E-Pianos·40 Min Lesezeit·5 Modelle im Vergleich

E-Piano für Anfänger: fünf Tastaturen, null Gramm

Neun von 54 Angeboten schreiben „vollgewichtet“, keines nennt ein Gramm. Fünf tragbare Einsteigermodelle mit 88 Tasten, jedes Angebot gegen das Datenblatt seines Herstellers gehalten: Mechanik, Pedal, Gewicht und Polyphonie.

Matthias König, Fachredaktion Audio und StudiotechnikVon Matthias KönigFachredaktion Audio und Studiotechnik
Veröffentlicht
Geprüft

Kurz gesagt

Für den Anfang reicht ein tragbares E-Piano mit 88 Tasten, dessen Hersteller die Mechanik benennt und im Datenblatt beschreibt. Von den fünf Modellen hier tun das Roland (PHA-4 mit drei Sensoren), Yamaha (GHC) und Casio (Scaled Hammer Action II); Donner nennt nur einen Namen, Alesis schreibt offen „semi-weighted“. Ein Tastengewicht in Gramm steht in keinem der 54 erhobenen Angebote, und das beiliegende Pedal ist bei Yamaha und Roland laut Datenblatt ein Schalter ohne Halbpedal. Wer Unterricht nimmt, plant Pedaleinheit und Ständer ein.

ModellMechanik laut HerstellerSensoren je TasteAnschlagstufenPolyphonieVerstärkerGewicht laut HerstellerTiefe laut HerstellerPedal im LieferumfangAnsehen (Partnerlink)
Roland FP-40 mobiles Digital Piano mit integrierter Piano Sphere App, Schwarz
Roland FP-40

Roland (Roland Corporation, Japan)

Einzige Tastatur im Vergleich mit belegter Sensorzahl

PHA-4 Standard mit Escapement35 und fest25612 W × 214,0 kg332 mmPedal switch DP-2
YAMAHA P-145BT Digitalpiano mit Bluetooth-Audio, Schwarz
Yamaha P-145BT

Yamaha (Yamaha Corporation, Japan)

GHC (Graded Hammer Compact)keine Angabe3 und fest647 W × 211,1 kg268 mmFootswitch
Casio CDP-S110BK Digitalpiano mit 88 gewichteten Tasten, 10 Sounds, schwarz
Casio CDP-S110

Casio (Casio Computer Co., Japan)

Flachstes Gehäuse im Vergleich

Scaled Hammer Action Keyboard IIkeine Angabe3 und aus648 W + 8 W10,5 kg232 mmSP-3
Donner E Piano Digitalpiano 88 Tasten, Hammermechanik Gewichteten, Klavier Tastatur für Einsteiger mit Sustain Pedal, DEP-20
Donner DEP-20

Donner (Herstellerangabe im Angebot, Ursprungsland China)

Donner Hammer-Aktion Ikeine Angabevariabel, ohne Stufenzahl12825 W × 2 (Herstellerseite)8,6 kg (Herstellerseite)keine Angabe1 Pedal
Alesis Recital E-Piano 88 Tasten für Einsteiger mit halbgewichteten Tasten in voller Größe
Alesis Recital

Alesis (inMusic Brands)

semi-weighted (halbgewichtet)keine Angabeeinstellbar, ohne Stufenzahl12820 W gesamtkeine Angabekeine Angabekeines
Angaben der Hersteller, geprüft gegen die im Artikel genannten Quellen. Keine Preisspalte: Preise ändern sich zu schnell, um in einer Tabelle zu stehen. Keine Gesamtnote: wir testen nicht selbst. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
1Einzige Tastatur im Vergleich mit belegter SensorzahlPremium

Roland (Roland Corporation, Japan)

Roland FP-40 mobiles Digital Piano mit integrierter Piano Sphere App, Schwarz

Einzige Tastatur im Vergleich mit belegter Sensorzahl: Roland nennt für die PHA-4-Standard-Tastatur drei Sensoren je Taste, Escapement und fünf Anschlagstufen. Kein anderes der fünf Datenblätter sagt, wie die Taste abgetastet wird, und nur dieses Modell erlaubt mit Zukaufpedal ein Halbpedal laut Herstellerangabe.

Das teuerste und schwerste Gerät des Vergleichs, und das einzige, dessen Datenblatt die Tastatur bis zur Sensorzahl beschreibt. Die PHA-4-Standard-Mechanik bringt laut Roland Escapement und eine Ivory-Feel-Oberfläche mit. Mit 332 Millimetern ist es zugleich das tiefste Modell, und das Angebotsfeld nennt mit 9,45 Kilogramm ein Gewicht, das 4,55 Kilogramm unter dem Datenblatt liegt.

Mechanik laut Hersteller
PHA-4 Standard mit Escapement
Sensoren je Taste
3
Anschlagstufen
5 und fest
Polyphonie
256
Verstärker
12 W × 2
Gewicht laut Hersteller
14,0 kg
Tiefe laut Hersteller
332 mm
Pedal im Lieferumfang
Pedal switch DP-2

Dafür spricht

  • Drei Sensoren je Taste und Escapement im Datenblatt belegt
  • 256 Stimmen, das Vierfache der beiden 64er im Vergleich
  • Pedalbuchse wertet ein optionales Pedal stufenlos aus
  • Leistungsaufnahme getrennt nach Maximum (22 W), Spielbetrieb (5 W) und Aus (0,1 W)

Dagegen spricht

  • 14,0 kg laut Hersteller, Angebotsfeld nennt 9,45 kg
  • beiliegendes Teil ist ein Pedalschalter, kein Halbpedal
  • nur eine Kopfhörerbuchse, als Miniklinke
Passt für:
Einsteiger, die von Beginn an auf einer genau beschriebenen Mechanik üben wollen und später ein Halbpedal nachrüsten.
Passt nicht für:
Tische und Regale unter 34 Zentimetern Tiefe sowie alle, die das Gerät oft tragen.
2Mittelklasse

Yamaha (Yamaha Corporation, Japan)

YAMAHA P-145BT Digitalpiano mit Bluetooth-Audio, Schwarz

Yamahas Einstiegsmodell der P-Serie mit der GHC-Tastatur, die der Hersteller als kompaktere Nachfolgerin der GHS-Mechanik beschreibt. Das Datenblatt nennt drei Anschlagstufen und eine feste Einstellung, 64 Stimmen und 6 Watt Leistungsaufnahme. Der Bluetooth-Teil überträgt Audio, kein MIDI. Im Karton liegt laut Yamaha ein Footswitch; ein Foot pedal führt Yamaha getrennt als Zubehör.

Mechanik laut Hersteller
GHC (Graded Hammer Compact)
Sensoren je Taste
keine Angabe
Anschlagstufen
3 und fest
Polyphonie
64
Verstärker
7 W × 2
Gewicht laut Hersteller
11,1 kg
Tiefe laut Hersteller
268 mm
Pedal im Lieferumfang
Footswitch

Dafür spricht

  • Mechanikname, auf der Produktseite gegen den Vorgänger GHS eingeordnet
  • 268 mm Tiefe, mit Notenpult 320 mm
  • 6 W Leistungsaufnahme, niedrigster Wert im Vergleich
  • Hersteller trennt im Zubehör ausdrücklich Fußschalter und Fußpedal

Dagegen spricht

  • 64 Stimmen, Hälfte von Donner und Alesis
  • Angebotsfeld nennt 12,31 kg statt 11,1 kg
  • beiliegender Footswitch ohne Halbpedal
Passt für:
Wohnungen mit wenig Tiefe, in denen das Gerät auf einem Ständer stehen bleibt und Musik vom Telefon mitlaufen soll.
Passt nicht für:
Spiel mit viel gehaltenem Pedal und zwei Klängen übereinander, für das 64 Stimmen knapp werden können.

4,7 von 5 bei 251 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

3Flachstes Gehäuse im VergleichEinsteigerklasse

Casio (Casio Computer Co., Japan)

Casio CDP-S110BK Digitalpiano mit 88 gewichteten Tasten, 10 Sounds, schwarz

Flachstes Gehäuse im Vergleich: 232 Millimeter Tiefe laut Casio, 36 Millimeter weniger als das Yamaha und 100 weniger als das Roland. Dazu mit sechs AA-Zellen für rund 13 Stunden betreibbar, was unter den Modellen mit benannter Hammermechanik sonst kein Datenblatt angibt.

Casios schmalstes Gehäuse mit 99 Millimetern Höhe und 232 Millimetern Tiefe, beschrieben als Mechanismus „mit Hammergewichten wie bei einem Piano“. Angebot und Datenblatt stimmen bei Gewicht und Maßen überein, was in diesem Vergleich die Ausnahme ist. Die einzige Kopfhörerbuchse ist eine Miniklinke und dient zugleich als Ausgang.

Mechanik laut Hersteller
Scaled Hammer Action Keyboard II
Sensoren je Taste
keine Angabe
Anschlagstufen
3 und aus
Polyphonie
64
Verstärker
8 W + 8 W
Gewicht laut Hersteller
10,5 kg
Tiefe laut Hersteller
232 mm
Pedal im Lieferumfang
SP-3

Dafür spricht

  • 232 mm Tiefe, flachstes Modell im Vergleich
  • Batteriebetrieb mit sechs AA-Zellen, rund 13 Stunden laut Casio
  • Angebotsfeld und Datenblatt nennen beide 10,5 kg
  • Tastenoberfläche laut Casio gegen Abrutschen bei Schweiß

Dagegen spricht

  • 64 Stimmen
  • nur eine Miniklinke für Kopfhörer und Ausgang
  • keine Angabe, ob die Pedalbuchse Zwischenstellungen auswertet
Passt für:
Schmale Fensterbretter, Schreibtische und Wechselplätze, an denen das Gerät auch ohne Steckdose laufen soll.
Passt nicht für:
Zwei Personen mit Kopfhörern gleichzeitig, denn es gibt nur eine Buchse.

4,7 von 5 bei 1.024 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

4Einsteigerklasse

Donner (Herstellerangabe im Angebot, Ursprungsland China)

Donner E Piano Digitalpiano 88 Tasten, Hammermechanik Gewichteten, Klavier Tastatur für Einsteiger mit Sustain Pedal, DEP-20

Das meistbewertete Hammermechanik-Angebot unter den fünf, mit 128 Stimmen und 238 Klängen laut Donner. Die Mechanik heißt „Donner Hammer-Aktion I“, eine Beschreibung dazu fehlt. Die Herstellerseite nennt 8,6 Kilogramm, das Angebot 11,6, und auf derselben Herstellerseite steht eine Verstärkerleistung, die das angegebene Netzteil rechnerisch nicht liefern kann.

