E-Pianos·34 Min Lesezeit

E-Piano leise spielen: was trotz Kopfhörer unten ankommt

Mit Kopfhörern hört niemand den Klavierklang, aber der Nachbar unten hört trotzdem etwas: die Tasten, das Pedal, den Ständer. Die Norm misst genau das mit fünf Hämmern zu 500 Gramm. Was DIN 4109 verspricht und was nicht, was der BGH 2018 entschieden hat und wie eine Unterlage gegen Körperschall gebaut sein muss.

Matthias König, Fachredaktion Audio und StudiotechnikVon Matthias KönigFachredaktion Audio und Studiotechnik
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Kurz gesagt

Mit Kopfhörern schweigen die Lautsprecher, aber Tastenanschlag und Pedal gehen als Körperschall über Ständer und Boden in die Decke. Die Bauakustik misst diese Art Schall mit einem Hammerwerk aus fünf Hämmern zu 500 Gramm, und DIN 4109-1 erlaubt zwischen Wohnungen einen Norm-Trittschallpegel von bis zu 50 Dezibel, bei Leichtbaudecken 53. Leise ist das nicht: Die Norm verspricht ausdrücklich nicht, dass Geräusche von nebenan unhörbar sind. Hilfe bringt eine schwere Platte auf einer weichen Schicht unter Instrument und Pedal, ohne Kontakt zur Wand. Rechtlich nannte der BGH 2018 zwei bis drei Stunden werktags als groben Richtwert für hörbares Musizieren.

„Warum hört mich der Nachbar, obwohl ich Kopfhörer trage?“ Die Frage steht so oder ähnlich in Klavierforen, und sie hat eine Antwort, die mit dem Kopfhörer nichts zu tun hat. Was unten ankommt, ist nicht der Klang. Es ist der Anschlag: Tasten, die am Ende ihres Wegs aufsetzen, ein Pedal, das auf den Boden schlägt, ein Ständer, der jede Bewegung in den Estrich weitergibt. Die Decke nimmt diese Stöße auf und strahlt sie im Raum darunter als dumpfes Klopfen ab. Bauakustiker nennen das Körperschall, und für eine besondere Form davon, den Trittschall, haben sie ein genormtes Messgerät: fünf Hämmer zu je 500 Gramm, die mit 10 Hertz auf die Decke fallen.

Dieser Ratgeber geht der Frage aus der Suche nach, Schritt für Schritt. Er erklärt, welcher Schall beim E-Piano auf welchem Weg zum Nachbarn geht, was die Bauordnung über Decken verspricht und was nicht, wie man Instrument und Pedal vom Boden entkoppelt, welcher Kopfhörer taugt und was der Bundesgerichtshof 2018 über das Musizieren zu Hause entschieden hat. Ein Kaufratgeber ist er nicht; er nennt kein Modell, das leiser wäre als ein anderes, weil kein Hersteller dafür eine Zahl angibt.

Zwei Wege, auf denen ein E-Piano den Nachbarn erreicht

Schall verlässt eine Wohnung auf zwei Wegen, und die Bauakustik trennt sie streng. Luftschall entsteht in der Luft, etwa in einem Lautsprecher, trifft auf Wand oder Decke und regt sie von der Fläche her zum Schwingen an. Trittschall entsteht, wenn etwas unmittelbar auf das Bauteil schlägt, etwa ein Schuh, ein fallender Gegenstand oder ein Stuhl, der gerückt wird. Die Ingenieure von khb beschreiben den Unterschied so: Beim Trittschall wird die Energie direkt in das Bauteil eingeleitet, deshalb helfe Masse allein wenig, und deshalb wirke Trittschall schon bei niedrigen Pegeln aufdringlich.

Ein E-Piano erzeugt beides. Aus den Lautsprechern kommt Luftschall, der Klavierklang. Aus der Mechanik kommt Körperschall: Jede Taste prallt am Ende ihres Wegs auf einen Anschlag, jeder Hammer in einer Hammermechanik ebenfalls, und das Dämpferpedal schlägt beim Treten und beim Loslassen auf. Diese Stöße gehen über das Gehäuse in den Ständer, über die Füße in den Boden und von dort in die Decke.

Welcher Weg bei Kopfhörern bleibt

Der Kopfhörer schließt den ersten Weg fast vollständig. Den zweiten berührt er nicht. Das erklärt die Forenfrage: Wer mit Kopfhörern übt, hat den lauteren Teil abgestellt und den aufdringlicheren behalten. Unten kommt ein Klopfen an, das sich nach Rhythmus anhört, aber nicht nach Musik, und gerade das macht es für den Nachbarn schwer zu ignorieren. Alles Weitere in diesem Ratgeber folgt aus dieser Trennung: Gegen Luftschall hilft der Kopfhörer, gegen Körperschall hilft nur Entkopplung.

Was der Kopfhörer abstellt und was nicht

Steckt ein Kopfhörer in der Buchse, schalten viele Digitalpianos ihre Lautsprecher ab. Yamaha setzt das in der Bedienungsanleitung des YDP-105 voraus: In der Fehlertabelle steht als möglicher Grund für stumme Lautsprecher, dass ein Kopfhörer oder ein Adapter in der Buchse PHONES steckt. Schon ein Adapter ohne Kopfhörer genügt also, um die Lautsprecher stumm zu schalten. Roland gibt dem FP-60X zusätzlich einen eigenen Lautsprecherschalter, sodass die Lautsprecher auch ohne Kopfhörer schweigen können.

Die Lautsprecher sind damit aus der Gleichung. Was bleibt, ist alles, was mechanisch geschieht.

Die drei Quellen, die bleiben

Quelle 1: der Tastenanschlag. Jede Taste trifft am Ende des Wegs auf einen Anschlag. Bei kräftigem Spiel geschieht das viele Male in der Sekunde, und jede dieser Berührungen gibt einen kleinen Stoß an das Gehäuse.

Quelle 2: die Hammermechanik. In einer Tastatur mit Hammermechanik bewegt jede Taste eine Masse, die beim Anschlag beschleunigt und am Ende abgebremst wird. Das ist gewollt, weil die Taste sich wie ein Klavier anfühlen soll, und es erzeugt einen zweiten Stoß.

Quelle 3: das Pedal. Das Dämpferpedal liegt direkt auf dem Boden. Wird es getreten, schlägt es auf seinen unteren Anschlag; wird es losgelassen, springt es zurück. Von den drei Quellen ist das Pedal diejenige, die einem Schritt am nächsten kommt, weil ein Fuß unmittelbar auf ein Teil am Boden tritt.

Keiner der Hersteller, deren Datenblätter für diesen Bereich gelesen wurden, nennt eine Angabe zum Körperschall seines Instruments. Wie stark die drei Quellen bei einem bestimmten Modell sind, lässt sich nur am Gerät selbst herausfinden, und am zuverlässigsten mit einem zweiten Menschen im Raum darunter. Wie das geht, beschreibt ein späterer Abschnitt.

Geräusche, die nur im Kopfhörer klingen

Ein Detail macht den Unterschied zwischen den beiden Schallwegen besonders deutlich. Manche Digitalpianos erzeugen die Geräusche einer Klaviermechanik absichtlich nach, damit das Spiel im Kopfhörer echter klingt. Casio führt für das PX-S5000 in seinem Akustiksimulator unter anderem „Key Action Noise“ und „Damper Noise“ auf, das Geräusch der Tastenmechanik und das des Dämpfers, jeweils in 4 Stufen und abschaltbar. Dazu kommen eine Hammer Response in 4 Stufen, eine Saiten- und eine Dämpferresonanz in je 4 Stufen und ein Key Off Simulator für das Loslassen der Taste.

Das sind Geräusche, die der Spieler hören will: das leise Klopfen der Mechanik und das Rauschen des Dämpfers, die ein akustisches Klavier immer mitliefert und ohne die ein Klavierklang im Kopfhörer steril wirken kann. Sie entstehen im Klangspeicher, gehen über das Kabel ins Ohr und verlassen die Wohnung nicht.

