E-Pianos·40 Min Lesezeit·5 Modelle im Vergleich

Stage Piano: fünf von sieben mit eingebauten Lautsprechern

Fünf Bühnengeräte von Korg, Roland und Casio, 11,5 bis 25 Kilogramm, zwei ohne Lautsprecher und drei mit. Was die Datenblätter über Ausgänge, Pegel, MIDI, Netzteil und Pedal sagen, und warum das Wort „Stage“ im Angebot kaum noch etwas trennt.

Matthias König, Fachredaktion Audio und StudiotechnikVon Matthias KönigFachredaktion Audio und Studiotechnik
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Kurz gesagt

Ein Stage Piano ist ein Digitalpiano, das für den Anschluss an eine Anlage gebaut ist, im engen Sinn eines ohne eingebaute Lautsprecher. Im Handel trägt das Wort auch Geräte mit Lautsprechern: Fünf von sieben Angeboten mit „Stage Piano“ im Titel nennen welche. Von den fünf Geräten hier hat nur der Korg Grandstage X symmetrische XLR-Ausgänge und ein eingebautes Netzteil. Fünfpolige MIDI-Buchsen haben die beiden Korg und das Roland RD-08; Roland FP-60X und Casio PX-S5000 verbinden MIDI nur über USB und Funk. Das Gewicht reicht von 11,5 bis 25 Kilogramm.

ModellMechanik laut HerstellerPolyphonieLautsprecherAusgängeMIDI-BuchsenGewicht laut HerstellerLeistungsaufnahmePedal im LieferumfangAnsehen (Partnerlink)
Korg Grandstage X Stage Piano, 88 Tasten RH3, sieben Klangerzeugungen
Korg Grandstage X

Korg (Korg Inc., Japan)

Einzige symmetrische Ausgänge im Vergleich

RH3 (Real Weighted Hammer Action 3)128, dynamisch auf sieben Klangerzeugungen verteiltkeineXLR L/R symmetrisch, 6,3-mm-Klinke L/Mono, RIN, OUT25 kg ohne Notenhalter20 W, Netzteil eingebautDämpferpedal DS-1H
Korg D1 Digitalpiano ohne Lautsprecher, 88 Tasten RH3, MIDI IN und OUT
Korg D1

Korg (Korg Inc., Japan)

Geringste Leistungsaufnahme im Vergleich

RH3 (Real Weighted Hammer Action 3)120keineLINE OUT L/Mono, RIN, OUT16 kg1,5 W, Netzteil extern 9 VDämpferpedal
Roland RD-08 Stage Piano, PHA-4 Standard, über 3.000 Klänge, Lautsprecher eingebaut
Roland RD-08

Roland (Roland Corporation, Japan)

PHA-4 Standard mit Escapement und Ivory Feelkeine Angabe2 × 12 cm und 2 × 2 cm, 6 W × 26,3-mm-Klinke L/Mono, ROUT13,5 kg ohne Netzteilkeine Wattangabe, 12 V mit 1.500 mAPedalschalter
Roland FP-60X portables Digitalpiano, PHA-4 Standard, 256 Stimmen, Weiß
Roland FP-60X

Roland (Roland Corporation, Japan)

Höchste Stimmenzahl im Vergleich

PHA-4 Standard mit Escapement und Ivory Feel2562 × 8 × 12 cm mit Lautsprecherbox, 13 W × 26,3-mm-Klinke L/Mono, Rkeine, MIDI über USB und Bluetooth19,3 kg mit Notenpult25 W, rund 5 W bei mittlerer LautstärkeDP-10, stufenlos
Casio PX-S5000 BK portables Digitalpiano, Smart Hybrid Hammer Action, Batteriebetrieb
Casio PX-S5000

Casio (Casio Computer Co., Japan)

Smart Hybrid Hammer Action, Tasten aus Holz und Kunststoff1922 × 16 × 8 cm oval, 8 W + 8 WLINE OUT L/Mono, Rkeine, MIDI über USB und Funkadapter11,5 kg ohne Zubehör und Batterien10 W, alternativ 6 × AASP-3
Angaben der Hersteller, geprüft gegen die im Artikel genannten Quellen. Keine Preisspalte: Preise ändern sich zu schnell, um in einer Tabelle zu stehen. Keine Gesamtnote: wir testen nicht selbst. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
1Einzige symmetrische Ausgänge im VergleichPremium

Korg (Korg Inc., Japan)

Korg Grandstage X Stage Piano, 88 Tasten RH3, sieben Klangerzeugungen

Einzige symmetrische Ausgänge im Vergleich: XLR-Buchsen mit 600 Ohm Ausgangsimpedanz, bis +16 dBu und einem Ground-Lift-Schalter: Das ist der Anschluss, den Stageboxen und Mischpulte erwarten. Keines der vier anderen Geräte hat einen symmetrischen Ausgang, und nur Korg nennt überhaupt einen Ausgangspegel.

Korgs Bühneninstrument mit sieben Klangerzeugungen für Flügel, E-Piano, Orgeln, Synthesizer und PCM-Klänge, 700 Sounds, Pitch-Bend- und Modulationsrad, Audioeingang mit Mic/Line-Schalter und SD-Kartenschacht. Als einziges Gerät des Vergleichs hat es ein eingebautes Netzteil und symmetrische Ausgänge, und als einziges nennt sein Datenblatt Klirrfaktor, Rauschabstand und Frequenzgang. Mit 461 Millimetern ist es zugleich das tiefste und mit 25 Kilogramm das schwerste.

Mechanik laut Hersteller
RH3 (Real Weighted Hammer Action 3)
Polyphonie
128, dynamisch auf sieben Klangerzeugungen verteilt
Lautsprecher
keine
Ausgänge
XLR L/R symmetrisch, 6,3-mm-Klinke L/Mono, R
MIDI-Buchsen
IN, OUT
Gewicht laut Hersteller
25 kg ohne Notenhalter
Leistungsaufnahme
20 W, Netzteil eingebaut
Pedal im Lieferumfang
Dämpferpedal DS-1H

Dafür spricht

  • XLR-Ausgänge symmetrisch mit Ground Lift, Pegel bis +16 dBu
  • Netzteil eingebaut, nur ein Netzkabel nötig
  • MIDI IN und OUT, dazu USB und SD-Kartenschacht
  • Dämpferpedal DS-1H mit Halbpedal im Lieferumfang

Dagegen spricht

  • 25 kg, schwerstes Gerät im Vergleich
  • 461 mm tief, braucht einen Ständer mit tiefer Auflage
  • ohne Anlage, Verstärker oder Kopfhörer stumm
Passt für:
Bands und Gottesdienste mit eigener Anlage und Stagebox, in denen lange Kabel zum Pult laufen und mehrere Klänge gleichzeitig gebraucht werden.
Passt nicht für:
Musiker, die ihr Instrument allein über Treppen tragen und ohne Anlage spielen wollen.
2Geringste Leistungsaufnahme im VergleichMittelklasse

Korg (Korg Inc., Japan)

Korg D1 Digitalpiano ohne Lautsprecher, 88 Tasten RH3, MIDI IN und OUT

Geringste Leistungsaufnahme im Vergleich: Korg nennt 1,5 Watt, rund ein Dreizehntel des Grandstage X mit derselben Tastatur und rund ein Siebzehntel des Roland FP-60X bei voller Leistung. Weil das D1 keine Lautsprecher treibt, bleibt die Aufnahme klein, und das beiliegende Netzteil ist auf mehr als das Zehnfache ausgelegt.

Das Gerät, das der klassischen Gattung am nächsten kommt: keine Lautsprecher, fünfpolige MIDI-Buchsen für Ein- und Ausgang, ein Dämpfereingang mit Halbpedal und dieselbe RH3-Tastatur wie im Grandstage X. Korg selbst führt es als Digitalpiano, erst das Angebot nennt es „Digital Stage Piano“. Es hat 30 Sounds in drei Bänken und keinen USB-Anschluss, für die Aufnahme am Rechner braucht es ein MIDI-Interface.

