E-Pianos·41 Min Lesezeit·5 Modelle im Vergleich

E-Piano mit Gehäuse: ein Möbel ohne Möbelangaben

Fünf Digitalpianos in Klavieroptik, 28,5 bis 50 Kilogramm, 296 bis 440 Millimeter tief. Was die Datenblätter über Halbpedal, Kippschutz und Gewicht sagen, und was in keinem einzigen Angebot steht.

Matthias König, Fachredaktion Audio und StudiotechnikVon Matthias KönigFachredaktion Audio und Studiotechnik
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Kurz gesagt

Ein E-Piano mit Gehäuse bringt mit, was ein tragbares Gerät nur als Zubehör hat: drei Pedale, einen festen Stand und meist zwei Kopfhörerbuchsen. Von den fünf Modellen hier belegen Yamaha (YDP-S36, YDP-105) und Casio (AP-S200) im Datenblatt ein Halbpedal; Classic Cantabile und Donner nennen drei Pedale ohne diese Angabe. Die Tiefe reicht von 296 bis 440 Millimetern, das Gewicht von 28,5 bis 50 Kilogramm. Kein Angebot nennt den Werkstoff des Gehäuses oder einen Kippschutz; nur Yamaha gibt für das schlanke S36 eine Tiefe mit Kippschutzwinkeln an.

ModellMechanik laut HerstellerPolyphoniePedaleHalbpedal laut HerstellerVerstärkerKopfhörerbuchsenGewicht laut HerstellerTiefe laut HerstellerAnsehen (Partnerlink)
YAMAHA YDP-S36 Digitalpiano, 88 gewichtete GHS-Tasten, CFX Concert Grand Sound, schlankes Design, Bluetooth, 3 Pedale, Weißbirke
Yamaha YDP-S36

Yamaha (Yamaha Corporation, Japan)

Einziges Datenblatt mit Kippschutzangabe

GHS (Graded Hammer Standard)1923ja8 W × 2237 kg296 mm, mit Kippschutz 366 mm
Casio AP-S200 WH Celviano Digitalpiano mit Möbelgehäuse, Weiß
Casio AP-S200

Casio (Casio Computer Co., Japan)

Leichtestes Gehäuse mit belegtem Halbpedal

Smart Scaled Hammer Action1923ja20 W + 20 W (Spitzenwert)234,0 kg299 mm
YAMAHA ARIUS YDP-105 Digitalpiano, Schwarz
Yamaha YDP-105

Yamaha (Yamaha Corporation, Japan)

GHS (Graded Hammer Standard)643ja6 W × 2237,5 kg422 mm
Classic Cantabile DP-50 SM E-Piano, Digital Piano 88 Tasten mit Hammermechanik, 3 Pedale, schwarz matt
Classic Cantabile DP-50

Classic Cantabile (Hausmarke Musikhaus Kirstein)

Hammermechanik ohne eigenen Namen323keine Angabe15 W + 15 W2ca. 50 kgca. 440 mm
Donner DDP-80 PLUS Digital Piano 88 Tasten mit Hammermechanik, halboffene Abdeckung, Metall-Dreifachpedal
Donner DDP-80 PLUS

Donner (Herstellerangabe im Angebot, Ursprungsland China)

Graded Hammer-Action II1283keine Angabe20 W × 2128,5 kg352 mm
Angaben der Hersteller, geprüft gegen die im Artikel genannten Quellen. Keine Preisspalte: Preise ändern sich zu schnell, um in einer Tabelle zu stehen. Keine Gesamtnote: wir testen nicht selbst. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
1Einziges Datenblatt mit KippschutzangabePremium

Yamaha (Yamaha Corporation, Japan)

YAMAHA YDP-S36 Digitalpiano, 88 gewichtete GHS-Tasten, CFX Concert Grand Sound, schlankes Design, Bluetooth, 3 Pedale, Weißbirke

Einziges Datenblatt mit Kippschutzangabe: Yamaha nennt für das S36 neben 296 Millimetern Tiefe auch 366 Millimeter mit angebrachten Kippschutzwinkeln. Kein anderes der fünf Datenblätter und keines der 31 Angebote mit Möbelgehäuse spricht das Kippen überhaupt an, und beim schlanksten Gehäuse ist es am nötigsten.

Das schlankste Gehäuse des Vergleichs, mit Klappdeckel. Yamaha gibt den CFX-Flügel als Klangquelle an, 192 Stimmen, Bluetooth für Audio und MIDI und ein Dämpferpedal mit Halbpedalfunktion. Mit 792 Millimetern Höhe auf 296 Millimetern Tiefe hat es zugleich das ungünstigste Verhältnis von Höhe zu Tiefe, und Yamaha rechnet die Kippschutzwinkel in die Tiefe ein.

Mechanik laut Hersteller
GHS (Graded Hammer Standard)
Polyphonie
192
Pedale
3
Halbpedal laut Hersteller
ja
Verstärker
8 W × 2
Kopfhörerbuchsen
2
Gewicht laut Hersteller
37 kg
Tiefe laut Hersteller
296 mm, mit Kippschutz 366 mm

Dafür spricht

  • Kippschutz im Datenblatt mit eigener Tiefenangabe berücksichtigt
  • 296 mm Tiefe bei geschlossenem Deckel, schlankstes Gehäuse im Vergleich
  • Halbpedal und 192 Stimmen laut Yamaha
  • Bluetooth für Audio und MIDI, zwei Kopfhörerbuchsen

Dagegen spricht

  • Höhe zu Tiefe 2,68, kippt rechnerisch schon bei rund 6,9 kg Zug an der Oberkante
  • Angebotsfeld nennt 38,35 kg statt 37 kg
  • Verstärker mit 8 W × 2, schwächer als Casio und Donner auf dem Papier
Passt für:
Flure, Durchgangszimmer und Wände neben Türen, an denen jeder Zentimeter Tiefe zählt und eine Wandbefestigung möglich ist.
Passt nicht für:
Wände, an denen nicht gebohrt werden darf, wenn kleine Kinder im Haushalt leben.

4,9 von 5 bei 42 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

2Leichtestes Gehäuse mit belegtem HalbpedalMittelklasse

Casio (Casio Computer Co., Japan)

Casio AP-S200 WH Celviano Digitalpiano mit Möbelgehäuse, Weiß

Leichtestes Gehäuse mit belegtem Halbpedal: 34,0 Kilogramm laut Casio, drei Kilogramm weniger als das Yamaha S36, und im Datenblatt ausdrücklich „Halbdämpfer-Pedalbetätigung: Ja“. Leichter ist im Vergleich nur das Donner, dessen Datenblatt zum Halbpedal schweigt.

Casios schlankes Möbelpiano mit Schiebedeckel, fünf Anschlagstufen und einem Akustiksimulator, der unter anderem Tastengeräusche in vier Stufen nachbildet. Die Verstärkerangabe von zweimal 20 Watt bezeichnet Casio selbst als maximale Leistung, der Stromverbrauch liegt bei 20 Watt. Ein Funkadapter für MIDI und Audio liegt bei. Am Prüftag war nur noch ein Gerät in Weiß auf Lager.

Mechanik laut Hersteller
Smart Scaled Hammer Action
Polyphonie
192
Pedale
3
Halbpedal laut Hersteller
ja
Verstärker
20 W + 20 W (Spitzenwert)
Kopfhörerbuchsen
2
Gewicht laut Hersteller
34,0 kg
Tiefe laut Hersteller
299 mm

Dafür spricht

  • 34,0 kg, leichtestes Gehäuse mit Halbpedal im Vergleich
  • 192 Stimmen und fünf Anschlagstufen
  • zwei Standard-Stereoklinken für Kopfhörer
  • Funkadapter für MIDI und Audio im Lieferumfang

Dagegen spricht

  • Verstärkerangabe ausdrücklich als Spitzenleistung
  • Höhe zu Tiefe 2,68, kein Kippschutz im Datenblatt
  • am Prüftag nur ein Gerät vorrätig
Passt für:
Zimmer, in denen das Instrument gelegentlich umgestellt wird und 299 Millimeter Tiefe passen.
Passt nicht für:
Käufer, die eine Lieferung mit sicherem Liefertermin brauchen, solange nur ein Gerät vorrätig ist.
3Mittelklasse

Yamaha (Yamaha Corporation, Japan)

YAMAHA ARIUS YDP-105 Digitalpiano, Schwarz

Yamahas Einstiegsmodell der Arius-Reihe im klassischen Gehäuse mit Schiebedeckel, 422 Millimeter tief und damit deutlich standfester als das S36. Die Tastatur ist dieselbe GHS wie dort, die Klangquelle eine andere (AWM Stereo Sampling statt CFX), die Stimmenzahl mit 64 ein Drittel. Das Gehäuse teilt es mit dem YDP-146, das in denselben Maßen 192 Stimmen und den CFX-Klang hat.

Mechanik laut Hersteller
GHS (Graded Hammer Standard)
Polyphonie
64
Pedale
3
Halbpedal laut Hersteller
ja
Verstärker
6 W × 2
Kopfhörerbuchsen
2
Gewicht laut Hersteller
37,5 kg
Tiefe laut Hersteller
422 mm

Dafür spricht

  • Halbpedal laut Yamaha
  • Höhe zu Tiefe 1,93, kippt rechnerisch erst bei rund 9,7 kg Zug
  • zwei Kopfhörerbuchsen
  • 6 W Leistungsaufnahme

Dagegen spricht

  • 64 Stimmen, ein Drittel des YDP-146 im selben Gehäuse
  • 422 mm Tiefe, 126 mm mehr als das S36
  • schwächster Verstärker im Vergleich
Passt für:
Wohnzimmer mit einer freien Wand von 140 Zentimetern und genügend Tiefe, in denen das Instrument einfach stehen soll.
Passt nicht für:
Viel Spiel mit gehaltenem Pedal und zwei Klängen übereinander.

4,7 von 5 bei 84 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

4Mittelklasse

Classic Cantabile (Hausmarke Musikhaus Kirstein)

Classic Cantabile DP-50 SM E-Piano, Digital Piano 88 Tasten mit Hammermechanik, 3 Pedale, schwarz matt

Die Hausmarke des Musikhauses Kirstein, schwerstes und tiefstes Gehäuse des Vergleichs. Das Datenblatt nennt eine Hammermechanik ohne Namen, eine Oberfläche aus synthetischem Elfenbein, vier Anschlageinstellungen und 32 Stimmen, die Kirstein als „bis zu 32 Töne“ beschreibt. Kirstein bietet eine Lieferung in die Wohnung mit Aufbau an.