Zwei Tastengeräusche, die nichts miteinander zu tun haben

Die echten Mechanikgeräusche entstehen dagegen in der Tastatur selbst und gehen über den Ständer nach unten. Ein Digitalpiano kann also zugleich ein simuliertes Tastengeräusch im Kopfhörer abspielen und ein echtes in die Decke leiten. Die vier Stufen der Simulation ändern am zweiten nichts: Wer die Simulation auf „Aus“ stellt, hört im Kopfhörer weniger Mechanik, und der Nachbar hört genauso viel wie vorher.

Für die Probe mit dem Nachbarn, die weiter unten beschrieben ist, spielt die Einstellung deshalb keine Rolle. Für das eigene Üben kann sie eine Rolle spielen: Wer im Kopfhörer kein Klopfen hört, spürt leichter den Drang, fester anzuschlagen, und fester angeschlagene Tasten geben mehr Körperschall ab.

Fünf Hämmer zu 500 Gramm

Wie Trittschall gemessen wird, ist für das E-Piano aufschlussreich, weil die Messung dem Problem ähnelt. BauNetz Wissen beschreibt das Verfahren: Im Raum oben wird ein Norm-Hammerwerk aufgestellt, im Raum darunter wird der Schalldruckpegel gemessen. Das Hammerwerk hat fünf parallele Hämmer mit einer Masse von jeweils 500 Gramm, die automatisch mit einer Frequenz von 10 Hertz auf den Boden fallen.

Fünf Hämmer zu 500 Gramm sind zusammen 2,5 Kilogramm bewegte Masse. Bei 10 Hertz entsteht eine dichte Folge von Stößen, wie sie Schritte, fallende Gegenstände oder eben ein Instrument mit Pedal auf einer Decke hervorrufen. Der Pegel im Raum darunter wird frequenzabhängig gemessen und auf eine Bezugs-Absorptionsfläche von 10 Quadratmetern umgerechnet, damit ein karger und ein möblierter Raum vergleichbar werden. Heraus kommt der bewertete Norm-Trittschallpegel L'n,w als eine einzige Zahl in Dezibel.

Warum beim Trittschall ein kleiner Wert gut ist

Beim Luftschall gibt die Norm an, wie viel eine Wand dämmt; ein großer Wert ist gut. Beim Trittschall gibt sie an, wie laut es unten wird; ein kleiner Wert ist gut. khb fasst es in einem Beispiel: R'w von mindestens 54 Dezibel und L'n,w von höchstens 50 Dezibel beschreiben dieselbe solide Wohnungstrenndecke. Der Strich im Formelzeichen zeigt, dass die Übertragung über flankierende Bauteile enthalten ist, also über Wände und Anschlüsse, wie es am fertigen Bau der Normalfall ist.

Für das E-Piano heißt das: Eine Decke, die nach der Norm gut gegen Trittschall ist, ist zugleich eine, die auch die Stöße eines Instruments besser abfängt. Ein Instrument ist kein Hammerwerk, und niemand hat ein E-Piano nach diesem Verfahren gemessen. Aber die Art der Anregung ist dieselbe: kurze Stöße auf den Boden, nicht Schall in der Luft.

50 Dezibel, die keine Stille versprechen

Was eine Decke zwischen zwei Wohnungen leisten muss, legt DIN 4109-1 fest, Schallschutz im Hochbau, in der Fassung vom Januar 2018. Nach khb fordert die Norm für Wohnungstrenndecken zwischen fremden Wohnungen einen Norm-Trittschallpegel von höchstens 50 Dezibel. Für Treppenläufe, Treppenpodeste und Decken unter Laubengängen gelten 53 Dezibel. Für Deckenkonstruktionen, die DIN 4109-33 zuzuordnen sind, also Holz-, Leicht- und Trockenbau, gelten ebenfalls 53 Dezibel statt 50. Beim Luftschall verlangt die Norm für die Wohnungstrenndecke ein Schalldämm-Maß von mindestens 54 Dezibel.

Bauteil Kennwert Anforderung DIN 4109-1:2018
Wohnungstrenndecke, Trittschall L'n,w höchstens 50 dB
Wohnungstrenndecke im Leichtbau nach DIN 4109-33 L'n,w höchstens 53 dB
Treppenlauf, Treppenpodest L'n,w höchstens 53 dB
Wohnungstrenndecke, Luftschall R'w mindestens 54 dB
Wohnungstrennwand, Luftschall R'w mindestens 53 dB

Was die Norm ausdrücklich nicht verspricht

BauNetz Wissen zitiert die Schutzziele der Norm: Schutz vor unzumutbaren Belästigungen, zufriedenstellende Nachtruhe-, Freizeit- und Arbeitsbedingungen, Vertraulichkeit bei normaler Sprechweise. Zugrunde liegt ein Grundgeräuschpegel von 25 Dezibel. Und dann folgt der Satz, der für jeden Nachbarschaftsstreit wichtig ist: Es kann nicht erwartet werden, dass Geräusche aus benachbarten Räumen nicht mehr oder als nicht belästigend wahrgenommen werden, obwohl die Anforderungen erfüllt werden.

Eine normgerechte Decke ist also keine schalldichte Decke. Sie ist eine, durch die man Schritte von oben hört, aber nicht in unzumutbarem Maß. Das Klopfen eines E-Pianos mit Pedal liegt in genau dieser Grauzone, und in einer ruhigen Wohnung mit 25 Dezibel Grundgeräusch fällt es nachts mehr auf als tags.

Die Werte oben beschreiben die Fassung von 2018. Welche Anforderungen für ein bestimmtes Haus galten, hängt davon ab, wann es gebaut wurde, und lässt sich für ein einzelnes Haus meist nur aus den Bauunterlagen erfahren.

Was eine bessere Decke bringt

Über dem Mindestschutz gibt es höhere Stufen, die vertraglich vereinbart werden können. khb nennt drei: DIN 4109-5 von 2020 mit einem Zielwert von 45 Dezibel für die Wohnungstrenndecke, die VDI 4100 mit drei Schallschutzstufen und das Komfortniveau des Informationsdienstes Holz. Die VDI 4100 arbeitet mit einem etwas anders bezogenen Kennwert, dem Standard-Trittschallpegel, und ist deshalb nicht unmittelbar mit L'n,w vergleichbar.

Niveau Trittschall-Kennwert Wert
DIN 4109-1:2018, Leichtbau L'n,w höchstens 53 dB
DIN 4109-1:2018, Mindestschutz L'n,w höchstens 50 dB
VDI 4100, Schallschutzstufe I L'nT,w höchstens 50 dB
DIN 4109-5:2020, Zielwert L'n,w höchstens 45 dB
VDI 4100, Schallschutzstufe II L'nT,w höchstens 44 dB
VDI 4100, Schallschutzstufe III L'nT,w höchstens 37 dB

Was ein paar Dezibel bedeuten

Dezibel sind ein logarithmisches Maß. Zehn Dezibel weniger heißt ein Zehntel der Schallleistung, drei Dezibel weniger etwa die Hälfte. Zwischen dem Mindestschutz von 50 und dem Zielwert von 45 Dezibel liegen 5 Dezibel, ein Faktor von 10^0,5 = 3,16 in der Leistung. Zwischen der Leichtbaudecke mit 53 und der höchsten Stufe der VDI 4100 mit 37 Dezibel liegen 16 Dezibel, ein Faktor von 10^1,6 = 39,8, auch wenn die beiden Kennwerte nicht genau gleich bezogen sind.

Für das E-Piano heißt das: Ob unten ein deutliches oder kaum ein Klopfen ankommt, hängt in erster Linie an der Decke und erst in zweiter Linie am Instrument. Ein Mieter kann die Decke nicht ändern. Er kann aber dafür sorgen, dass weniger Energie in sie gelangt, und das ist der Gegenstand der folgenden Abschnitte.

