von 15 14 von 15 8 4

Der Spiegelschrank ist ein Möbel mit Licht darin. Dort fehlten Lichtstrom und Klasse fast vollständig.

Die Aquarienleuchte ist ein Zubehörteil. Dort nannten sechs den Lichtstrom und vier eine Klasse — von denen keine mit der eigenen Rechnung vereinbar war; eine nannte sogar die 2021 abgeschaffte Stufe A+++.

Die Stehlampe ist unbestritten eine Leuchte. Hier ist die Quote am besten, und trotzdem stimmt nur die Hälfte.

Der Befund über alle drei Märkte lautet damit: Die Sichtbarkeit der Zahl folgt der Warenkategorie. Ihre Richtigkeit folgt ihr nicht. Ein Produkt im Leuchtenregal nennt seine Lichtdaten häufiger: es nennt sie deshalb nicht zuverlässiger.

Das ist die neue Stufe, die dieser Themenbereich zum Muster beiträgt. Bisher lautete der Befund: Die Zahl, die den Vergleich ermöglichen würde, fehlt. Ab hier lautet er: Sie kann auch dastehen und trotzdem nichts nützen.

Die fehlende Zahl über siebzehn Märkte

Dieses Portal untersucht jeden Themenbereich mit derselben Frage: Welche Angabe würde die Kaufentscheidung tragen, und steht sie im Angebot?

Themenbereich die fehlende Zahl genannt von
Katzentransportboxen Innenmaß 0 von 13
Kratzbäume Kratzflächenlänge am Stück keinem
Katzenklappen Einbauhöhe 0 von 15
Futterstationen Napfmulde 3 bzw. 2 von 10
Hunderampen Steigung 0 von 15
Hundeanhänger passende Schulterhöhe 3 von 15
Hundezäune eingeschlossene Fläche 1 von 15
Hundepools zulässige Wasserhöhe 0 von 15
Aquarien Wasservolumen 0 von 15
Aquarienfilter Durchsatz im Betrieb 2 von 15
Aquarienbeleuchtung Lichtstrom 6 von 15
Aquarienheizer Raumtemperatur 0 von 15
Duschsysteme Anschlussmaß 0 von 15
Regenduschen Wassermenge je Fläche 0 von 15
WC-Sitze Scharnierabstand 2 von 15
Spiegelschränke Lichtstrom 2 von 15
Stehlampen Lichtstrom je Raumfläche 0 von 15

Sechzehn Mal war der Grund derselbe. Die fehlende Zahl stellt eine Beziehung zwischen Produkt und Umgebung her. Der Nutzen einer solchen Angabe hängt daran, dass der Käufer die zweite Größe kennt. Und sie kostet Käufer, bei denen die Rechnung nicht aufgeht. Die beworbenen Zahlen haben die umgekehrte Eigenschaft.

Bei den Stehlampen gilt das für den Raumbezug weiter. Keines der fünfzehn Angebote sagt, für welche Fläche seine Lichtmenge gedacht ist, und damit fehlt die Beziehung zur Wohnung genauso wie in allen Märkten davor.

Neu ist, was daneben steht. Der Lichtstrom selbst fehlt hier nicht — neun von fünfzehn nennen ihn, die beste Quote nach den Duschsystemen. Und die Klasse, die sich daraus bilden lässt, steht sogar als farbiges Label im Angebot.

Damit tritt zum ersten Mal ein zweiter Fall neben den ersten. Bisher hieß der Befund: Die Zahl fehlt. Ab hier gibt es auch den Fall: Die Zahl steht da und ist falsch.

Für einen Käufer ist der zweite Fall der unangenehmere. Eine fehlende Zahl merkt man; sie lässt einen ratlos zurück und man sucht weiter. Eine falsche Zahl merkt man nicht — man verlässt sich darauf.

Was ein Käufer selbst rechnen kann

Weil die Angaben in diesem Markt nicht zuverlässig sind, lohnt sich eine Rechnung, die zwei Minuten dauert und in neun von fünfzehn Fällen möglich ist.

Lumen geteilt durch Watt. Beide Zahlen stehen im Angebot, das Ergebnis ist die Lichtausbeute in Lumen je Watt.

