Stehlampen·18 Min Lesezeit
Stehlampe Leuchtmittel, fest verbaut oder zum Schrauben
Acht Lampen haben die LED fest im Gehäuse, sieben eine Fassung. Die einen sind besser beschrieben, die anderen halten länger. Und die effizienteste hat eine Fassung.
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Kurz gesagt
Stehlampen gibt es in zwei Bauarten, und der Unterschied entscheidet über mehr als den Preis. Acht der fünfzehn Angebote dieses Themenbereichs haben eine fest verbaute LED: Sie kommen betriebsbereit an, nennen in sieben Fällen ihren Lichtstrom, und wenn die LED nach Jahren nachlässt, ist die Lampe hin. Sieben haben eine Fassung, meist E27; bei ihnen ist über das Licht nichts bekannt, weil der Käufer die Birne aussucht: dafür lässt sich die Birne für wenige Euro tauschen, und mit ihr Helligkeit und Lichtfarbe. Die einzige Lampe des Themenbereichs, die eine Birne mitliefert und beziffert, erreicht 201,5 Lumen je Watt und ist damit fast doppelt so effizient wie die beste Lampe mit fest verbauter LED. Wer eine Fassung kauft, findet die drei entscheidenden Zahlen nicht im Lampenangebot, sondern auf der Birnenpackung: Lumen, Kelvin und die Angabe dimmbar.
Zwei Bauarten, zwei Rechnungen. Der Themenbereich zerfällt in zwei Gruppen, und die Trennlinie ist die Frage, ob das Licht im Gehäuse steckt oder in einer Birne.
| fest verbaute LED | Fassung, meist E27 | |
|---|---|---|
| Angebote im Themenbereich | 8 | 7 |
| Lichtstrom im Angebot | 7 von 8 | 2 von 7 |
| Leistung ist der Verbrauch | 8 von 8 | 1 von 7 |
| kommt betriebsbereit an | ja | in einem von sieben Fällen |
| Lichtfarbe später änderbar | nur wenn umschaltbar | ja, durch andere Birne |
| nach Ausfall | Lampe ist hin | Birne wird getauscht |
Die linke Spalte ist die besser beschriebene. Wer eine LED fest einbaut, kennt sie und kann sie beziffern. Sieben von acht tun das auch.
Die rechte Spalte ist die haltbarere. Was verschleißt, ist die Lichtquelle, und die sitzt hier in einem Teil, das zwei bis fünf Euro kostet.
Diese beiden Sätze beschreiben denselben Sachverhalt aus zwei Richtungen. Ein Anbieter, der eine Birne mitverkauft, übernimmt Verantwortung für das Licht und kann darüber Auskunft geben; einer, der eine Fassung verkauft, gibt diese Verantwortung an den Käufer ab. Und mit ihr die Möglichkeit, später etwas zu ändern.
Warum eine Birne effizienter ist als ein Modul
Der auffälligste Befund dieses Themenbereichs steht in einem einzigen Angebot: eine 4-Watt-Birne mit 806 Lumen, also 201,5 Lumen je Watt.
Die beste Lampe mit fest verbauter LED erreicht 108,3. Das ist der Faktor 1,9 zugunsten der Birne, und gegen die schwächste Lampe des Feldes steht der Faktor 4,8.
Dafür gibt es mehrere Gründe, und keiner davon ist Zufall.
Erstens die Messgrundlage. Eine Birne wird als Lichtquelle gemessen und tritt allein an. Eine Lampe mit fest verbauter LED wird mit Gehäuse, Streuscheibe und Vorschaltelektronik gemessen. Jedes dieser Bauteile kostet Licht.
Zweitens der Wettbewerb. LED-Birnen sind ein Massenmarkt mit sichtbarem Energielabel auf jeder Packung. Wer eine Birne kauft, vergleicht Lumen und Klasse — deshalb lohnt es sich für die Hersteller, an der Effizienz zu arbeiten. Bei einer Stehlampe kauft niemand nach der Effizienz des eingebauten Moduls, weil sie nur schwer sichtbar ist.
Drittens die Kühlung. Eine LED verliert Licht, wenn sie warm wird. Eine Birne hat einen Sockel, der als Kühlkörper arbeitet und Wärme an die Fassung abgibt. Ein Modul, das flach in einem Kunststoffgehäuse sitzt, kann das schlechter.