Altbau, Holzbalkendecke, Leichtbau

Ein Sonderfall verdient besondere Aufmerksamkeit, weil die Norm ihn mit einer Kennzahl nur unvollständig erfasst. khb erklärt, dass der Wert L'n,w nur den Bereich von 100 bis 3.150 Hertz bewertet. Holzbalken-, Brettstapel- und Brettsperrholzdecken übertragen Gehgeräusche nach dieser Darstellung vor allem unterhalb von 100 Hertz, als dumpfes Poltern, das die Kennzahl nicht abbildet. Zwei Decken mit demselben Wert können sich deshalb völlig verschieden anhören.

Für Holzdecken gibt es deshalb einen Zusatzwert, den Spektrum-Anpassungswert für den Bereich von 50 bis 2.500 Hertz, und das Komfortniveau des Informationsdienstes Holz verlangt zusätzlich, dass die Summe aus Trittschallpegel und diesem Wert höchstens 47 Dezibel beträgt. Verbände des Holzbaus haben nach khb gerade diesen Punkt an DIN 4109-5 kritisiert.

Was das für ein Pedal über einer Holzdecke heißt

Ein Pedalschlag ist ein kurzer, harter Stoß, und das Klopfen einer Taste ist es auch. Über einer massiven Betondecke wird daraus unten ein gedämpftes Ticken; über einer Holzbalkendecke im Altbau kann daraus das dumpfe Poltern werden, das khb beschreibt, und es liegt dann in einem Frequenzbereich, den die übliche Kennzahl gar nicht misst. Wer in einem Altbau mit Holzbalkendecke wohnt, sollte die Entkopplung deshalb nicht als Feinschliff betrachten, sondern als Voraussetzung.

Ein zweiter Punkt kommt hinzu. Die tiefste Taste eines Klaviers, A0, liegt bei einer Stimmung mit A4 gleich 440 Hertz vier Oktaven tiefer, also bei 440 / 16 = 27,5 Hertz; A1 liegt bei 55 Hertz, A2 bei 110 Hertz. Wer ohne Kopfhörer über Lautsprecher spielt, erzeugt Bassanteile, die ebenfalls unter 100 Hertz liegen. Mit Kopfhörer entfällt dieser Teil, das Poltern des Pedals nicht.

Im eigenen Zuhause gilt keine Norm

Eine Feinheit wird oft übersehen: Die Anforderungen der DIN 4109-1 gelten ausschließlich zwischen fremden Nutzungseinheiten. BauNetz Wissen schreibt, innerhalb des eigenen Bereichs würden keine Anforderungen gestellt, da die Geräusche dem eigenen Einfluss unterliegen; khb formuliert es so, dass die Norm innerhalb der eigenen Wohnung nichts vorschreibe.

Im Einfamilienhaus oder in einer Maisonette heißt das: Zwischen dem Arbeitszimmer mit dem E-Piano und dem Kinderzimmer darunter gibt es keinen Mindestschutz. Die Decke kann deutlich schlechter sein als eine Wohnungstrenndecke, weil niemand mehr verlangt hat. Wer nachts spielt, während die Kinder schlafen, stört mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als ein Nachbar in einem Mehrfamilienhaus mit normgerechter Decke.

Was daraus für die Aufstellung folgt

Für die Wahl des Raums ist das die erste Frage: Was liegt darunter? Ein Raum über dem eigenen Keller, der Garage oder einem Flur ist günstiger als einer über einem Schlafzimmer, gleich ob im eigenen oder im fremden Teil des Hauses. BauNetz Wissen zählt Schlafräume ausdrücklich zu den schutzbedürftigen Räumen, Flure und Nebenräume im Allgemeinen nicht. Der BGH hat in seiner Entscheidung von 2018 denselben Gedanken verwendet, wie weiter unten beschrieben: Wer in einem geeigneten Nebenraum musiziert, kann längere Zeiten beanspruchen.

Ein Ständer ist ein Hammerwerk mit vier Füßen

Der Weg vom Finger zur Decke führt über wenige Punkte, und jeder davon ist eine Stelle, an der man ansetzen kann. Beim tragbaren E-Piano auf einem Ständer sind es meist vier Füße oder zwei Kufen, beim Möbelpiano die Unterkante der Seitenwände und die Pedalleiste.

Ein tragbares Gerät wiegt in den Vergleichen dieses Bereichs 8,6 bis 25 Kilogramm, ein Möbelpiano 28,5 bis 50 Kilogramm. Das Gewicht steht still auf dem Boden und stört niemanden. Was stört, sind die Wechsel: Jeder Anschlag gibt dem Gehäuse einen kleinen Stoß, das Gehäuse gibt ihn an den Ständer, der Ständer an die Füße. Wo die Füße auf einem harten Boden stehen, auf Fliese, Parkett oder Laminat, gelangt der Stoß fast ungebremst in den Estrich.

Die Rolle des Estrichs

Auf vielen Rohdecken liegt ein schwimmender Estrich, wie ihn BauNetz Wissen für massive Wohngebäude beschreibt: eine Platte, die auf einer weichen Dämmschicht liegt und durch einen Randstreifen von den Wänden getrennt ist. khb beschreibt das als Masse-Feder-Masse-System. BauNetz Wissen betont, dass der rechnerische Schutz eine fehlerfreie Ausführung der Dämmschicht und der Randstreifen voraussetzt und dass keine Schallbrücken entstehen dürfen.

Ein E-Piano steht also, im günstigen Fall, schon auf einem Masse-Feder-System. Der Stoß der Taste geht in den Estrich, der Estrich schwingt auf seiner Dämmschicht, und nur ein Teil gelangt in die Rohdecke. Im Altbau ohne schwimmenden Estrich fehlt diese Feder. Dort steht der Ständer unmittelbar auf der Konstruktion, die unten abstrahlt.

Möbelpiano oder Ständer

Ein Möbelpiano und ein tragbares Gerät auf einem Ständer geben ihre Stöße auf verschiedene Weise an den Boden weiter. Das Möbelpiano steht auf den Unterkanten seiner Seitenwände, und seine Pedalleiste ist mit dem Gehäuse verbunden. Seine Last verteilt sich auf eine große Fläche: Im Vergleich der Möbelpianos dieses Bereichs sind es beim schlanken Yamaha YDP-S36 1,353 × 0,296 = 0,40 Quadratmeter Grundfläche für 37 Kilogramm, also 92,4 Kilogramm je Quadratmeter, beim Classic Cantabile DP-50 rund 1,38 × 0,44 = 0,61 Quadratmeter für rund 50 Kilogramm, 82,3 Kilogramm je Quadratmeter.

Ein tragbares Gerät auf einem Ständer bringt weniger Gewicht mit, aber es setzt es auf wenige kleine Füße. Dort, wo die Füße stehen, ist die Pressung hoch, und jeder Stoß der Tastatur geht durch diese wenigen Punkte. Für eine Unterlage heißt das: Beim Möbelpiano muss die Platte mindestens so groß sein wie die Grundfläche des Gehäuses, also 0,40 bis 0,61 Quadratmeter in diesem Vergleich, und die Pedalleiste muss mit auf die Platte. Beim Ständer genügt eine Platte unter den Füßen, aber sie muss steif genug sein, damit die Füße sie nicht durchbiegen, und das lose Pedal braucht eine eigene.

Für den Nachbarn ist keine der beiden Bauformen von vornherein leiser. Das Möbelpiano hat mehr Masse, die seine eigenen Schwingungen träge macht; der Ständer hat weniger Berührungsfläche, über die Schwingung in den Boden gelangen kann. Was am Ende unten ankommt, entscheidet die Probe mit einem zweiten Menschen.

Das Pedal ist der lauteste Fuß im Raum

Unter den drei Quellen des Körperschalls verdient das Pedal einen eigenen Abschnitt. Es ist das einzige Teil des Instruments, das unmittelbar auf dem Boden liegt, und es wird mit dem Fuß bedient. Ein Fuß, der ein Pedal tritt, ist einem Schritt näher als jeder Finger auf einer Taste.

Bei tragbaren Geräten liegt meist ein einzelnes Dämpferpedal oder ein Fußschalter bei, ein loses Teil mit Kabel, das auf dem Boden liegt. Ein Fußschalter kennt nur zwei Zustände, ein und aus. Bei Möbelpianos sitzen die Pedale in einer Pedalleiste, die mit dem Gehäuse verbunden ist; ihr Stoß geht über das ganze Möbel in den Boden.