Ergebnis Einordnung
über 180 lm/W hervorragend, kommt fast nur bei Birnen vor
110 bis 180 lm/W gut
85 bis 110 lm/W üblich für Komplettlampen
unter 85 lm/W schwach

Die zweite Rechnung ist der Raumbezug, den kein Angebot liefert: Lichtstrom geteilt durch die Grundfläche des Zimmers.

Lampe Lichtstrom in 20 m²
Yikuneng 4400 lm 220 lm/m²
VASAGLE 2800 lm 140 lm/m²
SIBRILLE 2400 lm 120 lm/m²
Govee 1000 lm 50 lm/m²
home sweet home 806 lm 40 lm/m²

Das ist eine Vergleichsgröße und keine Prognose. Wie hell es tatsächlich wird, hängt an Deckenhöhe, Wandfarbe, Möblierung und Standort. Die Zahl ordnet aber die fünfzehn Angebote in eine Reihenfolge, die sich mit der eigenen Wohnung vergleichen lässt.

Für Arbeitsräume gibt es Mindestwerte, für Wohnzimmer nicht. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 legt Beleuchtungsstärken für Arbeitsräume fest; sie gilt für Arbeitsstätten und ausdrücklich nicht für Wohnungen. Es gibt also keine Zahl, gegen die sich eine Wohnzimmerlampe messen ließe — was erklärt, warum kein Anbieter eine nennen muss, aber nicht, warum keiner wenigstens eine Raumgröße angibt.

Was in diesem Markt sonst noch fehlt

Vier Angaben fehlen in allen fünfzehn Angeboten.

Der Raumbezug. Keines sagt, für welche Fläche seine Lichtmenge gedacht ist. Damit bleibt die Zahl, die eine Beziehung zwischen Produkt und Wohnung herstellen würde, so unbesetzt wie in allen sechzehn Märkten davor: es ist die klassische Form des Musters, und sie gilt hier weiter.

Der Farbwiedergabeindex. Er beschreibt, wie natürlich Farben unter dem Licht wirken, wird als Ra oder CRI angegeben und ist im Wohnzimmer an Hauttönen, Holz und Textilien sichtbar. Null von fünfzehn.

Die Lebensdauer. Übliche Angaben lauten auf Betriebsstunden bis zu einem Restlichtstrom von 70 oder 80 Prozent. Bei den acht Lampen mit fest verbauter LED entscheidet diese Zahl über den Wert der Anschaffung. Null von fünfzehn.

Ein Prüfzeichen. Kein TÜV, kein GS, kein VDE — bei einem Gerät, das dauerhaft am Netz hängt und in elf Fällen zusätzlich Elektronik für Fernbedienung oder Touch-Steuerung enthält. Null von fünfzehn, dieselbe Quote wie bei den Spiegelschränken und den Aquarienleuchten.

Die drei Bauarten im Überblick

Was die drei Gruppen unterscheidet, ist nicht der Preis, sondern die Frage, wo das Licht entsteht und wohin es geht.

Der Deckenfluter mit fest verbauter LED wirft sein Licht nach oben an die Decke, von wo es breit gestreut zurückkommt. Es entstehen kaum Schatten, nichts blendet, und die Lampe ersetzt in einer Ecke annähernd eine Deckenleuchte. Diese fünf Angebote sind die vollständigsten des Feldes: Alle fünf nennen ihren Lichtstrom, alle fünf ihre Leistung. Sie sind zugleich die einzigen, bei denen sich die Klasse in jedem Fall nachrechnen lässt — und drei der fünf Label halten dieser Rechnung nicht stand.

Der Deckenfluter mit Leselampe hat einen zweiten, schwenkbaren Arm, der gerichtetes Licht auf einen Sessel wirft. Er löst zwei Lichtaufgaben mit einem Gerät und einer Steckdose. Der Preis dafür ist, dass beide Köpfe am selben Punkt im Raum stehen: Wer den Deckenfluter mittig will und den Lesearm am Sessel, kann nur eines von beidem haben. In dieser Gruppe stehen die auffälligsten Zahlenwidersprüche des Themenbereichs — ein Angebot nennt im Titel 42 Watt und im Komponentenfeld 36 plus 18, also 54.