Viertens die Farbtemperaturwahl. Elf der fünfzehn Lampen dieses Themenbereichs lassen sich in der Lichtfarbe umschalten, meist zwischen 2700 und 6500 Kelvin. Das verlangt zwei verschiedene LED-Typen nebeneinander, von denen im Betrieb nie beide gleichzeitig voll arbeiten. Die Umschaltbarkeit kostet Effizienz — wie viel, sagt kein Angebot, und wir können es nicht beziffern.
Der praktische Schluss daraus ist unbequem für den Markt. Wer die effizienteste Lösung will, kauft eine Lampe mit Fassung und schraubt eine gute Birne hinein. Die Angebote dieser Lampen sagen darüber nichts, und ihr Datenfeld nennt 60 Watt.
Warum es überhaupt zwei Bauarten gibt
Die fest verbaute LED ist keine Sparmaßnahme, sondern eine Konstruktionsentscheidung mit eigenen Gründen.
Erstens erlaubt sie flachere Gehäuse. Eine E27-Birne ist rund zehn Zentimeter lang und braucht eine Fassung, die noch einmal Platz kostet. Ein LED-Modul ist wenige Millimeter dick. Deshalb sind alle Deckenfluter dieses Themenbereichs mit einem flachen, breiten Kopf gebaut, während die Lampen mit Fassung einen voluminösen Schirm brauchen.
Zweitens erlaubt sie mehrere Lichtpunkte. Zwei Angebote nennen die Zahl ihrer LED-Punkte — 135 und 32 beim einen, zehn Leuchtmittel im Datenfeld beim anderen. Viele kleine Lichtquellen nebeneinander leuchten gleichmäßiger als eine große und werfen weichere Schatten. Mit Birnen wäre das nicht zu machen.
Drittens erlaubt sie das Umschalten der Lichtfarbe. Elf der fünfzehn Lampen bieten mehrere Farbtemperaturen an, in aller Regel zwischen 2700 und 6500 Kelvin. Technisch stecken dahinter zwei LED-Typen nebeneinander, die in unterschiedlichem Verhältnis angesteuert werden. Eine Fassung kann das nicht, es sei denn, man tauscht die Birne.
Viertens erlaubt sie feines Dimmen. Eine im Gerät integrierte Ansteuerung kann eine LED von fünf bis hundert Prozent stufenlos regeln, ohne dass Flackern entsteht. Ein nachträglicher Dimmer an einer Fassung ist auf das angewiesen, was die eingeschraubte Birne mitmacht.
Der Preis für diese vier Vorteile ist die Endlichkeit — und, wie die Zahlen dieses Themenbereichs zeigen, ein Effizienzverlust. Die Lampen mit fest verbauter LED liegen zwischen 41,7 und 108,3 Lumen je Watt; die eine Birne im Feld liegt bei 201,5.
Es gibt einen fünften Grund, den kein Angebot nennt, und er liegt auf der Herstellerseite: Eine Lampe, die nach Jahren als Ganzes ersetzt werden muss, wird häufiger ersetzt als eine, bei der eine Birne genügt. Wir können nicht sagen, ob das eine Rolle spielt. Wir können sagen, dass keines der fünfzehn Angebote eine Lebensdauer nennt — bei acht Lampen, deren Lichtquelle fest eingebaut ist.
Wie lange hält eine LED
Eine LED fällt selten aus. Sie lässt nach.
Übliche Angaben in diesem Markt lauten auf Betriebsstunden bis zu einem Restlichtstrom von 70 oder 80 Prozent, häufig als L70 oder L80 bezeichnet. Nach dieser Zeit leuchtet die Lampe weiter, nur merklich schwächer, und die Farbe verschiebt sich oft mit.
Keines der fünfzehn Angebote dieses Themenbereichs nennt eine solche Zahl. Nicht bei den fest verbauten Lampen, wo sie über den Wert der Anschaffung entscheidet, und nicht bei den Lampen mit Fassung, wo sie eine Eigenschaft der Birne wäre.
Was sich rechnen lässt, ist die Größenordnung. Wer eine Lampe an dreihundert Abenden vier Stunden brennen lässt, kommt auf 1200 Betriebsstunden im Jahr: eine Annahme, keine Messung.
| angenommene Lebensdauer | ergibt bei 1200 h/Jahr |
|---|---|
| 15 000 Stunden | 12,5 Jahre |
| 25 000 Stunden | rund 21 Jahre |
| 50 000 Stunden | rund 42 Jahre |
Diese Zahlen sind hoch genug, dass die Frage bei einer Wohnzimmerlampe selten praktisch wird. Der Grund, warum wir sie trotzdem für wichtig halten, ist ein anderer: Sie sind Herstellerangaben aus anderen Märkten, und es gibt keinen Weg, sie für ein Gerät zu prüfen, dessen Angebot sie nicht nennt.