Mechanik laut Hersteller
Hammermechanik ohne eigenen Namen
Polyphonie
32
Pedale
3
Halbpedal laut Hersteller
keine Angabe
Verstärker
15 W + 15 W
Kopfhörerbuchsen
2
Gewicht laut Hersteller
ca. 50 kg
Tiefe laut Hersteller
ca. 440 mm

Dafür spricht

  • ca. 50 kg auf 440 mm Tiefe, rechnerisch erst bei rund 12,9 kg Zug kippend
  • zwei Kopfhörerbuchsen mit 6,5-mm-Klinke
  • 2 × 6,5-Zoll-Lautsprecher, größte Lautsprecherangabe im Vergleich
  • Lieferung mit Aufbau beim Händler buchbar

Dagegen spricht

  • 32 Stimmen, die niedrigste Zahl der ganzen Erhebung
  • Mechanik ohne Namen und ohne Beschreibung der Bauart
  • keine Angabe zum Halbpedal
Passt für:
Ein fester Platz mit genug Tiefe, an dem ein schweres, kippfestes Gehäuse stehen bleibt.
Passt nicht für:
Spiel mit viel Pedal und Stücke mit dichtem Klavierklang, für die 32 Stimmen knapp sind.

4,7 von 5 bei 876 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

5Mittelklasse

Donner (Herstellerangabe im Angebot, Ursprungsland China)

Donner DDP-80 PLUS Digital Piano 88 Tasten mit Hammermechanik, halboffene Abdeckung, Metall-Dreifachpedal

Das leichteste Gehäuse des Vergleichs mit halboffenem Deckel und Metallpedalen. Donner nennt einen einzigen Klang bei 128 Stimmen und eine „progressive Hammermechanik“, die in der Modelltabelle Graded Hammer-Action II heißt. Angebot und Herstellerseite nennen beide 28,5 Kilogramm, beim Lautsprecher spricht der Text von „20W Dual“, die Tabelle von 20 W × 2.

Mechanik laut Hersteller
Graded Hammer-Action II
Polyphonie
128
Pedale
3
Halbpedal laut Hersteller
keine Angabe
Verstärker
20 W × 2
Kopfhörerbuchsen
1
Gewicht laut Hersteller
28,5 kg
Tiefe laut Hersteller
352 mm

Dafür spricht

  • 28,5 kg, leichtestes Gehäuse im Vergleich
  • Angebot und Herstellerseite nennen dasselbe Gewicht
  • 128 Stimmen bei nur einem Klang
  • Metall-Dreifachpedal laut Donner gegen Verrutschen konstruiert

Dagegen spricht

  • nur eine Kopfhörerbuchse
  • keine Angabe zum Halbpedal
  • Lautsprecherangabe in Text und Tabelle verschieden
Passt für:
Ein reines Klavier ohne Klangauswahl, das in eine Altbauwohnung über eine enge Treppe muss.
Passt nicht für:
Üben zu zweit mit Kopfhörern, denn es gibt nur eine Buchse.

4,4 von 5 bei 1.124 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

Die Wand im Wohnzimmer ist 1,60 Meter breit. Links die Balkontür, rechts das Bücherregal, unten eine Fußleiste, die zwei Zentimeter in den Raum ragt, und an der Wand selbst nichts als Putz auf Mauerwerk. Hier soll das Instrument stehen, das die Tochter zum zehnten Geburtstag bekommt und das bleiben soll, wenn sie mit dem Unterricht ernst macht: kein Keyboard auf einem Ständer, sondern ein E-Piano, das aussieht wie ein Klavier.

Was die Eltern dafür wissen müssen, steht nicht im Prospekt. Wie tief steht das Gehäuse vor der Wand? Wie schwer ist es auf der Treppe? Kippt es, wenn sich der kleine Bruder daran hochzieht? Und woraus besteht eigentlich die Kiste, in der die Tastatur steckt? Dieser Vergleich nimmt fünf Digitalpianos mit Möbelgehäuse und sucht die Antworten dort, wo sie stehen müssten: in den Datenblättern der Hersteller und in den Angeboten, die am 19. Oktober 2026 auf amazon.de einen Warenkorb hatten.

Ein Möbel, das in keinem Datenblatt ein Möbel ist

Von den 54 E-Piano-Angeboten, die für diesen Bereich erhoben wurden, haben 31 ein Möbelgehäuse oder einen fest verbundenen Möbelständer mit Pedalleiste. Es sind die Instrumente, die im Handel „Home-Piano“, „Digitalpiano in Klavieroptik“ oder „E-Piano mit Gehäuse“ heißen, und sie werden gekauft, um zu bleiben. Wer nachzählt, was diese 31 Angebote über das Möbel sagen, findet wenig.

Den Werkstoff des Gehäuses nennt keines. Spanplatte, MDF, Holzwerkstoff, Massivholz, Furnier, Melamin: In keinem der 31 Angebote steht eines dieser Wörter. Einen Kippschutz oder eine Wandbefestigung erwähnt keines. Einen Formaldehydwert oder eine Emissionsklasse nennt keines der 54 Angebote überhaupt, obwohl seit dem 6. August 2026 in der EU ein Grenzwert für genau diese Art von Erzeugnis gilt.

Was dagegen fast immer dasteht, sind Pedale. Neunzehn der 31 Angebote nennen drei Pedale, zwei davon zusätzlich ein Halbpedal, und zehn nennen zwei Kopfhöreranschlüsse. Die Angebote beschreiben das Instrument im Möbel genau und das Möbel um das Instrument gar nicht.

Für ein Gerät, das 28 bis 50 Kilogramm wiegt, 80 Zentimeter hoch ist und in einem Zimmer steht, in dem Kinder spielen, ist das eine bemerkenswerte Lücke. Bei einem Kleiderschrank derselben Größe würde man Werkstoff und Kippschutz in der Beschreibung erwarten. Bei einem Möbelpiano sind sie es nicht, weil der Handel es als Musikinstrument führt und nicht als Möbel.

Die fünf Modelle dieses Vergleichs wurden so gewählt, dass sie die Spanne der Klasse zeigen: zwei Yamaha, ein Casio, ein Gerät der Kirstein-Hausmarke Classic Cantabile und ein Donner. Für alle fünf gibt es ein Herstellerdatenblatt, und an diesen Datenblättern lässt sich ablesen, was die Angebote nicht sagen.

Fünf Gehäuse für dieselbe Wand

Die fünf Geräte unterscheiden sich in fast jeder Zahl, die für ein Zimmer zählt, und am wenigsten in der Breite.

Modell Breite Tiefe Höhe Gewicht Stimmen Halbpedal Kopfhörer
Yamaha YDP-S36 1.353 mm 296 mm 792 mm 37 kg 192 ja 2
Casio AP-S200 1.393 mm 299 mm 802 mm 34,0 kg 192 ja 2
Yamaha YDP-105 1.357 mm 422 mm 815 mm 37,5 kg 64 ja 2
Classic Cantabile DP-50 SM ca. 1.380 mm ca. 440 mm ca. 850 mm ca. 50 kg 32 keine Angabe 2
Donner DDP-80 PLUS 1.275 mm 352 mm 784 mm 28,5 kg 128 keine Angabe 1

Die Breiten liegen zwischen 1.275 und 1.393 Millimetern, also innerhalb von zwölf Zentimetern. In die Wand von 1,60 Metern passen alle fünf, und es bleibt jeweils mehr als eine Handbreit zu Balkontür und Regal. Die Breite ist bei Instrumenten mit 88 Tasten ohnehin keine freie Größe, weil die Klaviatur selbst rund 1,23 Meter misst.

Bei der Tiefe ist es anders. Die beiden schlanken Modelle von Yamaha und Casio kommen mit 296 und 299 Millimetern aus, das Donner braucht 352, das Yamaha YDP-105 422 und das Classic Cantabile rund 440. Der Unterschied zwischen dem flachsten und dem tiefsten Gehäuse beträgt 144 Millimeter, ein Faktor von 1,49. In einem Raum mit Bank davor sind 14 Zentimeter oft die Strecke zwischen bequemem Sitzen und angestoßenen Knien an der Couch.

Beim Gewicht spannt die Reihe von 28,5 Kilogramm beim Donner bis rund 50 beim Classic Cantabile, ein Faktor von 1,75. Und die Stimmenzahl reicht von 32 bis 192, ein Faktor von sechs, der größte Unterschied der ganzen Tabelle.

Wie diese Zahlen zusammenhängen, und welche davon in der Wohnzimmerwand am Ende den Ausschlag geben, erzählen die folgenden Abschnitte. Vorweg der überraschendste Befund: Das schlankste Gehäuse ist nicht das, das am wenigsten Tiefe braucht.

296 Millimeter, die 366 werden

Im Datenblatt des Yamaha YDP-S36 steht unter „Depth“ eine Zahl mit Fußnote: 296 Millimeter, bei offenem Deckel 309, und „with anti-fall brackets attached, the depth is 366 mm“. Mit angebrachten Kippschutzwinkeln ist das Instrument also 70 Millimeter tiefer, 23,6 Prozent mehr als der Wert in der ersten Zeile.

Es ist die einzige Kippschutzangabe in allen fünf Datenblättern und die einzige Stelle in der ganzen Erhebung, an der das Wort überhaupt vorkommt. Yamaha macht sie nicht beim tiefen YDP-105 und nicht beim YDP-146 im selben Gehäuse, sondern nur bei den beiden schlanken Modellen S36 und S56; für das S56 nennt Yamaha 382 Millimeter mit Winkeln, 73 mehr als ohne.

Wo die Winkel sitzen und wie sie aussehen, beschreibt das Datenblatt nicht. Die 70 Millimeter zeigen nur, dass das Instrument mit ihnen um diese Strecke weiter im Raum steht als ohne. Wer mit 296 Millimetern plant und dann befestigt, hat ein Instrument, das so tief in den Raum ragt wie ein Gehäuse von 366 Millimetern, und damit tiefer als das Donner.

Die Angabe ist ein Zeichen von Sorgfalt, und sie ist zugleich ein Eingeständnis: Bei einem Gehäuse dieser Proportion rechnet der Hersteller selbst damit, dass es befestigt wird. Für die Wand mit der Fußleiste heißt das, dass zu den 366 Millimetern noch die zwei Zentimeter Fußleiste kommen, wenn das Instrument nicht dahinter greift, und dass in die Wand gebohrt werden muss.

Bei den anderen vier Modellen steht dazu nichts. Das Casio AP-S200 hat fast dieselbe Tiefe und Höhe wie das S36, ohne dass Casio einen Kippschutz erwähnt. Ob es ihn braucht, sagt das Datenblatt nicht; was die Geometrie sagt, rechnet der nächste Abschnitt.

Warum ein schlankes Gehäuse kippen kann

Ein Möbel kippt, wenn eine waagerechte Kraft oben am Gehäuse mehr Drehmoment erzeugt als das Eigengewicht dagegen. Das Gewicht wirkt am halben Abstand zur Kippkante, die Kraft an der Höhe, an der jemand zieht. Je höher das Gehäuse im Verhältnis zu seiner Tiefe ist, desto kleiner ist der Zug, der reicht. Wie dieselbe Rechnung bei einem Möbel aus einem anderen Bereich aussieht, zeigt das Kippmoment eines schmalen Schranks.