Mechanik laut Hersteller
RH3 (Real Weighted Hammer Action 3)
Polyphonie
120
Lautsprecher
keine
Ausgänge
LINE OUT L/Mono, R
MIDI-Buchsen
IN, OUT
Gewicht laut Hersteller
16 kg
Leistungsaufnahme
1,5 W, Netzteil extern 9 V
Pedal im Lieferumfang
Dämpferpedal

Dafür spricht

  • dieselbe RH3-Tastatur wie der Grandstage X
  • MIDI IN und OUT als fünfpolige Buchsen
  • 1,5 W Leistungsaufnahme
  • Halbpedal am Dämpfereingang unterstützt

Dagegen spricht

  • kein USB, Rechneranschluss nur über MIDI-Interface
  • nur unsymmetrische Ausgänge
  • Angebotsfeld nennt 17,62 kg statt 16 kg
Passt für:
Proben und Auftritte mit vorhandener Anlage, bei denen ein leichtes Instrument mit vollwertiger Tastatur und MIDI zu einem Soundmodul reicht.
Passt nicht für:
Musiker, die direkt per USB in eine Musiksoftware aufnehmen oder viele Klänge schichten wollen.

3,8 von 5 bei 66 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

3Mittelklasse

Roland (Roland Corporation, Japan)

Roland RD-08 Stage Piano, PHA-4 Standard, über 3.000 Klänge, Lautsprecher eingebaut

Ein Gerät, das Roland ausdrücklich Stage Piano nennt und das doch Lautsprecher hat: zwei Breitbänder, zwei Hochtöner, 6 Watt je Kanal. Dazu kommen drei Parts, über 3.000 Tones, 100 Scenes, zwei zuweisbare Räder, vier Drehregler, drei Pedalbuchsen und ein MIDI-Ausgang. Eine Stimmenzahl nennt Roland nicht, und das Angebotsfeld nennt 18,09 Kilogramm, während Roland 13,5 Kilogramm ohne Netzteil angibt.

Mechanik laut Hersteller
PHA-4 Standard mit Escapement und Ivory Feel
Polyphonie
keine Angabe
Lautsprecher
2 × 12 cm und 2 × 2 cm, 6 W × 2
Ausgänge
6,3-mm-Klinke L/Mono, R
MIDI-Buchsen
OUT
Gewicht laut Hersteller
13,5 kg ohne Netzteil
Leistungsaufnahme
keine Wattangabe, 12 V mit 1.500 mA
Pedal im Lieferumfang
Pedalschalter

Dafür spricht

  • Lautsprecher und Bühnenbedienung in einem Gerät
  • drei Pedalbuchsen mit TRS für Dämpfer und zwei zuweisbare Pedale
  • MIDI OUT und klassenkonformes USB-MIDI
  • 13,5 kg ohne Netzteil

Dagegen spricht

  • keine Polyphonieangabe trotz drei Parts
  • Pedalschalter im Karton, kein Halbpedal ohne Zukauf
  • Angebotsfeld nennt 4,59 kg mehr als Roland
Passt für:
Proben ohne Anlage und kleine Auftritte, bei denen ein Gerät sowohl selbst klingen als auch an ein Pult gehen soll.
Passt nicht für:
Käufer, die vor dem Kauf wissen wollen, wie viele Stimmen bei drei Parts bleiben.

4,4 von 5 bei 15 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

4Höchste Stimmenzahl im VergleichMittelklasse

Roland (Roland Corporation, Japan)

Roland FP-60X portables Digitalpiano, PHA-4 Standard, 256 Stimmen, Weiß

Höchste Stimmenzahl im Vergleich: 256 Stimmen laut Roland, doppelt so viele, wie Korg für den Grandstage X bei einer einzigen Engine nennt, und das 2,13-fache des D1. Dazu legt Roland das DP-10 bei, das den Pedalweg nach Herstellerangabe stufenlos erfasst, sodass das Halbpedal ab dem ersten Tag möglich ist.

Roland führt das FP-60X als portables Digitalpiano, nicht als Stage Piano. Für die Bühne bringt es Ausgänge, einen Mikrofoneingang, drei Pedalbuchsen und einen Schalter für die eigenen Lautsprecher mit, dazu die höchste Stimmenzahl des Vergleichs. Fünfpolige MIDI-Buchsen fehlen; MIDI läuft über USB oder Bluetooth. Mit dem passenden Ständer und der Pedaleinheit wiegt es 33,0 Kilogramm.

Mechanik laut Hersteller
PHA-4 Standard mit Escapement und Ivory Feel
Polyphonie
256
Lautsprecher
2 × 8 × 12 cm mit Lautsprecherbox, 13 W × 2
Ausgänge
6,3-mm-Klinke L/Mono, R
MIDI-Buchsen
keine, MIDI über USB und Bluetooth
Gewicht laut Hersteller
19,3 kg mit Notenpult
Leistungsaufnahme
25 W, rund 5 W bei mittlerer Lautstärke
Pedal im Lieferumfang
DP-10, stufenlos

Dafür spricht

  • 256 Stimmen, höchste Zahl im Vergleich
  • stufenloses Pedal DP-10 im Lieferumfang
  • Lautsprecher abschaltbar, wenn die Anlage übernimmt
  • zwei Kopfhörerbuchsen in zwei Größen

Dagegen spricht

  • keine fünfpoligen MIDI-Buchsen
  • nur unsymmetrische Ausgänge
  • 344 mm tief, tiefer als RD-08 und D1
Passt für:
Ein Instrument, das unter der Woche zu Hause steht und am Wochenende im Gemeindesaal oder in der Schulaula spielt.
Passt nicht für:
Setups mit Soundmodul oder zweitem Keyboard ohne Rechner, weil die MIDI-Buchsen fehlen.
5Mittelklasse

Casio (Casio Computer Co., Japan)

Casio PX-S5000 BK portables Digitalpiano, Smart Hybrid Hammer Action, Batteriebetrieb

Das leichteste und flachste Gerät des Vergleichs, 232 Millimeter tief und 102 Millimeter hoch, und das einzige, das mit Batterien spielt. Casio beschreibt die Tasten als Hybrid aus Holz und Kunststoff, als einziger Hersteller hier mit einer Angabe zum Werkstoff. Ein Funkadapter für MIDI und Audio liegt bei. Das Halbpedal gibt es nur mit der Dreifach-Pedaleinheit SP-34, die Casio als Zubehör führt.

Mechanik laut Hersteller
Smart Hybrid Hammer Action, Tasten aus Holz und Kunststoff
Polyphonie
192
Lautsprecher
2 × 16 × 8 cm oval, 8 W + 8 W
Ausgänge
LINE OUT L/Mono, R
MIDI-Buchsen
keine, MIDI über USB und Funkadapter
Gewicht laut Hersteller
11,5 kg ohne Zubehör und Batterien
Leistungsaufnahme
10 W, alternativ 6 × AA
Pedal im Lieferumfang
SP-3

Dafür spricht

  • 11,5 kg und 232 mm Tiefe, leichtestes und flachstes Gerät
  • Batteriebetrieb mit sechs AA-Zellen für rund 4 Stunden
  • Tastenwerkstoff vom Hersteller benannt
  • Funkadapter für MIDI und Audio im Lieferumfang

Dagegen spricht

  • Halbpedal nur mit zugekaufter Einheit SP-34
  • keine fünfpoligen MIDI-Buchsen
  • Kopfhörerbuchsen nur als Miniklinke
Passt für:
Musiker, die ihr Instrument allein tragen, mit der Bahn anreisen oder dort spielen, wo keine Steckdose in Reichweite ist.
Passt nicht für:
Klavierliteratur mit Halbpedal ab dem ersten Tag, ohne zusätzliche Pedaleinheit.

4,3 von 5 bei 7 Bewertungen auf Amazon, Stand 19.10.2026. Fremdbewertung, keine eigene Note.

Ein Stage Piano ist ein Digitalpiano mit 88 gewichteten Tasten, das für den Anschluss an eine Anlage gebaut ist. Es gibt seinen Klang über Ausgänge an ein Mischpult oder einen Verstärker weiter, nimmt Pedale und MIDI-Signale an und hat, nach der Abgrenzung, die das Wort einmal trug, keine eigenen Lautsprecher. Im Handel gilt diese Abgrenzung nicht mehr. Von sieben Angeboten, die am 19. Oktober 2026 auf amazon.de „Stage Piano“ im Titel führten, nennen fünf eingebaute Lautsprecher, eines schreibt ausdrücklich „ohne Lautsprecher“, und eines sagt dazu nichts.