Was in der Praxis früher ausfällt, ist meist nicht die LED, sondern die Elektronik. Netzteil, Dimmerschaltung, Funkempfänger. Das sind Bauteile mit Kondensatoren, und Kondensatoren altern durch Wärme. Bei einer Lampe mit fest verbauter LED bedeutet ein Elektronikschaden dasselbe wie ein LED-Schaden: das Ende. Bei einer Lampe mit Fassung ohne Elektronik gibt es nichts, was ausfallen könnte, außer dem Schalter.
Elf der fünfzehn Lampen dieses Themenbereichs haben eine Fernbedienung oder eine Touch-Steuerung, also Elektronik. Das ist eine Ausstattungsangabe, die zugleich eine Aussage über die Lebensdauer ist, nur wird sie nirgends als solche gelesen.
Was Watt bei einer leeren Fassung bedeutet. Vier der sieben Lampen mit Fassung tragen im Wattfeld die Zahl 60.
Das ist keine Verbrauchsangabe. Es ist die Obergrenze, die Fassung, Kabel und Schirm aushalten, und sie stammt aus einer Zeit, in der eine 60-Watt-Glühlampe die übliche Bestückung war. Eine Glühlampe setzt den größten Teil ihrer 60 Watt in Wärme um, und diese Wärme muss der Schirm vertragen.
Bei einem Angebot wird aus der Grenze eine Verbrauchsangabe. Dort stehen zwei Felder direkt untereinander: „Maximale Wattzahl des Leuchtmittels 60 Watt“ und „Stromverbrauch 60 Watt“. Im Text desselben Angebots steht „Leuchtmittel inklusive: nein“.
Der Stromverbrauch einer Lampe ohne Leuchtmittel ist null.
Die Folge ist eine Umkehrung der Rangfolge. Wer die fünfzehn Angebote nach dem Wattfeld sortiert, bekommt die Lampen mit leerer Fassung mit 60 Watt an das schlechte Ende und die mit fest verbauter LED mit 24 bis 44 Watt an das gute.
Tatsächlich ist es umgekehrt. In die leere Fassung kommt eine LED-Birne mit 4 bis 12 Watt. Die Lampe, die im Datenblatt am meisten zu verbrauchen scheint, verbraucht am wenigsten.
Welche Birne in welche Lampe
Ein einziges Angebot des Themenbereichs beantwortet diese Frage, und es tut es ordentlich. Es empfiehlt eine LED mit 10 bis 12 Watt, eine Energiesparlampe mit 12 bis 20 oder eine Glühlampe mit 40 bis 60.
| Bauart | Leistung für vergleichbare Helligkeit |
|---|---|
| Glühlampe | 40 bis 60 W |
| Energiesparlampe | 12 bis 20 W |
| LED | 10 bis 12 W |
Diese Empfehlung ist eher konservativ. Die Birne, die ein anderes Angebot dieses Themenbereichs mitliefert, erreicht 806 Lumen mit 4 Watt — die Helligkeit einer 60-Watt-Glühlampe also mit einem Drittel dessen, was hier für LED empfohlen wird. Beide Angaben können stimmen: Die Empfehlung deckt auch ältere und weniger effiziente LED-Birnen ab, und wer 10 Watt einschraubt, bekommt entsprechend mehr Licht.
Die zuverlässigere Größe ist ohnehin nicht Watt, sondern Lumen. Auf jeder Birnenpackung steht der Lichtstrom, und die Umrechnung aus der Glühlampenzeit ist einfach.
| alte Glühlampe | entspricht etwa |
|---|---|
| 25 W | 220 lm |
| 40 W | 470 lm |
| 60 W | 806 lm |
| 75 W | 1055 lm |
| 100 W | 1521 lm |
Diese Werte sind die üblichen Entsprechungen und stammen nicht aus einem Angebot dieses Themenbereichs; wir nennen sie als Orientierung. Die 806 Lumen der mitgelieferten Birne im Feld sind genau der Wert für die 60-Watt-Glühlampe — ein Hinweis darauf, dass die Hersteller sich an dieser Reihe orientieren.