Schematisch, nicht maßstäblich. Bei mittigem Schwerpunkt liegt die Kippkante eine halbe Gehäusetiefe vom Schwerpunkt entfernt, beim YDP-105 bei 211, beim YDP-S36 bei 148 Millimetern.

Für eine vereinfachte Rechnung reichen drei Zahlen aus jedem Datenblatt: Gewicht, Tiefe, Höhe. Die Annahmen dahinter sind grob und gehören dazu: Der Schwerpunkt liegt mittig, die Kippkante ist die Hinterkante der Grundfläche, und der Zug greift waagerecht an der Oberkante an. Die Kraft, ab der das Gehäuse kippt, ist dann Gewicht mal halbe Tiefe geteilt durch Höhe.

Modell Gewicht halbe Tiefe Höhe Höhe zu Tiefe Kippkraft an der Oberkante
Yamaha YDP-S36 37 kg 148 mm 792 mm 2,68 67,8 N, rund 6,9 kg
Casio AP-S200 34,0 kg 149,5 mm 802 mm 2,68 62,2 N, rund 6,3 kg
Donner DDP-80 PLUS 28,5 kg 176 mm 784 mm 2,23 62,7 N, rund 6,4 kg
Yamaha YDP-105 37,5 kg 211 mm 815 mm 1,93 95,2 N, rund 9,7 kg
Classic Cantabile DP-50 ca. 50 kg ca. 220 mm ca. 850 mm 1,93 127,0 N, rund 12,9 kg

Die Reihe teilt sich in zwei Gruppen. Die beiden schlanken Gehäuse und das leichte Donner kippen rechnerisch bei einem Zug, der dem Gewicht von sechs bis sieben Kilogramm entspricht, waagerecht an der Oberkante. Das YDP-105 braucht knapp zehn, das Classic Cantabile knapp dreizehn. Das schwerste Gehäuse ist hier zugleich das kippfesteste, aber nicht wegen des Gewichts allein: Es ist auch das tiefste.

Die Zahlen sind keine Sicherheitsbewertung. Die echte Kippkante liegt dort, wo die Füße oder Seitenwangen den Boden berühren, und die reichen bei vielen Gehäusen vorn unter der Tastatur weiter nach vorn als das Gehäuse selbst. Ein Kind zieht auch nicht waagerecht an der Oberkante, sondern schräg an der Tastatur. Was die Rechnung zeigt, ist die Rangfolge: Bei den Gehäusen mit einem Verhältnis von 2,68 ist die Reserve am kleinsten, und genau für diese Proportion nennt Yamaha Kippschutzwinkel.

Was die Aktion Das Sichere Haus rät

Die Aktion Das Sichere Haus, eine Initiative für Unfallverhütung im Haushalt, schreibt auf ihrer Seite zum sicheren Befestigen von Möbeln, wovor sie warnt: Kleinkinder ziehen sich an Schränken hoch, während sie stehen und laufen lernen, und klettern in offene Schubladen. Ungesicherte schwere Möbel können dabei auf sie fallen.

Die Empfehlung dazu ist knapp: Regale und Schränke mit Metallwinkeln an der Wand festschrauben, schwere Geräte wie Fernseher mit Kippsicherungen oder Wandaufhängungen sichern, und überhaupt prüfen, ob alle Möbel und Einrichtungsgegenstände fest stehen. Zahlen nennt die Seite nicht, weder Unfallzahlen noch Gewichte oder Altersgrenzen.

Ein Möbelpiano steht in dieser Liste nicht, aber es gehört der Sache nach hinein. Es ist ein schweres Möbel mit einer Kante in Greifhöhe, der Tastatur, an der sich ein Kleinkind hochziehen kann. Bei einem Gehäuse von 37 Kilogramm, das rechnerisch bei rund sieben Kilogramm Zug an der Oberkante kippt, ist die Empfehlung kein Formalismus.

Für die Eltern an der Wohnzimmerwand bedeutet das zweierlei. Wer das Yamaha S36 wählt, hat im Datenblatt die Bestätigung, dass Yamaha einen Kippschutz vorsieht, und plant mit 366 Millimetern. Wer das Casio AP-S200 wählt, findet im Datenblatt keine solche Angabe und muss die Befestigung selbst lösen, mit einem Winkel, der zur Rückwand des Gehäuses und zur Wand passt. Welcher Dübel in der Wand dafür hält, hängt vom Untergrund ab; wie man ihn bestimmt, steht im Beitrag darüber, welcher Dübel in welcher Wand hält, dort für Garderoben beschrieben.

Wer in einer Mietwohnung nicht bohren darf, hat mit den tiefen Gehäusen von Yamaha YDP-105 und Classic Cantabile die Modelle mit der größten Reserve. Das ist der eine Fall, in dem Tiefe kein Nachteil ist.

37 Kilogramm auf vier Füßen

Die Frage nach der Decke kommt bei Möbelpianos oft, und sie ist bei ihnen schnell beantwortet, wenn man rechnet statt schätzt. Das Gewicht verteilt sich auf die Grundfläche des Gehäuses, und geteilt durch diese Fläche ergibt sich eine Flächenlast in Kilogramm je Quadratmeter.

Modell Gewicht Grundfläche Flächenlast
Yamaha YDP-S36 37 kg 0,40 m² 92,4 kg/m²
Classic Cantabile DP-50 ca. 50 kg 0,61 m² 82,3 kg/m²
Casio AP-S200 34,0 kg 0,42 m² 81,6 kg/m²
Yamaha YDP-105 37,5 kg 0,57 m² 65,5 kg/m²
Donner DDP-80 PLUS 28,5 kg 0,45 m² 63,5 kg/m²

Die Grundfläche ist Breite mal Tiefe aus dem Datenblatt, beim S36 also 1,353 mal 0,296 Meter. Dass gerade das schlanke S36 die höchste Flächenlast hat, folgt aus der kleinen Fläche, nicht aus dem Gewicht: Es wiegt fast so viel wie das YDP-105, steht aber auf 30 Prozent weniger Boden.

Zum Vergleich hilft ein Blick in einen ganz anderen Bereich. Für Aquarien liegen die Flächenlasten von Aquarien zwischen 263 und 471 Kilogramm je Quadratmeter, also beim knapp Drei- bis gut Fünffachen des Möbelpianos mit der höchsten Flächenlast hier, und dort ist auch beschrieben, mit welchen Nutzlasten Wohnungsdecken bemessen werden. Ein akustisches Klavier wiegt nach den Angaben der Stiftung Warentest 200 bis 300 Kilogramm, das Vier- bis Zehnfache dieser fünf Gehäuse.

Was die Flächenlast nicht abbildet, sind die Füße. Ein Möbelpiano steht nicht auf seiner ganzen Grundfläche, sondern auf Seitenwangen oder Füßen, und unter diesen ist der Druck auf den Bodenbelag höher. Für eine Decke ist das unerheblich, für einen weichen Teppich oder einen Dielenboden nicht: Dort können Druckstellen entstehen, die nach einem Umzug sichtbar bleiben. Eine Unterlage unter den Füßen verteilt die Last, und sie ist das Einzige an dieser Rechnung, was der Käufer selbst ändern kann.

In einem Satz: Für eine Wohnungsdecke ist ein Möbelpiano kein Statikthema, für den Bodenbelag unter den Füßen manchmal schon.

Eine Treppe, ein Karton, zwei Menschen

Das Instrument kommt in einem Karton, und der Karton ist größer als das Instrument. Yamaha nennt für das YDP-S36 einen Karton von 1.463 mal 524 mal 424 Millimetern, für das YDP-105 1.429 mal 434 mal 564 Millimeter. Beide sind länger als einen Meter vierzig und damit für eine gewendelte Treppe in einem Altbau ein Problem, lange bevor das Gewicht eines wird.

Das Gewicht ist das zweite. Zwischen 28,5 und rund 50 Kilogramm wiegen die Geräte selbst, der Karton kommt hinzu. Die Stiftung Warentest nannte für die von ihr untersuchten Home-Pianos 36 bis 60 Kilogramm. Zwei Menschen tragen jedes dieser Geräte, eine Person keines bequem, und auf einer engen Treppe braucht es zwei, die sich verständigen.

Der Aufbau ist der dritte Schritt, und auch dazu sagen die Angebote wenig. Von den 31 Angeboten mit Möbelgehäuse erwähnen vier einen Aufbau oder eine Montage. Dass ein Möbelpiano zerlegt kommt und vor Ort verschraubt wird, zeigt schon der Karton: Er ist bei Yamaha 434 und 524 Millimeter hoch, das aufgebaute Instrument 792 und 815.

Kirstein bietet für das Classic Cantabile DP-50 eine „Premiumlieferung in die Wohnung inklusive Aufbau“ an. Bei den anderen vier Modellen hängt der Aufbau vom Händler ab, über den gekauft wird. Für einen dritten Stock ohne Aufzug ist das kein Komfortmerkmal, sondern die Frage, ob das Instrument überhaupt ankommt.

Was Yamaha für den Aufbau verlangt

Das Handbuch des YDP-105 beschreibt den Aufbau in sieben Schritten, und es beginnt mit einer Bedingung: Der Aufbau muss von mindestens zwei Personen vorgenommen werden, auf einer ebenen, harten und freien Fläche. Dazu ein Kreuzschlitz-Schraubendreher in passender Größe und vier Sorten Schrauben aus dem Karton: Flachkopfschrauben mit 6 mal 20 Millimetern, dünne Schrauben mit 4 mal 12, selbstschneidende mit 4 mal 20 und dicke mit 6 mal 16 Millimetern. Andere Schrauben als die mitgelieferten soll man nicht verwenden.

Die Teile sind die Seitenwangen links und rechts, die Pedalleiste, die Rückwand und das Instrumententeil, das zum Schluss obenauf gesetzt und verschraubt wird. Während des Aufbaus liegt dieses Instrumententeil auf den Styroporpolstern aus der Verpackung, und zwar so, dass sie die Lautsprecherabdeckungen an der Unterseite nicht berühren. Zuletzt wird die Pedalstütze unter der Pedalleiste so weit herausgedreht, dass sie fest auf dem Boden steht.

Am Ende steht eine Prüfliste, die man auch Jahre später noch einmal durchgehen kann: Alle Teile sind verbaut, das Instrument ist stabil, auch wenn man es schüttelt, die Pedalstütze steht fest auf dem Boden, und Pedal- und Netzkabel stecken richtig. Yamaha empfiehlt außerdem, die Schrauben regelmäßig nachzuziehen. Beim Umstellen nach dem Aufbau soll das Instrument waagerecht bleiben und von mindestens zwei Personen getragen werden; bei einem Umzug kann es zusammen mit dem übrigen Hausrat aufgebaut oder zerlegt transportiert werden.