Für den Schritt vom Digitalpiano im Wohnzimmer zu einem Instrument für Band, Gemeindesaal oder Schulaula ist das Wort damit kein Wegweiser. Wegweiser sind fünf Angaben, die in jedem vollständigen Datenblatt stehen sollten: Art und Pegel der Ausgänge, die MIDI-Buchsen, das Netzteil, das Gewicht und das Pedal im Lieferumfang. Dieser Vergleich liest sie für fünf Geräte von Korg, Roland und Casio, deren Angebote am Stichtag einen Warenkorb hatten, und rechnet nach, was die Zahlen auf einer Bühne bedeuten. Es geht um Anschlüsse, Pegel und Gewichte. Klangurteile stehen hier nicht, weil sie sich aus Datenblättern nicht ableiten lassen.

Ein Stage Piano hat keine Lautsprecher, auf dem Papier

Die Gattung folgt einer einfachen Logik. Auf einer Bühne kommt der Klang aus der Beschallungsanlage und, für die Musiker selbst, aus Monitorboxen oder In-Ear-Hörern. Lautsprecher im Instrument wären dort Gewicht ohne Aufgabe. Ein Stage Piano spart sie ein und steckt den Aufwand in Ausgänge, Bedienelemente und Klangvielfalt. Von dieser Logik sind im Handel fünf Annahmen übrig, die beim Nachlesen im Datenblatt nicht für alle Geräte halten.

Annahme 1: Stage Piano heißt ohne Lautsprecher. Fünf von sieben Angeboten mit dem Wort im Titel nennen eingebaute Lautsprecher. Darunter ist das Roland RD-08, das Roland selbst auf der Produktseite Stage Piano nennt und für das das Datenblatt zwei Breitbandlautsprecher mit 12 Zentimetern, zwei Hochtöner mit 2 Zentimetern und eine Verstärkerleistung von 6 Watt je Kanal angibt.

Annahme 2: Ohne Lautsprecher ist leichter. Das schwerste Gerät des Vergleichs hat keine Lautsprecher (Korg Grandstage X, 25 Kilogramm), das leichteste hat zwei (Casio PX-S5000, 11,5 Kilogramm). Das Korg D1 ohne Lautsprecher wiegt mit 16 Kilogramm 2,5 Kilogramm mehr als das Roland RD-08 mit Lautsprechern.

Annahme 3: Die Polyphonie ist eine feste Zahl. Korg schreibt zu den 128 Stimmen des Grandstage X selbst, dass dieser Wert nur erreicht wird, wenn die gesamte Rechenleistung auf eine einzige seiner sieben Klangerzeugungen entfällt. Roland nennt für das RD-08, das drei Klänge zugleich spielt, gar keine Zahl.

Annahme 4: Jeder Line-Ausgang taugt für die Stagebox. Symmetrische Ausgänge, wie sie Stageboxen und Mischpulte mit XLR-Eingängen erwarten, hat eines der fünf Geräte. Die anderen vier geben ihr Signal unsymmetrisch über Klinke aus.

Annahme 5: USB ersetzt MIDI. Über USB braucht ein MIDI-Gerät einen Rechner als Gegenstelle, schreibt die MIDI Association; zwei USB-Geräte lassen sich nicht direkt miteinander verbinden. Zwei der fünf Geräte haben keine fünfpolige MIDI-Buchse.

Keine dieser Annahmen ist absurd, jede trifft auf einen Teil der fünf Geräte zu. Aber keine trifft auf alle zu, und das Wort im Angebotstitel sagt nicht, auf welche. Die folgenden Abschnitte nehmen sie einzeln auseinander, mit den Zahlen, die die Hersteller selbst veröffentlichen.

Fünf von sieben „Stage Pianos“ klingen von selbst

Die Auszählung ist klein, aber vollständig für das, was sie misst. In den Suchläufen für diesen Bereich trugen sieben Angebote auf amazon.de die Wörter „Stage Piano“ im Titel. Für jedes wurde nachgelesen, was es über Lautsprecher sagt, in Titel, Stichpunkten, Beschreibung und technischen Angaben.

Angebot Lautsprecher laut Angebot Warenkorb am 19.10.2026
Roland RD-08 „integriertes Stereo-Lautsprechersystem“ ja
Roland RD-88 EX „integriertes Stereo-Lautsprechersystem“ ja, Lieferzeit 4 bis 7 Monate
Casio Privia PX-S1100 „mit eingebauten Lautsprechern“ nein
Casio Privia PX-S3100 „Lautsprechersystem“ ja
Kurzweil KAS1 „4x Lautsprecher mit 30 Watt“ ja
Korg D1 „ohne Lautsprecher“ ja
Nord Piano 6 keine Angabe nein

Fünf von sieben nennen Lautsprecher, das sind 71 Prozent. Ein Angebot, das des Korg D1, schließt sie ausdrücklich aus, und das Nord Piano 6 sagt nichts, hatte am Stichtag aber auch keinen Warenkorb. Unter den fünf kaufbaren Angeboten mit dem Wort im Titel ist das D1 damit das einzige ohne Lautsprecher.

Ein Gerät fehlt in der Zählung, obwohl der Hersteller es so nennt. Korg überschreibt die Seite des Grandstage X mit „STAGE PIANO“, im Angebot heißt er „Digitalpianio“, mit einem überzähligen i. Umgekehrt führt Korg das D1 in der Rubrik Digitalpianos mit der Überschrift „DIGITAL PIANO“, und erst das Angebot macht daraus ein „Digital Stage Piano“. Das Gerät, das der klassischen Gattung am nächsten kommt, heißt beim Hersteller also nicht so, und das Gerät, das der Hersteller so nennt, heißt im Handel anders.

Bei Roland ist die Lage ähnlich verschoben. Das RD-08 heißt auf der Herstellerseite Stage Piano und hat Lautsprecher. Das FP-60X, das ebenfalls Lautsprecher hat, steht dort als Digital Piano in der Rubrik der portablen Pianos. Beide haben dieselbe Tastatur, PHA-4 Standard mit Escapement und Ivory Feel. Was sie trennt, ist nicht die Gattung, sondern die Ausstattung: drei Parts und ein MIDI-Ausgang beim einen, 256 Stimmen und ein stufenloses Pedal beim anderen.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Das Wort „Stage“ im Titel ist ein Hinweis auf die Absicht des Anbieters, nicht auf eine Eigenschaft. Ob ein Gerät eine Anlage braucht, steht in der Lautsprecherzeile des Datenblatts, und die ist bei allen fünf Geräten dieses Vergleichs vorhanden.

Fünf Geräte, fünf Arten, auf die Bühne zu gehen

Die fünf Geräte wurden so gewählt, dass sie die Spannweite dessen zeigen, was im Handel unter dem Wort läuft. Alle haben 88 Tasten mit einer Hammermechanik nach Herstellerangabe, alle hatten am 19. Oktober 2026 einen Warenkorb, und für alle liegt ein Herstellerdatenblatt vor.

Modell Lautsprecher symmetrisch MIDI-Buchsen Netzteil Gewicht Tiefe
Korg Grandstage X keine XLR IN, OUT eingebaut 25 kg 461 mm
Korg D1 keine nein IN, OUT extern, 9 V 16 kg 263 mm
Roland RD-08 6 W × 2 nein OUT extern, 12 V 13,5 kg 258 mm
Roland FP-60X 13 W × 2 nein keine extern 19,3 kg 344 mm
Casio PX-S5000 8 W + 8 W nein keine extern, 12 V, oder 6 × AA 11,5 kg 232 mm

Aus der Tabelle ergeben sich drei Gruppen. Die beiden Korg sind Bühnengeräte im engen Sinn: keine Lautsprecher, fünfpolige MIDI-Buchsen in beide Richtungen. Das Roland RD-08 ist ein Bühnengerät mit Lautsprechern, mit drei Pedalbuchsen und einem MIDI-Ausgang. Roland FP-60X und Casio PX-S5000 sind portable Digitalpianos, die genug Ausgänge haben, um an eine Anlage zu gehen, aber MIDI nur über USB und Funk verbinden.