Die drei Angaben auf der Birnenpackung
Wer eine Lampe mit Fassung kauft, bekommt die Lichtangaben nicht vom Lampenanbieter. Er bekommt sie von der Birne, und dort stehen sie zuverlässig, weil die Verordnung sie für Lichtquellen verlangt.
Erstens der Lichtstrom in Lumen. Die einzige Zahl, mit der sich zwei Birnen direkt vergleichen lassen. Für eine Stehlampe im Wohnzimmer sind 800 bis 1500 Lumen der übliche Bereich.
Zweitens die Farbtemperatur in Kelvin. 2700 K ist das gewohnte warme Gelb der Glühlampe und im Wohnzimmer die Regel. 4000 K wirkt neutral und sachlich, 6500 K kalt wie Tageslicht. Wer unsicher ist, nimmt 2700 K — es ist das, was die meisten Menschen von zu Hause kennen.
Drittens die Angabe dimmbar. Eine LED-Birne, die nicht ausdrücklich als dimmbar gekennzeichnet ist, gehört nicht an einen Dimmer. Sie flackert, brummt hörbar oder geht kaputt. Vier Lampen mit Fassung in diesem Themenbereich bringen einen Dimmer oder einen Fußdimmer mit, und keines der fünfzehn Angebote weist auf den Zusammenhang hin.
Eine vierte Angabe steht ebenfalls oft auf der Packung und lohnt einen Blick: der Farbwiedergabeindex, angegeben als Ra oder CRI. Billige LED liegt häufig bei 80, gute über 90, und der Unterschied ist im Wohnzimmer sichtbar: an Hauttönen, an Holz, an Textilien. Null von fünfzehn Lampenangeboten dieses Themenbereichs nennen ihn; auf Birnenpackungen steht er regelmäßig.
Was beim Tauschder Birne zu beachten ist
Wer eine Lampe mit Fassung hat, steht alle paar Jahre vor einer kleinen Entscheidung. Vier Punkte machen sie einfach.
Die Wattgrenze der Fassung einhalten. Sie steht im Lampenangebot und meist auch auf einem Aufkleber in der Fassung. Bei LED ist sie praktisch nie ein Problem — eine LED mit 12 Watt liegt weit unter 60 —, aber sie gilt, und sie schützt vor Wärmeschäden am Schirm.
Die Bauform prüfen. E27-Birnen gibt es als klassische Tropfenform, als Kugel, als Kerze, als lange Röhre und als große Globe-Form. In einen engen Metallschirm passt nicht jede. Wer unsicher ist, misst den Innenraum des Schirms nach, bevor er bestellt.
An den Dimmer denken. Eine Birne ohne die Kennzeichnung dimmbar gehört nicht an einen Dimmer. Umgekehrt gilt: Eine dimmbare Birne funktioniert auch an einer Lampe ohne Dimmer völlig normal — sie kostet nur ein wenig mehr.
Bei Wechsel die alte Birne mitnehmen oder abfotografieren. Der Sockel steht selten sichtbar auf der Birne, und E27 und E14 lassen sich im Regal schlechter unterscheiden, als man denkt. Ein Foto der eingeschraubten Birne neben einem Finger als Größenvergleich löst das Problem.
Und ein Hinweis zum Entsorgen: LED-Birnen gehören nicht in den Hausmüll, sondern zur Altgeräteerfassung — sie enthalten Elektronik. Für die Lampe mit fest verbauter LED gilt dasselbe, nur betrifft es dort das ganze Gerät. Bei einer Lampe mit Fassung ist am Ende ihres Lebens der Korpus meist noch brauchbar, und wer ihn behält, spart nicht nur Geld.
Was der Nachkauf kostet
Die Bauart entscheidet über eine Rechnung, die beim Kauf selten aufgemacht wird.
Bei einer Lampe mit fest verbauter LED ist der Anschaffungspreis der Gesamtpreis. Wenn die LED nachlässt, wird die ganze Lampe ersetzt.
Bei einer Lampe mit Fassung kommt eine Birne dazu: bei den Modellen dieses Themenbereichs in sechs von sieben Fällen. Eine ordentliche E27-LED kostet wenige Euro, und sie wird alle paar Jahre erneuert.
| fest verbaute LED | Fassung | |
|---|---|---|
| beim Kauf | Lampe komplett | Lampe plus Birne |
| bei Ausfall der Lichtquelle | neue Lampe | neue Birne |
| bei Wunsch nach mehr Licht | neue Lampe | hellere Birne |
| bei Wunsch nach anderer Lichtfarbe | nur wenn umschaltbar | andere Birne |
Über die Lebensdauer einer Wohnungseinrichtung gerechnet ist die Fassung die günstigere Lösung, und zwar deutlich. Die Lampe mit Fassung überlebt mehrere Birnen; die Lampe mit fest verbauter LED überlebt keine.