Die Eltern an der Wohnzimmerwand wohnen im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses mit gerader Treppe. Für sie entscheidet sich die Frage an den 1,46 Metern Kartonlänge und an der Zahl der Menschen, die an einem Samstag Zeit haben. Das Donner mit 28,5 Kilogramm wäre das leichteste; das Classic Cantabile mit Lieferung und Aufbau das bequemste.

Die Nische, in die es passen muss

Ein Möbelpiano steht selten frei. Es steht in einer Nische, zwischen Tür und Regal, unter einem Bild oder vor einem Fenster, und für jede dieser Lagen gibt es eine zweite Zahl neben der aus der ersten Zeile des Datenblatts.

Die Deckelzahl. Beim Yamaha S36 wächst die Tiefe mit offenem Klappdeckel von 296 auf 309 Millimeter und die Höhe von 792 auf 968 Millimeter. Wer das Instrument unter eine Fensterbank oder ein tiefes Bild stellen will, misst mit 968 Millimetern, nicht mit 792. Der Schiebedeckel des YDP-105 verschwindet dagegen im Gehäuse.

Die Notenpultzahl. Beim YDP-105 nennt Yamaha 815 Millimeter Höhe und 969 Millimeter mit aufgestelltem Notenpult, also 154 Millimeter mehr. Das Casio AP-S200 hat seine 802 Millimeter ausdrücklich „ohne Notenständer“ angegeben; mit Notenständer liegt es höher, um wie viel, sagt Casio nicht.

Die Wandzahl. Mit Kippschutz kommen beim S36 70 Millimeter hinzu, ohne Kippschutz die Fußleiste, wenn das Gehäuse nicht über sie hinweggreift. Zwei Zentimeter Fußleiste machen aus 296 Millimetern 316.

Die Breitenzahl. Zwischen dem schmalsten Donner mit 1.275 Millimetern und dem breitesten Casio mit 1.393 liegen fast zwölf Zentimeter. In einer Nische von 1,40 Metern passt das Casio mit sieben Millimetern Luft, was beim Aufbau mit Seitenwangen und Schrauben knapp ist.

Die Toleranz, die man einplanen sollte, ist deshalb nicht die zwischen Datenblatt und Wirklichkeit, sondern die zwischen den Zuständen desselben Instruments: geschlossen, offen, befestigt. Die Datenblätter von Yamaha nennen sie, die von Casio teilweise, die von Kirstein und Donner nicht.

Fünf Zentimeter Abstand und vierzig Grad

Das Handbuch des YDP-105 enthält eine Empfehlung, die in keinem der Datenblätter steht und die Tiefenrechnung der vorigen Abschnitte noch einmal verschiebt: Yamaha empfiehlt, das Instrument etwa fünf Zentimeter von der Wand abzurücken, um den Klang zu verbessern. Aus den 422 Millimetern Gehäusetiefe werden so 472 Millimeter Abstand zwischen Wand und Tastenvorderkante, ein Zuwachs von knapp zwölf Prozent.

Den Grund führt Yamaha nicht im Einzelnen aus; ein Gehäuse, das bündig an der Wand steht, hat hinter sich jedenfalls keinen Raum. Fünf Zentimeter sind wenig, aber sie sind nicht null, und wer das Instrument in eine Nische mit genau 422 Millimetern Tiefe stellen will, steht vor einer Wahl zwischen Platz und Klang.

Beim schlanken S36 mit Kippschutz stellt sich die Frage anders. Die Winkel rücken das Instrument ohnehin vor die Wand, und die 366 Millimeter, die Yamaha dafür angibt, schließen den Abstand schon ein. Ob er die fünf Zentimeter erreicht, die das Handbuch des 105 für den Klang empfiehlt, lässt sich aus den Angaben nicht ablesen.

Sonne, Heizkörper, Auto

Für die Umgebung nennt das Handbuch eine Spanne: Die Funktion sei zwischen 5 und 40 Grad Celsius geprüft. Darüber hinaus warnt Yamaha vor direktem Sonnenlicht, vor der Nähe zu einem Heizkörper und davor, das Instrument tagsüber im Auto zu lassen; das könne es verformen oder die Innenteile beschädigen. Auch übermäßige Vibrationen und viel Staub soll man ihm nicht zumuten.

Für die Wohnzimmerwand hat das eine praktische Folge. Der Platz unter dem Fenster, an dem ein Möbelpiano oft steht, hat im Winter den Heizkörper und im Sommer die Mittagssonne. Fünf bis vierzig Grad hält ein Wohnzimmer selbst im Hochsommer meist ein, direkt in der Sonne hinter einer Glasscheibe nicht unbedingt. Wer die Wahl hat, stellt das Instrument an eine Innenwand.

Pflege mit dem Tuch

Zur Pflege empfiehlt Yamaha ein weiches, trockenes oder leicht angefeuchtetes Tuch und warnt vor Verdünnern, Lösungsmitteln, Alkohol, flüssigen Pflegemitteln und chemisch getränkten Tüchern. Eine Bemerkung betrifft das Gehäuse direkt: Bei starken Temperatur- oder Feuchtewechseln könne sich Kondenswasser auf der Oberfläche bilden, und Holzteile könnten es aufnehmen und Schaden nehmen, wenn es nicht sofort abgewischt werde. Gegenstände aus Vinyl, Kunststoff oder Gummi soll man nicht auf dem Instrument ablegen, weil sie die Oberfläche verfärben können.

Das ist die einzige Stelle in allen erhobenen Unterlagen, an der von „Holzteilen“ des Gehäuses die Rede ist, und auch sie sagt nicht, aus welchem Holzwerkstoff sie bestehen. Für die Pflege genügt das. Ein Möbelpiano braucht keinen Stimmer, sondern ein Tuch und einen Platz ohne pralle Sonne.

Eine Steckdose ohne Verteiler

Zum Strom enthält das Handbuch zwei Hinweise, die bei einem Möbel an der Wand leicht übersehen werden. Yamaha rät davon ab, das Instrument über eine Mehrfachsteckdose anzuschließen, weil das die Klangqualität beeinträchtigen oder die Steckdose überhitzen könne. Und wer das Instrument längere Zeit nicht benutzt, soll den Netzstecker ziehen, denn auch ausgeschaltet bleibt es mit dem Netz verbunden, solange er steckt.

Für die Wohnzimmerwand mit Fernseher, Lampe und Ladegerät in der Nähe heißt das, eine eigene Steckdose einzuplanen. Bei einem Gerät, das 6 bis 20 Watt aufnimmt, geht es dabei nicht um die Last, sondern um das, was über einen Verteiler sonst noch mitläuft.

Drei Pedale und das halbe

Neunzehn der 31 Angebote mit Möbelgehäuse nennen drei Pedale, und alle fünf Modelle hier haben drei. Das ist der Teil, in dem sich ein Möbelpiano am deutlichsten von einem tragbaren Gerät unterscheidet, das meist mit einem einzelnen Fußschalter kommt; welche Fußteile den tragbaren Einsteigermodellen ohne Gehäuse beiliegen und was davon ein Schalter ist, steht im Vergleich dieser Klasse.

Die Zahl drei sagt aber nichts darüber, was das rechte Pedal kann. Beim Klavier hebt das Dämpferpedal die Dämpfer von den Saiten, und es lässt sich halb treten, sodass die Töne nur teilweise nachklingen. Ob ein Digitalpiano das nachbildet, entscheidet ein Sensor im Pedal, und diese Angabe ist selten.

Modell Pedale laut Hersteller Halbpedal
Yamaha YDP-S36 Damper (with Half-pedal function), Sostenuto, Soft ja
Yamaha YDP-105 Damper (with half-pedal function), Sostenuto, Soft ja
Casio AP-S200 Dämpfer, weich, Sostenuto; „Halbdämpfer-Pedalbetätigung: Ja“ ja
Classic Cantabile DP-50 Pedaleinheit für Soft, Sostenuto und Dämpfer keine Angabe
Donner DDP-80 PLUS Metall-Dreifachpedal keine Angabe

Unter den 31 Angeboten nennen zwei ein Halbpedal, beide von Yamaha. In den Datenblättern sind es drei der fünf Modelle hier. Kirstein beschreibt beim DP-50 die drei Pedale ausführlich und anschaulich, das Halbpedal aber nicht; Donner hebt beim DDP-80 PLUS die neue Konstruktion hervor, die gegen Verrutschen schützt, sagt aber nichts über die Abstufung.

Für die Zehnjährige an der Wohnzimmerwand ist die Frage nicht dringend. Später wird sie es, wenn Stücke kommen, in denen das Pedal nicht nur an und aus geht. Das Halbpedal ist bei Möbelpianos kein teures Extra, sondern eine Eigenschaft, die drei von fünf Herstellern ohne Aufpreis nennen. Wer eines der beiden anderen Modelle wählt, sollte vorher fragen.

Was das mittlere Pedal festhält

Kirstein erklärt die drei Pedale auf der Seite des DP-50 so, wie man es in einer Klavierstunde hört: Das linke, das Soft-Pedal, reduziert die Lautstärke der angeschlagenen Töne und macht den Klang weicher. Das rechte, das Dämpferpedal, wird am häufigsten benutzt und lässt Töne ausklingen, auch wenn die Finger die Tasten loslassen. Das mittlere, das Sostenuto-Pedal, hält nur die Töne, die beim Treten bereits gespielt sind, während alles, was danach kommt, gedämpft bleibt.

Für den Anfang wird das Sostenuto selten gebraucht. Seine Funktion ist aber ein gutes Beispiel dafür, wie ein Digitalpiano ein mechanisches Bauteil in Software übersetzt: Es merkt sich, welche Tasten beim Treten gedrückt waren, und lässt nur diese weiterklingen.

Das Soft-Pedal ist im Digitalpiano eine Klangänderung, und wie stark sie ausfällt, legt der Hersteller fest. Keines der fünf Datenblätter nennt eine Zahl dazu.

Wichtiger als die einzelnen Funktionen ist für die Kaufentscheidung, dass die drei Pedale fest im Gehäuse sitzen. Sie verrutschen nicht wie ein einzelner Fußschalter auf dem Parkett, und sie stehen an der Stelle, an der sie auch am Klavier der Musikschule stehen. Für ein Kind, das zwischen Unterricht und Üben wechselt, ist das die halbe Miete der Gewöhnung.

Drei Pedale sind deshalb das Argument für ein Möbelpiano, das am wenigsten Erklärung braucht. Das halbe Pedal ist das, das am meisten braucht.

Bis zu 32 Töne

Auf der Produktseite des Classic Cantabile DP-50 steht ein Satz, der eine Bezugsgröße verwechselt: Das DP-50 könne „gleichzeitig bis zu 32 Töne wiedergeben“, und dieses Repertoire erlaube das Spielen der allermeisten Stücke. Gemeint ist die Polyphonie von 32 Stimmen, und Stimmen sind keine Töne.