Mechanik laut Hersteller
Donner Hammer-Aktion I
Sensoren je Taste
keine Angabe
Anschlagstufen
variabel, ohne Stufenzahl
Polyphonie
128
Verstärker
25 W × 2 (Herstellerseite)
Gewicht laut Hersteller
8,6 kg (Herstellerseite)
Tiefe laut Hersteller
keine Angabe
Pedal im Lieferumfang
1 Pedal

Dafür spricht

  • 128 Stimmen, doppelt so viele wie Yamaha und Casio
  • Display und 238 Klänge laut Herstellerseite
  • Mechanik trägt einen eigenen Namen statt nur eines Eigenschaftsworts
  • ein Pedal liegt bei

Dagegen spricht

  • Gewicht 8,6 kg (Hersteller) gegen 11,6 kg (Angebot)
  • 25 W × 2 Verstärker an einem Netzteil mit 12 V und 3 A
  • Herstellerseite vermischt DEP-20, DEP-20S und DEP-10S
Passt für:
Ein erster Versuch mit vielen Klangfarben und Display, bei dem die Tastatur noch nicht im Mittelpunkt steht.
Passt nicht für:
Käufer, die vor dem Kauf belastbare Maße und Gewichte brauchen.

4,5 von 5 bei 3.360 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

5Einsteigerklasse

Alesis (inMusic Brands)

Alesis Recital E-Piano 88 Tasten für Einsteiger mit halbgewichteten Tasten in voller Größe

Das meistbewertete Angebot der ganzen Erhebung und das einzige der fünf ohne Hammermechanik. Alesis schreibt selbst „semi-weighted“ und legt kein Pedal bei. Ein Lesson-Modus teilt die Tastatur in zwei Hälften gleicher Tonhöhe, damit Lehrkraft und Schüler nebeneinander spielen. Maße und Gewicht nennt Alesis auf der Produktseite nicht.

Mechanik laut Hersteller
semi-weighted (halbgewichtet)
Sensoren je Taste
keine Angabe
Anschlagstufen
einstellbar, ohne Stufenzahl
Polyphonie
128
Verstärker
20 W gesamt
Gewicht laut Hersteller
keine Angabe
Tiefe laut Hersteller
keine Angabe
Pedal im Lieferumfang
keines

Dafür spricht

  • ehrliche Angabe „semi-weighted“ beim Hersteller
  • Lesson-Modus mit zwei gleich gestimmten Hälften
  • Batteriebetrieb mit sechs D-Zellen
  • 6,35-mm-Kopfhörerbuchse schaltet die Lautsprecher ab

Dagegen spricht

  • keine Hammermechanik
  • kein Pedal im Lieferumfang
  • Hersteller nennt weder Maße noch Gewicht
Passt für:
Ein günstiger Versuch, ob das Spielen überhaupt bleibt, mit dem Wissen, dass die Tastatur keine Klaviermechanik nachbildet.
Passt nicht für:
Klavierunterricht über mehr als ein paar Monate.

4,4 von 5 bei 11.461 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

Vollgewichtet ist kein Messwert. Das Wort steht in neun von 54 E-Piano-Angeboten, die für diesen Vergleich am 19. Oktober 2026 auf amazon.de erhoben wurden, und keines der neun sagt, wie schwer eine Taste ist, wodurch das Gewicht entsteht oder wer die Tastatur gebaut hat. Es steht auch in keinem einzigen Angebot von Yamaha, Roland, Kawai, Casio oder Korg. Die fünf Marken schreiben stattdessen einen Namen: GHC, PHA-4, Scaled Hammer Action II.

Ein Name ist ebenfalls keine Zahl. Er hat aber einen Vorteil gegenüber einem Eigenschaftswort: Man kann ihn im Datenblatt des Herstellers nachschlagen, und dort steht, was er umfasst und was nicht. Dieser Vergleich nimmt fünf tragbare Modelle mit 88 Tasten, wie sie für den Einstieg gekauft werden, und hält jedes Angebot gegen das Datenblatt seines Herstellers. Gespielt wurde keines der Geräte. Geprüft wurde, was die Hersteller selbst schreiben und wo das Angebot davon abweicht.

Kein Gramm in 54 Angeboten

Wie schwer eine Taste geht, ist eine Kraft. Eine Kraft lässt sich messen, etwa als Gewicht, das auf der Taste liegen muss, damit sie nach unten geht, und dieses Gewicht hätte eine Einheit: Gramm. Es ist die eine Zahl, die das wichtigste Merkmal eines E-Pianos beschreiben würde, und sie fehlt vollständig.

Ausgezählt wurden alle 54 Angebote mit 88 Tasten aus sieben Suchläufen, je Modell eine Farbvariante, ohne Zubehör und ohne Keyboards mit 61 oder 76 Tasten. 26 davon stammen von den fünf großen Marken, 28 von anderen Anbietern. Durchsucht wurden Titel, Merkmalliste, Produktübersicht, technische Datenfelder, Beschreibung und der Herstellerblock darunter. Das Ergebnis für eine Zahl mit Gramm-Einheit im Zusammenhang mit der Taste: null von 54.

Die Herstellerseiten ändern daran nichts. Yamaha nennt für das P-145BT Anschlagstufen, aber kein Gewicht. Roland beschreibt beim FP-40 drei Sensoren und eine Druckpunktsimulation, aber keine Kraft. Casio schreibt beim CDP-S110 von „Hammergewichten“, ohne zu sagen, wie viel sie wiegen. Alesis und Donner schweigen ebenfalls. Fünf Datenblätter, fünfmal keine Angabe.

Das ist kein Versäumnis einzelner Anbieter, sondern eine Lücke der ganzen Klasse, und sie hat eine Folge für jeden Käufer: Das Merkmal, das beim Klavierlernen den Ausschlag gibt, lässt sich am Bildschirm nicht vergleichen. Was sich vergleichen lässt, sind die Wörter, mit denen die Angebote die Lücke füllen. Sie folgen einem Muster, und das Muster ist aufschlussreicher als jedes einzelne Wort.

Die Konsequenz für den Rest dieses Artikels: Jede Aussage über eine Tastatur steht unter dem Vorbehalt, dass sie aus einer Beschreibung stammt und nicht aus einer Messung. Wo ein Datenblatt eine Sensorzahl oder eine Anschlagstufe nennt, ist das die genaueste verfügbare Auskunft. Wo nur ein Eigenschaftswort steht, ist es keine.

Zwei Sprachen für dieselbe Taste

Die 54 Angebote beschreiben ihre Tastatur in zwei verschiedenen Sprachen, und die Grenze verläuft ziemlich genau zwischen den fünf großen Marken und allen übrigen.

Angabe in Angebot fünf große (26) andere (28) gesamt (54)
eigener Mechanikname 20 1 21
„vollgewichtet“ oder „voll gewichtet“ 0 9 9
„halbgewichtet“ oder „semi-weighted“ 0 2 2
Wort „Hammermechanik“ oder Hammer-Bezeichnung 20 17 37
abgestufte Gewichtung, im Bass schwerer 14 1 15
Gewicht in Gramm 0 0 0

Die fünf großen Marken nennen in 20 von 26 Angeboten einen eigenen Mechaniknamen. Die übrigen Anbieter tun das in einem von 28 Fällen, und dieser eine ist Donners „Hammer Action II“ beim DDP-80. Umgekehrt steht „vollgewichtet“ in neun von 28 Angeboten der kleineren Anbieter und in keinem der großen. Die beiden Wortfelder überschneiden sich nicht.

Das hat einen nachvollziehbaren Grund. Ein Mechanikname verweist auf ein Bauteil, das in mehreren Modellen desselben Herstellers steckt und deshalb dokumentiert ist: Wer „GHC“ liest, findet bei Yamaha eine Erklärung, wer „PHA-4“ liest, bei Roland eine Liste mit Sensoren und Escapement. Ein Eigenschaftswort verweist auf nichts. „Vollgewichtet“ lässt sich weder nachschlagen noch widerlegen, und es klingt nach mehr als „gewichtet“.

Bemerkenswert ist auch, was in der Tabelle fehlt. Die abgestufte Gewichtung, bei der die Tasten im Bass schwerer gehen als im Diskant, erwähnen 14 von 26 großen Angeboten und eines von 28 kleineren. Bei Yamaha und Casio steckt sie sogar im Namen: „Graded“ und „Scaled“ bedeuten abgestuft. Die Angebote, die „vollgewichtet“ schreiben, erwähnen sie fast nie.

Für den Einstieg heißt das: Ein Angebot mit Mechaniknamen ist nicht automatisch besser, aber es ist prüfbar. Ein Angebot mit „vollgewichtet“ und ohne Namen verlangt einen Schritt mehr, nämlich die Suche nach einer Herstellerseite, die das Wort mit Inhalt füllt. In der Erhebung gab es eine solche Seite für die wenigsten dieser Angebote.

Fünf Modelle, fünf Datenblätter

Für den Vergleich wurden fünf Modelle ausgewählt, die das Spektrum der Einsteigerklasse abdecken: drei mit benannter Hammermechanik von großen Marken, eines mit Mechaniknamen von einem kleineren Anbieter und eines, das ausdrücklich halbgewichtet ist. Alle fünf hatten am 19. Oktober 2026 einen Warenkorb und waren als „Auf Lager“ gekennzeichnet. Die Reihenfolge folgt der Belegtiefe der Tastaturangabe im Datenblatt, nicht einer Wertung des Spielgefühls, das hier niemand beurteilen kann.

Modell Mechanik laut Hersteller Stimmen Verstärker Gewicht laut Hersteller Tiefe
Roland FP-40 PHA-4 Standard, Escapement, 3 Sensoren 256 12 W × 2 14,0 kg 332 mm
Yamaha P-145BT GHC, Graded Hammer Compact 64 7 W × 2 11,1 kg 268 mm
Casio CDP-S110 Scaled Hammer Action Keyboard II 64 8 W + 8 W 10,5 kg 232 mm
Donner DEP-20 Donner Hammer-Aktion I 128 25 W × 2 8,6 kg keine Angabe
Alesis Recital semi-weighted 128 20 W gesamt keine Angabe keine Angabe

Schon die Tabelle zeigt, wie ungleich die Datenlage ist. Roland, Yamaha und Casio liefern vollständige Datenblätter mit Maßen auf den Millimeter. Donner nennt auf seiner Herstellerseite ein Gewicht, aber keine Tiefe, und die Seite gilt erkennbar für mehrere Modelle zugleich. Alesis beschreibt Tastatur, Stimmen und Lautsprecher, nennt aber weder Maße noch Gewicht.

Die Spannweiten sind größer, als die gemeinsame Kategorie vermuten lässt. Die Stimmenzahl reicht von 64 bis 256, ein Faktor vier. Die Tiefe reicht von 232 bis 332 Millimetern, ein Faktor 1,43. Das Herstellergewicht liegt zwischen 8,6 und 14,0 Kilogramm, ein Faktor 1,63. Und die Verstärkerangaben reichen von zweimal 7 Watt bis zweimal 25 Watt, also von 14 auf 50 Watt, ein Faktor 3,6. Wie wenig gerade die letzte Zahl über die Lautstärke sagt, zeigt ein späterer Abschnitt.