Nicht im Vergleich sind vier Geräte aus der Auszählung. Das Kurzweil KAS1 hatte einen Warenkorb, aber die Herstellerseite zeigte am Stichtag statt technischer Daten eine Fehlermeldung, und ohne Datenblatt lässt sich kein Angebot gegenlesen. Das Nord Piano 6 und das Casio PX-S1100 hatten keinen Warenkorb, das Roland RD-88 EX eine Lieferzeit von vier bis sieben Monaten. Für Casio steht hier das PX-S5000, ein Modell derselben PX-S-Baureihe wie die beiden Angebote mit „Stage Piano“ im Titel.

Die Rangfolge ordnet nach Bühnentauglichkeit der Anschlüsse: zuerst symmetrische Ausgänge, dann fünfpolige MIDI-Buchsen, dann eingebautes Netzteil und Pedal. Über den Klang sagt sie nichts. Wer das Instrument vor allem zu Hause spielt und gelegentlich mitnimmt, wird die Reihenfolge eher umdrehen, und auch dafür liefern die folgenden Abschnitte die Zahlen.

128 Stimmen, aber nur bei einer Engine

Polyphonie bezeichnet die Zahl der Stimmen, die eine Klangerzeugung gleichzeitig erzeugen kann. Eine Stimme ist dabei nicht dasselbe wie ein Ton. Ein Ton kann je nach Klang mehrere Stimmen belegen, und ein getretenes Dämpferpedal lässt die Stimmen bereits losgelassener Tasten weiterklingen, bis sie verklungen sind oder von neuen verdrängt werden. Wie viele Stimmen ein Ton belegt, nennt keiner der fünf Hersteller.

Was Korg in die Fußnote schreibt

Für den Grandstage X nennt Korg eine maximale Polyphonie von 128 Stimmen und schreibt zwei Fußnoten dazu. Die erste: „Die tatsächliche Polyphonie variiert je nach Verwendung der Sound Engine und Effekte.“ Die zweite erklärt, warum. Das System verteilt die Stimmen dynamisch auf die Klangerzeugungen, und die angegebene Höchstzahl wird erreicht, wenn die gesamte Rechenleistung für Stimmen auf eine einzige Engine entfällt.

Das ist die genaueste Polyphonieangabe des Vergleichs, gerade weil sie einschränkt. Der Grandstage X hat sieben Klangerzeugungen: SGX-2 für akustische Flügel, EP-1 für E-Pianos, AL-1 für Analog-Synthesizer, CX-3 für Tonradorgeln, VOX Organ und FC-1 für Transistororgeln und HD-1 für PCM-Klänge. Das Bedienfeld hat eigene Taster und Schieberegler für die Parts Main, Layer und Split. Sobald zwei Engines gleichzeitig laufen, etwa ein Flügel mit einer Fläche darunter, teilen sie sich die Rechenleistung, und die 128 gilt für keine von beiden mehr. Wie viel jede bekommt, entscheidet das System zur Laufzeit. Eine feste Rechnung lässt sich daraus nicht ableiten, und Korg behauptet auch keine.

Die Zahlen der anderen vier

Das Korg D1 hat eine Klangerzeugung, Stereo PCM, mit 30 Sounds in drei Bänken zu je zehn, und Korg nennt 120 Stimmen. Bei nur einer Engine ist das eine Zahl ohne Fußnote, auch wenn ein Layer aus zwei Klängen sie ebenfalls teilt. Das Roland FP-60X nennt 256 Stimmen bei 358 Klängen, das sind 2,13 mal so viele wie beim D1. Das Casio PX-S5000 nennt 192 Stimmen bei 23 Klängen, das 1,6-fache des D1.

Das Roland RD-08 nennt keine Zahl. Es ist zugleich das Gerät, das nach Roland drei Parts gleichzeitig spielt, also genau die Lage, in der die Frage nach den Stimmen am meisten zählt.

Für den Schritt vom Wohnzimmer auf die Bühne ist die Polyphonie wichtiger als vorher, weil Bühnenklänge häufiger geschichtet und geteilt werden: links ein Bass, rechts ein E-Piano, darüber eine Fläche. Wer zu Hause nur einen Flügelklang spielt, kommt mit 120 Stimmen weit. Wer drei Parts legt und das Pedal hält, sollte nicht nur die Zahl lesen, sondern auch, worauf sie sich bezieht.

Was ein Datenblatt über drei Parts verschweigt

Das Roland RD-08 ist das ausstattungsreichste Gerät unter den dreien mit Lautsprechern. Es hat zwei Klangerzeugungsarten, ZEN-Core und SuperNATURAL, letztere getrennt für Piano und E-Piano. Es speichert 100 Scenes, bietet über 3.000 Tones und spielt drei Parts gleichzeitig. Für Effekte nennt Roland Zonen-Multieffekte in drei Systemen mit 90 Typen, dazu 90 Typen für die Scene, acht Typen Chorus und Delay, sechs Typen Hall und eine Resonanzsimulation. Zum Spielen gibt es zwei zuweisbare Räder und vier Drehregler, angezeigt wird alles auf einem Grafikdisplay mit 128 × 64 Punkten.

Eine Stimmenzahl steht nicht im Datenblatt. Die Seite wurde für diesen Vergleich zweimal gelesen, im Browser und als Quelltext, und das Wort Polyphony kommt darin nicht vor. Beim FP-60X, das ebenfalls SuperNATURAL Piano nutzt, nennt Roland 256. Die Lücke ist also keine Hausregel, sondern eine Auslassung bei genau dem Gerät, bei dem die Zahl am meisten aussagen würde.

Das Angebot übernimmt die Lücke. Im Titel steht „3000+ integrierte Sounds“, was der Herstellerangabe „Over 3,000“ entspricht, aber keine Stimmenzahl. In den Stichpunkten folgt der Satz vom integrierten Stereo-Lautsprechersystem, der das Gerät nach der klassischen Abgrenzung aus der Gattung nimmt, die der Titel nennt.

Wie sich die Lücke vor dem Kauf schließen lässt

Ohne Zahl bleibt nur der Versuch am Gerät, und der lässt sich gezielt anlegen. Drei Parts belegen, etwa einen Flügel, ein E-Piano und eine Fläche, das Dämpferpedal treten und schnelle, volle Akkorde über mehrere Oktaven spielen. Wenn ältere Töne abreißen, bevor sie verklungen sind, ist die Grenze erreicht. Bei einem Gerät mit Lautsprechern hört man das schon im Laden, ohne Anlage.

Dieselbe Probe lohnt beim Grandstage X, weil seine 128 Stimmen nach Korgs eigener Angabe nur für eine einzige Engine gelten. Bei D1, FP-60X und PX-S5000 ist die Zahl unmittelbarer zu lesen, aber auch dort teilen geschichtete Klänge die Stimmen. Der Versuch kostet fünf Minuten und ersetzt die Angabe, die bei einem der fünf Geräte fehlt.

Symmetrisch, unsymmetrisch und warum das Kabel zählt

Der Unterschied zwischen den beiden Ausgangsarten ist der wichtigste, den dieser Vergleich aufdeckt, und er steht in keinem der fünf Angebote. Er betrifft nicht den Klang am Gerät, sondern den Weg dorthin, wo der Klang verstärkt wird.

Ein Leiter oder zwei

Ein unsymmetrischer Ausgang führt das Signal auf einem Leiter, und die Abschirmung des Kabels dient zugleich als Rückleiter. Was sich auf dem Weg einkoppelt, etwa das Brummen einer parallel liegenden Stromleitung oder Einstreuungen aus Lichttechnik, liegt danach im Signal und lässt sich am Pult nicht mehr trennen. Auf einem kurzen Kabel vom Keyboard zum Verstärker fällt das selten auf. Auf dem Weg über die Bühne in eine Stagebox und weiter zum Mischpult wird es zum Problem.