Ein Ton kann mehrere Stimmen belegen, wenn der Klang aus mehreren Aufnahmen besteht, und er belegt sie, solange er klingt, auch nach dem Loslassen der Taste, wenn das Dämpferpedal gehalten wird. Wie viele Stimmen ein Klavierton im DP-50 braucht, sagt Kirstein nicht. Belegt er zwei, bleiben 16 Töne gleichzeitig; das ist weniger als zwei Hände über zwei Oktaven mit gehaltenem Pedal.

Mit 32 Stimmen hat das DP-50 die niedrigste Polyphonie der ganzen Erhebung von 54 Angeboten. Die anderen vier Modelle hier liegen bei 64 (Yamaha YDP-105), 128 (Donner DDP-80 PLUS) und 192 (Yamaha YDP-S36, Casio AP-S200). Der Abstand zwischen 32 und 192 ist ein Faktor sechs.

Ob 32 Stimmen im Alltag reichen, hängt davon ab, wie viel mit Pedal gespielt wird, und gerade das ist der Grund, ein Möbelpiano mit drei Pedalen zu kaufen. Wer ein Gerät für den Unterricht sucht, in dem das Pedal von Jahr zu Jahr wichtiger wird, kauft mit 32 Stimmen eine Grenze, die später spürbar wird. Bei einfachem Spiel ohne viel Pedal ist sie es nicht.

Was hängen bleiben sollte: „bis zu 32 Töne“ ist die Formulierung des Händlers, nicht des Instruments. Die Zahl dahinter ist eine Stimmenzahl, und für sie gilt dieselbe Rechnung wie bei jedem anderen Gerät.

Gleiches Gehäuse, dreifache Stimmenzahl

Yamaha baut zwei Modelle in dasselbe Gehäuse: das YDP-105 und das YDP-146. Beide sind laut Datenblatt 1.357 Millimeter breit, 422 Millimeter tief und 815 Millimeter hoch, beide haben einen Schiebedeckel, zwei Kopfhörerbuchsen und drei Pedale mit Halbpedal. Das YDP-146 wiegt 38 Kilogramm, das YDP-105 37,5.

Was sich unterscheidet, steckt im Gehäuse und nicht daran:

Yamaha YDP-105 Yamaha YDP-146
Tastatur GHS GHS
Klangquelle AWM Stereo Sampling Yamaha CFX
Stimmen 64 192
Verstärker 6 W × 2 8 W × 2
Lautsprecher 12 cm × 2 12 cm mit Diffusor × 2
Leistungsaufnahme 6 W 9 W
Bluetooth nein Audio, MIDI

Die Tastatur ist bei beiden dieselbe GHS, und die Tastatur ist das, was sich beim Spielen am deutlichsten anfühlt. Der Aufpreis vom YDP-105 zum YDP-146 kauft also nicht ein anderes Spielgefühl, sondern einen anderen Klang, die dreifache Stimmenzahl, etwas mehr Verstärkerleistung und Bluetooth. Am Stichtag lag er bei knapp der Hälfte des Preises des YDP-105.

Für das YDP-S36 gilt dasselbe wie für das YDP-146, nur im schlanken Gehäuse: dieselbe GHS, der CFX-Klang, 192 Stimmen, Bluetooth, 8 W × 2. Die beiden Yamaha in diesem Vergleich sind damit zwei Wege zu derselben Tastatur: das YDP-105 im tiefen, kippfesteren Gehäuse mit älterem Klang, das S36 im schlanken Gehäuse mit neuerem Klang und Kippschutzwinkeln.

Wer eine Wand mit genug Tiefe hat und vor allem Klavier üben will, verliert mit dem YDP-105 an Spielgefühl nichts gegenüber den teureren Schwestern. Wer viel mit Pedal spielt, gewinnt mit dem CFX-Modell die Stimmen, die das 105 nicht hat.

Zwanzig Watt Spitze

Vier der fünf Hersteller nennen eine Verstärkerleistung, und sie meinen damit verschiedene Dinge, ohne es immer zu sagen.

Casio schreibt beim AP-S200 „20 W + 20 W (maximale Leistung)“ und daneben „Stromverbrauch 20 W“. Die maximale Leistung ist eine Spitzenleistung, die der Verstärker kurz abgeben kann, nicht die Leistung im Dauerbetrieb. Sind die 20 Watt Stromverbrauch die Aufnahme bei voller Lautstärke, können 40 Watt Ausgangsleistung nur kurz anliegen. Casio ist der einzige Hersteller hier, der den Bezug ausdrücklich benennt.

Kirstein nennt beim DP-50 „15 W + 15 W“ und in der Merkmaltabelle „Verstärkerleistung in Watt (RMS) 30“, also eine Dauerleistung. Yamaha schreibt 8 W × 2 beim S36 und 6 W × 2 beim YDP-105, ohne Bezug; die Leistungsaufnahme von 9 und 6 Watt legt nahe, dass auch hier nicht die Dauerleistung bei voller Lautstärke gemeint sein kann. Donner nennt im Merkmaltext einen „20W Dual-Lautsprecher“, in der Modelltabelle 20 W × 2; ob das 20 oder 40 Watt sind, bleibt offen.

Nebeneinander gestellt sind die Zahlen also nicht vergleichbar. Die zweimal 6 Watt des YDP-105 sind nicht ein Drittel der zweimal 20 Watt des Casio, weil die eine Zahl eine unbezeichnete und die andere eine Spitzenangabe ist. Wie laut ein Instrument im Wohnzimmer wird, hängt außerdem vom Lautsprecher ab, und dessen Wirkungsgrad nennt keiner der fünf.

Für die Wohnzimmerwand ist die Frage ohnehin selten die Lautstärke. Voll ausgesteuert wird ein Möbelpiano in einer Wohnung mit Nachbarn selten. Die Frage ist der Klang bei Zimmerlautstärke, und dazu sagt die Wattzahl nichts.

Was ein Gehäuse für den Klang tut

Ein Möbelgehäuse hat Platz, den ein tragbares Gerät nicht hat, und das Argument dafür ist der Klang. Die Lautsprecher können größer sein, weiter auseinander stehen und gegen eine Rückwand arbeiten. Ob das genutzt wird, zeigt das Datenblatt nur zum Teil.

Yamaha nennt für das S36 und das YDP-146 zwei Lautsprecher mit zwölf Zentimetern und Diffusor, für das YDP-105 zwei mit zwölf Zentimetern ohne. Casio nennt beim AP-S200 ebenfalls zweimal zwölf Zentimeter. Kirstein nennt beim DP-50 zwei Lautsprecher mit 6,5 Zoll, rund 16,5 Zentimetern, die größte Angabe des Vergleichs. Donner nennt keine Größe.

Die Stiftung Warentest hat in ihrer Untersuchung von Home- und Hybridpianos, veröffentlicht in test 11/2021, ein Urteil gefällt, das dieses Argument relativiert: Von elf geprüften Geräten mit Gehäuse klangen nur drei über ihre eingebauten Lautsprecher gut oder sehr gut.

Casio geht beim AP-S200 einen anderen Weg und bildet im Akustiksimulator Geräusche nach, die ein akustisches Klavier macht: Tastengeräusche, Dämpfergeräusche, Saiten- und Dämpferresonanz, jeweils in vier Stufen einstellbar. Das ist ein Detail, an dem sich zeigt, wie weit die Nachbildung geht, bis zum Klacken der Mechanik.

Was das Gehäuse sicher leistet, ist eine Verbesserung gegenüber dem Raum, nicht gegenüber dem Kopfhörer. In einem halligen Zimmer mit Fliesen und wenig Möbeln klingt jedes Instrument härter; wie viel ein einzelnes Paneel an der Wand dagegen ausrichtet, ist im Beitrag über Schallabsorption an der Wand für einen Flur gerechnet. Gegen den Schall, der über die Füße in die Decke geht, hilft es nicht.

Die Untersuchung, die genau diese Klasse prüfte

Anders als bei tragbaren Geräten gibt es für Möbelpianos eine unabhängige Prüfung aus dem deutschen Prüfwesen. Die Stiftung Warentest hat für test 11/2021 elf Digitalpianos mit Lautsprechern, 88 Tasten und drei Pedalen untersucht, neun Home-Pianos und zwei Hybridpianos, gekauft im Mai und Juni 2021. Die Preisspanne nannte sie mit etwa 1.000 bis 2.000 Euro für die Home-Pianos.

Im frei zugänglichen Teil stehen die Modelle, und zwei davon gehören zu den Reihen dieses Vergleichs: ein Yamaha Arius YDP-164 und ein Casio Celviano AP-470. Daneben standen ein Kawai KDP120 und Modelle von Roland, Gewa und der Kirstein-Marke Steinmayer. Die Ergebnisse je Modell liegen hinter der Bezahlschranke; frei lesbar sind einige Befunde für die ganze Gruppe.

Sieben der elf Geräte bildeten den Flügelklang nach dem Urteil der Prüfer realistisch ab, zwei davon waren Hybride. Beim Kawai KDP120 bewertete die Stiftung die Klangkomplexität als mangelhaft, weil ungedämpfte Saiten bei gedrückten Tasten nicht mitschwingen, wie sie es am Klavier tun. Alle elf Geräte hatten zwei Kopfhörerbuchsen; die neun Home-Pianos wogen zwischen 36 und 60 Kilogramm, die beiden Hybride gut über 100.

Gegen die fünf Modelle hier gehalten, zeigt sich vor allem ein Unterschied: Zwei von ihnen sind leichter als das leichteste Gerät der Untersuchung. Das Donner mit 28,5 und das Casio AP-S200 mit 34,0 Kilogramm liegen unter den 36 Kilogramm, mit denen die Spanne 2021 begann. Zwei der heutigen Gehäuse sind damit leichter als alles, was 2021 geprüft wurde, und bei gleicher Form sinkt mit dem Gewicht die Reserve gegen das Kippen.

Was sich seit 2021 geändert hat

Yamaha hält die Datenblätter der 2021 geprüften Arius-Generation weiter online, und daran lässt sich ablesen, was zwischen damals und heute passiert ist. Das YDP-164 aus der Untersuchung war 1.357 Millimeter breit, 422 tief und 849 hoch, wog 42,0 Kilogramm, hatte die GH3-Tastatur mit synthetischen Ebenholz- und Elfenbeinoberflächen, 192 Stimmen, zweimal 20 Watt und 13 Watt Leistungsaufnahme.

Das heutige YDP-166 in derselben Reihe hat dieselben Maße bis auf den Millimeter, dasselbe Gewicht von 42 Kilogramm, dieselben zweimal 20 Watt, dieselben 13 Watt und dieselben 192 Stimmen. Geändert hat sich die Tastatur: Aus der GH3 wurde die GrandTouch-E mit Escapement. Das Gehäuse ist geblieben, die Mechanik darin ist neu.