Der Preis spannt am Stichtag von 259,99 Euro für das Alesis bis 759 Euro für das Roland, knapp das Dreifache. Die Frage, was davon in nachweisbaren Unterschieden steckt, beantwortet der Abschnitt über den Aufpreis. Vorweg: Es ist weniger, als die Preisspanne nahelegt, und es steckt fast vollständig in der Tastatur.

Halbgewichtet, Hammer-Aktion I, Graded Hammer Compact

Die fünf Datenblätter benutzen fünf verschiedene Wörter für die Tastatur, und jedes verspricht etwas anderes.

Alesis schreibt „semi-weighted“, also halbgewichtet. Roland erklärt in seinem eigenen Ratgeber zu Digitalpianos, was das bedeutet: eine federbelastete Tastatur, bei der der Widerstand aus einer Feder kommt und nicht aus einem bewegten Gewicht. Die Hammermechanik beschreibt Roland dort als die Bauart mit dem deutlich realistischeren Spielgefühl. Alesis ist damit das einzige der fünf Angebote, das ausdrücklich keine Hammermechanik verspricht, und die Angabe ist ehrlich.

Donner schreibt im Angebot „Hammermechanik Gewichteten“ und in der eigenen Modelltabelle „Donner Hammer-Aktion I, Gewichtet“. Im Fließtext der Herstellerseite heißt es „88 vollgewichtete Hammertasten“ und, die Mechanik stelle „den Anschlag der traditionellen Klavierholztastatur wieder her“. Was die Ziffer I gegenüber der Hammer-Aktion II der DDP-Modelle unterscheidet, steht nirgends.

Casio nennt die Tastatur „Scaled Hammer Action Keyboard II“ und beschreibt sie als „Mechanismus mit Hammergewichten wie bei einem Piano“, der eine Balance zwischen schlanker Bauform und Ansprache herstellen soll. „Scaled“ steht für die Abstufung von Bass zu Diskant. Ein Gewicht der Hämmer nennt Casio nicht.

Yamaha bezeichnet die Mechanik als GHC, Graded Hammer Compact, und vergleicht sie auf der Produktseite mit der älteren GHS-Mechanik, Graded Hammer Standard: Das P-145BT habe ein deutlich kompakteres Gehäuse und vermittle ein „ebenso authentisch gewichtetes Spielgefühl“. Die Bauform ist also gegenüber dem Vorgänger verkleinert worden, und Yamaha sagt das offen.

Roland schreibt „PHA-4 Standard Keyboard: with Escapement and Ivory Feel“ und auf der Produktseite zusätzlich „Dreifach-Sensor-Technologie“. Das ist die einzige der fünf Angaben, die drei Eigenschaften der Mechanik benennt, die sich unabhängig voneinander prüfen lassen: die Abstufung („Progressive“), den Druckpunkt und die Abtastung.

Nebeneinander gelegt ergeben die fünf Wörter eine Rangfolge der Auskunft, nicht des Spielgefühls. Die Reihenfolge der Produktkarten folgt genau dieser Rangfolge: Wer am meisten über seine Tastatur sagt, steht oben. Das ist eine Aussage über Transparenz. Ob eine gut dokumentierte Tastatur sich besser spielt als eine schlecht dokumentierte, lässt sich am Datenblatt nicht entscheiden.

Was die Oberfläche verspricht

Neben der Mechanik beschreiben drei Hersteller die Oberfläche der Tasten, und auch dort stehen Wörter für Eigenschaften, die sich nicht in Zahlen fassen lassen. Yamaha nennt beim P-145BT eine GHC-Tastatur „with matte black keytops“, also mattierte Oberflächen auf den schwarzen Tasten. Roland nennt beim FP-40 „Ivory Feel“, ein Name, der Elfenbein als Vorbild für die weißen Tasten angibt. Casio schreibt beim CDP-S110, die Textur der Tasten verhindere „das Abrutschen der Finger durch Schweiß“, auch bei längerem Spiel. Donner schreibt auf der Herstellerseite von „mattierten Materialien“, Alesis äußert sich nicht.

Über alle 54 Angebote nennen zehn Elfenbein, Ivory oder Ebenholz, sechs davon von den fünf großen Marken, vier von den übrigen. Ob ein Material gemeint ist oder nur seine Anmutung, sagen die meisten nicht; Roland schreibt immerhin „Feel“.

Für das Spielgefühl ist die Oberfläche kein Nebenpunkt, aber sie wirkt auf etwas anderes als die Mechanik. Eine matte oder strukturierte Taste hält den Finger, wenn er feucht wird; eine glatte lässt ihn rutschen, vor allem auf den schmalen schwarzen Tasten. Mit dem Gewicht der Taste hat das nichts zu tun. Wer am Ausstellungsgerät prüft, prüft beides getrennt: einmal mit trockenen Fingern die Mechanik, einmal nach ein paar Minuten Spiel die Oberfläche.

Was ein Hammer ohne Saite tut

Das Wort „Hammermechanik“ ist älter als jedes Digitalpiano. Das Metropolitan Museum in New York bewahrt das älteste erhaltene Klavier auf, gebaut 1720 in Florenz von Bartolomeo Cristofori. Das Museum schreibt ihm die Erfindung zu, weil er als Erster ein Tasteninstrument baute, auf dem die Lautstärke allein von der Kraft des Anschlags abhing; er nannte es „gravicembalo col piano e forte“. Das Instrument hat 54 Tasten und kein einziges Pedal.

In diesem Instrument schlägt ein Hammer eine Saite an, und das Wort beschreibt genau das: ein bewegtes Teil, das die Taste beim Drücken in Schwung bringt und das nach dem Anschlag zurückfällt. Die Masse dieses Hammers ist der Grund, warum eine Klaviertaste sich anders anfühlt als ein Schalter: Der Finger beschleunigt ein Gewicht.

Ein Digitalpiano hat keine Saite. Der „Hammer“ in seiner Mechanik schlägt nichts an, er ist ein Gewicht am Tastenhebel, das die Massenträgheit der Klaviermechanik nachbilden soll. Roland formuliert es in seinem Ratgeber so, dass gewichtete Tasten echte Hämmer verwenden, und meint damit dieses Gewicht. Das Wort hat seine Bedeutung gewechselt und seinen Klang behalten.

Daraus folgt eine Prüffrage, die kein Angebot beantwortet: Wo sitzt das Gewicht, und wie groß ist es? Ein Gewicht nahe am Drehpunkt bewegt sich wenig und wirkt leicht, ein Gewicht am langen Ende des Hebels wirkt schwer. Zwei Tastaturen mit „Hammermechanik“ können sich deshalb grundverschieden spielen, ohne dass eine der beiden Angaben falsch wäre. Die Bezeichnung sagt nur, dass es ein bewegtes Gewicht gibt, nicht, wie es wirkt.

Für den Einstieg ist das die nüchternste Lesart des Wortes. „Hammermechanik“ grenzt eine Tastatur mit Gewicht von einer Tastatur mit Feder ab, und mehr nicht. Was dazwischen liegt, entscheidet sich an der Bauform, und die beschreiben nur drei der fünf Datenblätter.

Drei Kontakte statt zwei

Eine Digitalpiano-Taste meldet ihren Anschlag elektrisch. Wie schnell sie unten ankommt, misst die Elektronik über die Zeit zwischen zwei Kontakten: Die Taste schließt beim Herunterdrücken erst den einen, dann den anderen, und aus dem Abstand ergibt sich die Anschlagstärke. Das ist das Prinzip der Anschlagdynamik, und es kommt mit zwei Kontakten aus.

Roland gibt für das FP-40 drei an und begründet das auf der Produktseite: Die „Dreifach-Sensor-Technologie“ ermögliche eine schnelle und präzise Tonwiederholung bei Trillern sowie eine bessere Ansprache als die „Doppel-Sensor-Systeme, die in vielen anderen Instrumenten zum Einsatz kommen“. Der dritte Kontakt erkennt also, ob die Taste nach einem Anschlag schon wieder weit genug oben ist, um erneut auszulösen, bevor sie ganz zurück ist.

In der Erhebung nennen genau zwei von 54 Angeboten eine Sensorzahl: das FP-40 und ein Kawai CN201, beide mit drei. Bei den übrigen 52 bleibt offen, ob zwei oder drei Kontakte verbaut sind. Yamaha nennt im Datenblatt des P-145BT keine Sensorzahl, Casio beim CDP-S110 ebenfalls nicht, Donner und Alesis auch nicht.

Ob der dritte Kontakt für einen Anfänger spürbar ist, ist eine andere Frage als die, ob er da ist. Schnelle Tonwiederholungen auf derselben Taste spielt im ersten Unterrichtsjahr kaum jemand. Für die Kaufentscheidung ist die Angabe trotzdem nützlich, weil sie zeigt, wie tief ein Hersteller seine Tastatur beschreibt. Wer die Sensorzahl nennt, nennt in der Regel auch den Rest.

Escapement ist das zweite Merkmal, das nur Roland in dieser Gruppe angibt. Am Flügel bezeichnet es die Auslösung, mit der der Hammer sich von der Mechanik löst, kurz bevor er die Saite trifft; der Pianist spürt sie als leichten Widerstand kurz vor dem Tastengrund. Ein Digitalpiano ohne Saite bildet diesen Widerstand nach. Er ist ein Gefühl, das an ein Bauteil erinnert, das es im Gerät nicht gibt.

Fünf Gewichte, drei Quellen

Bei drei der vier Modelle, für die ein Herstellergewicht vorliegt, widerspricht das Gewicht im Angebot dem Gewicht beim Hersteller, und zwar nicht um ein paar Gramm.

Modell Feld „Artikelgewicht“ im Angebot Herstellerangabe Abweichung
Roland FP-40 9,45 kg 14,0 kg −4,55 kg, −32,5 %
Yamaha P-145BT 12,31 kg 11,1 kg +1,21 kg, +10,9 %
Casio CDP-S110 10,5 kg 10,5 kg keine
Donner DEP-20 11,6 kg 8,6 kg +3,0 kg, +34,9 %
Alesis Recital 15,65 Pfund, also 7,1 kg keine Angabe nicht prüfbar

Die Abweichung geht in beide Richtungen, und das schließt die naheliegende Erklärung aus. Wäre im Feld durchgehend das Versandgewicht eingetragen, läge es stets über dem Gerätegewicht. Beim Roland liegt es aber 4,55 Kilogramm darunter, und dieselben 9,45 Kilogramm stehen auch im Feld des Roland GO:PIANO88, eines anderen, deutlich leichteren Geräts, dessen eigener Angebotstext 5,8 Kilogramm nennt.