Ein symmetrischer Ausgang führt das Signal auf zwei Adern mit entgegengesetzter Polarität, die Abschirmung ist nur noch Schirm. Eine Störung, die unterwegs einstreut, trifft beide Adern auf gleiche Weise. Der symmetrische Eingang am Mischpult bildet die Differenz der beiden Adern. Das Nutzsignal, das gegenphasig anliegt, bleibt dabei erhalten, die gleichphasige Störung hebt sich auf. Sengpiel fasst die Praxis in einem Satz zusammen: Studiotechnik mit +4 dBu ist immer symmetrisch, Heimtechnik mit −10 dBV üblicherweise unsymmetrisch.

Schematisch, nicht maßstäblich. Oben ein symmetrischer Ausgang, dessen gegenphasige Adern die Einstreuung am Eingang aufheben, unten ein unsymmetrischer, bei dem sie im Signal bleibt. Werte des Korg Grandstage X laut Datenblatt.

Ground Lift gegen Brummen

Der Korg Grandstage X hat an den XLR-Ausgängen einen Schalter LIFT-GND. Er trennt die Masse des Ausgangs von der Masse des Geräts. Das hilft in einer Lage, die auf Bühnen häufig entsteht: Das Instrument ist über sein Netzkabel geerdet und zugleich über die Abschirmung des Kabels mit dem Mischpult verbunden, das seinerseits geerdet ist. Über diese zwei Wege bildet sich eine Schleife, in der ein Brummen entsteht. Der Schalter öffnet die Schleife, ohne das Netzkabel anzufassen.

Keines der vier anderen Geräte hat einen solchen Schalter, und keines braucht ihn an dieser Stelle, weil keines einen symmetrischen Ausgang hat. Bei ihnen übernimmt eine DI-Box beide Aufgaben: Sie wandelt das unsymmetrische Klinkensignal in ein symmetrisches für den XLR-Eingang der Stagebox, und manche Modelle haben selbst einen Ground-Lift-Schalter.

600 Ohm in 10 Kiloohm

Korg nennt für die XLR-Ausgänge eine Ausgangsimpedanz von 600 Ohm und für die Klinkenausgänge 1,1 Kiloohm im Stereobetrieb und 600 Ohm, wenn nur L/Mono belegt ist. Als Lastimpedanz, also als Eingangswiderstand des Geräts dahinter, setzt Korg 10 Kiloohm an.

Aus den beiden Werten lässt sich rechnen, wie viel Pegel auf dem Weg verloren geht. Ausgang und Eingang bilden einen Spannungsteiler; am Eingang kommt der Anteil R_Last / (R_Last + R_Ausgang) an. Für XLR sind das 10 / (10 + 0,6) = 94,3 Prozent, ein Verlust von 0,51 Dezibel. Für die Klinke im Stereobetrieb sind es 10 / (10 + 1,1) = 90,1 Prozent, ein Verlust von 0,91 Dezibel. Beides ist klein, weil die Lastimpedanz 16,7-mal beziehungsweise 9,1-mal so groß ist wie die Ausgangsimpedanz. Diese Auslegung heißt Spannungsanpassung und ist in der Tontechnik üblich.

Die anderen vier Hersteller nennen weder Ausgangsimpedanz noch Lastimpedanz. Ihre Ausgänge funktionieren deshalb nicht schlechter. Aber es lässt sich nicht nachrechnen, und für ein Gerät, das an fremde Anlagen angeschlossen wird, ist das eine Angabe, die fehlt.

+16 dBu sind knapp fünf Volt

Den höchsten Ausgangspegel nennt unter den fünf Herstellern nur Korg, und zwar für XLR- und Klinkenausgang gleich: +16 dBu. Was diese Zahl bedeutet, lässt sich aus der Definition herleiten.

Das Pegelmaß dBu bezieht sich auf eine Spannung von 0,775 Volt, genauer 0,7746 Volt; 0 dBu entspricht dieser Spannung. Die Umrechnung lautet nach Sengpiel U = 0,775 V × 10^(L / 20). Für +16 dBu ergibt das 0,775 V × 10^0,8 = 0,775 V × 6,31 = 4,89 Volt. Das ist ein Effektivwert. Bei einem Sinuston liegt der Spitzenwert um den Faktor 1,414 höher, also bei 6,92 Volt.

Einordnung zwischen Heim- und Studiopegel

Zum Vergleich nennt Sengpiel drei Bezugspegel. Der amerikanische Studiopegel liegt bei +4 dBu, das sind 1,228 Volt. Der Vollaussteuerungspegel der ARD liegt bei +6 dBu, 1,55 Volt. Heimgeräte arbeiten mit −10 dBV, das sind 0,316 Volt oder −7,78 dBu. Als Maximalpegel eines Verstärkers nach dem Pflichtenheft von ARD und IRT nennt Sengpiel +18 dBu, das sind 0,775 V × 10^0,9 = 6,16 Volt.

Der Grandstage X kann also 12 Dezibel über dem Studiopegel ausgeben, das ist 4,89 / 1,228 = 3,98 mal so viel Spannung. Gegenüber dem Heimpegel sind es 4,89 / 0,316 = 15,5 mal so viel, rund 23,8 Dezibel. Und er bleibt 2 Dezibel unter dem Maximalpegel, den das Pflichtenheft für Verstärker vorsieht.

Was der Pegel auf der Bühne heißt

Der Maximalpegel ist keine Betriebsangabe. Im Betrieb liegt der Pegel darunter, sonst verzerrt der Ausgang bei jedem Akzent. Die Zahl zeigt aber, wie viel Reserve ein Ausgang hat, bevor er verzerrt, und wie stark das Signal am Eingang ankommt, wenn der Lautstärkeregler am Instrument ganz aufgedreht ist. Ein Eingang, der für Heimtechnik gebaut ist, bekommt dann ein Vielfaches seines Bezugspegels.

Die anderen vier Geräte nennen keinen Ausgangspegel. Für die Bühne heißt das nicht, dass sie zu leise oder zu laut wären. Es heißt, dass der Pegel erst am Pult sichtbar wird, beim ersten Soundcheck, und dass sich eine Anlage vorher nicht darauf einstellen lässt.

MIDI mit fünf Polen oder über USB

MIDI verbindet Instrumente, ohne Klang zu übertragen. Es überträgt, welche Taste wann wie stark gedrückt wird, welches Pedal getreten ist und welcher Klang gewählt wurde. Die ursprüngliche Verbindung ist eine fünfpolige DIN-Buchse. Die MIDI Association schreibt, diese Verbindung sei 1983 entstanden und für die Kommunikation mit einem Gerät noch immer ausreichend schnell.

Der wichtigere Satz derselben Seite betrifft USB. Mit USB müssen sich Geräte an einen Host anschließen, also an einen Rechner, und deshalb lassen sich zwei USB-MIDI-Geräte nicht direkt miteinander verbinden, wie es mit zwei DIN-Geräten möglich ist. Die meisten Geräte folgen dabei einer Geräteklasse, für die Windows und macOS die Treiber bereits mitbringen.

Modell MIDI IN MIDI OUT USB zum Rechner Funk
Korg Grandstage X ja ja USB-B nicht genannt
Korg D1 ja ja nein nein
Roland RD-08 nein ja USB-B, klassenkonform nein
Roland FP-60X nein nein USB-B, MIDI und Audio Bluetooth MIDI 4.0
Casio PX-S5000 nein nein USB-B Bluetooth 5.0 über Adapter WU-BT10

Wann die fünf Pole zählen

Für drei Bühnenlagen ist die DIN-Buchse nötig. Erstens, wenn das Instrument ein Soundmodul oder ein zweites Keyboard ansteuern soll, ohne dass ein Rechner dazwischen steht. Das können Grandstage X, D1 und RD-08, weil alle drei einen MIDI-Ausgang haben. Zweitens, wenn ein Sequenzer, ein Fußcontroller oder ein anderes Keyboard Klangwechsel und Noten an das Instrument schicken soll. Dafür braucht es einen MIDI-Eingang, und den haben nur die beiden Korg. Drittens, wenn ein vorhandenes Bühnensetup bereits mit DIN-Kabeln verkabelt ist.

Eine Weiterleitung, die das Signal unverändert an ein drittes Gerät durchreicht, hat keines der fünf Geräte. Wer mehr als zwei Geräte verketten will, braucht dafür ein eigenes Verteilergerät oder ein Interface mit mehreren Ausgängen.