Bei den schlanken Modellen ist es ähnlich und doch nicht gleich. Das YDP-S34 der vorigen Generation war 296 Millimeter tief wie das S36 heute, wog aber 35,9 Kilogramm statt 37 und hatte mit Kippschutzwinkeln 388 Millimeter Tiefe statt 366. Der Kippschutz ist also um 22 Millimeter flacher geworden, das Gerät um 1,1 Kilogramm schwerer. Beides verbessert die Lage für eine Wand mit wenig Platz ein wenig.

Für die Lektüre des Warentest-Befunds heißt das: Wo Yamaha nur die Mechanik getauscht hat, sagt das damalige Urteil über das Gehäuse, die Lautsprecher und die Ausstattung noch etwas; über die Tastatur sagt es nichts mehr.

Was die Untersuchung nicht leisten kann, ist eine Aussage über die heutigen Nachfolger. Sie ist fünf Jahre alt, und keines der fünf Modelle hier war Teil davon. Sie belegt aber, dass Lautsprecher die häufigste Schwachstelle der Klasse sind und dass zwei Kopfhörerbuchsen in dieser Klasse Standard waren; das Donner DDP-80 PLUS mit einer einzigen fällt dahinter zurück.

Yamaha, Casio, eine Hausmarke und Donner

Hinter den fünf Gehäusen stehen vier Absender, und sie sind verschieden aufgestellt.

Yamaha führt die beiden Modelle in der Arius-Reihe. Die Datenblätter der beiden Modelle hier gehören zu den vollständigsten der ganzen Erhebung: Maße in drei Zuständen, Kartongröße, Kippschutz, Leistungsaufnahme, Zubehör. Im Angebotsfeld „Ursprungsland“ steht bei den erhobenen Angeboten von YDP-105 und S36 Indonesien.

Casio führt seine Möbelpianos unter dem Namen Celviano, und das AP-S200 ist mit 299 Millimetern Tiefe ein schlankes Modell dieser Reihe. Auch Casios Datenblatt ist vollständig und nennt als einziges den Bezug der Verstärkerleistung.

Classic Cantabile ist eine Hausmarke des Musikhauses Kirstein, das die Instrumente unter eigenem Namen verkauft und auf der Produktseite zugleich die technischen Daten veröffentlicht. Die Marke ist also zugleich Händler; ein separates Datenblatt eines Herstellers gibt es nicht. Kirstein gibt drei Jahre Garantie und bietet die Lieferung mit Aufbau an. Im Angebotsfeld steht China als Ursprungsland.

Donner verkauft im eigenen Shop eine ganze Reihe von Möbelpianos und veröffentlicht dazu eine Vergleichstabelle über zwölf Modelle. In dieser Tabelle stehen sieben verschiedene Begriffe für die Tastatur: „Graded Hammer-Action II“, „Leichtgewichtete Tastatur“, „Hammertastatur“, „Halb-gewichtete Tastatur“, „Graded-Hammermechanik mit Druckpunkt“, „Hammermechanik“ und „Progressive Hammermechanik“. Zwölf Modelle eines Herstellers, sieben Wörter, keine Zahl.

Für den Käufer bedeutet die Aufstellung, dass die Datenblätter von Yamaha und Casio am meisten über das Möbel sagen, das von Kirstein am meisten über die Bedienung und das von Donner am meisten über die Modellvielfalt. Keines sagt etwas über den Werkstoff.

Spanplatte, Folie, Lack und der Grenzwert seit August 2026

Das Gehäuse eines Möbelpianos ist der größte Teil des Instruments, und es ist der Teil, über den die Datenblätter am wenigsten sagen. Keines der fünf nennt den Werkstoff. Donner schreibt im Seitentitel des DDP-80 PLUS „Digitalpiano aus Holz“, ohne zu sagen, ob Massivholz, Spanplatte oder Faserplatte gemeint ist. Yamaha nennt Farbvarianten wie „Weißbirke“, Kirstein „schwarz matt“, Casio „Weiß“.

Die Frage ist nicht nur eine nach der Haltbarkeit, die sich an Kanten und Oberflächen nach Jahren zeigt und die im Beitrag über Spanplatte und Beschichtung für Schuhschränke beschrieben ist. Sie ist auch eine Frage der Raumluft. Seit dem 6. August 2026 gilt in der EU nach der Verordnung (EU) 2023/1464 ein Grenzwert für Formaldehyd: Möbel und Erzeugnisse auf Holzwerkstoffbasis dürfen danach nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn sie unter den vorgeschriebenen Prüfbedingungen mehr als 0,062 Milligramm je Kubikmeter abgeben; für andere Erzeugnisse gilt 0,080.

Ein Möbelpiano mit Gehäuse aus Holzwerkstoff fällt nach dem Wortlaut unter die erste Gruppe. Was das für die fünf Modelle bedeutet, lässt sich nicht prüfen, weil keines einen Emissionswert nennt; in der ganzen Erhebung von 54 Angeboten steht weder ein Formaldehydwert noch eine Emissionsklasse. Wie lange es gedauert hat, bis die EU diesen Grenzwert festlegte, und was er gegenüber der alten Klasse E1 bedeutet, steht im Beitrag zum Formaldehyd-Grenzwert seit August 2026, dort für Kratzbäume.

Eine Ausnahme der Verordnung betrifft Käufer von Möbelpianos direkt: Gebrauchte Erzeugnisse sind ausgenommen. Ein gebrauchtes Gerät, das vor dem Stichtag gebaut wurde, unterliegt dem Grenzwert nicht, und auf dem Gebrauchtmarkt sind Möbelpianos häufig.

Kurz gemerkt: Der Werkstoff steht in keinem Datenblatt, der Grenzwert in der Verordnung. Wer nachfragt, fragt den Händler nach einem Prüfbericht für das Gehäuse.

Ein Altbau, ein Neubau, ein Reihenhaus

Drei Wohnungen, in die ein Möbelpiano soll, und wie die fünf Datenblätter darauf antworten.

Der Altbau mit Dielen im zweiten Stock

Die Wohnung hat 3,10 Meter Deckenhöhe, Dielenboden und eine gewendelte Treppe, die am Treppenauge gerade so einen Kleiderschrank durchlässt. Die Wand für das Instrument ist die Innenwand zum Flur, gemauert und verputzt. Unten wohnt eine ältere Dame, die sich schon über die Waschmaschine beklagt hat.

Hier zählen Karton und Gewicht zuerst. Das Donner mit 28,5 Kilogramm ist das leichteste, und seine Kartonmaße nennt Donner nicht; die Yamaha-Kartons sind über 1,42 Meter lang. Für die Dielen zählt die Last unter den Füßen, und eine Unterlage gehört dazu. Gegen den Schall, der über den Boden zur Nachbarin geht, hilft kein Gehäuse; das ist eine Frage von Kopfhörer und Entkopplung unter den Füßen, nicht des Möbels.

Der Neubau mit Trockenbauwand

Eine Dreizimmerwohnung, Erdgeschoss, Fußbodenheizung unter Parkett, und die freie Wand im Wohnzimmer ist eine Trockenbauwand. Zwei Kinder, vier und acht Jahre alt.

Hier zählt der Kippschutz. Das S36 mit seiner Angabe von 366 Millimetern mit Winkeln ist das einzige, für das der Hersteller die Befestigung vorsieht, und in einer Trockenbauwand braucht der Winkel einen Hohlraumdübel. Das Casio AP-S200 mit derselben Proportion kippt rechnerisch bei ähnlichem Zug. Wer nicht befestigen will, nimmt das YDP-105 mit 422 Millimetern Tiefe und hat die größere Reserve.

Das Reihenhaus mit Musikzimmer

Ein eigenes Zimmer unter dem Dach, kein Nachbar unter dem Boden, eine Wand von 2,40 Metern. Der Vater hat früher Klavier gespielt und will wieder anfangen, die Tochter lernt.

Hier zählen Stimmen und Pedal. Mit 192 Stimmen und Halbpedal sind S36 und AP-S200 die beiden Geräte, die für gehaltenes Pedalspiel am meisten Spielraum haben; das YDP-105 hat dasselbe Pedal mit einem Drittel der Stimmen. Das Classic Cantabile mit 32 Stimmen wäre für den Vater die Grenze, die er zuerst bemerkt.

Zwei Kinder und eine Mietwohnung

Ein Sonderfall, der in den Angeboten nicht vorkommt und in Wohnungen häufig ist: eine Mietwohnung, in der nicht gebohrt werden darf, mit einem Kleinkind, das gerade laufen lernt, und einem älteren Kind, das Klavier spielt.

Die Aktion Das Sichere Haus beschreibt genau diese Lage: Kleinkinder ziehen sich an Möbeln hoch, während sie stehen lernen. Ein Möbelpiano bietet dafür die perfekte Kante, die Tastatur auf Greifhöhe, und das Gewicht des Gehäuses steht hinter der Kante, nicht davor. Wer nicht bohren darf, kann die Empfehlung, Möbel mit Metallwinkeln zu befestigen, nicht umsetzen.

Bleibt die Geometrie. Unter den fünf Modellen haben das YDP-105 und das Classic Cantabile ein Verhältnis von Höhe zu Tiefe von 1,93, die anderen drei von 2,23 bis 2,68. In der vereinfachten Rechnung kippen die tiefen Gehäuse erst bei knapp zehn und knapp dreizehn Kilogramm Zug an der Oberkante, die schlanken bei sechs bis sieben. Für die Mietwohnung ohne Bohrerlaubnis ist das tiefe Gehäuse die Lösung, die ohne Wand auskommt.

Ein zweiter Punkt betrifft das ältere Kind. Wenn der Unterricht zu Hause mit einer Lehrkraft stattfindet oder ein Elternteil mithört, braucht es zwei Kopfhörerbuchsen. Vier der fünf Modelle haben sie, das Donner nicht. Kirstein beschreibt beim DP-50 den zweiten Anschluss ausdrücklich für einen „stillen Zuhörer“.

Und ein dritter Punkt betrifft den Deckel. Ein Schiebedeckel, wie ihn YDP-105 und AP-S200 haben, verschwindet im Gehäuse; ein Klappdeckel wie beim S36 kann auf kleine Finger fallen, wenn er nicht gedämpft schließt. Ob er gedämpft schließt, sagt Yamaha im Datenblatt nicht. Donner schreibt beim DDP-80 PLUS von „geräuschdämpfenden Silikonkanten“ am halboffenen Deckel.

Was Yamaha zum Deckel schreibt

Auch der Schiebedeckel ist nicht ohne Kante. Im Handbuch des YDP-105 steht unter „Vorsicht“, man solle den Tastaturdeckel beim Öffnen und Schließen mit beiden Händen halten und erst loslassen, wenn er ganz offen oder ganz geschlossen ist, und darauf achten, dass sich niemand die Finger zwischen Deckel und Instrument einklemmt, ausdrücklich auch keine Kinder in der Nähe. Ein Schiebedeckel fällt also nicht, aber er schiebt sich über eine Kante, und an dieser Kante liegen Finger.