Beim Yamaha widerspricht das Feld sogar dem eigenen Angebotstext: Der nennt 11,1 Kilogramm, das Feld 12,31. Beim größeren Yamaha P-225 ist es dasselbe Muster, 13 Kilogramm im Feld, „wiegt nur 11,5 kg“ im Herstellerblock desselben Angebots. Das Feld ist offenbar nicht aus dem Datenblatt befüllt worden, sondern aus einer anderen Quelle.

Beim Donner stehen drei Werte zur Auswahl. Das Angebot nennt 11,6 Kilogramm. Die Herstellerseite nennt unter „Gewicht des Klaviers“ 8,6 Kilogramm, und zwar auf einer Seite, deren Adresse auf das DEP-20S mit Ständer endet, deren Überschrift DEP-20 lautet und deren Fließtext an einer Stelle das DEP-10S erwähnt. Welches der drei Modelle die 8,6 Kilogramm wiegt, lässt sich der Seite nicht sicher entnehmen.

Für eine Kaufentscheidung ist der Unterschied zwischen 9,45 und 14,0 Kilogramm nicht akademisch. Wer das Instrument nach jeder Übestunde in einen Schrank räumt oder es in den dritten Stock trägt, plant mit dem Herstellerwert. Und wer sich auf ein Filterfeld verlässt, um das leichteste Gerät zu finden, findet im Zweifel das am falschesten eingetragene.

Was hängen bleiben sollte: Für Gewicht und Maße zählt in diesem Vergleich ausschließlich das Datenblatt. Wo es keines gibt, steht in der Produktkarte „keine Angabe“ und nicht der Wert aus dem Angebotsfeld.

Das Pedal im Karton

Vier der fünf Modelle legen ein Teil für den Fuß bei, und die Angebote nennen es Pedal, soweit sie es überhaupt nennen. Zwei Hersteller bezeichnen es im eigenen Datenblatt als Schalter.

Modell im Angebot beim Hersteller Halbpedal möglich
Roland FP-40 — „Pedal switch (DP-2)“ nur mit optionalem Pedal, laut Roland
Yamaha P-145BT „Sustain-Pedal“ „Footswitch“ keine Angabe
Casio CDP-S110 „Sustain Pedal“ „Dämpferpedal (SP-3)“ keine Angabe
Donner DEP-20 „Sustain Pedal“ 1 Pedal keine Angabe
Alesis Recital — „pedal not included“ keine Angabe

Schalter und Pedal

Yamaha unterscheidet im eigenen Zubehörverzeichnis zum P-145BT ausdrücklich zwischen „Foot pedal (FC3A)“ und „Footswitch (FC4A, FC5)“. Beigelegt ist ein Footswitch, also ein Schalter. Die Übersichtsseite desselben Modells schreibt dazu, Kopfhörer und Pedal seien Sonderzubehör. Das Teil im Karton zählt Yamaha demnach selbst nicht als Pedal.

Roland legt beim FP-40 einen „Pedal switch (DP-2)“ bei. Das Datenblatt beschreibt die Pedalbuchse als „capable of continuous detection when optional pedal connected“: Die Buchse kann stufenlos messen, aber nur, wenn ein anderes Pedal angeschlossen ist als das beigelegte.

Was der Unterschied ausmacht

Ein Schalter kennt zwei Zustände: gedrückt und nicht gedrückt. Das Dämpferpedal eines Klaviers hebt die Filzdämpfer von den Saiten, und es lässt sich auf halbem Weg halten, sodass die Töne nur teilweise nachklingen. Roland beschreibt dieses Halbpedal in seinem Ratgeber als Technik, für die ein eigenes Pedal nötig ist. Mit einem Schalter ist sie nicht spielbar.

Casio nennt das SP-3 auf der Produktseite des CDP-S110 „Dämpferpedal“, ohne zu sagen, ob die Buchse Zwischenstellungen auswertet. Donner schreibt von einem „Metall-Haltepedal“, ebenfalls ohne Angabe zur Stufenzahl. Alesis legt gar nichts bei und sagt es.

Zum bloßen Halten von Tönen genügt ein Schalter. Für die Kaufrechnung ist er trotzdem ein Posten. Wer ein Halbpedal will oder ein Pedalbrett mit drei Pedalen, wie es Klavierlehrkräfte vom Klavier kennen, kauft es bei allen fünf Modellen zusätzlich.

64, 128 oder 256 Stimmen

Die Polyphonie gibt an, wie viele Stimmen ein Digitalpiano gleichzeitig erzeugen kann. Sie ist die einzige Leistungsangabe, die alle fünf Hersteller machen, und zugleich eine der am leichtesten falsch gelesenen.

Stimmen sind keine Finger

Eine Stimme ist nicht dasselbe wie eine gedrückte Taste. Wie viele Stimmen ein Ton belegt, hängt vom Klang ab, und keiner der fünf Hersteller gibt das an. Liegen für einen Klavierklang zwei Aufnahmen übereinander, braucht jeder Ton zwei Stimmen. Hält das Dämpferpedal die Töne, belegt jeder gespielte Ton seine Stimmen weiter, bis er verklungen ist, auch wenn der Finger längst auf der nächsten Taste liegt.

Ein Rechenbeispiel, ausdrücklich als solches: Belegt ein Klavierklang zwei Stimmen je Ton, bleiben von 64 Stimmen 32 gleichzeitige Töne. Eine C-Dur-Tonleiter über zwei Oktaven hat 15 Töne; mit beiden Händen und gehaltenem Pedal sind das 30 Töne, die nachklingen, also 60 von 64 Stimmen. Die nächste Tonleiter beginnt, bevor die erste verklungen ist. An diesem Punkt muss das Gerät ältere Töne abschneiden, und das ist zu hören.

Was die fünf angeben

Yamaha P-145BT und Casio CDP-S110 nennen 64 Stimmen, Donner und Alesis 128, Roland 256. Das größere Yamaha P-225 aus derselben Serie hat 192, und Yamaha gibt beim P-145BT als Klangquelle den Flügel CFIIIS an, beim P-225 den CFX mit zusätzlichen Resonanzfunktionen. Mehr Stimmen sind also auch eine Frage, wie viel der Klang verbraucht.

In den Angeboten selbst steht die Polyphonie seltener als im Datenblatt. Nur 13 der 54 Angebote nennen eine Zahl, darunter 4 der 26 von den großen Marken. Die genannten Werte reichen von 32, beim Classic Cantabile DP-50, bis 192, ein Faktor sechs.

Für den Einstieg sind 64 Stimmen mit einem einzelnen Klavierklang ausreichend, solange das Pedal sparsam benutzt wird. Wer zwei Klänge übereinanderlegt, etwa Klavier und Streicher, halbiert den Spielraum. Wer viel mit Pedal spielt, profitiert von 128 Stimmen und mehr. Ein Grund, ein Gerät abzulehnen, sind 64 Stimmen im ersten Jahr nicht; ein Grund, nachzurechnen, schon.

Watt sind keine Lautstärke

Die Verstärkerangaben der fünf Modelle reichen von zweimal 7 Watt bis zweimal 25 Watt. Wer daraus schließt, das Donner sei mehr als dreimal so laut wie das Yamaha, liest die Zahl falsch.

Watt beschreiben die elektrische Leistung des Verstärkers. Wie laut daraus ein Klang wird, hängt vom Wirkungsgrad der Lautsprecher ab, und den nennt keiner der fünf Hersteller. Ein empfindlicher Lautsprecher macht aus wenig Leistung mehr Schall als ein unempfindlicher aus viel. Die Wattzahl ist deshalb ein Vergleich innerhalb derselben Lautsprecherbauart, nicht zwischen Herstellern.

Auf Donners Herstellerseite stehen zwei Zahlen, die sich gegenseitig prüfen lassen: 25 Watt mal zwei als „Leistungsstärke“ und „DC 12V 3A“ als Netzteilangabe. Zwölf Volt mal drei Ampere sind 36 Watt. Ein Verstärker kann über längere Zeit nicht mehr Leistung abgeben, als das Netzteil hineinliefert, und schon gar nicht 50 Watt aus 36. Mindestens eine der beiden Angaben bezieht sich auf etwas anderes als die Dauerleistung.

Bei den anderen fällt etwas Ähnliches auf, nur weniger drastisch. Yamaha nennt für das P-145BT zweimal 7 Watt Verstärkerleistung und 6 Watt Leistungsaufnahme, Casio zweimal 8 Watt und 8 Watt. Die Aufnahme liegt jeweils unter der Summe der Verstärkerleistung. Das passt nur zusammen, wenn die Aufnahme bei gewöhnlicher Spiellautstärke gemessen ist oder die Verstärkerzahl eine Spitzenangabe ist, und keiner der beiden Hersteller sagt, welches von beiden gilt. Roland ist der einzige Hersteller, der das ausweist: 22 Watt maximal, rund 5 Watt bei mittlerer Lautstärke, 3 Watt im Leerlauf, 0,1 Watt im Aus-Zustand.

Für einen Anfänger in einer Wohnung ist die Frage ohnehin eine andere. Die Stiftung Warentest kam in ihrer Untersuchung von Home-Pianos, veröffentlicht in test 11/2021, zu dem Ergebnis, dass nur drei von elf Geräten über die eingebauten Lautsprecher gut oder sehr gut klingen, und das bei Geräten mit Möbelgehäuse, in dem mehr Raum für Lautsprecher ist. Wer Wert auf Klang legt, plant einen Kopfhörer ein, und für die Lautsprecher zählt dann mehr, ob sie abschaltbar sind, als wie viel Watt sie haben.

1.226 Millimeter Tasten in 1.307 Millimetern Gehäuse

Alle fünf Modelle sind zwischen 1.307 und 1.326 Millimetern breit, soweit der Hersteller es angibt. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall der Konstruktion, sondern eine Folge eines Maßes, das älter ist als jedes dieser Geräte.

Der Klavierbauer Steingraeber nennt in einer Pressemitteilung zu schmalen Klaviaturen das „heutige Oktav-Maß“ mit 6,5 Zoll, gleich 165,1 Millimetern. Eine Oktave umfasst sieben weiße Tasten. Eine weiße Taste samt Fuge ist demnach 165,1 geteilt durch 7, also 23,59 Millimeter breit. Eine Klaviatur mit 88 Tasten hat 52 weiße und 36 schwarze; die 52 weißen ergeben 52 mal 23,59, gleich rund 1.226 Millimeter.

Schematische Draufsicht am Beispiel des Yamaha P-145BT, Breite und Tiefe laut Datenblatt; die Klaviaturbreite ist aus dem Oktavmaß von 165,1 Millimetern gerechnet. Die Tasten sind angedeutet, nicht abgezählt.

Was jenseits der 1.226 Millimeter liegt, sind die Backen links und rechts sowie die Rahmenteile. Beim Roland FP-40 bleiben 1.307 minus 1.226, also 81 Millimeter, bei Casio 96 und bei Yamaha 100 Millimeter, je Seite rund 40 bis 50. In diesem Bereich unterscheiden sich die Modelle in der Breite; in der Klaviatur unterscheiden sie sich nicht.