Wie man das Pedal leiser macht

Schritt 1: Pedal auf eine eigene Unterlage. Ein loses Pedal kann für sich entkoppelt werden, auch wenn der Ständer es nicht ist. Eine schwere, kleine Platte auf einer weichen Schicht nimmt den Stoß auf, bevor er den Boden erreicht.

Schritt 2: das Pedal nicht ganz durchtreten. Wer das Pedal nicht bis zum Anschlag tritt und nicht zurückschnellen lässt, sondern den Fuß mit nach oben führt, verringert beide Stöße. Bei einem Pedal mit Halbpedalfunktion gehört diese Kontrolle ohnehin zum Spiel.

Schritt 3: die Pedalleiste prüfen. Bei Möbelpianos lohnt ein Blick auf die Stellschraube unter der Pedalleiste, falls vorhanden: Hat die Leiste Spiel, klappert sie bei jedem Tritt. Ob und wie sie einstellbar ist, steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Modells.

Entkoppeln nach dem Prinzip des schwimmenden Estrichs

Die Bauakustik hat für Trittschall eine Lösung, die sich im Kleinen nachbauen lässt: Masse auf einer Feder. Der schwimmende Estrich ist eine schwere Platte auf einer weichen Schicht, getrennt von allen Wänden. Je weicher die Feder, desto besser die Entkopplung; khb nennt als Kenngröße die dynamische Steifigkeit der Dämmschicht und Trittschalldämmplatten mit höchstens 10 Meganewton je Kubikmeter als Voraussetzung, wenn mehr als der Mindestschutz erreicht werden soll.

Unter einem E-Piano heißt das: eine schwere, steife Platte, die die Last von Ständer oder Möbel gleichmäßig verteilt, und darunter eine Schicht, die nachgibt und federt. Die Platte bringt die Masse, die Schicht die Feder. Teppich allein ist eine weiche Schicht ohne Masse darüber; er dämpft das Klappern an der Oberfläche, aber er bildet kein Masse-Feder-System.

Die eine Regel, die alles entscheidet

khb nennt eine Zahl, die für jeden Selbstbau gilt: Eine einzige starre Verbindung kann das Ergebnis um rund 10 Dezibel verschlechtern. Das ist ein Faktor 10 in der Schallleistung. Für eine Unterlage unter dem E-Piano heißt das, dass weder die Platte noch der Ständer noch das Gehäuse die Wand berühren darf, dass das Pedalkabel nicht straff über die Kante der Platte laufen darf und dass nichts, was auf dem Boden steht, gegen die Platte lehnt. Eine Bank, die halb auf der Platte und halb auf dem Boden steht, ist eine solche Brücke, wenn auf ihr gewippt wird.

Schritt für Schritt: eine Unterlage gegen Körperschall

Eine Unterlage nach dem Prinzip des schwimmenden Estrichs lässt sich ohne Werkzeug aus wenigen Teilen aufbauen. Konkrete Werkstoffe und Dicken nennt hier keine Quelle für den Fall eines Instruments; die Schritte folgen dem Prinzip, nicht einer Bauanleitung.

Schritt 1: Grundfläche messen. Bei einem Ständer die Fläche, die seine Füße umschließen, plus ein Rand, damit kein Fuß an der Kante steht. Bei einem Möbelpiano die Außenmaße: In den Vergleichen dieses Bereichs sind Möbelpianos 1.275 bis 1.393 Millimeter breit und 296 bis 440 Millimeter tief.

Schritt 2: eine schwere, steife Platte wählen. Sie verteilt die Punktlasten der Füße und bringt die Masse. Je schwerer sie ist, desto träger reagiert sie auf die kurzen Stöße.

Schritt 3: eine weiche, federnde Schicht darunter. Sie muss die Last dauerhaft tragen, ohne ganz zusammenzufallen, denn eine zusammengedrückte Feder federt nicht mehr.

Schritt 4: Abstand zur Wand. Rundherum ein Spalt, keine Berührung mit Wand, Fußleiste oder Heizung.

Schritt 5: das Pedal getrennt. Eine eigene kleine Unterlage für das Pedal, oder das Pedal auf dieselbe Platte, aber nicht daneben auf den Boden.

Schritt 6: prüfen, mit einem zweiten Menschen unten. Dazu der übernächste Abschnitt.

Weich ist nicht standfest

Jede Feder, die unter einem Instrument nachgibt, macht es beweglicher. Das ist der Preis der Entkopplung, und er ist bei hohen, schmalen Aufbauten größer als bei flachen. Ein Möbelpiano ist in den Vergleichen dieses Bereichs 784 bis 850 Millimeter hoch bei 296 bis 440 Millimetern Tiefe, und ein tragbares Gerät steht auf einem Ständer, der schmaler ist als das Instrument.

Wie ein Gestell auf nachgiebigem Grund reagiert, ist aus einem ganz anderen Bereich bekannt: Wenn die Ecken einer Platte unterschiedlich tief einsinken, steht der Aufbau schief und wippt bei jeder Bewegung. Dasselbe Muster beschreibt der Ratgeber zu Kratzbäumen, wenn ein Gestell auf weichem Teppich wippt, samt dem Gegenmittel: eine harte Unterlage unter der ganzen Platte.

Was daraus für die Unterlage folgt

Die harte Platte oben ist deshalb nicht nur Masse, sondern auch Standfläche. Sie sorgt dafür, dass alle Füße auf derselben Ebene stehen, auch wenn die weiche Schicht darunter nachgibt. Die weiche Schicht gehört unter die ganze Platte, nicht unter einzelne Füße; vier einzelne weiche Puffer unter vier Füßen federn jeder für sich, und das Instrument kann kippeln. Bei Möbelpianos mit Kippschutz an der Wand gilt außerdem: Ein Winkel, der das Gehäuse mit der Wand verbindet, ist eine starre Verbindung. Ob die Kippsicherung oder die Entkopplung Vorrang hat, entscheidet die Lage im Haushalt, und mit kleinen Kindern ist es die Kippsicherung.

Die Wand als Lautsprecher

Yamaha empfiehlt in der Bedienungsanleitung des YDP-105, das Instrument etwa 5 Zentimeter von der Wand entfernt aufzustellen, um den Klang zu verbessern. Für den Nachbarn gibt es einen zweiten Grund für diesen Abstand: Ein Gehäuse, das die Wand berührt, kann seine Schwingungen unmittelbar in sie leiten, und eine Wand ist eine große Fläche, die Schwingungen gut abstrahlt.

Am ungünstigsten ist die Trennwand zur Nachbarwohnung. Dort wirken Luftschall aus den Lautsprechern und Körperschall aus dem Gehäuse auf dasselbe Bauteil. DIN 4109-1 verlangt für die Wohnungstrennwand nach khb ein Schalldämm-Maß von mindestens 53 Dezibel, ein Dezibel weniger als für die Decke. Eine Außenwand oder eine Innenwand der eigenen Wohnung ist in jedem Fall der bessere Platz.

Ein Blick hinter das Instrument

Prüfung 1: Berührt etwas die Wand? Gehäuse, Notenpult, Ständerfuß, Kabel.

Prüfung 2: Was liegt hinter der Wand? Ein Schlafzimmer der Nachbarn ist ein schutzbedürftiger Raum, ein Treppenhaus nicht.

Prüfung 3: Was liegt unter dem Instrument? Dasselbe für die Decke.

Prüfung 4: Steht das Instrument in einer Ecke? Zwei Wände sind zwei mögliche Brücken.

Kopfhörer am Kabel

Der Kopfhörer ist das wirksamste Mittel gegen Luftschall, und an ihm hängt eine Frage, die in jedem zweiten Gespräch über leises Üben auftaucht: Geht es auch ohne Kabel? Die Stiftung Warentest hat in ihrer Untersuchung von Digitalpianos 2021 eine klare Antwort gegeben: Funkkopfhörer hält sie am Digitalpiano wegen der Verzögerung für nicht nutzbar.