Dagegen steht ein Argument, das viele Käufer wichtiger nehmen: Die fest verbaute Lampe kommt betriebsbereit an. Kein zweiter Einkauf, keine Entscheidung, kein Risiko, die falsche Birne zu erwischen.
Die einzige Lampe des Themenbereichs, die beides verbindet, liefert eine Birne mit und macht sie tauschbar. Dass ausgerechnet sie die beste Lichtausbeute des ganzen Feldes hat, passt ins Bild.
Wenn die Lampe zwei Lichtquellen hat
Fünf Angebote dieses Themenbereichs haben einen zweiten, kleineren Kopf zum Lesen. Für die Frage nach dem Leuchtmittel bedeutet das eine zusätzliche Ebene.
Bei Lampen mit fest verbauter LED sind beide Köpfe fest. Fällt einer aus, ist die Lampe zur Hälfte tot, und die eine Hälfte, die noch leuchtet, hilft nicht über den Verlust der anderen hinweg, weil beide unterschiedliche Aufgaben haben.
Bei Lampen mit Fassung sind es zwei Fassungen, und damit zwei Birnen, die sich unabhängig voneinander wählen lassen. Das eröffnet eine Möglichkeit, die kein Angebot erwähnt: Für den Deckenfluter kann eine andere Lichtfarbe eingeschraubt werden als für den Lesearm.
Das ist mehr als eine Spielerei. Zum Lesen ist neutraleres Licht angenehmer, weil es Kontraste auf der Seite stärker zeichnet; für die Raumbeleuchtung am Abend ist wärmeres Licht üblich. Wer beides in einem Gerät haben will, kann es bei einer Lampe mit zwei Fassungen einfach herstellen, indem er eine Birne mit 2700 Kelvin und eine mit 4000 Kelvin einschraubt.
Zwei praktische Einschränkungen gibt es. Erstens sind die Fassungen manchmal unterschiedlich groß — die Hauptfassung E27, die kleinere im Lesearm E14. Wer beide bestücken will, braucht dann zwei verschiedene Birnentypen. Zweitens muss die kleinere Birne in den Arm passen, der oft eng gebaut ist.
Bei den Angeboten dieses Themenbereichs ist die Aufteilung selten dokumentiert. Zwei Angebote nennen einen Sockeltyp, keines nennt zwei. Ob beide Fassungen dieselbe Größe haben, lässt sich aus den Angeboten nicht entnehmen — und wer die Lampe schon hat, sieht es in zehn Sekunden.
Bei den fest verbauten Modellen ist die Aufteilung des Lichts das Thema. Zwei Angebote nennen sie: 3600 Lumen oben und 800 unten beim einen, 27 und 6 Watt beim anderen. Beide Male ergibt das ein Verhältnis von 4,5 zu 1. Ein drittes Angebot legt über sein Komponentenfeld ein Verhältnis von 2 zu 1 nahe, was aus der Reihe fällt und die Zweifel an diesem Feld stützt. Zwei Fälle ergeben keine Regel — als Anhalt taugt das Verhältnis trotzdem: Ein Lesearm bekommt in diesem Markt etwa ein Fünftel des Gesamtlichts.
Was das Energielabel damit zu tun hat
Die Verordnung (EU) 2019/2015 kennzeichnet Lichtquellen, nicht Leuchten. Gegenstand der Klasse ist die Birne, nicht die Lampe, in die man sie schraubt.
Das lässt sich an der europäischen Produktdatenbank EPREL nachvollziehen. Die Produktgruppe heißt „Lichtquellen“, und einer ihrer Filter ist die Sockelart — E27, E14, G13, G9 und weitere. Ein Register, das nach Sockeln filtert, erfasst das, was in die Fassung kommt.
Für die beiden Bauarten heißt das Verschiedenes. Eine Lampe mit fest verbauter LED enthält eine Lichtquelle, für die es eine Klasse gibt. Eine Lampe mit leerer Fassung enthält keine.
In diesem Themenbereich tragen trotzdem vierzehn von fünfzehn Angeboten ein Energielabel: darunter vier Lampen, die ohne Leuchtmittel geliefert werden, mit den Klassen A, D, E und F. Vier Produkte mit identischer Aussage über ihr Licht, vier verschiedene Buchstaben.