Bemerkenswert ist, was Steingraeber zu dem Maß noch schreibt: Klaviaturen hätten sich in 300 Jahren Klavierbau in Tastenbreite, Gewichtung und Spieltiefe verändert, und der Hersteller bietet seine Flügel und Klaviere neben dem heutigen Maß auch mit 6,0 und 5,5 Zoll je Oktave an, für kleinere Hände. Von den 54 E-Piano-Angeboten nennt kein einziges eine schmalere Klaviatur. Wer für ein Kind mit kleinen Händen kauft, findet in dieser Klasse ausnahmslos das Standardmaß.

Die Tiefe, die der Notenhalter dazurechnet

Die Breite liegt fest, die Tiefe nicht. Sie ist die Zahl, die über den Stellplatz entscheidet, und sie reicht in diesem Vergleich von 232 Millimetern beim Casio über 268 beim Yamaha bis 332 beim Roland.

Die Datenblattangabe gilt in der Regel ohne Notenpult. Yamaha nennt als einziger Hersteller beide Werte: 268 Millimeter ohne, 320 mit aufgestecktem Notenpult. Das sind 52 Millimeter mehr, ein Zuwachs von 19 Prozent, und er entsteht dort, wo es oft am engsten ist: an der Wand hinter dem Gerät. Auf dem passenden Ständer L-100 gibt Yamaha 318 Millimeter Tiefe an; der Ständer ist damit etwas tiefer als das Instrument selbst.

Für Roland nennt das Datenblatt 332 Millimeter ohne Notenpult und 384 Millimeter mit Notenpult, dem eigenen Ständer KSF-40 und dem Pedalbrett KPD-70. Das Gewicht steigt in dieser Aufstellung von 14,0 auf 24,1 Kilogramm; Ständer und Pedalbrett wiegen zusammen also 10,1 Kilogramm, fast so viel wie ein ganzes Casio.

Die Tiefe des Instruments ist trotzdem nicht der knappste Posten im Zimmer. Vor der Tastatur sitzt jemand, und zwischen Gehäuse und Wand oder Möbel dahinter braucht es Platz für Bank und Beine. Dieser Bereich ist größer als jedes der fünf Geräte tief ist. Ein Schreibtisch mit 60 Zentimetern Tiefe nimmt jedes der fünf auf, auch nach den Angebotsmaßen von Donner und Alesis; ein Fensterbrett mit 25 Zentimetern nur das Casio.

Wer misst, misst deshalb zweimal: die Stellfläche für das Gerät mit Notenpult und den Abstand von der Vorderkante bis zum nächsten Hindernis hinter dem Sitzplatz. Die erste Zahl entscheidet, ob es passt. Die zweite, ob man daran üben mag.

Wer die Geräte baut

Fünf Marken, ein Ursprungsland. In allen fünf Angeboten steht im Feld „Ursprungsland“ China, beim Roland FP-40 ebenso wie beim Alesis Recital. Der Unterschied zwischen einem Gerät für knapp das Dreifache und einem für ein Drittel liegt also nicht im Herstellungsland.

Er liegt in der Frage, wer hinter dem Namen steht und was dieser Jemand dokumentiert. Roland, Yamaha und Casio sind Hersteller mit eigener Entwicklung, deren Mechaniknamen in mehreren Modellen wiederkehren und auf den jeweiligen Herstellerseiten erklärt werden. Alesis gehört zu inMusic Brands; das Angebot nennt als Hersteller „inMusic Europe Limited“. Bei Donner nennt das Angebot „Donner“ als Hersteller und China als Ursprungsland, mehr lässt sich aus den erhobenen Daten nicht sagen.

Wer eine Tastatur tatsächlich fertigt, steht in keinem der fünf Datenblätter, und darüber lässt sich hier nur festhalten, dass es offen ist.

Was sich dagegen belegen lässt, ist der Unterschied in der Sorgfalt der Unterlagen. Die drei großen Marken liefern Datenblätter, in denen Maße auf den Millimeter, Leistungsaufnahme und Zubehör sauber getrennt stehen. Donners Herstellerseite vermischt drei Modelle, nennt einen Verstärker, den das angegebene Netzteil nicht versorgen kann, und schreibt „Supersonic-Pedal“, wo das Sostenuto-Pedal gemeint sein dürfte. Alesis bleibt bei wenigen, aber stimmigen Angaben.

Für die Ersatzteilfrage hat das eine praktische Seite: Ein Hersteller, der seine Netzteile mit Typbezeichnung angibt, Yamaha mit PA-150B, Casio mit AD-A12150LW, Roland mit PSB-7U, macht den Nachkauf in fünf Jahren einfach. Donner nennt „DC 12V 3A“, Alesis „power adapter“; beides reicht, um ein passendes Gerät zu finden, wenn man Polarität und Stecker selbst prüft.

Was im Aufpreis steckt

Am Stichtag kostet das teuerste Gerät dieses Vergleichs knapp das Dreifache des günstigsten. Was davon ist am Datenblatt nachweisbar?

Zwischen Alesis und Donner liegt der Schritt von Feder zu Gewicht, also von halbgewichtet zu einer Mechanik mit Hammergewicht. Das ist der größte einzelne Unterschied der ganzen Reihe, und er kostet wenig Aufpreis. Beide haben 128 Stimmen; das Donner bringt ein Display und laut Hersteller 238 Klänge mit, das Alesis fünf.

Zwischen Donner und Casio liegt kaum Preis, aber ein Unterschied in der Unterlage. Das Casio hat ein vollständiges Datenblatt, dessen Werte mit dem Angebot übereinstimmen, eine benannte Mechanik mit Abstufung, Batteriebetrieb und das flachste Gehäuse. Dafür hat es mit 64 nur die Hälfte der Stimmen.

Zwischen Casio und Yamaha liegt ein Aufpreis, für den das Datenblatt wenig hergibt: dieselben 64 Stimmen, ähnliche Verstärkerleistung, 36 Millimeter mehr Tiefe, 0,6 Kilogramm mehr Gewicht, dafür Bluetooth-Audio und eine Standard-Stereoklinke statt einer Miniklinke. Der Rest des Unterschieds liegt in der Tastatur selbst, und den beschreiben beide Hersteller mit Worten, nicht mit Zahlen.

Zwischen Yamaha und Roland liegt der zweite große Schritt: viermal so viele Stimmen, drei Sensoren je Taste, Escapement, fünf statt drei Anschlagstufen, eine Pedalbuchse, die mit Zukaufpedal stufenlos misst, Bluetooth für Audio und MIDI, dazu Wi-Fi. Das ist der einzige Aufpreis der Reihe, der sich fast vollständig in Datenblattzeilen auflösen lässt.

In einem Satz: Der erste Aufpreis kauft eine Mechanik, der letzte kauft Auskunft über sie. Was dazwischen liegt, ist am Bildschirm nicht zu entscheiden, sondern nur an der Taste.

Der Vorgänger, der noch im Regal steht

Unter den 54 Angeboten steht das Yamaha P-45 noch mit Warenkorb und 2.935 Bewertungen, mehr als zehnmal so vielen wie beim P-145BT. Es ist der Vorgänger in derselben Serie, und Yamaha selbst stellt das P-145BT auf der Produktseite gegen die GHS-Tastatur der „vorherigen P-Serie“. Wer zwischen beiden schwankt, kann die Entwicklung an zwei Datenblättern desselben Herstellers ablesen.

Zwei Datenblätter nebeneinander

Yamaha P-45 Yamaha P-145BT Änderung
Mechanik GHS, Graded Hammer Standard GHC, Graded Hammer Compact Standard wird Compact
Anschlagstufen Hard, Medium, Soft, Fixed Hard, Medium, Soft, Fixed keine
Stimmen 64 64 keine
Verstärker 6 W × 2 7 W × 2 +1 W je Kanal
Tiefe 295 mm 268 mm −27 mm
Höhe 154 mm 129 mm −25 mm
Gewicht 11,5 kg 11,1 kg −0,4 kg
Leistungsaufnahme 6 W 6 W keine
Bluetooth nein Audio neu

Die Tabelle zeigt, wohin die Entwicklung gegangen ist: in die Bauform. Das Gerät ist 27 Millimeter flacher in der Tiefe und 25 Millimeter niedriger geworden, dabei 0,4 Kilogramm leichter; Stimmenzahl, Anschlagstufen und Leistungsaufnahme sind gleich geblieben. Der Name der Mechanik folgt der Bauform: Aus „Standard“ wurde „Compact“.

Ob dabei der Tastenhebel kürzer geworden ist, sagt Yamaha nicht. Das Datenblatt verspricht dasselbe gewichtete Spielgefühl wie bei GHS; wer das prüfen will, macht am Ausstellungsgerät die Probe mit der hinten gedrückten Taste aus dem Abschnitt über die Minute am Gerät, an beiden Modellen nacheinander.

Was Yamaha beim alten Modell zum Pedal schreibt

Im Datenblatt des P-45 steht ein Satz, der beim P-145BT fehlt: „Sustain Pedal: Yes (Half pedal available with optional FC3A)“. Yamaha bestätigt damit für das ältere Modell, was dieser Vergleich für das neuere nur ableiten kann: Das Halbpedal gibt es mit einem zusätzlich gekauften Pedal, dem FC3A, das Yamaha im Zubehör des P-145BT als „Foot pedal“ getrennt vom beiliegenden Footswitch führt. Ob die Buchse des P-145BT Zwischenstellungen genauso auswertet, steht in seinem Datenblatt nicht.

Auch das Angebotsfeld des P-45 erzählt etwas. Es nennt als „Größe“ 295 mal 1.326 mal 154 Zentimeter, ein Gerät von über 13 Metern Breite. Die Zahlen sind die Millimeterwerte des Datenblatts mit der falschen Einheit. Hier stimmt ausnahmsweise jede Ziffer, nur das Wort dahinter nicht.

Der Test, den es für diese Klasse nicht gibt

Wer nach einem unabhängigen Urteil sucht, findet für tragbare Einsteiger-E-Pianos keines aus dem deutschen Prüfwesen. Die Stiftung Warentest hat Digitalpianos zuletzt in test 11/2021 untersucht, online veröffentlicht am 20. Oktober 2021, und der Prüfumfang schließt diese Klasse aus.

Geprüft wurden elf Geräte mit Lautsprechern, 88 Tasten und drei Pedalen: neun Home-Pianos und zwei Hybridpianos mit vollständiger Klaviermechanik. Die Spanne reichte von rund 1.000 bis 6.000 Euro. Kein einziges tragbares Gerät war darunter, keines der fünf Modelle hier und keines ihrer Vorgänger. Auf eine Leserfrage, warum günstigere Geräte fehlten, antwortete die Redaktion, dass Keyboards nicht getestet wurden.