Die Lampe mit E27-Fassung ist die einfachste Bauart und die haltbarste. Sie hat keine Elektronik, die ausfallen kann, und ihr Leuchtmittel lässt sich für wenige Euro tauschen. Über ihr Licht steht im Angebot nichts, weil der Käufer die Birne aussucht: was vier von fünf Anbietern nicht davon abhält, ein Energielabel anzuzeigen.

fest verbaute LED E27-Fassung
kommt betriebsbereit an ja in einem von sieben Fällen
Lichtstrom im Angebot 7 von 8 2 von 7
Leistung ist der Verbrauch 8 von 8 1 von 7
Lichtfarbe später änderbar nur wenn umschaltbar ja
nach Ausfall der Lichtquelle Lampe ist hin Birne wird getauscht
beste Lichtausbeute 108,3 lm/W 201,5 lm/W

Die letzte Zeile ist die interessanteste. Eine einzelne Birne wird als Lichtquelle allein gemessen; ein fest verbautes Modul wird mit Gehäuse, Streuscheibe und Vorschaltelektronik gemessen. Dazu kommt, dass Birnen ein Massenmarkt mit sichtbarem Label auf jeder Packung sind, während bei einer Stehlampe niemand nach der Effizienz des eingebauten Moduls kauft. Beides zusammen erklärt den Faktor 1,9 — beziffern lässt sich der Anteil der einzelnen Gründe nicht.

Was die Ausstattung wert ist

Elf der fünfzehn Lampen bringen eine Fernbedienung oder eine Touch-Steuerung mit, elf lassen sich dimmen, elf lassen die Lichtfarbe umschalten. Über diese Merkmale steht in jedem Angebot mehr als über das Licht selbst.

Zwei davon sind im Alltag tatsächlich nützlich. Die Fernbedienung erspart den Weg zur Lampe, und zwei Anbieter lösen das Problem, dass sie verlorengeht, mit einem Magneten an der Lampensäule. Die Dimmbarkeit macht aus einer Lampe zwei — eine helle zum Arbeiten und eine gedämpfte für den Abend.

Eine ist überschätzt. Die Umschaltbarkeit der Lichtfarbe wird in der Praxis von den meisten Menschen auf eine Stufe eingestellt und dann nicht mehr angerührt, und es ist fast immer die wärmste. Technisch kostet sie sogar Effizienz, weil zwei LED-Typen nebeneinander sitzen, von denen im Betrieb nie beide voll arbeiten.

Und eine ist eine Aussage über die Lebensdauer, die niemand als solche liest. Fernbedienung, Dimmer und Farbumschaltung bedeuten Elektronik im Gerät, und Elektronik altert durch Wärme. Bei einer Lampe mit fest verbauter LED bedeutet ein Elektronikschaden dasselbe wie ein LED-Schaden: das Ende. Bei einer Lampe mit einfacher Fassung und Fußschalter gibt es nichts, was ausfallen könnte, außer dem Schalter.

Was sich beziffern lässt, wird beziffert — nur nicht das Richtige. Die Reichweite der Fernbedienung steht mit fünfzehn Metern in zwei Angeboten, die Zahl der Farbmodi mit fünfundachtzig in einem, die Zahl der LED-Punkte mit 135 und 32 in einem weiteren. Das sind Zahlen, die groß aussehen und nichts kosten. Der Farbwiedergabeindex, die Lebensdauer und die Beleuchtungsstärke fehlen in allen fünfzehn.

Was die Datenfelder tragen

Neben den Widersprüchen beim Licht steht in den technischen Datenfeldern eine Reihe von Werten, die erkennbar nicht zum Produkt gehören.

  • Ein Schraubsockel E14 an einer Lampe mit fest verbauter LED, ein Sockel GU24 an einer zweiten
  • „Lampentyp Halogen“ an einer Lampe, die ohne Leuchtmittel geliefert wird
  • „Lampentyp LED“ an einer zweiten, die ebenfalls ohne Leuchtmittel kommt
  • Elf Leuchtmittel an einer Lampe mit zwei Fassungen
  • 120 Volt an einer Lampe für den deutschen Markt
  • „Stromverbrauch 60 Watt“ an einer leeren Fassung
  • Feld Schirmhöhe mit 175, 180, 148 und 135,5 Zentimetern, also der Gesamthöhe der Lampe
  • Maßfeld „6T x 5B x 6H cm“ bei einer 150 Zentimeter hohen Lampe
  • Maßfeld „41T x 14B x 34H cm“ bei einer Stehlampe, deren Höhe nirgends steht
  • Maßfeld „25T x 176B x 25H cm“: die Höhe in der Breitenachse
  • Höhe im Text 135,5 cm, im Datenfeld 149,5 cm
  • Schirmmaterial im Feld Leinen, im Text 100 Prozent Polyester

Einzeln sind das Kleinigkeiten. Zusammengenommen zeigen sie, wie die Datenblätter dieses Marktes entstehen: Die Felder werden gefüllt, weil sie da sind, nicht weil jemand die Antwort kennt.