Für einen Käufer folgt daraus eine praktische Regel: Bei einer Lampe mit Fassung ist das Label am Lampenangebot ohne Bedeutung. Das Label, auf das es ankommt, klebt auf der Birnenpackung, und dort beschreibt es tatsächlich das, was leuchtet.
Die Einzelheiten stehen im Vergleich der Lampen mit E27-Fassung; wie sich die Klassen rechnen lassen, steht im Ratgeber zu Lumen. Wie sich die Bauart mit fest verbauter LED im Feld schlägt, zeigt der Vergleich der Deckenfluter, und die Übersicht über alle fünfzehn Angebote steht in der Kaufberatung Stehlampen.
Was am Ende zähltAus alldem lässt sich eine Entscheidungshilfe formulieren, die ohne Datenblätter auskommt.
Wer betriebsbereit will und kein zweites Mal einkaufen mag, nimmt eine Lampe mit fest verbauter LED. Und achtet dabei auf die Lumenzahl, nicht auf die Wattzahl und schon gar nicht auf den Klassenbuchstaben. Sieben von acht dieser Angebote nennen einen Lichtstrom; das ist die Zahl, nach der sortiert wird.
Wer lange etwas von der Lampe haben will, nimmt eine mit Fassung, und kauft die Birne getrennt. Dort steht alles, was im Lampenangebot fehlt: Lumen, Kelvin, Farbwiedergabe, dimmbar oder nicht, und ein Energielabel, das sich tatsächlich auf das bezieht, was leuchtet.
Wer beides will, sucht die Ausnahme. Im ganzen Themenbereich gibt es eine Lampe, die eine Birne mitliefert und beziffert. Dass sie zugleich die effizienteste des Feldes ist, ist wahrscheinlich kein Zufall, sondern die Folge davon, dass eine handelsübliche Birne unter denselben Regeln antritt wie jede andere Birne — und deshalb besser sein muss als ein Modul, das niemand vergleicht.
Und wer sich vom Energielabel leiten lässt, landet falsch. In diesem Themenbereich steht auf einer Lampe ohne Leuchtmittel die Klasse A, während die Lampe mit der besten Lichtausbeute mit F ausgezeichnet ist. Das ist keine Kleinigkeit am Rand: Es ist die Umkehrung dessen, wofür ein Label da ist.
Was die Farbtemperatur im Alltag ausmacht. Elf der fünfzehn Lampen lassen sich zwischen mehreren Lichtfarben umschalten, meist zwischen vier Stufen von 2700 bis 6500 Kelvin. In der Praxis nutzen die meisten Menschen davon eine. Und es ist fast immer die wärmste. Der Grund ist Gewohnheit: Hundert Jahre Glühlampe haben festgelegt, wie Abendlicht in einer Wohnung auszusehen hat, und das sind rund 2700 Kelvin. Kaltweißes Licht um 6500 Kelvin wirkt in einem Wohnzimmer nach Büro oder Werkstatt. Es hat trotzdem eine Berechtigung: Am Vormittag oder bei feiner Handarbeit ist neutrales bis kaltes Licht angenehmer, weil es Kontraste schärfer zeichnet. Wer die Umschaltbarkeit nicht braucht, verliert wenig. Und gewinnt bei einer Lampe mit Fassung sogar etwas, weil eine Birne mit fester Farbtemperatur meist effizienter ist als eine umschaltbare Konstruktion mit zwei LED-Typen.
Und was flimmerfreies Licht bedeutet. Ein Angebot dieses Themenbereichs führt in seiner Merkmalliste das Wort „Flickerfrei“. Gemeint ist, dass die Helligkeit der LED nicht im Takt der Netzfrequenz schwankt. Das menschliche Auge sieht diese Schwankung nicht direkt, aber sie kann bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen oder Ermüdung beitragen, und in Videoaufnahmen wird sie als Streifenmuster sichtbar. Eine Zahl dazu gibt es: den Flimmerindex oder den prozentualen Modulationsgrad. Keines der fünfzehn Angebote nennt einen Wert — das eine, das den Begriff verwendet, verwendet ihn als Eigenschaftswort ohne Beleg. Das ist bezeichnend für diesen Markt: Wo eine Eigenschaft sich messen ließe, steht ein Adjektiv. Bei der Reichweite der Fernbedienung, die niemandem nützt, stehen dagegen in zwei Angeboten fünfzehn Meter, und bei der Zahl der Farbmodi eines Geräts fünfundachtzig. Bezifferte Angaben gibt es also durchaus — sie treffen nur regelmäßig die Größen, die keine Kaufentscheidung tragen. Wer darauf Wert legt, ist mit einer Markenbirne besser bedient als mit einem Werbeversprechen am Lampengehäuse, denn bei Birnen ist der Wert häufiger dokumentiert.