Für die Mietwohnung mit zwei Kindern heißt das: Der Deckel ist kein Kinderspielzeug, gleich welche Bauart, und die Regel, ihn mit beiden Händen zu bedienen, gilt auch für das ältere Kind, das übt.

Wenn es nach dem Aufbau klappert

Ein Möbelpiano hat mehr bewegliche und verschraubte Teile als ein tragbares Gerät, und die häufigsten Störungen sind deshalb keine elektronischen. Das Handbuch des YDP-105 nennt sieben Probleme mit Ursache und Lösung, und die Prüfliste nach dem Aufbau ergänzt drei mechanische. Für die anderen vier Modelle wurden keine Handbücher ausgewertet; die Tabelle gilt wörtlich für Yamaha und sinngemäß für die Bauart.

Symptom Ursache laut Yamaha Lösung
Gehäuse wackelt beim Spielen Schrauben haben sich gelockert Schrauben nachziehen, wie im Handbuch empfohlen
Pedalleiste klappert oder gibt nach Pedalstütze steht nicht fest auf dem Boden Stütze herausdrehen, bis sie fest aufsitzt
Pedale funktionieren nicht Pedalkabel nicht ganz in der Buchse TO PEDAL Stecker vollständig einstecken, bis kein Metall mehr sichtbar ist
rechtes Pedal reagiert falsch Pedal war beim Einschalten getreten Pedal loslassen und erneut treten
Gerät schaltet sich plötzlich ab automatische Abschaltung Funktion deaktivieren, wenn gewünscht
Gerät lässt sich nicht einschalten Stecker nicht richtig verbunden Gleichstromstecker und Netzstecker prüfen
Klicken beim Ein- und Ausschalten Strom fließt ins Gerät normal, keine Maßnahme
Störgeräusch in Lautsprechern oder Kopfhörer Mobiltelefon in der Nähe Telefon ausschalten oder Flugmodus bei der App
Lautstärke sehr leise oder stumm Lautstärke zu niedrig, Kopfhörer oder Adapter gesteckt, Lautstärkebegrenzung an Regler, Buchse und Begrenzung prüfen

Drei der neun Zeilen betreffen das Möbel, nicht das Instrument: Schrauben, Pedalstütze und das Pedalkabel zwischen Instrumententeil und Pedalleiste. Das ist die Kehrseite der drei fest eingebauten Pedale. Sie stehen stabil, solange die Konstruktion darunter stabil ist, und sie klappern, wenn eine Schraube nachgibt.

Zwei Zeilen betreffen Funktionen, die man für Fehler halten kann. Die automatische Abschaltung ist seit Mai 2025 für Musikinstrumente in der EU vorgeschrieben und schaltet ein Gerät nach höchstens 20 Minuten ohne Spiel ab; wer mit langen Pausen übt, schaltet sie ab. Die Lautstärkebegrenzung, die Yamaha beim YDP-105 zum Schutz der Ohren anbietet, kann ein Gerät leiser erscheinen lassen, als es ist.

Eine Zeile verdient besondere Aufmerksamkeit in einer Wohnung mit Kindern. Das gelockerte Gehäuse, das beim Spielen wackelt, ist zugleich ein Gehäuse, das weniger kippfest ist als beim Aufbau. Die Schrauben einmal im Jahr nachzuziehen, ist deshalb nicht nur gegen das Klappern gut.

Zwei Gewichte für dasselbe Gerät

Bei zwei der fünf Modelle weicht das Gewicht im Angebot vom Datenblatt ab, bei zweien nicht, und beim fünften fehlt der Vergleichswert im Feld.

Modell Feld „Artikelgewicht“ Herstellerangabe Abweichung
Yamaha YDP-S36 38,35 kg 37 kg +1,35 kg, +3,6 %
Classic Cantabile DP-50 51 kg ca. 50 kg +1 kg
Casio AP-S200 34 kg 34,0 kg keine
Donner DDP-80 PLUS 28,5 kg 28,5 kg keine
Yamaha YDP-105 Schwarz — 37,5 kg Feld leer; weiße Variante 38,09 kg

Die Abweichungen sind kleiner als bei den tragbaren Geräten, bei denen das Feld bis 4,55 Kilogramm danebenlag, und sie gehen hier nur in eine Richtung: nach oben. Beim Yamaha YDP-146 im Gehäuse des YDP-105 nennt das Feld 38,96 Kilogramm gegen 38 laut Datenblatt, ebenfalls nach oben. Bei Möbelpianos könnte das Feld das Versandgewicht mit Teilen der Verpackung enthalten; belegt ist das nicht.

Für die Treppe ist der Unterschied von einem Kilogramm unerheblich. Für den Vergleich ist er es nicht ganz: Wer nach dem Feld das leichteste Gerät sucht, sortiert mit falschen Zahlen, und wer das Gewicht für die Kipprechnung braucht, nimmt das Datenblatt.

Die Bank, die nicht im Karton liegt

Zu einem Möbelpiano gehört eine Bank, und sie ist bei keinem der fünf Modelle sicher dabei. Von den 31 Angeboten mit Möbelgehäuse erwähnen vier eine Bank oder einen Hocker.

Yamaha nennt die Bank im Zubehör einzelner Arius-Modelle mit dem Zusatz, sie könne je nach Region nicht enthalten sein. Kirstein verkauft für das Classic Cantabile eine passende Pianobank getrennt, Donner bietet eine höhenverstellbare Duett-Bank und eine Klavierbank im eigenen Shop an. Casio nennt beim AP-S200 im Lieferumfang Notenständer, Netzteil und den Funkadapter, keine Bank.

Die Bank ist nicht nebensächlich. Ihre Höhe bestimmt, wie die Unterarme zur Tastatur liegen, und eine höhenverstellbare Bank wächst mit einem Kind mit. Ein Küchenstuhl hat eine feste Höhe, die bei einem Zehnjährigen zu niedrig und bei einem Erwachsenen oft zu hoch ist.

Neben der Bank kommt bei allen fünf früher oder später ein Kopfhörer dazu. Und wenn das Netzteil nach Jahren ersetzt werden muss, hilft eine Typbezeichnung: Casio nennt beim AP-S200 das AD-E24250LW, Yamaha für die Modelle dieser Reihe Netzteile der PA-Reihe, etwa PA-150 und PA-300C. Kirstein und Donner nennen in den erhobenen Unterlagen keine Typbezeichnung.

Gezählt in Anschaffungen statt in Euro: Zum Möbelpiano kommen eine Bank und ein Kopfhörer hinzu, beim Donner mit einer Buchse nur einer, bei den anderen bis zu zwei. Pedale und Ständer, die bei tragbaren Geräten den größten Nachkauf ausmachen, sind hier schon drin.

Was Yamaha zur Bank schreibt

Wo eine Bank mitgeliefert wird, gibt das Handbuch des YDP-105 dazu eigene Hinweise, die für jede Klavierbank gelten. Sie soll nicht wackelig stehen, weil sie umkippen kann, und sie ist kein Tritt: Wer auf ihr steht, um ein Regal zu erreichen, riskiert einen Unfall. Auf ihr sitzt immer nur eine Person. Ihre Schrauben können sich mit der Zeit lockern und sollen regelmäßig mit dem passenden Werkzeug nachgezogen werden. Und kleine Kinder soll man beaufsichtigen, weil die Bank keine Lehne hat und sie herunterfallen können.

Das klingt selbstverständlich und steht trotzdem nur in einem der erhobenen Dokumente. Für eine Duett-Bank, auf der zwei sitzen, wie Donner sie anbietet, gilt der Hinweis mit der einen Person nicht; für alle anderen schon.

Licht, Dübel, Hall

Drei Dinge aus dem Rest der Wohnung entscheiden mit darüber, ob am Möbelpiano gern geübt wird.

Das Licht. Ein Möbelpiano steht mit dem Rücken zur Wand, und das Licht im Zimmer kommt meist von oben oder von hinten. Auf dem Notenpult entsteht dann der Schatten des eigenen Kopfes. Kirstein verkauft für seine Instrumente LED-Pianoleuchten; die Alternative ist eine Leuchte neben dem Instrument. Worauf es bei Leselicht neben dem Instrument ankommt, ist für Stehlampen mit zweitem Arm beschrieben, und dieselbe Frage stellt sich am Notenpult: was auf der Seite ankommt.

Der Dübel. Für den Kippschutz eines schlanken Gehäuses braucht es eine Befestigung, die zur Wand passt. In Mauerwerk hält ein Spreizdübel, in einer Trockenbauwand braucht es einen Hohlraumdübel. Welche Werte die Hersteller dafür nennen, ist im Beitrag über die Garderobenbefestigung aufgeschlüsselt, der weiter oben schon verlinkt ist.

Der Hall. Möbelpianos stehen oft in Wohnzimmern mit großen Fenstern und hartem Boden. Ein Teppich unter der Bank und Möbel mit Stoff in der Nähe dämpfen mehr als jedes Gehäuse, und das Gehäuse selbst klingt in einem gedämpften Raum besser als in einem leeren.

Was diese drei Dinge gemeinsam haben: Sie stehen in keinem Datenblatt und kosten keine Datenblattzeile, aber sie entscheiden über die Monate nach dem Aufbau.

Ein Möbelpiano ist ein Möbel ohne Möbelangaben

Die These klingt zugespitzt und ist doch nur die Zusammenfassung der Auszählung: Ein Digitalpiano mit Gehäuse ist das einzige Möbelstück in einer Wohnung, für das die üblichen Möbelangaben nicht gemacht werden.

Bei einem Kleiderschrank derselben Höhe würde man den Werkstoff erwarten, die Kantenausführung, eine Angabe zur Kippsicherung und seit August 2026 eine Aussage zur Formaldehydabgabe. Bei den 31 Möbelpiano-Angeboten steht nichts davon. Bei den fünf Datenblättern hier steht nur bei einem Hersteller etwas zum Kippen, und das auch nur als Tiefenangabe in einer Fußnote.

Dabei behandelt die EU-Verordnung das Gehäuse eines Möbelpianos genauso wie das eines Kleiderschranks: als Erzeugnis auf Holzwerkstoffbasis. Und die Aktion Das Sichere Haus nennt keine Ausnahme für Möbel, die Musik machen. Rechtlich und sicherheitlich ist das Gehäuse ein Möbel, im Angebot ist es eine Verpackung für eine Tastatur.

Das ist kein Vorwurf an einen einzelnen Hersteller. Die Datenblätter von Yamaha und Casio sind gemessen an der Erhebung vorbildlich, was das Instrument betrifft, und Yamaha denkt den Kippschutz mit. Es ist eine Lücke der Kategorie, und sie hat eine Folge für jeden Käufer: Die Fragen, die man beim Möbelkauf stellt, muss man beim Möbelpiano selbst stellen, beim Händler und notfalls schriftlich.