Daraus folgt ein praktischer Rat, der sich auf andere Käufe übertragen lässt: Zahlen aus dem Fließtext sind in diesem Markt zuverlässiger als Zahlen aus den technischen Datenfeldern. Ein Text wird geschrieben, ein Feld wird ausgefüllt.

Der Preis sortiert das Feld nicht vor. Wie in allen sechzehn Märkten davor hält auch hier der zweite Teil des Musters.

Das günstigste Angebot des Themenbereichs kostet 22,79 Euro; es kommt ohne Leuchtmittel und trägt ein Label mit A. Das teuerste kostet 89,99 Euro; es kommt ebenfalls ohne Leuchtmittel und trägt das ehrlichste Datenblatt des Feldes.

Die beste Lichtausbeute hat ein Angebot aus der Mitte des Preisfelds. Die beste Lichtausbeute unter den Lampen mit fest verbauter LED hat das zweitgünstigste Angebot dieser Gruppe. Die teuerste Lampe mit fest verbauter LED hat die schlechteste Ausbeute unter den hellen.

Das Muster hält über alle siebzehn bisher untersuchten Themenbereiche: Die vollständigste Angabe stand jedes Mal mindestens einmal beim günstigsten Modell.

Die drei Fragen vor dem Kauf

Zuerst: Wie viel Licht? Die Lumenzahl ist die einzige belastbare Vergleichsgröße. Neun Angebote nennen sie, sechs nicht. Und bei fünf der sechs ist das in Ordnung, weil sie ohne Leuchtmittel kommen und die Zahl auf der Birnenpackung steht.

Dann: Wie hoch und wie breit? Die Höhe reicht von 136 bis 193 Zentimetern und entscheidet bei einem Deckenfluter über den Abstand zur Decke. Die Standfläche reicht von 16 bis 66 Zentimetern und entscheidet häufiger über das Passen als die Höhe — ein Dreibein lässt sich nicht bündig in eine Ecke schieben.

Danach: Fest verbaut oder zum Schrauben? Acht Lampen haben die LED fest im Gehäuse und kommen betriebsbereit an; wenn sie nachlässt, ist die Lampe hin. Sieben haben eine Fassung; dort lässt sich die Birne für wenige Euro tauschen, und mit ihr Helligkeit und Lichtfarbe.

Was sich aus den Zahlen dieses Themenbereichs zusätzlich sagen lässt: Die effizienteste Lösung ist eine Lampe mit Fassung und eine gute Birne. 201,5 gegen höchstens 108,3 Lumen je Watt, und die Birne kostet wenige Euro.

Und was der Stromverbrauch ausmacht. Wer eine Stehlampe an dreihundert Abenden vier Stunden brennen lässt, kommt auf 1200 Betriebsstunden im Jahr — eine Annahme, keine Messung. Aus 4 Watt werden dann 4,8 Kilowattstunden, aus 24 Watt 28,8, aus 44 Watt 52,8. Zwischen der sparsamsten und der verbrauchsstärksten Lampe des Feldes liegen damit rund 48 Kilowattstunden oder bei dreißig Cent je Kilowattstunde etwa 14 Euro im Jahr. Das ist keine Summe, die eine Kaufentscheidung tragen sollte, und sie steht hier genau deshalb: Die ganze Klassendiskussion dieses Themenbereichs spielt sich in einer Größenordnung ab, in der es um wenige Euro geht. Interessant wird die Rechnung erst im Verhältnis zum Licht. Die 4-Watt-Birne kostet 4,8 Kilowattstunden und liefert 806 Lumen; die schwächste Lampe mit fest verbauter LED kostet 28,8 Kilowattstunden und liefert 1000 Lumen. Sechsmal so viel Strom für ein Viertel mehr Licht, und in keinem Label steht das.