Ein Wort zum Preis der Birne. Wer eine Lampe mit Fassung kauft, rechnet die Birne mit ein, und stellt dabei fest, dass sie im Verhältnis zur Lampe kaum ins Gewicht fällt. Eine ordentliche E27-LED mit 806 Lumen und guter Farbwiedergabe liegt im einstelligen Eurobereich, während die Lampen dieses Themenbereichs zwischen 22 und 90 Euro kosten. Selbst wer zwei Fassungen bestückt und dabei zu Markenware greift, bleibt unter einem Zehntel des Lampenpreises. Der Aufwand, den viele Käufer scheuen, ist deshalb kein finanzieller, sondern ein gedanklicher: eine Entscheidung mehr, ein Einkauf mehr, eine Packung mehr zu lesen. Wer diesen Aufwand einmal auf sich nimmt, hat dafür eine Lampe, die in fünf Jahren noch dieselbe ist und in der dann eine bessere Birne steckt als heute.
Kurz übersetzt. E27 und E14 sind Schraubsockel mit 27 beziehungsweise 14 Millimetern Gewindedurchmesser. L70 bezeichnet die Betriebsstunden, nach denen eine LED noch 70 Prozent ihres ursprünglichen Lichtstroms abgibt. Vorschaltelektronik ist die Schaltung, die den Netzstrom für die LED aufbereitet. Farbwiedergabeindex (Ra, CRI) beschreibt, wie natürlich Farben unter dem Licht wirken.
Woraus dieser Text gebaut ist. Alle Angaben zu den fünfzehn Lampen stammen aus den Angebotsseiten, erhoben am 29.08.2026. Wir haben keine der Lampen in der Hand gehabt und nichts gemessen.
Die Lichtausbeute der einen Lampe mit mitgeliefertem Leuchtmittel ist eine eigene Rechnung aus zwei Angaben desselben Angebots: 806 Lumen geteilt durch 4 Watt.
Die Wattäquivalente und die Lumenwerte der alten Glühlampen sind Orientierungswerte, die sich in diesem Markt eingebürgert haben. Sie stammen aus keinem der fünfzehn Angebote, und wir nennen sie als Größenordnung.
Die Angaben zur Lebensdauer sind Annahmen. Keines der fünfzehn Angebote nennt eine Zahl. Was wir zur Rechnung über Betriebsstunden sagen, ist eine Modellrechnung mit einer ausdrücklich benannten Nutzungsannahme.
Was wir zu den Gründen der besseren Effizienz einzelner Birnen sagen, ist eine Einordnung und keine Messung. Die vier genannten Gründe — Messgrundlage, Wettbewerb, Kühlung, Umschaltbarkeit: sind plausibel und in der Lichttechnik geläufig; welchen Anteil jeder davon am Faktor 1,9 dieses Themenbereichs hat, können wir nicht beziffern.
Wir verdienen an Käufen über die Links auf dieser Seite. An der Empfehlung dieses Ratgebers ändert das nichts: Die sparsamste Lösung ist in diesem Markt eine Lampe mit Fassung und eine gute Birne, und die Birne kaufen die meisten Leser nicht bei uns.
Häufige Fragen
- Was ist besser, fest verbaute LED oder E27-Fassung?
- Fest verbaut kommt betriebsbereit an und ist meist besser beschrieben. Eine Fassung hält länger, weil sich das Leuchtmittel tauschen lässt, und erlaubt es, Helligkeit und Lichtfarbe später zu ändern.
- Wie lange hält eine fest verbaute LED?
- Keines der fünfzehn Angebote nennt eine Lebensdauer. Übliche Angaben in diesem Markt lauten auf mehrere zehntausend Stunden bis zu einem Restlichtstrom von 70 oder 80 Prozent.
- Kann man eine fest verbaute LED austauschen lassen?
- Bei Wohnraumleuchten in dieser Preisklasse in aller Regel nicht wirtschaftlich. Das Modul ist verlötet oder verklebt, und eine Reparatur kostet mehr als eine neue Lampe.