Yamaha begründet dasselbe in seinen häufigen Fragen. Musiker seien darauf angewiesen, dass der Klang unmittelbar nach der Berührung des Instruments wiedergegeben werde, und das sei nur mit einem Kabel möglich. Die Latenz kabelloser Kopfhörer schwanke erheblich; Yamaha rät, sich beim Fachhändler Modelle mit geringer Latenz vorführen zu lassen. Im Allgemeinen sei eine Latenz unter 10 Millisekunden nicht bemerkbar, erfahrene Musiker könnten aber auch kürzere Verzögerungen wahrnehmen.

Was 10 Millisekunden in Metern sind

Eine Verzögerung lässt sich in einen Abstand übersetzen. Schall legt in trockener Luft bei 20 Grad Celsius nach Sengpiel 343 Meter in der Sekunde zurück. In 10 Millisekunden sind das 343 × 0,010 = 3,43 Meter. Ein Kopfhörer mit 10 Millisekunden Latenz klingt also so, als stünde der Lautsprecher 3,43 Meter vom Spieler entfernt. 5 Millisekunden entsprächen 1,72 Metern, 20 Millisekunden 6,86 Metern.

Die Rechnung erklärt, warum Musiker eine Verzögerung bemerken, die beim Hören von Musik keine Rolle spielt: Wer selbst spielt, hört den Ton unmittelbar am Instrument, und bei jedem Anschlag vergleicht das Ohr den Zeitpunkt mit dem Gefühl im Finger. Für leises Üben heißt das: Der Kopfhörer gehört an das Kabel, auch wenn das Kabel stört.

Zwei Buchsen und ein Begrenzer

Wer mit Kopfhörer übt, übt oft lange. Yamaha warnt in der Anleitung des YDP-105 mehrfach davor, Instrument oder Kopfhörer lange bei hoher Lautstärke zu benutzen, weil das zu Gehörverlust führen kann. Dasselbe Gerät hat eine Lautstärkebegrenzung: Ist sie eingeschaltet, steigt die Lautstärke nicht weiter, wenn der Regler über die Mitte hinaus gedreht wird. Yamaha nennt als Zweck ausdrücklich den Schutz des Gehörs mit Kopfhörern und das Vermeiden zu lauter Töne über die Lautsprecher.

Zwei Kopfhörer für Unterricht und Duett

Die Stiftung Warentest stellte 2021 fest, dass alle elf geprüften Home- und Hybridpianos zwei Kopfhörerbuchsen hatten. In den drei Vergleichen dieses Bereichs ist das seltener: Unter den 14 Modellen, deren Hersteller die Zahl der Buchsen nennt, haben 6 zwei Buchsen, das sind 42,9 Prozent. Bei den Möbelpianos sind es vier von fünf, bei den tragbaren Geräten zwei von neun.

Zwei Buchsen sind für leises Üben mehr wert, als es scheint. Eine Lehrerin, die beim Unterricht zu Hause mithört, ein Geschwisterkind beim vierhändigen Spiel oder ein Elternteil, das kontrolliert, wie geübt wird: Mit nur einer Buchse bleibt dafür der Lautsprecher, und mit ihm der Luftschall. Ein Verteiler auf zwei Kopfhörer ist eine Notlösung.

Offen oder geschlossen

Kopfhörer geben je nach Bauart unterschiedlich viel Schall nach außen ab. Offene Bauformen lassen bauartbedingt mehr nach außen dringen als geschlossene. Für den Nachbarn ist das unerheblich, weil dieser Schall die Wohnung kaum verlässt; für einen Mitbewohner im selben Raum kann es den Unterschied machen.

Welche Buchse welchen Stecker braucht

Bevor ein Kopfhörer gekauft wird, lohnt der Blick auf die Buchse, denn die Geräte in den drei Vergleichen dieses Bereichs verwenden zwei Größen. Die Übersicht nennt alle Modelle, deren Hersteller oder Händler Zahl und Art der Kopfhörerbuchsen angibt.

Modell Buchsen Art laut Datenblatt
Yamaha P-145BT 1 Klinke
Casio CDP-S110 1 Miniklinke
Roland FP-40 1 Miniklinke
Alesis Recital 1 6,35 mm
Yamaha YDP-S36 2 Standard-Stereoklinke
Casio AP-S200 2 Standard-Stereoklinke
Yamaha YDP-105 2 Standard-Stereoklinke
Classic Cantabile DP-50 SM 2 6,5 mm laut Händler
Donner DDP-80 PLUS 1 1/4 Zoll
Korg Grandstage X 1 6,3 mm
Korg D1 1 Art nicht genannt
Roland RD-08 1 1/4 Zoll
Roland FP-60X 2 Miniklinke und 1/4 Zoll
Casio PX-S5000 2 Miniklinke, zugleich Ausgang

Drei der 14 Modelle haben nur Miniklinken, das sind 21,4 Prozent; ein Studiokopfhörer mit großem Stecker braucht dort einen Adapter. Acht nennen ausdrücklich große Buchsen, als Standardklinke, 6,3 bis 6,5 Millimeter oder 1/4 Zoll; ein Ohrhörer mit kleinem Stecker braucht dort den Adapter in die andere Richtung. Nur das FP-60X hat beide Größen. Beim Yamaha P-145BT steht nur „Klinke“ ohne Größe, beim Korg D1 nennt das Datenblatt die Art der Buchse gar nicht.

Der Adapter als Schalter

Ein Adapter ist mehr als ein Stück Metall. Nach Yamahas Fehlertabelle zum YDP-105 genügt schon ein Adapter in der Buchse PHONES, damit die Lautsprecher stumm bleiben. Wer ein Instrument ganz ohne Lautsprecher spielen will, etwa weil Kinder sonst nachts den Regler aufdrehen, kann das bei solchen Geräten mit einem eingesteckten Adapter erreichen. Als passende Kopfhörer nennt Yamaha für das YDP-105 die Modelle HPH-150, HPH-100 und HPH-50.

Für die Gesamtrechnung im Haushalt heißt das: Ein Kopfhörer pro Spieler, ein Adapter, falls die Buchse nicht passt, und bei Unterricht zu Hause ein Instrument mit zwei Buchsen. Bei den Möbelpianos haben das vier von fünf, bei den tragbaren Geräten zwei von neun.

Zwei bis drei Stunden: das Urteil von 2018

Am 26. Oktober 2018 hat der Bundesgerichtshof über das Musizieren zu Hause entschieden, Aktenzeichen V ZR 143/17. Der Fall betraf ein Reihenhaus. Ein Berufsmusiker übte dort Trompete, nach eigenen Angaben höchstens 180 Minuten am Tag und regelmäßig an nicht mehr als zwei Tagen in der Woche, und unterrichtete zwei Stunden wöchentlich Schüler. Die Nachbarn verlangten, dass im Haus nebenan nichts mehr zu hören sei.

Das Landgericht hatte das Musizieren auf das Dachgeschoss beschränkt, auf höchstens zehn Stunden pro Woche an Werktagen von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr und zwischen 15 und 19 Uhr und auf höchstens acht Samstage oder Sonntage im Jahr mit je einer Stunde zwischen 15 und 18 Uhr. Der BGH hob das auf und gab einen anderen Maßstab vor.

Was der BGH sagt

Häusliches Musizieren einschließlich des Übens gehört nach dem BGH zu den sozialadäquaten und üblichen Formen der Freizeitbeschäftigung und ist in gewissen Grenzen hinzunehmen. Ein Ausgleich zwischen den Nachbarn lasse sich nur durch eine ausgewogene zeitliche Begrenzung erreichen. Eine Beschränkung auf zwei bis drei Stunden an Werktagen und ein bis zwei Stunden an Sonn- und Feiertagen, jeweils unter Einhaltung der üblichen Ruhezeiten in der Mittags- und Nachtzeit, könne als grober Richtwert dienen.