Welches Gehäuse in welches Zimmer

Lage passendes Modell warum
wenig Tiefe, Bohren erlaubt Yamaha YDP-S36 296 mm, Kippschutz im Datenblatt vorgesehen, 366 mm befestigt
wenig Tiefe, leichtes Gerät gewünscht Casio AP-S200 299 mm, 34,0 kg, Halbpedal; Kippschutz selbst lösen
genug Tiefe, Bohren nicht erlaubt, Kleinkind Yamaha YDP-105 422 mm, Höhe zu Tiefe 1,93, rechnerisch erst bei rund 9,7 kg Zug kippend
fester Platz, schweres Gehäuse gewünscht Classic Cantabile DP-50 SM ca. 50 kg auf ca. 440 mm, kippfestestes Gehäuse; 32 Stimmen beachten
enge Treppe, nur Klavierklang Donner DDP-80 PLUS 28,5 kg, ein Klang, 128 Stimmen; nur eine Kopfhörerbuchse
viel Pedal, Unterricht über Jahre YDP-S36 oder AP-S200 192 Stimmen und Halbpedal laut Hersteller

Für die Wand mit 1,60 Metern, der Fußleiste und dem kleinen Bruder fällt die Wahl der Eltern damit auf eine von zwei Lösungen: das YDP-105, wenn die 422 Millimeter Tiefe vor der Couch Platz haben, oder das S36 mit Kippschutzwinkeln, wenn sie bohren dürfen und die Tiefe knapp ist. Beide haben dieselbe Tastatur, beide ein Halbpedal, beide zwei Kopfhörerbuchsen.

Die anderen Bauformen dieses Bereichs, tragbar und für die Bühne, ordnet der Überblick über alle Bauformen ein, weitere Instrumente finden sich im Bereich Musikinstrumente. Wie Angebote und Datenblätter in diesen Vergleichen ausgezählt und gegeneinander gehalten werden, beschreibt die Seite darüber, wie Angebote und Datenblätter hier verglichen werden; die Belege im Überblick sammeln alle Quellen, und berichtigte Angaben aus diesem Bereich stehen gesammelt an einer Stelle.

Häufige Fragen

Wie viel wiegt ein Digitalpiano mit Gehäuse?
In diesem Vergleich 28,5 Kilogramm (Donner DDP-80 PLUS) bis rund 50 Kilogramm (Classic Cantabile DP-50 SM). Die Stiftung Warentest nannte für die von ihr untersuchten Home-Pianos 36 bis 60 Kilogramm. Zwei Menschen tragen jedes davon, eine Person keines bequem.
Wie tief ist ein E-Piano mit Gehäuse?
Zwischen 296 Millimetern (Yamaha YDP-S36) und rund 440 Millimetern (Classic Cantabile DP-50). Beim YDP-S36 wächst die Tiefe mit angebrachten Kippschutzwinkeln auf 366 Millimeter, bei offenem Deckel auf 309. Die Bank davor braucht mehr Raum als das Instrument selbst.
Muss man ein Digitalpiano an der Wand befestigen?
Bei schlanken Modellen ist es sinnvoll. Yamaha gibt für das YDP-S36 eine Tiefe mit Kippschutzwinkeln an, die Aktion Das Sichere Haus rät allgemein, Schränke in Haushalten mit Kleinkindern mit Metallwinkeln an der Wand zu befestigen. Je höher das Gehäuse im Verhältnis zur Tiefe ist, desto weniger Zug braucht es zum Kippen.
Haben E-Pianos mit Gehäuse ein Halbpedal?
Drei Pedale haben fast alle, ein Halbpedal nennen wenige. Von 31 erhobenen Angeboten mit Möbelgehäuse oder Möbelständer nennen 19 drei Pedale und 2 ein Halbpedal. In den Datenblättern belegen es Yamaha für YDP-S36 und YDP-105 und Casio für das AP-S200.
Wofür ist das mittlere Pedal beim Digitalpiano?
Es ist meist das Sostenuto-Pedal. Es hält nur die Töne, deren Tasten beim Treten gedrückt sind, während später gespielte Töne gedämpft bleiben. Das linke Pedal macht den Klang leiser und weicher, das rechte lässt alle Töne nachklingen.
Trägt eine Wohnungsdecke ein Digitalpiano?
Ein Möbelpiano verteilt 28,5 bis 50 Kilogramm auf seine Grundfläche; das ergibt hier 63,5 bis 92,4 Kilogramm je Quadratmeter. Ein akustisches Klavier wiegt nach Stiftung Warentest 200 bis 300 Kilogramm. Eine statische Beurteilung ersetzt diese Rechnung nicht.
Aus welchem Material ist das Gehäuse eines Digitalpianos?
Das steht in keinem der 31 erhobenen Angebote mit Möbelgehäuse, und auch die fünf Datenblätter hier nennen es nicht. Donner schreibt im Seitentitel „aus Holz“, ohne den Werkstoff zu benennen.
Gilt der Formaldehyd-Grenzwert auch für Digitalpianos?
Seit dem 6. August 2026 begrenzt die Verordnung (EU) 2023/1464 die Formaldehydabgabe von Möbeln und Erzeugnissen auf Holzwerkstoffbasis auf 0,062 Milligramm je Kubikmeter. Gebrauchte Erzeugnisse sind ausgenommen. Keines der 54 erhobenen Angebote nennt einen Emissionswert.
Wie viele Kopfhörer kann man an ein Digitalpiano anschließen?
Vier der fünf Modelle hier haben zwei Buchsen, das Donner DDP-80 PLUS eine. Unter allen 31 Angeboten mit Möbelgehäuse nennen zehn ausdrücklich zwei Kopfhöreranschlüsse.
Ist beim Digitalpiano eine Bank dabei?
Bei den fünf Modellen hier nicht verlässlich. Yamaha führt die Bank bei einzelnen Modellen mit dem Hinweis, sie sei je nach Region nicht enthalten; Kirstein und Donner verkaufen eigene Bänke getrennt. Von 31 Angeboten erwähnen vier eine Bank oder einen Hocker.
Klingt ein Digitalpiano mit Gehäuse besser als ein tragbares?
Nicht automatisch. Die Stiftung Warentest fand 2021 unter elf Home- und Hybridpianos nur drei, die über ihre eingebauten Lautsprecher gut oder sehr gut klangen. Das Gehäuse bietet Platz für größere Lautsprecher; ob es genutzt wird, zeigt das Datenblatt nur zum Teil.
Reichen 32 Stimmen Polyphonie?
Für einfache Stücke mit wenig Pedal meist, für Spiel mit gehaltenem Dämpferpedal oft nicht. Kirstein schreibt beim DP-50, es könne „bis zu 32 Töne“ wiedergeben; gemeint sind Stimmen, und ein Ton kann mehrere belegen. Die anderen Modelle hier haben 64 bis 192.

Wer diesen Artikel verantwortet

Matthias König, Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Matthias König

Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Schreibt über Instrumente, DJ- und Studiotechnik.

Technik-Redakteur mit Schwerpunkt Consumer Electronics und Audio

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
19.10.2026
Aktualisiert
19.10.2026
Geprüft
19.10.2026
Quellen
10

Änderungsverlauf

  • 19.10.2026: Neu angelegt; fünf Herstellerdatenblätter, 31 Angebote mit Möbelgehäuse ausgezählt, Kaufbarkeit am selben Tag geprüft.

Belege

  1. Herstellerangabede.yamaha.com
    Yamaha, YDP-S36 Technische Daten (Vergleichstabelle mit YDP-146)

    Belegt 1.353 × 296 × 792 mm, die Tiefe von 366 mm mit Kippschutzwinkeln, 37 kg, drei Pedale mit Halbpedal, 192 Stimmen, 8 W × 2 und für das YDP-146 das Gehäuse des YDP-105.

  2. Herstellerangabede.yamaha.com
    Yamaha, YDP-105 Technische Daten

    Belegt 1.357 × 422 × 815 mm, 37,5 kg, GHS-Tastatur, 64 Stimmen, drei Pedale mit Halbpedal, 6 W × 2, zwei Kopfhörerbuchsen und den Karton von 1.429 × 434 × 564 mm.

  3. Herstellerangabecasio.com
    Casio, AP-S200BK Produktseite mit technischen Daten

    Belegt Smart Scaled Hammer Action, 192 Stimmen, drei Pedale mit Halbdämpfer, 20 W + 20 W als maximale Leistung, 20 W Stromverbrauch, 1.393 × 299 × 802 mm und 34,0 kg.

  4. Herstellerangabekirstein.de
    Musikhaus Kirstein, Classic Cantabile DP-50 SM

    Belegt für die Hausmarke 32 Stimmen („bis zu 32 Töne“), 15 W + 15 W, zwei Kopfhörerbuchsen, drei Pedale, ca. 85 × 138 × 44 cm, ca. 50 kg und die Lieferung mit Aufbau.

  5. Herstellerangabede.donnermusic.com
    Donner, DDP-80 PLUS Produktseite mit Modelltabelle

    Belegt Graded Hammer-Action II, einen Klang bei 128 Stimmen, 127,5 × 35,2 × 78,44 cm, 28,5 kg, eine Kopfhörerbuchse und sieben verschiedene Tastaturbegriffe für zwölf Donner-Modelle.

  6. Unabhängiger Testtest.de
    Stiftung Warentest, E-Piano-Test, test 11/2021

    Belegt im frei zugänglichen Teil elf geprüfte Home- und Hybridpianos, ihr Gewicht von 36 bis 60 kg, das Lautsprecherurteil für drei von elf und zwei Kopfhörerbuchsen bei allen.

  7. Herstellerangabedas-sichere-haus.de
    Aktion Das Sichere Haus, Möbel sicher befestigen

    Belegt die Empfehlung, Regale und Schränke mit Metallwinkeln an der Wand zu befestigen, weil Kleinkinder sich daran hochziehen und hineinklettern.

  8. Herstellerangabeca.yamaha.com
    Yamaha, YDP-105 Mode d'emploi (Bedienungsanleitung, französische Ausgabe)

    Belegt den Aufbau durch zwei Personen mit vier Schraubentypen, die Prüfliste nach dem Aufbau, den empfohlenen Wandabstand von etwa 5 cm, 5 bis 40 °C und die Fehlertabelle.

  9. Herstellerangabede.yamaha.com
    Yamaha, YDP-164 Technische Daten (Vergleich mit YDP-S54 und YDP-S34)

    Belegt Maße, Gewicht, GH3-Tastatur und Leistung des 2021 geprüften YDP-164 sowie die Kippschutztiefe von 388 mm beim Vorgänger YDP-S34.

  10. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Verordnung (EU) 2023/1464 zu Formaldehyd und Formaldehydabspaltern

    Belegt den Grenzwert von 0,062 mg/m³ für Möbel und Erzeugnisse auf Holzwerkstoffbasis nach dem 6. August 2026 und die Ausnahme für gebrauchte Erzeugnisse.

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