- Welche Birne passt in eine E27-Fassung?
- Jede mit E27-Sockel, solange sie die im Angebot genannte Wattgrenze einhält — meist 60 Watt. Eine LED-Birne mit der Helligkeit einer alten 60-Watt-Glühlampe braucht rund 4 bis 8 Watt.
- Was bedeutet die Wattangabe bei einer Lampe ohne Leuchtmittel?
- Sie ist die Obergrenze der Fassung und nicht der Verbrauch. Vier Angebote dieses Themenbereichs nennen 60 Watt, obwohl sie ohne Birne geliefert werden.
- Braucht ein Dimmer eine besondere Birne?
- Ja. Eine LED-Birne, die nicht als dimmbar gekennzeichnet ist, flackert am Dimmer, brummt oder geht kaputt. Keines der fünfzehn Angebote weist darauf hin.
- Welche Lichtfarbe ist im Wohnzimmer üblich?
- Warmweiß um 2700 Kelvin, also das gewohnte Gelb der alten Glühlampe. Neutralweiß um 4000 Kelvin wirkt sachlicher und wird eher am Arbeitsplatz verwendet.
- Was ist E27 und was ist E14?
- Beides sind Schraubsockel: E27 hat 27 Millimeter Gewindedurchmesser, E14 nur 14. Für Stehlampen ist E27 die Regel, weil das Angebot an hellen Birnen dort größer ist.
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Fachredaktion Wohnen und Einrichten
Schreibt über Bad, Beleuchtung und Aufbewahrung.
Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Haushaltsprodukte
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Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:
- Eignung für den Zweck
- Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
- Belegte Spezifikationen
- Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
- Verarbeitung und Haltbarkeit
- Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
- Aufwand für Aufbau und Pflege
- Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
- Transparenz des Anbieters
- Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.
Aktualisierung und Quellen
- Veröffentlicht
- 29.08.2026
- Aktualisiert
- 29.08.2026
- Geprüft
- 29.08.2026
- Quellen
- 6
Änderungsverlauf
- 29.08.2026: Erstbestand. Die Angaben zu Lebensdauer, Wattäquivalenten und Nachkaufkosten sind Erfahrungswerte und Rechnungen mit gekennzeichneten Annahmen, keine Herstellerangaben.
Belege
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot home sweet home — 4 W, 806 lm, austauschbar
Das einzige Angebot des Themenbereichs, das ein Leuchtmittel mitliefert und beziffert: „Inklusive austauschbarem 4W-Leuchtmittel mit 806 lm und warmweißen 2700K“. Daraus errechnen sich 201,5 Lumen je Watt.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot LEPOWER — Empfehlung 10 bis 12 Watt LED
Das einzige Angebot des Themenbereichs mit einer Empfehlung: „LED-Lampe mit einer Leistung von 10 W bis 12 W, einer energiesparenden Lampe mit 12 W bis 20 W oder einer Glühlampe mit 40 W bis 60 W (max. 60 W)“.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot EGLO Chester, kein Leuchtmittel, jedes E27 passt
Wortlaut „Kein Leuchtmittel im Lieferumfang enthalten. Geeignet für jedes Leuchtmittel mit E27 Sockel, maximale Wattage pro Fassung 60 W“. Das Datenfeld Lampentyp steht trotzdem auf Halogen.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot tectake — Stromverbrauch 60 Watt ohne Leuchtmittel
Zwei Felder direkt untereinander: „Maximale Wattzahl des Leuchtmittels 60 Watt“ und „Stromverbrauch 60 Watt“, während der Text „Leuchtmittel inklusive: nein“ sagt.
- Institution oder Normeur-lex.europa.euVerordnung (EU) 2019/2015 — Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen
Delegierte Verordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen. Gegenstand der Kennzeichnung ist die Lichtquelle, nicht die Leuchte. Die Klassengrenzen liegen bei 210, 185, 160, 135, 110 und 85 Lumen je Watt.
- Institution oder Normeprel.ec.europa.euEPREL — Europäische Produktdatenbank, Produktgruppe Lichtquellen
Öffentliche Datenbank der Europäischen Kommission. Die Produktgruppe „Lichtquellen“ lässt sich nach Sockelart filtern — E27, E14, G13, G9 und weitere. Ein Register, das nach Sockeln filtert, erfasst die Birne und nicht die Leuchte, in der sie steckt. Am 29.08.2026 eingesehen.