Drei weitere Sätze sind für das E-Piano wichtig. Ein Berufsmusiker hat zu Hause nicht mehr und nicht weniger Rechte als ein Hobbymusiker. Das Musizieren in den Hauptwohnräumen kann nicht gänzlich untersagt werden. Und ein nahezu vollständiger Ausschluss für Abende und Wochenenden kommt nicht in Betracht, weil Berufstätige und Schüler gerade dann Zeit zum Musizieren finden.

Die Rechnung hinter dem Richtwert

Im konkreten Fall hielt der BGH das Spiel im Dachgeschoss, das bei den Nachbarn nur im Schlafzimmer leise zu hören war, außerhalb der Ruhezeiten für etwa drei Stunden werktäglich für unwesentlich. Auf sechs Werktage gerechnet sind das bis zu 18 Stunden in der Woche, gegenüber den zehn Stunden, die das Landgericht zugelassen hatte, 80 Prozent mehr. Insgesamt solle das tägliche Musizieren im Haus etwa drei Stunden werktags nicht überschreiten.

Der Richtwert, auf ein Jahr gerechnet

Die Zahlen aus dem Urteil lassen sich in Wochen und Jahre umrechnen, und die Rechnung zeigt, wie viel Raum der Richtwert tatsächlich lässt. Gerechnet ist mit sechs Werktagen und einem Sonntag je Woche und mit 52 Wochen im Jahr; Feiertage sind nicht gesondert berücksichtigt.

Maßstab je Woche je Jahr
BGH-Richtwert, untere Grenze: 2 h werktags, 1 h sonntags 13 h 676 h
BGH-Richtwert, obere Grenze: 3 h werktags, 2 h sonntags 20 h 1.040 h
Landgericht Augsburg: 10 h werktags, dazu 8 Wochenendstunden im Jahr 10 h 528 h
eigene Angabe des Trompeters: höchstens 180 min an 2 Tagen, dazu 2 h Unterricht 8 h 416 h

Die obere Grenze des BGH-Richtwerts erlaubt also fast doppelt so viel wie das Landgericht, genau das 1,97-fache, und zweieinhalbmal so viel, wie der Musiker nach eigener Angabe einschließlich Unterricht tatsächlich spielte, das 2,5-fache. Dass er trotzdem verklagt wurde, lag nicht an der Menge, sondern daran, dass sein Spiel nebenan zu hören war.

Was die Rechnung für das Üben am E-Piano heißt

Eine Schülerin, die jeden Tag eine halbe Stunde übt, kommt auf 3,5 Stunden in der Woche und 182 Stunden im Jahr, weit unter jeder dieser Grenzen. Ein Erwachsener, der werktags abends eine Stunde und sonntags zwei Stunden spielt, kommt auf 8 Stunden in der Woche, genau so viel wie der Trompeter. Die Zeitgrenze ist für die meisten, die zu Hause E-Piano spielen, also nicht das Problem. Das Problem ist, ob unten etwas ankommt, und wann.

Der BGH hat dazu einen Satz geschrieben, der für Berufstätige wichtig ist: Ein nahezu vollständiger Ausschluss der Abendstunden und des Wochenendes komme nicht in Betracht. Wer abends nach der Arbeit übt, übt also zu einer Zeit, die der BGH ausdrücklich schützt, solange die Nachtruhe gewahrt bleibt.

Warum das E-Piano mit Kopfhörer anders zu lesen ist

Der BGH knüpft die Zeitgrenze an die Störung, nicht an das Instrument. Ein Unterlassungsanspruch ist nach der Entscheidung ausgeschlossen, wenn die Beeinträchtigungen nur unwesentlich sind, und das sei anzunehmen, wenn sie beim Nachbarn nach dem Empfinden eines verständigen Durchschnittsmenschen nicht als wesentlich einzuordnen sind. Wie die zeitliche Regelung aussieht, richte sich nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach dem Ausmaß der Geräuscheinwirkung, der Art des Musizierens und den örtlichen Gegebenheiten.

Für ein E-Piano mit Kopfhörer folgt daraus kein Freibrief, aber eine andere Ausgangslage. Was beim Nachbarn ankommt, ist nicht der Klavierklang, sondern der Körperschall. Ist er so gering, dass er unwesentlich ist, greift die Zeitgrenze nach dieser Logik gar nicht. Ist er deutlich, weil ein Pedal auf Fliesen über einer Holzbalkendecke klopft, kann er wesentlich sein, auch wenn kein einziger Ton zu hören ist. Ein rhythmisches Klopfen ohne Musik ist für einen Nachbarn nicht unbedingt angenehmer als Musik.

Der Gedanke mit den Nebenräumen

Der BGH hat einen weiteren Maßstab genannt, der sich auf das E-Piano übertragen lässt: Können die Geräuscheinwirkungen erheblich verringert werden, indem in geeigneten Nebenräumen musiziert wird, kann es geboten sein, das Musizieren in den Hauptwohnräumen zeitlich stärker einzuschränken. Für ein E-Piano heißt das: Wer die Wahl hat zwischen einem Platz über dem Schlafzimmer der Nachbarn und einem über ihrem Flur, hat nach dieser Logik bessere Karten mit dem zweiten.

Das Urteil betraf ein Reihenhaus unter Nachbarn, die beide Eigentum oder Nießbrauch hatten. In einer Mietwohnung kommen Mietvertrag und Hausordnung hinzu, und die Bewertung im Einzelfall bleibt Sache der Gerichte. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung; er zeigt, welche Gedanken der BGH zugrunde gelegt hat, und dass sie beim E-Piano auf eine andere Art von Schall treffen.

Mit dem Nachbarn messen, nicht raten

Die verlässlichste Prüfung kostet nichts und dauert eine Viertelstunde: ein Mensch spielt, ein zweiter hört im Raum darunter, am besten in der Wohnung des Nachbarn, der sich gestört fühlt. Wer das Gespräch sucht, bevor es Streit gibt, kann es mit dieser Probe beginnen.

Schritt 1: Lautsprecher aus, Kopfhörer auf. Prüfen, ob die Lautsprecher wirklich schweigen. Ein Adapter in der Kopfhörerbuchse genügt bei vielen Geräten.

Schritt 2: nur Tasten. Eine Minute leise, eine Minute laut spielen, ohne Pedal. Unten notieren, ob etwas zu hören ist und wie es klingt.

Schritt 3: nur Pedal. Das Pedal zehnmal treten und loslassen, ohne Tasten. Das trennt die Quellen.

Schritt 4: dasselbe mit Unterlage. Unterlage unter Ständer und Pedal, Schritte 2 und 3 wiederholen.

Schritt 5: Uhrzeiten vereinbaren. Mit dem Ergebnis lässt sich verabreden, wann geübt wird. Der BGH-Richtwert ist dafür ein Anhaltspunkt, kein Zwang.

Was ein Schallpegelmesser leisten kann

Eine Messung mit einer Telefon-App ist für einen solchen Vergleich nur eingeschränkt brauchbar. Die Norm bezieht ihre Werte auf ein Hammerwerk, auf eine Bezugsfläche von 10 Quadratmetern und auf einen Frequenzbereich ab 100 Hertz; eine App misst den Pegel an einem Punkt, ohne all das. Für den Vergleich mit und ohne Unterlage am selben Ort reicht sie, für einen Beleg im Streit nicht.

Was unten ankommt und was dagegen hilft

Die folgende Übersicht ordnet typische Beobachtungen im Raum darunter ihren Ursachen und den Gegenmitteln zu. Sie folgt den Wegen, die oben beschrieben sind.