Wann USB genügt

Für die Aufnahme in eine Musiksoftware und für Lern-Apps reicht USB, und hier kehrt sich das Bild um. Das Korg D1 hat keinen USB-Anschluss; seine Anschlussliste nennt nur LINE OUT, MIDI, Kopfhörer und DAMPER. Für den Rechner braucht es ein MIDI-Interface. Das Roland FP-60X überträgt über USB nicht nur MIDI, sondern auch Audio, und kommt damit ohne zusätzliches Audiointerface aus. Casio legt dem PX-S5000 einen Funkadapter bei, der MIDI über Bluetooth Low Energy und Audio über das Profil A2DP überträgt.

Die Wahl hängt also davon ab, ob auf der Bühne ein Rechner steht. Ohne Rechner und mit Soundmodul führt kein Weg an der DIN-Buchse vorbei. Mit Rechner und ohne weitere Hardware ist USB bequemer, und dann ist das D1 das einzige der fünf Geräte, das ein Zusatzteil braucht.

Ein Netzteil im Gerät oder ein Klotz am Kabel

Der Grandstage X ist das einzige der fünf Geräte mit eingebautem Netzteil. Im Karton liegt ein Netzkabel, und mehr braucht das Gerät nicht. Die anderen vier hängen an einem externen Netzteil, das zwischen Steckdose und Instrument sitzt.

Modell Stromversorgung Herstellerangabe gerechnet
Korg Grandstage X eingebaut 20 W 20 W
Korg D1 Netzteil KA 350 9 V, 1.700 mA; Aufnahme 1,5 W 15,3 W Nennleistung
Roland RD-08 externes Netzteil 12 V, 1.500 mA 18 W
Roland FP-60X externes Netzteil 25 W mit beiliegendem Netzteil 25 W
Casio PX-S5000 Netzteil oder 6 × AA 12 V; 10 W 10 W

Für das D1 nennt Korg zwei Zahlen, die zusammen aufschlussreich sind. Das Gerät nimmt 1,5 Watt auf, das beiliegende Netzteil liefert bei 9 Volt bis 1.700 Milliampere, das sind 9 V × 1,7 A = 15,3 Watt. Das Netzteil ist damit auf das 10,2-fache der Aufnahme ausgelegt und wird zu 9,8 Prozent genutzt. Für Roland ist die Lage umgekehrt dokumentiert: Das Datenblatt nennt keine Leistungsaufnahme in Watt, sondern eine Stromaufnahme von 1.500 Milliampere bei 12 Volt Gleichspannung. Rechnerisch sind das 12 V × 1,5 A = 18 Watt als Obergrenze.

Was das auf der Bühne bedeutet

Ein externes Netzteil ist ein Teil mehr im Gepäck, und es ist das Teil, ohne das ein Auftritt ausfällt. Ein Netzkabel wie das des Grandstage X lässt sich im Notfall leichter ersetzen als ein Netzteil mit bestimmter Spannung und eigenem Stecker. Die Netzteile der vier Geräte sind untereinander nicht austauschbar: Das D1 erwartet 9 Volt, RD-08 und PX-S5000 erwarten 12 Volt, und für das FP-60X nennt Roland nur die Leistung.

Der Vorteil des externen Netzteils liegt im Gewicht und in der Wärme. Das Gerät selbst wird leichter, und die Verlustwärme entsteht außerhalb des Gehäuses. Beim D1 mit 1,5 Watt spielt die Wärme kaum eine Rolle, beim Grandstage X mit 20 Watt bleibt sie im Instrument. Korg hat das in Kauf genommen und dafür das Netzteil abgeschafft, das am Kabel hängt und beim Abbau vergessen werden kann.

Elf bis fünfundzwanzig Kilogramm auf zwei Arme

Das Gewicht ist die Zahl, die beim Wechsel auf die Bühne am stärksten ins Gewicht fällt, weil ein Bühnengerät getragen wird. Jede der fünf Herstellerangaben bezieht sich auf einen anderen Zustand, und zwei Angebotsfelder weichen davon ab.

Modell Herstellerangabe Bezug laut Hersteller Angebotsfeld
Korg Grandstage X 25 kg ohne Notenhalter 55,12 Pfund, 25,0 kg
Korg D1 16 kg ohne Angabe 17,62 kg
Roland RD-08 13,5 kg ohne Netzteil 18,09 kg
Roland FP-60X 19,3 kg mit Notenpult 19,3 kg
Casio PX-S5000 11,5 kg ohne Zubehör und Batterien 25,35 Pfund, 11,5 kg

Die Spanne reicht von 11,5 bis 25 Kilogramm, ein Faktor von 2,17. Alle fünf zusammen wiegen 85,3 Kilogramm. Zwei Angebote geben das Gewicht in Pfund an, was im deutschen Handel ungewohnt ist; mit 0,4536 Kilogramm je Pfund gerechnet stimmen beide mit dem Hersteller überein.

Zwei Angebote, die mehr wiegen als das Gerät

Beim Roland RD-08 nennt das Angebotsfeld 18,09 Kilogramm, Roland 13,5 Kilogramm ohne Netzteil. Der Unterschied beträgt 4,59 Kilogramm oder 34,0 Prozent. Ein Netzteil für 18 Watt wiegt keine viereinhalb Kilogramm; naheliegend ist, dass das Feld ein Versandgewicht mit Karton wiedergibt, belegt ist es nicht. Beim Korg D1 nennt das Feld 17,62 Kilogramm, der Angebotstext und Korg 16 Kilogramm, ein Unterschied von 1,62 Kilogramm oder 10,1 Prozent.

Für die Kaufentscheidung ist die Herstellerangabe maßgeblich, aber nur mit ihrem Bezug. Das FP-60X wiegt mit Notenpult 19,3 Kilogramm. Mit Rolands eigenem Ständer KSC-72 und der Pedaleinheit KPD-90 sind es 33,0 Kilogramm, 13,7 Kilogramm oder 71 Prozent mehr. Wer das FP-60X so aufstellt, trägt beim Umzug auf die Bühne nicht das eine Gewicht, sondern beide getrennt.

Was ein Mensch trägt

Ein Gerät mit 11,5 Kilogramm und 1,32 Metern Breite trägt eine Person unter dem Arm, wenn es in einer Tasche steckt; Casio führt dafür zwei Taschen als Zubehör. Mit 25 Kilogramm auf 1,37 Metern ist der Grandstage X dagegen ein Gerät, das sich zu zweit oder auf Rollen bequemer bewegen lässt. Für ihn und das D1 führt Korg den Hartschalenkoffer HC-88KEY; dessen Gewicht nennt Korg in den technischen Daten der beiden Instrumente nicht, es kommt also unbekannt hinzu.

Die Tiefe auf dem Ständer

Auf einer Bühne zählt die Tiefe eines Instruments aus zwei Gründen. Sie bestimmt, wie viel Platz es auf der Bühnenfläche nimmt, und sie bestimmt, auf welchem Ständer es sicher liegt.

Modell Tiefe Höhe Breite Ständer laut Hersteller
Casio PX-S5000 232 mm 102 mm 1.322 mm Standfuß CS-68PBK
Roland RD-08 258 mm 159 mm 1.284 mm KS-13, KS-11Z
Korg D1 263 mm 128 mm 1.327 mm ST-SV-1
Roland FP-60X 344 mm 126 mm 1.291 mm KSC-72, dazu vier weitere
Korg Grandstage X 461 mm 168 mm 1.371 mm Holzstativ ST-WGS

Der Grandstage X ist mit 461 Millimetern fast doppelt so tief wie das PX-S5000 mit 232, das 1,99-fache, ein Unterschied von 229 Millimetern. Die Breiten liegen dagegen innerhalb von 87 Millimetern, weil 88 Tasten eine Klaviatur von festem Maß verlangen. Höhe und Tiefe sind die freien Größen, und die Geräte ohne Lautsprecher sind dabei nicht die flachsten: Am wenigsten tief und am niedrigsten ist das PX-S5000, das Lautsprecher hat.