Ein Wort zur Aufstellung. Sie entscheidet über das Ergebnis stärker als die Wahl zwischen zwei Lampen mit ähnlichen Daten, und sie ist die einzige Größe, über die der Käufer nach dem Kauf noch verfügt. Ein Deckenfluter in einer Ecke arbeitet besser als derselbe frei im Raum, weil zwei helle Wände mitarbeiten. Eine Leselampe gehört seitlich neben das Sitzmöbel und nicht dahinter, weil das Licht sonst über die Köpfe hinweggeht. Und wer den Lesearm zwanzig Zentimeter näher an das Buch bringt, gewinnt mehr Licht, als ihm der Unterschied zwischen zwei Lampen dieses Feldes bringen würde — die Beleuchtungsstärke fällt mit dem Quadrat des Abstands. Keine dieser Regeln steht in einem der fünfzehn Angebote.

Die Sprache der Datenblätter. Lichtstrom in Lumen ist die gesamte Lichtmenge einer Lampe. Beleuchtungsstärke in Lux ist das, was auf einer Fläche ankommt; sie hängt vom Abstand ab. Lichtausbeute in Lumen je Watt ist der Quotient aus Lichtstrom und Leistung und die Größe, an der die EU-Klasse hängt. Farbtemperatur in Kelvin beschreibt, wie warm oder kalt das Licht wirkt. Farbwiedergabeindex (Ra, CRI) beschreibt, wie natürlich Farben darunter aussehen. E27 ist der große Schraubsockel. Ein Deckenfluter strahlt nach oben und leuchtet den Raum über die Decke aus.

Was offenbleibt

Wir wissen nicht, warum die Label abweichen. Möglich sind ein Fehler beim Einpflegen, eine Angabe für ein anderes Modell derselben Reihe, eine Messung nach einem anderen Verfahren oder eine bewusste Beschönigung. Was nachrechenbar ist, steht hier; was jemand dabei gedacht hat, nicht.

Wir wissen nicht, ob eine Leuchte ohne Leuchtmittel ein Label tragen darf. Das ist eine Rechtsfrage, die wir nicht beantworten können. Was wir sagen können: Vier Produkte mit identischer Aussage tragen vier verschiedene Buchstaben, und für einen Käufer ist damit keine Entscheidung zu treffen.

Wir haben keine der Lampen in der Hand gehabt. Alle Angaben stammen aus den Angebotsseiten, erhoben am 29.08.2026. Wir haben nichts gemessen, und wo eine Zahl unsere eigene Rechnung ist, steht das im Text.

Wir wissen nicht, wie lange die Lampen halten. Keines der fünfzehn Angebote nennt eine Lebensdauer, und bei acht Geräten mit fest verbauter LED ist das die Angabe, die über den Wert der Anschaffung entscheidet.

Und wir können nicht sagen, wie hell es im eigenen Zimmer wird. Der Lichtstrom ist die Menge, die die Lampe verlässt. Was davon nach dem Weg über Decke und Wände ankommt, hängt an Deckenhöhe, Wandfarbe und Standort — und lässt sich aus keinem Angebot ableiten.

Käufe über die Links hier bringen uns eine Provision. Auf den Inhalt wirkt das nicht: Die Werte stehen in den Angeboten, die Rechenwege im Text.