Was unten zu hören ist Ursache Gegenmittel
Musik, wenn auch leise Lautsprecher an, Luftschall Kopfhörer, Lautsprecherschalter, Adapter in der Buchse
gleichmäßiges Ticken beim Spielen Tastenanschlag über Ständer in den Boden Platte auf weicher Schicht unter dem Ständer
dumpfer Schlag im Takt des Pedals Pedal auf hartem Boden eigene Unterlage für das Pedal, Fuß führen
Poltern, tief und unbestimmt Holzbalkendecke, Anteile unter 100 Hz Entkopplung als Voraussetzung, nicht als Feinschliff
Klopfen über die Wand nebenan Gehäuse berührt die Trennwand 5 cm Abstand, anderer Platz
Klappern bei jedem Tritt Pedalleiste mit Spiel Stellschraube nach Anleitung
Geräusch trotz Unterlage starre Brücke, Wand, Kabel, Bank Brücke suchen, rund 10 dB stehen auf dem Spiel
Kippeln des Instruments weiche Puffer unter einzelnen Füßen weiche Schicht unter der ganzen Platte
nachts lauter als tags Grundgeräusch sinkt, Norm rechnet mit 25 dB Übezeiten anpassen

Sieben Fragen vor dem ersten Abend mit Kopfhörern

1. Was liegt unter dem Instrument? Ein Schlafzimmer, ein Flur, ein Keller? Die Antwort entscheidet über den Platz mehr als jede Unterlage.

2. Welche Decke trägt die Wohnung? Beton mit schwimmendem Estrich, Holzbalken im Altbau, Leichtbau? Bei Holz ist Entkopplung Pflicht.

3. Berührt das Instrument eine Wand? Wenn ja, ist es eine Trennwand?

4. Schweigen die Lautsprecher mit Kopfhörer? Im Zweifel den Lautsprecherschalter oder die Anleitung prüfen.

5. Liegt das Pedal auf hartem Boden? Dann ist es vermutlich die lauteste Quelle.

6. Hängt der Kopfhörer am Kabel? Funk ist nach Stiftung Warentest zum Spielen nicht nutzbar.

7. Hat jemand unten zugehört? Ohne diese Probe bleibt alles andere eine Vermutung.

Sieben Fehler beim leisen Üben

Fehler 1: Kopfhörer für die Lösung halten. Er beseitigt den Luftschall, den Körperschall nicht.

Fehler 2: Teppich unter den Ständer legen und aufhören. Teppich dämpft das Klappern an der Oberfläche, bildet aber kein Masse-Feder-System.

Fehler 3: weiche Puffer unter einzelne Füße. Sie federn einzeln, das Instrument kippelt, und die Entkopplung bleibt ungleichmäßig.

Fehler 4: das Instrument an die Trennwand stellen. Dort treffen Luft- und Körperschall auf dasselbe Bauteil.

Fehler 5: eine Brücke übersehen. Ein Kabel, eine Bank, ein Notenständer an der Wand. Eine einzige starre Verbindung kostet nach khb rund 10 Dezibel.

Fehler 6: den Funkkopfhörer kaufen. Die Verzögerung macht das Spiel ungenau, und das Kabel ist das kleinere Übel.

Fehler 7: die Lautstärke im Kopfhörer zu hoch stellen. Lange Übezeiten bei hoher Lautstärke schaden dem Gehör; Yamaha warnt davor und bietet beim YDP-105 eine Begrenzung.

Nachhall ist nicht Trittschall

Wer gegen Lärm vorgehen will, denkt oft zuerst an Akustikpaneele, Schaumstoff oder Vorhänge. Diese Mittel wirken, aber auf ein anderes Problem. Ein Absorber an der Wand senkt den Nachhall im eigenen Raum, also die Zeit, in der der Schall dort nachklingt. Der Raum wird trockener und angenehmer, gerade wenn über Lautsprecher gespielt wird.

Was zum Nachbarn geht, ändert er kaum. Luftschall, der die Wand erreicht, wird durch einen Absorber nur wenig verringert, und Körperschall, der über Ständer und Boden in die Decke geht, gar nicht. Wie stark ein Paneel den Nachhall in einem kleinen Raum senkt, ist im Ratgeber über Paneele, die den Nachhall eines Flurs senken nachgerechnet; für den Nachbarn unter dem E-Piano ist es die falsche Stellschraube.

Wann Absorber trotzdem helfen

Für das Üben ohne Kopfhörer, etwa wenn die Lehrerin zu Besuch ist, machen Absorber den Raum angenehmer und erlauben eine geringere Lautstärke, weil der Klang klarer wird. Das senkt den Luftschall an der Quelle, und damit auch den Teil, der zum Nachbarn dringt. Es ist ein Nebeneffekt, kein Ersatz für Entkopplung.

Fünf Missverständnisse über leises Spielen

Missverständnis 1: Mit Kopfhörer ist das E-Piano lautlos. Es ist klanglos, nicht lautlos. Tasten und Pedal erzeugen Körperschall.

Missverständnis 2: Eine normgerechte Decke ist schalldicht. DIN 4109-1 verspricht nach BauNetz Wissen ausdrücklich nicht, dass Geräusche von nebenan unhörbar sind.

Missverständnis 3: Masse hilft immer. Gegen Trittschall hilft Masse allein wenig, weil die Energie direkt eingeleitet wird. Es braucht Masse auf einer Feder.

Missverständnis 4: Der BGH erlaubt drei Stunden täglich. Er nennt zwei bis drei Stunden werktags als groben Richtwert und knüpft ihn an die Beeinträchtigung im Einzelfall. Ohne hörbare Störung stellt sich die Frage anders.

Missverständnis 5: Ein Funkkopfhörer ist so gut wie einer am Kabel. Für Musik vom Telefon vielleicht, für das Spielen nicht. Schon 10 Millisekunden entsprechen 3,43 Metern Abstand.

Die Zahlen für den Zettel an der Pinnwand

  • Norm-Hammerwerk: fünf Hämmer zu 500 Gramm, 10 Hertz.
  • Trittschall zwischen Wohnungen: höchstens 50 Dezibel, im Leichtbau 53, Zielwert DIN 4109-5 45.
  • Grundgeräusch, mit dem die Norm rechnet: 25 Dezibel.
  • Starre Brücke: kostet rund 10 Dezibel.
  • Wandabstand nach Yamaha: etwa 5 Zentimeter.
  • Latenz, unter der Yamaha keine Verzögerung bemerkbar nennt: 10 Millisekunden, gleich 3,43 Meter.
  • BGH-Richtwert: zwei bis drei Stunden werktags, ein bis zwei an Sonn- und Feiertagen.
  • Zwei Kopfhörerbuchsen: 6 von 14 Modellen in den Vergleichen dieses Bereichs.

Welche Instrumente in welcher Bauform in Frage kommen, steht in den drei Vergleichen: bei den Einsteigergeräten zum Üben mit Kopfhörer, bei den Möbelpianos mit Pedalleiste und bei den Bühnengeräten ohne eigene Lautsprecher. Warum die Tastatur, deren Anschläge unten ankommen, sich so anfühlt, wie sie sich anfühlt, erklärt der Ratgeber zu Hammer, Hebel und Druckpunkt; den Überblick über alle Bauformen gibt die Übersicht zum E-Piano-Kauf.

Wie in diesem Bereich Quellen gelesen werden, beschreibt die Seite zur Arbeitsweise der Redaktion. Alle Belege stehen auch im Quellenverzeichnis der Seite, und was sich als falsch herausstellt, wird unter ausgewiesenen Korrekturen vermerkt. Geschrieben hat diesen Ratgeber Matthias König aus der Fachredaktion für den Bereich Musik im Hobby-Teil.