Notenpult und Ständer verschieben die Maße

Das D1 misst ohne Notenpult 263 Millimeter in der Tiefe und 128 in der Höhe, mit Notenpult 375 und 328 Millimeter. Die Tiefe wächst also um 112 Millimeter oder 43 Prozent. Beim FP-60X nennt Roland für das Gerät mit Ständer KSC-72 und Notenpult 382 Millimeter Tiefe und 939 Millimeter Höhe.

Auf einem Ständer liegt ein Instrument stabil, wenn seine Auflage die Tiefe trägt und der Schwerpunkt deutlich innerhalb der Stützfläche bleibt. Bei einem Gerät mit 461 Millimetern Tiefe und 25 Kilogramm ist das eine andere Aufgabe als bei 232 Millimetern und 11,5 Kilogramm. Wie bei jedem hohen Aufbau entscheidet der Abstand des Schwerpunkts zur Kippkante eines hohen Gestells, wie viel seitlichen Stoß er verträgt, und auf einer Bühne stoßen Kabel, Kollegen und Instrumentenkoffer. Korg bietet für den Grandstage X ein eigenes Holzstativ an. Wer einen vorhandenen Ständer weiterverwenden will, misst dessen Auflage gegen die 461 Millimeter.

Störabstand, Klirrfaktor und was davon zu hören ist

Drei Messwerte stehen in einem einzigen der fünf Datenblätter, in dem des Grandstage X. Korg nennt einen Frequenzgang von 20 Hertz bis 20 Kilohertz mit einer Abweichung von höchstens 1,0 Dezibel nach oben und unten, einen Klirrfaktor einschließlich Rauschen von 0,005 Prozent über denselben Bereich und einen Rauschabstand von 105 Dezibel, alle drei gemessen an einer Last von 10 Kiloohm.

Die Zahlen lassen sich in dieselbe Einheit bringen. Ein Klirrfaktor von 0,005 Prozent ist ein Anteil von 0,00005 am Signal, in Dezibel 20 × log10(0,00005) = −86,0 Dezibel. Die Verzerrungs- und Rauschanteile liegen also 86 Dezibel unter dem Nutzsignal. Eine Abweichung von 1,0 Dezibel im Frequenzgang entspricht einem Spannungsverhältnis zwischen 0,891 und 1,122, also gut 11 Prozent in beide Richtungen.

Ein Rechenweg mit Vorbehalt

Den Rauschabstand von 105 Dezibel bezieht Korg nicht ausdrücklich auf einen Pegel. Wäre der Maximalpegel von +16 dBu gemeint, läge das Rauschen bei 16 − 105 = −89 dBu. Das entspräche 0,775 V × 10^(−89 / 20) = 27,5 Mikrovolt. Diese Rechnung steht unter der genannten Annahme, die Korg nicht bestätigt; sie zeigt nur, in welcher Größenordnung der Wert liegt, wenn er sich auf den üblichen Bezug stützt.

Was davon auf einer Bühne zu hören ist

Auf einer Bühne mit Schlagzeug und Gitarrenverstärkern ist das Rauschen eines Keyboardausgangs selten das Problem. Hörbar wird es in leisen Passagen über eine laut eingestellte Anlage, bei einer Ballade zu Beginn eines Gottesdienstes oder im Ausklang eines Stücks. Dort zählt ein großer Rauschabstand mehr als im Bandgefüge.

Dass die anderen vier Hersteller keine dieser Zahlen nennen, ist kein Beleg für schlechtere Werte. Es zeigt, dass ihre Datenblätter für Spieler geschrieben sind und das von Korg für Spieler und Tontechniker. Für ein Gerät, das an fremde Pulte geht, ist die zweite Zielgruppe die, die beim Soundcheck die Fragen stellt.

Kopfhörer an der Bühnenkante

Auf kleinen Bühnen ohne Monitor hören sich Keyboarder manchmal über Kopfhörer, und beim Einspielen vor dem Auftritt ohnehin. Die fünf Geräte unterscheiden sich in Zahl und Art der Buchsen und in dem, was die Hersteller über den Verstärker dahinter sagen.

Modell Kopfhörerbuchsen Herstellerangabe zum Verstärker
Korg Grandstage X 1 × 6,3 mm 150 mW + 150 mW an 32 Ohm, Ausgangsimpedanz 50 Ohm
Korg D1 1 keine
Roland RD-08 1 × 6,3 mm keine
Roland FP-60X 2, Miniklinke und 6,3 mm keine
Casio PX-S5000 2 × Miniklinke, zugleich Ausgang keine

Nur Korg nennt eine Leistung, und aus ihr lässt sich die Spannung am Kopfhörer rechnen. Leistung, Spannung und Widerstand hängen über P = U² / R zusammen, also ist U = √(P × R). Für 150 Milliwatt an 32 Ohm ergibt das √(0,15 W × 32 Ohm) = √4,8 = 2,19 Volt. Der Strom beträgt dabei U / R = 2,19 V / 32 Ohm = 68,5 Milliampere. Für einen Kopfhörerausgang ist das ein nachrechenbarer Wert, und er ist der einzige im Vergleich.

Die beiden Geräte mit zwei Buchsen haben den Vorteil, dass ein Lehrer oder ein Bandkollege mithören kann. Beim FP-60X sind es zwei Größen, sodass weder ein Adapter für Studiokopfhörer noch einer für Ohrhörer nötig ist. Beim PX-S5000 sind beide als Miniklinke ausgeführt, und Casio nennt sie in der Anschlussliste „PHONES / OUTPUT“, also zugleich als Ausgang. Für Studiokopfhörer mit großem Stecker braucht es dort einen Adapter.

Für die Bühne zählt außerdem, wo die Buchse sitzt, und das steht in keinem Datenblatt als Zahl. Eine Buchse an der Vorderkante lässt sich im Halbdunkel ertasten, eine an der Rückseite verlangt einen Griff über das Gerät. Das lohnt einen Blick am Ausstellungsgerät.

Pedale, die eine Band braucht

Im Wohnzimmer reicht ein Dämpferpedal. Auf der Bühne kommen weitere Aufgaben hinzu: Lautstärke für Orgel und Flächen, Umschalten zwischen Klängen, Halten eines Akkords. Die fünf Geräte unterscheiden sich darin, wie viele Pedalbuchsen sie haben und was im Karton liegt.

Modell Pedalbuchsen im Lieferumfang Halbpedal
Korg Grandstage X Damper, Switch, Pedal Dämpferpedal DS-1H ja, ab Lieferung
Korg D1 Damper Dämpferpedal, Typ nicht genannt am Dämpfereingang unterstützt
Roland RD-08 DAMPER, FC1, FC2, alle TRS Pedalschalter nicht mit dem beiliegenden Schalter
Roland FP-60X Damper, Sostenuto, Soft, alle TRS DP-10, stufenlos ja, ab Lieferung
Casio PX-S5000 Damper (TS) und Anschluss für Pedaleinheit SP-3 nur mit Pedaleinheit SP-34

Halbpedal ab dem ersten Tag

Das Halbpedal ist für Klavierliteratur das, was es im Möbelpiano auch ist: Der Dämpfer wird nur teilweise gelüftet, die Töne klingen kürzer nach als bei voll getretenem Pedal. Dafür muss das Pedal seinen Weg stufenlos melden, und der Eingang muss den Wert verstehen. Ab Lieferung belegt ist das bei zwei Geräten. Zum FP-60X schreibt Roland, das beiliegende DP-10 erfasse den Weg stufenlos. Beim Grandstage X unterstützt der Dämpfereingang das Halbpedal, und für das beiliegende DS-1H nennt Korg auf seiner amerikanischen Produktseite „Half-damper supported“; es ist ein Metallpedal mit 740 Gramm und festem Kabel.

Beim RD-08 liegt ein Pedalschalter bei, und ein Schalter kennt nur Ein und Aus. Das DP-10 führt Roland als Zubehör auch für dieses Gerät. Beim PX-S5000 nennt Casio für die Dämpferbuchse den zweipoligen Typ TS und das Halbpedal nur mit der Dreifach-Pedaleinheit SP-34; über die Einzelbuchse ist das Pedal also ein Schalter. Beim D1 unterstützt der Eingang das Halbpedal, im Karton liegt ein Dämpferpedal ohne Typangabe. Dass Korg das DS-1H für das D1 als Zubehör führt, legt nahe, dass das beiliegende Pedal ein anderes ist; welches, sagt Korg nicht.