Einige frei zugängliche Befunde lassen sich trotzdem übertragen. Sieben der elf Geräte bildeten den Flügelklang nach dem Urteil der Prüfer realistisch ab, zwei davon waren Hybride. Nur drei klangen über die eingebauten Lautsprecher gut oder sehr gut. Alle elf hatten zwei Kopfhörerbuchsen; von den vier Modellen hier, deren Hersteller die Zahl nennt, hat das keines. Und Funkkopfhörer hält die Stiftung wegen der Verzögerung am Digitalpiano für nicht nutzbar.

Übertragbar heißt nicht übernehmbar. Die Untersuchung sagt nichts über GHC, Scaled Hammer Action oder Hammer-Aktion I, und sie ist fünf Jahre alt. Sie belegt aber zweierlei, was auch für die Einsteigerklasse gilt: dass eingebaute Lautsprecher die häufigste Schwachstelle sind und dass der Kopfhörer am Kabel hängen sollte.

Für Käufer bleibt damit, was dieser Vergleich zur Grundlage macht: das Herstellerdatenblatt, gegen das Angebot gehalten. Es ersetzt keinen Test, aber es ist die einzige Quelle, die für alle fünf Modelle vorliegt.

Ein Kinderzimmer, ein Altbau, ein WG-Zimmer

Drei Lagen, in denen ein Einsteiger-E-Piano gekauft wird, und wie die Datenblätter darauf antworten.

Das Kinderzimmer mit Unterricht ab Herbst

Die Tochter ist acht, der Unterricht beginnt nach den Ferien, und die Lehrerin hat drei Dinge gesagt: 88 Tasten, gewichtet, ein Pedal. Das Zimmer hat unter dem Fenster einen Platz von gut 140 Zentimetern Breite, davor steht das Bett in 90 Zentimetern Abstand.

Die Breite passt bei allen fünf. Die 88 Tasten haben alle. „Gewichtet“ im Sinn einer Hammermechanik erfüllen vier, das Alesis nicht. Beim Pedal wird es schwieriger: Die Lehrerin meint vermutlich ein Pedal, wie es am Klavier sitzt, und ein solches liegt keinem der fünf bei. Für die ersten Monate genügt der Schalter, für das zweite Unterrichtsjahr gehört ein Pedal oder eine Pedaleinheit auf die Liste. Ein Ständer kommt bei allen fünf hinzu, denn keines steht von allein.

Steingraeber bietet kleinere Klaviaturen an; unter den 54 E-Piano-Angeboten bietet sie keines. Die Achtjährige spielt auf demselben Maß wie ein Erwachsener.

Der Altbau mit der Rückkehrerin

Sie hat als Jugendliche zehn Jahre Klavier gespielt und will wieder anfangen, in einer Altbauwohnung mit Dielenboden und einem Nachbarn darunter. Sie kennt den Druckpunkt eines Flügels und vermisst ihn an jedem Keyboard.

Für sie ist die Sensorzahl kein Detail. Das Roland FP-40 ist das einzige der fünf, dessen Datenblatt Escapement und drei Sensoren nennt, und das einzige, dessen Pedalbuchse mit Zukaufpedal stufenlos misst. Dass Tastenanschläge über den Dielenboden in die Wohnung darunter gelangen, löst kein Datenblatt; dazu steht im Abschnitt über das Zimmer mehr.

Das WG-Zimmer, in dem nachts geübt wird

Er arbeitet im Schichtdienst und übt, wenn die anderen schlafen. Das Zimmer ist klein, der Schreibtisch 60 Zentimeter tief und schon voll, und das Gerät soll an manchen Tagen ins Regal.

Hier zählen Tiefe, Gewicht und der Kopfhörer. Das Casio ist mit 232 Millimetern das flachste, mit 10,5 Kilogramm das leichteste der dokumentierten Modelle und läuft notfalls mit Batterien; seine einzige Buchse ist eine Miniklinke, an die ein Kopfhörer mit kleinem Stecker ohne Adapter passt. Das Yamaha wäre die Alternative, wenn Bluetooth-Audio vom Telefon mitlaufen soll.

Sieben Fragen bis zur Kasse

Die Fragen sind so gestellt, dass jede mit Ja oder Nein beantwortet wird und jede Antwort einen Teil der fünf aussortiert.

  1. Soll daraus Klavierunterricht werden? Nein: Das Alesis bleibt im Rennen. Ja: Das Alesis scheidet aus, weil es halbgewichtet ist.
  2. Muss das Gerät auf eine Fläche unter 26 Zentimetern Tiefe? Ja: nur das Casio mit 232 Millimetern; das Yamaha braucht 268. Nein: weiter.
  3. Wird es oft getragen oder weggeräumt? Ja: Das Roland mit 14,0 Kilogramm ist das schwerste; Casio und Yamaha liegen bei 10,5 und 11,1, Donner nennt 8,6 bei 11,6 im Angebot. Nein: weiter.
  4. Soll ohne Steckdose gespielt werden? Ja: Casio mit sechs AA-Zellen oder Alesis mit sechs D-Zellen. Nein: weiter.
  5. Spielen zwei Personen gleichzeitig mit Kopfhörern? Ja: Keines der vier Modelle mit Herstellerangabe hat zwei Buchsen; ein Verteiler wird nötig. Nein: weiter.
  6. Wird viel mit Pedal oder mit zwei Klängen übereinander gespielt? Ja: 128 oder 256 Stimmen, also Donner, Alesis oder Roland. Nein: 64 reichen.
  7. Soll das Datenblatt die Tastatur beschreiben, nicht nur benennen? Ja: Roland. Ein Name reicht: Yamaha oder Casio. Ein Name ohne Beschreibung reicht: Donner.

Wer nach Frage 7 bei zwei Modellen steht, entscheidet am Gerät, nicht am Bildschirm. Wie man das in einer Minute tut, steht im nächsten Abschnitt.

Eine Minute am Gerät

Ein Händler mit Ausstellungsgeräten oder ein Bekannter mit demselben Modell reicht. Fünf Prüfungen, keine braucht ein Werkzeug.

Hinten drücken. Die Taste einmal vorn an der Kante drücken, einmal so weit hinten wie möglich, kurz vor dem Gehäuse. Je länger der Tastenhebel, desto weniger unterscheiden sich beide Stellen. Wird die Taste hinten deutlich schwerer, ist der Hebel kurz, und das spürt man später beim Spiel mit schwarzen Tasten.

Bass gegen Diskant. Die tiefste und die höchste weiße Taste nacheinander langsam drücken. Bei „Graded“, „Scaled“ oder „Progressive“ sollte die tiefe schwerer gehen. Ist kein Unterschied spürbar, ist die Abstufung schwach oder nicht vorhanden.

Ganz langsam. Eine Taste so langsam wie möglich herunterdrücken. Kommt trotzdem ein Ton, ist die Anschlagkurve sehr empfindlich eingestellt; kommt keiner, reagiert sie erst ab einer Mindestgeschwindigkeit. Beides ist einstellbar, beim Roland in fünf, bei Yamaha und Casio in drei Stufen.

Wiederholen. Dieselbe Taste so schnell wie möglich wiederholen, ohne sie ganz hochkommen zu lassen. Hier zeigt sich, ob ein dritter Sensor die Taste früh wieder freigibt.

Pedal halb. Den beiliegenden Pedalteil halb durchtreten, während ein Akkord klingt. Bei einem Schalter springt der Klang zwischen ganz gedämpft und ganz offen; ein Halbpedal gibt es nicht.

Kurz gemerkt: Die Prüfungen ersetzen kein Urteil über das Spielgefühl. Sie zeigen nur, ob die Wörter im Datenblatt am Gerät zu finden sind.

Acht Fehler beim ersten Kauf

Wörter für Messwerte halten

„Vollgewichtet“ als Qualitätsmerkmal lesen. Gegenmaßnahme: nach dem Mechaniknamen und der Herstellerbeschreibung suchen; fehlen beide, ist das Wort eine Behauptung ohne Inhalt.

Anschlagdynamik mit Gewichtung verwechseln. Gegenmaßnahme: Ein Angebot, das nur „anschlagdynamisch“ schreibt, beschreibt die Elektronik, nicht die Mechanik.

Das Feld statt des Datenblatts

Das Gewicht aus dem Angebotsfeld übernehmen. Gegenmaßnahme: Datenblatt aufrufen; in diesem Vergleich wich das Feld bei drei der vier prüfbaren Modelle ab, beim Roland um 4,55 Kilogramm.

Die Tiefe ohne Notenpult planen. Gegenmaßnahme: beim Yamaha 52 Millimeter dazurechnen, bei den anderen das Notenpult am Ausstellungsgerät messen.

Den Lieferumfang überschätzen

Den beiliegenden Pedalteil für ein Klavierpedal halten. Gegenmaßnahme: im Datenblatt nach „Footswitch“ oder „Pedal switch“ suchen; beides heißt Schalter.

Den Ständer vergessen. Gegenmaßnahme: Keines der fünf steht von allein; Yamaha, Casio und Roland nennen passende Ständer im Zubehör, die eigens bezahlt werden.

Leistung falsch lesen

Mehr Watt für mehr Lautstärke halten. Gegenmaßnahme: Watt sind Verstärkerleistung; ob der Ton lauter wird, entscheidet der Lautsprecher, und den Wirkungsgrad nennt kein Hersteller.

Mit 64 Stimmen zwei Klänge übereinanderlegen. Gegenmaßnahme: Für Klavier mit Streichern und viel Pedal sind 128 Stimmen und mehr die sichere Seite.

Was Anschlagdynamik nicht ist

Drei Missverständnisse aus der Erhebung, die sich in Angeboten wiederfinden und die einen Anfänger auf die falsche Fährte setzen.

Anschlagstufen sind keine Gewichtsstufen. Das Korg D1 beschreibt im Angebot eine „einstellbare Anschlagstärke der Tastatur: 5 Stufen von leicht bis gewichtet“. Was sich in fünf Stufen einstellen lässt, ist die Anschlagkurve: wie laut ein Ton bei gegebener Tastengeschwindigkeit klingt. Die Taste wird dadurch nicht schwerer und nicht leichter, sie wird nur anders ausgewertet. Die Formulierung „bis gewichtet“ legt eine Mechanik nahe, die sich verstellen ließe, und so etwas gibt es bei keinem der 54 Geräte.

„Gewichtete Tasten“ im Datenfeld heißt nicht gewichtete Tasten. Das FunKey DP-1088 SM nennt im Titel „88 anschlagdynamische Keyboard-Tasten“, also eine Keyboard-Tastatur, und im Datenfeld „Besondere Merkmale: Gewichtete Tasten“. Beides kann nicht zugleich stimmen, und im Zweifel ist der Titel die vom Anbieter formulierte Angabe, das Feld eine Auswahl aus einer Liste.