Häufige Fragen

Wie viele Lumen sollte eine Stehlampe haben?
Das hängt an Raumgröße, Wandfarbe und daran, ob weiteres Licht vorhanden ist. Die Angebote dieses Themenbereichs reichen von 806 bis 4400 Lumen; keines nennt eine Raumgröße, für die seine Lichtmenge gedacht ist.
Kann man sich auf die Energieeffizienzklasse verlassen?
In diesem Themenbereich nicht. Von acht nachrechenbaren Angaben stimmen vier nicht, und vier weitere Label stehen auf Lampen, die ohne Leuchtmittel geliefert werden.
Was ist besser, fest verbaute LED oder E27-Fassung?
Fest verbaut kommt betriebsbereit an und ist meist besser beschrieben. Eine Fassung hält länger und erlaubt es, Helligkeit und Lichtfarbe später zu ändern: die effizienteste Lampe des Feldes hat eine Fassung.
Warum werben Stehlampen mit Watt?
Aus Gewohnheit aus der Zeit der Glühlampe. Bei LED sagt Watt nichts über die Helligkeit: In diesem Themenbereich liefern 24 Watt zwischen 1000 und 2600 Lumen.
Wie hoch sollte eine Stehlampe sein?
Für einen Deckenfluter je nach Deckenhöhe zwischen 170 und 190 Zentimetern, für eine Lampe neben dem Sessel zwischen 140 und 160. Das Feld reicht von 136 bis 193.
Was bedeutet die Wattangabe bei einer Lampe ohne Leuchtmittel?
Sie ist die Obergrenze der Fassung und nicht der Verbrauch. Vier Angebote nennen 60 Watt, obwohl sie ohne Birne geliefert werden — eines nennt dieselbe Zahl im Feld Stromverbrauch.
Nennt eine Stehlampe ihre Lebensdauer?
Keines der fünfzehn Angebote. Bei den acht Lampen mit fest verbauter LED entscheidet diese Zahl darüber, wie lange die Anschaffung hält.
Gibt es Prüfzeichen bei Stehlampen?
In diesem Themenbereich nennt keines der fünfzehn Angebote ein Prüfzeichen — weder TÜV noch GS noch VDE.

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Lena Moritz, Fachredaktion Wohnen und Einrichten

Lena Moritz

Fachredaktion Wohnen und Einrichten

Schreibt über Bad, Beleuchtung und Aufbewahrung.

Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Haushaltsprodukte

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Aktualisiert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
6

Änderungsverlauf

  • 29.08.2026: Nach der Erhebung angelegt. Alle Lichtausbeuten und die daraus abgeleiteten Klassen sind eigene Rechnungen aus Angebotsangaben und im Text als solche gekennzeichnet.

Belege

  1. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Verordnung (EU) 2019/2015 — Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen

    Delegierte Verordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen. Sie legt die Skala A bis G fest; die Klassengrenzen liegen bei 210, 185, 160, 135, 110 und 85 Lumen je Watt. Gegenstand der Kennzeichnung ist die Lichtquelle, auch wenn sie in einem umgebenden Produkt in Verkehr gebracht wird.

  2. Institution oder Normeprel.ec.europa.eu
    EPREL — Europäische Produktdatenbank, Produktgruppe Lichtquellen

    Öffentliche Datenbank der Europäischen Kommission zur Energieverbrauchskennzeichnung. Die Produktgruppe „Lichtquellen“ nennt die Verordnung 2019/2015 als Grundlage, führt die Klassen A bis G als Filter und lässt nach Sockelart filtern — E27, E14, G13, G9 und weitere. Am 29.08.2026 eingesehen.

  3. Institution oder Normbaua.de
    ASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung — Technische Regel für Arbeitsstätten

    Herausgegeben von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Ausgabe Mai 2023 (GMBl 2023, S. 679); sie ersetzt die Ausgabe April 2011. Sie legt Mindestwerte der Beleuchtungsstärke fest und behandelt die Begrenzung von Blendung — für Arbeitsstätten, nicht für Wohnungen. Wir haben die Veröffentlichungsseite eingesehen, nicht den vollständigen Regeltext.

  4. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot home sweet home — 806 Lumen bei 4 Watt, Label F

    Das einzige Angebot des Themenbereichs mit einem bezifferten mitgelieferten Leuchtmittel. 806 Lumen bei 4 Watt sind 201,5 Lumen je Watt und damit Klasse B. Das Datenfeld nennt A, das Energielabel F.

  5. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Brilliant Spari — Label A auf einer leeren Fassung

    Wird ohne Leuchtmittel geliefert, Datenfeld Energieeffizienzklasse „not_rated“, Energielabel Klasse A. Datenfeld Wattleistung 60 Watt als Obergrenze der Fassung, Anzahl der Leuchtmittel 11 bei zwei Fassungen.

  6. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot HANDSONIC 150 cm — 2400 Lumen bei 24 Watt, Label A

    2400 Lumen bei 24 Watt sind 100 Lumen je Watt und damit Klasse F. Datenfeld und Energielabel nennen A, das erst ab 210 Lumen je Watt beginnt. Maßfeld 6 x 5 x 6 cm bei 150 cm Lampenhöhe.