Häufige Fragen

Warum hört der Nachbar mein E-Piano, obwohl ich Kopfhörer trage?
Weil nicht der Klang zu ihm dringt, sondern der Anschlag. Tasten, die auf ihren Anschlag treffen, und das Pedal, das auf den Boden schlägt, versetzen Ständer und Boden in Schwingung. Die Decke strahlt diese Schwingung im Raum darunter als Geräusch ab. Das ist Körperschall, und ein Kopfhörer ändert daran nichts.
Wie laut darf Trittschall in einer Wohnung sein?
DIN 4109-1:2018 verlangt für Decken zwischen fremden Wohnungen einen bewerteten Norm-Trittschallpegel von höchstens 50 Dezibel, für Deckenkonstruktionen des Leichtbaus nach DIN 4109-33 höchstens 53. Gemessen wird mit einem genormten Hammerwerk. Die Werte sind ein Mindestschutz, keine Garantie für Ruhe.
Wie lange darf man in der Wohnung Klavier spielen?
Der Bundesgerichtshof nannte 2018 eine Beschränkung auf zwei bis drei Stunden an Werktagen und ein bis zwei Stunden an Sonn- und Feiertagen als groben Richtwert, unter Einhaltung der üblichen Ruhezeiten. Entscheidend sind die Umstände des Einzelfalls, vor allem, wie stark die Geräusche beim Nachbarn ankommen.
Gilt die Zeitgrenze auch für ein E-Piano mit Kopfhörern?
Der BGH knüpft die Grenze an die Beeinträchtigung. Ist beim Nachbarn nach dem Empfinden eines verständigen Durchschnittsmenschen nur Unwesentliches zu hören, besteht kein Unterlassungsanspruch. Ein E-Piano mit Kopfhörern und entkoppeltem Unterbau kann diese Schwelle unterschreiten; ein klapperndes Pedal auf hartem Boden nicht unbedingt.
Kann man am E-Piano Bluetooth-Kopfhörer benutzen?
Zum Spielen kaum. Die Stiftung Warentest hält Funkkopfhörer am Digitalpiano wegen der Verzögerung für nicht nutzbar. Yamaha schreibt, nur ein Kabel gebe den Ton unmittelbar wieder; eine Latenz unter 10 Millisekunden sei im Allgemeinen unauffällig, erfahrene Musiker bemerkten auch kürzere.
Was hilft gegen Körperschall vom E-Piano?
Entkoppeln. Eine schwere Platte auf einer weichen, elastischen Schicht unter Ständer und Pedal wirkt wie ein kleiner schwimmender Estrich: Masse auf einer Feder. Wichtig ist, dass keine starre Verbindung bleibt, auch nicht zur Wand. Teppich allein ist zu weich und zu dünn, um viel zu ändern.
Wie viel Abstand soll ein E-Piano zur Wand haben?
Yamaha empfiehlt in der Anleitung des YDP-105 rund 5 Zentimeter, um den Klang zu verbessern. Für den Nachbarn kommt ein zweiter Grund hinzu: Ein Gehäuse, das die Wand berührt, kann Schwingungen direkt in sie leiten. Eine Trennwand zur Nachbarwohnung ist der ungünstigste Platz.
Hilft ein Akustikpaneel gegen Lärm beim Nachbarn?
Kaum. Ein Absorber an der Wand senkt den Nachhall im eigenen Raum, also wie lange der Schall dort nachklingt. Was durch Decke und Wand zum Nachbarn geht, ist eine Frage der Dämmung und der Entkopplung, nicht der Absorption.
Sind die Lautsprecher aus, wenn ein Kopfhörer steckt?
Bei vielen Digitalpianos ja. Yamaha nennt in der Fehlertabelle des YDP-105 einen eingesteckten Kopfhörer oder Adapter als Grund, wenn aus den Lautsprechern nichts kommt. Roland gibt dem FP-60X zusätzlich einen eigenen Schalter für die Lautsprecher.
Was ist der Unterschied zwischen Luftschall und Trittschall?
Luftschall entsteht in der Luft, etwa aus einem Lautsprecher, und regt die Wand von der Fläche her an. Trittschall entsteht, wenn etwas unmittelbar auf das Bauteil schlägt, etwa ein Schritt oder ein Pedal. Bei Trittschall wird die Energie direkt eingeleitet, deshalb hilft Masse allein wenig.
Ist Klavierüben in der Mietwohnung erlaubt?
Häusliches Musizieren gehört nach dem BGH zu den sozialadäquaten Formen der Freizeitbeschäftigung und ist in gewissen Grenzen hinzunehmen. Das Urteil betraf ein Reihenhaus; in einer Mietwohnung kommen Mietvertrag und Hausordnung hinzu. Ein vollständiges Verbot in den Hauptwohnräumen hielt der BGH für unzulässig.

Wer diesen Artikel verantwortet

Matthias König, Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Matthias König

Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Schreibt über Instrumente, DJ- und Studiotechnik.

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Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
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Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
19.10.2026
Aktualisiert
19.10.2026
Geprüft
19.10.2026
Quellen
10

Änderungsverlauf

  • 19.10.2026: Neu angelegt; BGH-Pressemitteilung, DIN 4109-1 nach zwei Fachquellen, Kopfhörerangaben von Stiftung Warentest und Yamaha ausgewertet.

Belege

  1. Institution oder Normbundesgerichtshof.de
    Bundesgerichtshof, Pressemitteilung Nr. 171/2018, Trompetenspiel in einem Reihenhaus (V ZR 143/17)

    Belegt das Urteil vom 26.10.2018, häusliches Musizieren als sozialadäquat, den groben Richtwert von zwei bis drei Stunden werktags und ein bis zwei an Sonn- und Feiertagen, die Rolle der Nebenräume und gleiche Rechte von Berufs- und Hobbymusikern.

  2. Herstellerangabebaunetzwissen.de
    BauNetz Wissen, Mindestschallschutz nach DIN 4109-1:2018

    Belegt die schutzbedürftigen Räume, den Grundgeräuschpegel von 25 dB, dass Geräusche trotz erfüllter Anforderung wahrnehmbar bleiben können, und dass innerhalb der eigenen Wohnung keine Anforderungen gelten.

  3. Herstellerangabebaunetzwissen.de
    BauNetz Wissen, Bauakustik, Luftschalldämmung und Trittschalldämmung

    Belegt das Norm-Hammerwerk mit fünf Hämmern zu 500 g und 10 Hz, die Bezugs-Absorptionsfläche von 10 m² und dass die Dämmung einschaliger Bauteile überwiegend von der flächenbezogenen Masse abhängt.

  4. Herstellerangabekhb-ing.de
    khb Ingenieure, Trittschallschutz im Mehrfamilienhaus, Anforderungen nach DIN 4109

    Belegt L'n,w höchstens 50 dB für Wohnungstrenndecken, 53 dB für Leichtbau nach DIN 4109-33, den Zielwert 45 dB der DIN 4109-5, die Stufen der VDI 4100, den Messbereich ab 100 Hz und den Verlust von rund 10 dB durch eine starre Verbindung.

  5. Unabhängiger Testtest.de
    Stiftung Warentest, E-Piano-Test, test 11/2021

    Belegt im frei zugänglichen Teil, dass Funkkopfhörer am Digitalpiano wegen der Verzögerung nicht nutzbar sind und dass alle elf geprüften Geräte zwei Kopfhörerbuchsen hatten.

  6. Herstellerangabefaq.yamaha.com
    Yamaha, FAQ, Kann ich Bluetooth- oder drahtlose Kopfhörer mit Musikinstrumenten verwenden?

    Belegt, dass nur ein Kabel den Ton unmittelbar wiedergibt, dass Funklatenzen stark schwanken und dass eine Latenz unter 10 ms im Allgemeinen unauffällig ist.

  7. Herstellerangabeca.yamaha.com
    Yamaha, YDP-105 Mode d'emploi (Bedienungsanleitung, französische Ausgabe)

    Belegt die Lautstärkebegrenzung zum Schutz des Gehörs, die stummen Lautsprecher bei eingestecktem Kopfhörer oder Adapter und den empfohlenen Wandabstand von etwa 5 cm.

  8. Herstellerangaberoland.com
    Roland, FP-60X Specifications

    Belegt den Lautsprecherschalter, zwei Kopfhörerbuchsen und den Kopfhörermodus mit 3D-Ambience.

  9. Herstellerangabecasio.com
    Casio, PX-S5000BK Produktseite mit technischen Daten

    Belegt den Akustiksimulator mit Key Action Noise und Damper Noise in je 4 Stufen, Hammer Response, Saiten- und Dämpferresonanz und den Key Off Simulator sowie zwei Miniklinken für Kopfhörer, die zugleich als Ausgang dienen.

  10. Herstellerangabesengpielaudio.com
    Eberhard Sengpiel, sengpielaudio, Schallgeschwindigkeit in Luft

    Belegt die Schallgeschwindigkeit von 343 m/s in trockener Luft bei 20 °C, mit der die Latenz hier in Meter umgerechnet ist.