„Halbgewichtet“ ist nicht die halbe Hammermechanik. Roland beschreibt halbgewichtete Tastaturen als federbelastet. Eine Feder baut ihren Widerstand mit dem Weg auf und gibt ihn beim Loslassen wieder ab, ein Gewicht widersetzt sich der Beschleunigung. Das sind zwei Bauarten, nicht zwei Mengen derselben. Alesis schreibt das beim Recital so, wie es ist; Donner führt in seiner Modelltabelle das DEP-10S als „Halb-Gewichtet“ neben dem DEP-20 mit Hammer-Aktion.

Ein viertes Missverständnis betrifft die Zahl der Klänge. Das Donner hat laut Hersteller 238, das Roland 305, davon 40 direkt am Gerät und den Rest über die App, das Alesis fünf. Für das Klavierlernen zählt ein einziger Klang, und dessen Stimmenbedarf ist wichtiger als die Zahl der übrigen.

Steckdose oder sechs Batterien

Digitalpianos verbrauchen wenig Strom, und das lässt sich mit den Herstellerangaben rechnen. Für die Rechnung gilt eine Stunde Spiel am Tag, also 365 Stunden im Jahr, und als Rechenannahme ein Strompreis von 30 und von 40 Cent je Kilowattstunde.

Modell Leistungsaufnahme laut Hersteller kWh im Jahr bei 30 Cent bei 40 Cent
Yamaha P-145BT 6 W 2,19 66 Cent 88 Cent
Casio CDP-S110 8 W 2,92 88 Cent 117 Cent
Roland FP-40, mittlere Lautstärke 5 W 1,83 55 Cent 73 Cent
Roland FP-40, Maximum 22 W 8,03 241 Cent 321 Cent

Der Rechenweg ist derselbe wie bei jedem Gerät: Watt mal Stunden, geteilt durch 1.000, ergibt Kilowattstunden. Selbst im ungünstigsten Fall, das Roland durchgehend mit voller Leistung, bleibt es bei 8 Kilowattstunden im Jahr. Wie sich dieselbe Rechnung bei Geräten verhält, die rund um die Uhr laufen, zeigt der Beitrag mit Watt in Kilowattstunden umgerechnet für Aquarientechnik; hier ist der Unterschied zwischen den Modellen eine Frage von Cent.

Wichtiger als der Verbrauch ist der Bereitschaftszustand. Roland nennt 0,1 Watt im Aus-Zustand und eine automatische Abschaltung; Casio nennt ebenfalls eine automatische Abschaltung. Yamaha und Donner machen dazu keine Angabe im erhobenen Material.

Batteriebetrieb bieten zwei der fünf. Casio nennt für das CDP-S110 sechs AA-Zellen und rund 13 Stunden; bei einer Stunde täglich reicht ein Satz knapp zwei Wochen. Alesis nennt für das Recital sechs D-Zellen ohne Laufzeit. Für ein Gerät, das an wechselnden Orten steht, ist das ein echter Vorteil, für ein Gerät im Kinderzimmer eher eine Fehlerquelle, wenn die Zellen leer werden und die Anschlagdynamik nachlässt, bevor der Ton ausfällt. Ob das bei diesen Modellen so ist, sagen die Hersteller nicht; im Zweifel gehört das Netzteil in die Steckdose.

Was die EU seit Mai 2025 verlangt

Seit dem 9. Mai 2025 gilt die Verordnung (EU) 2023/826 über den Stromverbrauch elektrischer Haushaltsgeräte im Aus-Zustand und im Bereitschaftszustand, und in ihrer Geräteliste in Anhang I stehen ausdrücklich Musikinstrumente. Sie legt drei Dinge fest, die für ein E-Piano gelten, das dauerhaft eingesteckt bleibt.

Im Aus-Zustand darf ein Gerät höchstens 0,50 Watt aufnehmen, zwei Jahre nach Geltungsbeginn, also ab Mai 2027, höchstens 0,30 Watt. Im Bereitschaftszustand, aus dem es sich reaktivieren lässt, sind es 0,50 Watt, mit Status- oder Informationsanzeige 0,80 Watt. Und eine Stromsparfunktion muss das Gerät nach höchstens 20 Minuten ohne Hauptfunktion in einen dieser Zustände schalten; sie muss ab Werk aktiviert sein und darf nur mit einem Warnhinweis abschaltbar sein.

Daraus ergibt sich eine Rechnung, die den Spielverbrauch relativiert. Ein Jahr hat 8.760 Stunden; bei einer Stunde Spiel am Tag bleibt das Gerät 8.395 Stunden aus. Bei 0,50 Watt sind das 4,20 Kilowattstunden im Jahr, also mehr als das Yamaha mit 2,19 Kilowattstunden im ganzen Jahr zum Spielen verbraucht. Bei 0,1 Watt, dem Wert, den Roland für das FP-40 nennt, sind es 0,84 Kilowattstunden.

Roland liegt damit schon heute unter dem Grenzwert, der erst 2027 gilt. Casio nennt eine automatische Abschaltung ohne Wattangabe, Yamaha nennt im Datenblatt des P-145BT keinen Aus-Wert, Donner und Alesis äußern sich nicht. Die automatische Abschaltung, die manche beim Üben mit Pausen stört, ist keine Eigenheit eines Herstellers, sondern Vorschrift; sie lässt sich abstellen, und der Hinweis, dass das mehr Strom kostet, steht dann in der Bedienungsanleitung.

Was in fünf Jahren nachzukaufen ist

Ein E-Piano hat keine Saiten, die gestimmt werden, und keine Filze, die sich setzen. Was im Lauf der Jahre nachgekauft wird, sind Zubehörteile, und welche das sind, hängt davon ab, was am Anfang fehlt.

Was bei allen fünf hinzukommt: ein Ständer, eine Sitzbank in passender Höhe und ein Kopfhörer. Yamaha nennt als Ständer das L-100 und Kopfhörer der HPH-Reihe, Casio den Ständer CS-46P, Roland den Ständer KSF-40 und eine Reihe von Universalständern. Donner verkauft das DEP-20 auch als DEP-20S mit Möbelständer und drei Pedalen. Für das Alesis nennt der Hersteller auf der Produktseite kein eigenes Zubehör.

Was hinzukommt, wenn Unterricht dazukommt: ein Pedal, das mehr kann als schalten, oder eine Pedaleinheit mit drei Pedalen. Yamaha führt für das P-145BT die Pedaleinheit LP-5A und das Foot pedal FC3A, Roland für das FP-40 das Pedalbrett KPD-70 und Dämpferpedale der DP-Reihe, Casio das Pedal SP-20.

Was nach Jahren ersetzt werden kann: das Netzteil. Yamaha nennt den Typ PA-150B mit 12 Volt und 1,5 Ampere, Casio das AD-A12150LW, Roland das PSB-7U, Donner „DC 12V 3A“. Ein Netzteil mit Typbezeichnung ist ein Ersatzteil, eines ohne ist eine Suche nach Spannung, Strom, Steckergröße und Polarität.

In Anschaffungen gerechnet, nicht in Euro: Zum Grundgerät kommen bei allen fünf mindestens zwei Teile, Ständer und Kopfhörer, und bei Unterricht ein drittes, das Pedal. Bei Alesis ist das Pedal schon für das erste Mal nötig, weil keines beiliegt. Beim Donner DEP-20S und bei Möbelständern mit integrierten Pedalen fallen zwei der drei Anschaffungen zusammen. Wer das vor dem Kauf durchzählt, vergleicht die Pakete und nicht nur die Grundgeräte.

Das Zimmer um das Instrument

Ein Einsteiger-E-Piano steht selten in einem Musikzimmer. Es steht in einem Kinderzimmer, einer Ecke des Wohnzimmers oder einem WG-Zimmer, und drei Dinge aus diesem Raum entscheiden mit, ob daran geübt wird.

Das Licht auf dem Notenpult. Notenblätter werden aus etwa einer Armlänge Abstand gelesen, oft abends, und das Deckenlicht kommt meist von hinten. Was auf der Seite ankommt, ist eine andere Größe als der Lichtstrom der Lampe; die Rechnung dazu steht im Beitrag über Licht, das auf dem Notenblatt ankommt, dort für Stehlampen mit Leselicht.

Der Hall im kleinen Raum. Die Lautsprecher eines tragbaren Geräts sitzen klein im flachen Gehäuse, und in einem kahlen, kleinen Zimmer klingt jeder Lautsprecher härter als in einem möblierten. Wie stark ein einzelnes Akustikpaneel die Nachhallzeit eines kleinen Raums senkt, ist dort für einen Flur gerechnet; das Prinzip ist dasselbe. Gegen den Schall durch die Decke hilft es dagegen nicht, denn der kommt über Ständer und Boden.

Der Ständer, an dem ein Kind zieht. Ein X-Ständer hat eine schmale Standfläche, und ein Kind, das sich an der Tastatur hochzieht, erzeugt ein Kippmoment. Wie Standfläche und Angriffshöhe zusammenwirken, ist in derselben Kippmoment-Rechnung am Schuhschrank nachvollziehbar, und warum eine breite Basis mehr hilft als Gewicht oben, erklärt der Beitrag darüber, wie Standfläche und Kippkante zusammenhängen. Ein Ständer mit vier Beinen oder ein Möbelständer kippt deutlich schwerer.

Diese drei Punkte kosten im Laden keine Minute Aufmerksamkeit und entscheiden zu Hause über Monate, ob das Instrument benutzt wird. Sie stehen deshalb hier und nicht in einem Anhang.

Für den Unterricht fehlt allen dasselbe Teil

Die These dieses Abschnitts klingt nach einer Spitzfindigkeit und ist doch die praktisch wichtigste des ganzen Vergleichs: Für Klavierunterricht, wie er an Musikschulen und bei Privatlehrkräften stattfindet, fehlt allen fünf Modellen dasselbe Teil, und es ist nicht die Tastatur.

Es ist das Pedal. Kein einziges der fünf legt ein Pedal bei, das ein Halbpedal erlaubt. Zwei Hersteller sagen das in ihren Datenblättern ausdrücklich, indem sie das beiliegende Teil als Schalter bezeichnen; Roland erklärt zusätzlich, dass die Buchse erst mit einem anderen Pedal stufenlos misst. Casio und Donner äußern sich nicht, Alesis legt keines bei.

Am akustischen Klavier ist das Pedal kein Zubehör, sondern Teil des Instruments, und das Halbpedal gehört ab einem gewissen Stand zur Technik. Wer ein Einsteiger-E-Piano nach Tastatur auswählt und das Pedal als erledigt betrachtet, weil „Sustain-Pedal“ im Angebot steht, kauft für das zweite Unterrichtsjahr ein Teil nach, das schon im ersten absehbar war.

Die Rechnung dazu ist keine in Euro, sondern in Schritten. Vier der fünf Modelle brauchen für Unterricht mit Halbpedal ein zusätzliches Pedal. Das Roland ist das einzige, bei dem der Hersteller bestätigt, dass die Buchse ein solches Pedal auswertet. Bei Yamaha, Casio und Donner muss das vor dem Kauf eines Zusatzpedals erfragt werden, beim Alesis ist es nach den Herstellerangaben nicht zu klären.

Die These richtet sich nicht gegen eines der Geräte. Sie richtet sich gegen eine Art, das Angebot zu lesen: Das Wort „Pedal“ im Lieferumfang ist dieselbe Art Angabe wie „vollgewichtet“ in der Tastaturzeile. Es klingt vollständiger, als es ist.

Die Zahlen für den Händlertresen

Sechs Zahlen und Prüfwörter, die beim Kauf im Kopf sein sollten, alle aus den Datenblättern dieses Vergleichs.

Was Wert in diesem Vergleich wofür
Tastengewicht in Gramm in 0 von 54 Angeboten nicht danach suchen, sondern nach dem Mechaniknamen
Klaviaturbreite rund 1.226 mm bei allen Breite ist kein Unterscheidungsmerkmal, Tiefe schon
Tiefe 232 bis 332 mm, mit Notenpult mehr Stellplatz zweimal messen
Gewicht 8,6 bis 14,0 kg laut Hersteller das Angebotsfeld weicht bis 4,55 kg ab
Stimmen 64, 128 oder 256 64 genügen für einen Klang mit sparsamem Pedal
Pedal Schalter bei Yamaha und Roland Halbpedal nur mit Zukauf

Das Prüfwort, das über alle sechs Zeilen hinweg gilt, heißt Datenblatt. Ein Angebot, für das keines zu finden ist, ist nicht automatisch schlecht; es ist nur nicht zu prüfen. Wie hier ausgezählt und gegengerechnet wird, beschreibt die Seite darüber, nach welchen Regeln hier ausgezählt wird; alle verwendeten Belege stehen außerdem im Verzeichnis aller Belege.

Verantwortlich für diesen Bereich ist Matthias König. Wo eine Angabe in diesem Vergleich sich später als falsch herausstellt, steht die Berichtigung in der Liste der berichtigten Angaben. Die tragbaren Einsteigermodelle sind eine von drei Bauformen; was Möbelgehäuse und Bühnengeräte anders machen, ordnet die Übersicht über die übrigen Bauformen dieses Bereichs ein, die mit weiteren Beiträgen wächst. Weitere Instrumente finden sich unter Musikinstrumente.

Häufige Fragen

Was bedeutet „vollgewichtet“ bei einem E-Piano?
Im Angebot nichts Messbares. Das Wort steht in 9 von 28 erhobenen Angeboten außerhalb von Yamaha, Roland, Kawai, Casio und Korg und in keinem der 26 Angebote dieser fünf Marken. Die nennen stattdessen einen Mechaniknamen, den man im Datenblatt nachschlagen kann. Eine Grammangabe fehlt in beiden Fällen.
Reicht eine halbgewichtete Tastatur zum Klavierlernen?
Zum Ausprobieren ja, als Dauerlösung für Klavierunterricht ist sie die schwächere Wahl. Roland beschreibt halbgewichtete Tastaturen als federbelastet und die Hammermechanik als die realistischere Bauart. Alesis gibt beim Recital ausdrücklich „semi-weighted“ an und ist damit ehrlicher als manches Angebot, das „vollgewichtet“ schreibt.
Wie schwer ist ein tragbares E-Piano mit 88 Tasten?
In diesem Vergleich laut Hersteller 8,6 Kilogramm (Donner, Herstellerseite) bis 14,0 Kilogramm (Roland FP-40); die drei vollständigen Datenblätter nennen 10,5 bis 14,0. Die Gewichtsfelder der Angebote weichen bis zu 4,55 Kilogramm ab, in beide Richtungen.
Liegt einem E-Piano ein richtiges Sustain-Pedal bei?
Meist ein Schalter. Yamaha nennt das beiliegende Teil beim P-145BT im Datenblatt „Footswitch“, Roland beim FP-40 „Pedal switch (DP-2)“. Ein Schalter kennt zwei Zustände; das Halbpedal, mit dem ein Klavierpedal dosiert wird, funktioniert beim FP-40 laut Roland nur mit einem zusätzlich gekauften Pedal.
Wie viel Polyphonie braucht ein Anfänger?
Die Modelle hier haben 64 (Yamaha P-145BT, Casio CDP-S110), 128 (Donner, Alesis) oder 256 Stimmen (Roland FP-40). Belegt ein Klavierklang je Taste zwei Stimmen, bleiben von 64 noch 32 gleichzeitige Töne, und mit gehaltenem Pedal summiert sich das schnell. Kein Hersteller nennt den Verbrauch je Note, deshalb ist das eine Rechnung, keine Angabe.
Kann man ein E-Piano mit Batterien spielen?
Einige ja. Casio nennt für das CDP-S110 sechs AA-Zellen und rund 13 Stunden Spielzeit, Alesis für das Recital sechs D-Zellen ohne Zeitangabe. Yamaha P-145BT und Roland FP-40 laufen laut Datenblatt nur am Netzteil.
Wie viel Strom verbraucht ein E-Piano?
Wenig. Yamaha gibt für das P-145BT 6 Watt an, Casio für das CDP-S110 8 Watt, Roland für das FP-40 22 Watt maximal und rund 5 Watt bei mittlerer Lautstärke. Bei einer Stunde am Tag sind das knapp 2 bis 3 Kilowattstunden im Jahr.
Wie viel Platz braucht ein E-Piano in der Tiefe?
Ohne Notenpult 232 Millimeter (Casio) bis 332 Millimeter (Roland). Beim Yamaha P-145BT wächst die Tiefe mit aufgestecktem Notenpult von 268 auf 320 Millimeter. Dazu kommen Bank und Sitzabstand, die mehr Raum brauchen als das Instrument selbst.
Warum sind alle E-Pianos mit 88 Tasten fast gleich breit?
Weil das Oktavmaß festliegt. Steingraeber nennt für heutige Klaviaturen 165,1 Millimeter je Oktave; daraus ergeben sich für 52 weiße Tasten rund 1.226 Millimeter. Die Gehäuse sind 1.307 bis 1.326 Millimeter breit, der Rest sind die Backen links und rechts.
Gibt es einen unabhängigen Test für Einsteiger-E-Pianos?
Nicht für diese Klasse. Die Stiftung Warentest hat in test 11/2021 elf Digitalpianos untersucht, darunter neun Home- und zwei Hybridpianos mit drei Pedalen, keine tragbaren Einsteigermodelle. Was für Portables bleibt, sind die Herstellerdatenblätter.
Lohnt sich Bluetooth beim E-Piano?
Für Musik und Lern-Apps ja, für Kopfhörer kaum. Die Stiftung Warentest hält Funkkopfhörer am Digitalpiano wegen der Verzögerung für nicht nutzbar. Das P-145BT überträgt per Bluetooth nur Audio, das FP-40 laut Roland Audio und MIDI.

Wer diesen Artikel verantwortet

Matthias König, Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Matthias König

Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Schreibt über Instrumente, DJ- und Studiotechnik.

Technik-Redakteur mit Schwerpunkt Consumer Electronics und Audio

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
19.10.2026
Aktualisiert
19.10.2026
Geprüft
19.10.2026
Quellen
10

Änderungsverlauf

  • 19.10.2026: Ersterstellung aus 54 erhobenen Angeboten und fünf Herstellerdatenblättern, Kaufbarkeit aller fünf Modelle am selben Tag geprüft.

Belege

  1. Herstellerangaberoland.com
    Roland, FP-40 Specifications

    Belegt PHA-4 Standard mit Escapement und Ivory Feel, 256 Stimmen, 12 W × 2, fünf Anschlagstufen, den beiliegenden Pedal switch DP-2, 22 W Leistungsaufnahme und 14,0 kg.

  2. Herstellerangabede.yamaha.com
    Yamaha, P-145BT Technische Daten

    Belegt GHC-Tastatur, 64 Stimmen, 7 W × 2, 6 W Leistungsaufnahme, 11,1 kg, 1.326 × 268 × 129 mm und den Footswitch im Lieferumfang neben dem separat verkauften Foot pedal FC3A.

  3. Herstellerangabecasio.com
    Casio, CDP-S110BK Produktseite mit technischen Daten

    Belegt Scaled Hammer Action Keyboard II, drei Anschlagstufen, 64 Stimmen, 8 W + 8 W, Batteriebetrieb mit sechs AA-Zellen für rund 13 Stunden, 1.322 × 232 × 99 mm und 10,5 kg.

  4. Herstellerangabealesis.com
    Alesis, Recital Produktseite

    Belegt die halbgewichtete Tastatur („semi-weighted“), 128 Stimmen, 20-Watt-Lautsprecher, den Pedaleingang ohne beiliegendes Pedal und den Betrieb mit sechs D-Zellen.

  5. Herstellerangabede.donnermusic.com
    Donner, DEP-20 Produktseite mit Modelltabelle

    Belegt „Donner Hammer-Aktion I, Gewichtet“, 128 Stimmen, ein Pedal beim DEP-20 sowie die Angaben 8,6 kg, DC 12 V 3 A und 25 W × 2 auf derselben Seite.

  6. Unabhängiger Testtest.de
    Stiftung Warentest, E-Piano-Test, test 11/2021

    Belegt im frei zugänglichen Teil den Prüfumfang (elf Home- und Hybridpianos), das Urteil zu den eingebauten Lautsprechern und die Einschätzung zu Funkkopfhörern.

  7. Herstellerangabesteingraeber.de
    Steingraeber & Söhne, Pressemitteilung Schmale Klaviaturen 6.0 und 5.5 Zoll

    Belegt das heutige Oktavmaß von 6,5 Zoll gleich 165,1 Millimetern, aus dem die Klaviaturbreite in diesem Vergleich gerechnet ist.

  8. Herstellerangabemetmuseum.org
    The Metropolitan Museum of Art, Grand Piano, Bartolomeo Cristofori, 1720

    Belegt das älteste erhaltene Hammerklavier, seine 54 Tasten ohne Pedal und Cristoforis Bezeichnung „gravicembalo col piano e forte“ für das erste Instrument mit Hammermechanik.

  9. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Verordnung (EU) 2023/826 der Kommission vom 17. April 2023, Amtsblatt L 103

    Belegt Musikinstrumente im Anwendungsbereich, die Grenzwerte 0,50 W und ab 2027 0,30 W im Aus-Zustand und die Stromsparfunktion nach höchstens 20 Minuten.

  10. Herstellerangaberoland.com
    Roland, Digital Piano – Häufig gestellte Fragen

    Belegt Rolands Unterscheidung von federbelasteten, halbgewichteten Tastaturen und Hammermechanik sowie das Halbpedal als Funktion eines eigenen Pedals.

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