Lautstärke und Umschalten

Für Orgel- und Flächenklänge braucht es ein Schwellerpedal, das die Lautstärke mit dem Fuß regelt. Der Grandstage X hat dafür den Eingang Pedal, Korg führt das Lautstärkepedal XVP-20 und das Controllerpedal EXP-2 als Zubehör, dazu die Fußschalter PS-3 und PS-1. Das RD-08 hat zwei frei zuweisbare Pedalbuchsen FC1 und FC2, für die Roland unter anderem das Expressionpedal EV-5 nennt. Beim FP-60X sind Sostenuto- und Soft-Buchse als zuweisbar gekennzeichnet, und Roland nennt auch hier das EV-5 als Zubehör. Das D1 hat nur den Dämpfereingang, das PX-S5000 nur den Dämpfer und die Pedaleinheit.

Für eine Band mit Orgel-Parts ist das ein harter Unterschied: Grandstage X, RD-08 und FP-60X lassen sich mit einem Schwellerpedal regeln, D1 und PX-S5000 nach den Datenblättern nicht.

Dieselbe RH3 für das Vierfache

Korg verbaut in beiden seiner Geräte dieselbe Tastatur, laut beiden Datenblättern die RH3, Real Weighted Hammer Action 3, mit 88 Tasten von A0 bis C8. Ein Tastengewicht in Gramm nennt Korg für keines der beiden. Das passt zur Auszählung, die diesem Bereich zugrunde liegt: In keinem von 54 erhobenen E-Piano-Angeboten steht ein Tastengewicht in Gramm.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Korg beträgt für den Grandstage X 2.999 € und für das D1 829 €, ein Faktor von 3,62. Am Stichtag kosteten die beiden Angebote auf amazon.de 2.099 € und 499 €, ein Faktor von 4,21. Preise ändern sich, und dieser Abschnitt nennt sie nur, weil sich an ihnen zeigen lässt, wofür bei gleicher Tastatur bezahlt wird.

Was der Aufpreis kauft

Merkmal Korg D1 Korg Grandstage X Verhältnis
Klangerzeugungen 1 7 7
Sounds 30 700 23,3
Polyphonie 120 128, dynamisch 1,07
Ausgänge unsymmetrisch XLR symmetrisch und Klinke
USB und Speicherkarte nein USB-B und SD
Audioeingang nein 6,3 mm, Mic/Line
Räder und Taster keine Pitch-Bend, Modulation, SW1, SW2
Netzteil extern eingebaut
Gewicht 16 kg 25 kg 1,56
Tiefe 263 mm 461 mm 1,75
Leistungsaufnahme 1,5 W 20 W 13,3

Der Aufpreis kauft Klangvielfalt und Bühnenanschlüsse, nicht Tastatur. Er kostet 9 Kilogramm mehr Gewicht, das sind 56 Prozent, 198 Millimeter mehr Tiefe, 75 Prozent, und das 13,3-fache an Leistungsaufnahme. Bei der Polyphonie liegen die beiden nur um den Faktor 1,07 auseinander, und beim Grandstage X gilt die Zahl nur für eine Engine.

Für den Schritt vom Wohnzimmer auf die Bühne ist das die wichtigste Rechnung des Vergleichs. Wer einen Flügelklang braucht, eine vorhandene Anlage mit DI-Box nutzt und ein Soundmodul per MIDI anspielt, bekommt die Tastatur des teureren Geräts im leichteren. Wer Orgel, E-Piano und Synthesizer in einem Gerät braucht und an eine Stagebox geht, zahlt für genau das.

Korg, Roland, Casio

Die fünf Geräte stammen von drei Herstellern, und je zwei teilen sich eine Tastatur. Korg baut die RH3 in Grandstage X und D1, Roland die PHA-4 Standard in RD-08 und FP-60X. Casio steht mit der Smart Hybrid Hammer Action allein.

Roland beschreibt die PHA-4 Standard mit zwei Zusätzen, Escapement und Ivory Feel. Escapement bezeichnet die Nachbildung des leichten Druckpunkts, den eine Flügelmechanik beim langsamen Niederdrücken spüren lässt; Ivory Feel eine Tastenoberfläche, die an Elfenbein erinnern soll. Beide Begriffe sind Herstellerbegriffe ohne Messwert. Casio ist der einzige Hersteller im Vergleich, der einen Werkstoff der Tasten nennt: ein Hybrid aus Holz und Kunststoff.

Wer fehlt und warum

Yamaha und Kawai fehlen, weil unter den sieben Angeboten mit „Stage Piano“ im Titel keines von ihnen war. Der Vergleich geht von diesem Etikett aus und ergänzt es um zwei Geräte, die es im Angebot nicht tragen: den Grandstage X, den Korg selbst Stage Piano nennt, und das FP-60X als portables Gerät mit drei Pedalbuchsen und Lautsprecherschalter. Nord fehlt, weil das einzige Nord-Angebot am Stichtag keinen Warenkorb hatte. Kurzweil fehlt, weil die Herstellerseite keine technischen Daten zeigte. Das ist kein Urteil über diese Marken, sondern die Folge der Regel, dass jedes Gerät hier ein aufrufbares Datenblatt und ein kaufbares Angebot braucht.

Die Datenblätter selbst unterscheiden sich in ihrer Haltung. Korg schreibt die ausführlichsten und nennt als einziger Hersteller Pegel, Impedanzen und Messwerte. Roland schreibt auf Englisch auch auf der deutschen Seite, nennt für das FP-60X drei Leistungswerte und für das RD-08 keine Stimmenzahl. Casio nennt als einziger eine Batterielaufzeit und einen Tastenwerkstoff.

Wer statt eines Bühnengeräts ein Instrument mit festem Platz und Klavieroptik sucht, findet Möbelpianos mit drei Pedalen im Vergleich nebenan, und wer zum ersten Mal ein E-Piano kauft, findet neben dem FP-40 aus dem Einsteigervergleich vier weitere Geräte für den Anfang.

Strom aus der Mehrfachdose der Bühne

Auf einer kleinen Bühne teilen sich Instrumente, Verstärker und Licht oft wenige Steckdosen. Die Leistungsaufnahme der fünf Geräte ist dabei klein, aber sie unterscheidet sich um mehr als eine Größenordnung.

Modell Leistung laut Hersteller drei Stunden Spiel
Korg Grandstage X 20 W 60 Wh
Korg D1 1,5 W 4,5 Wh
Roland RD-08 18 W, aus 12 V × 1,5 A gerechnet höchstens 54 Wh
Roland FP-60X 25 W, mittlere Lautstärke rund 5 W 15 bis 75 Wh
Casio PX-S5000 10 W 30 Wh

Alle fünf zusammen kommen auf höchstens 74,5 Watt, für jede Mehrfachsteckdose eine kleine Last. Die Spanne zwischen 1,5 und 25 Watt beträgt den Faktor 16,7.

Das FP-60X zeigt, wie wenig eine Höchstangabe über den Betrieb sagt. Roland nennt 25 Watt mit dem beiliegenden Netzteil, rund 5 Watt beim Spiel mit mittlerer Lautstärke und 4 Watt, wenn nach dem Einschalten noch nichts gespielt wurde. Die Verstärkerleistung gibt Roland mit 13 Watt je Kanal an, zusammen 26 Watt, also mehr als die Höchstaufnahme. Die Verstärkerangabe ist eine Nennleistung, kein Verbrauch, und die 5 Watt bei mittlerer Lautstärke sind 20 Prozent der Höchstaufnahme.

Batterie als Notstrom

Das PX-S5000 ist das einzige Gerät, das ohne Steckdose spielt. Casio nennt sechs Alkalizellen der Größe AA für rund vier Stunden Dauerbetrieb. Für einen Auftritt im Freien, eine Hochzeit im Garten oder eine Probe im Raum ohne Steckdose ist das ein Unterschied, den kein anderes Gerät bietet. Für einen langen Abend mit Aufbau, Probe und zwei Sets ist es knapp, wenn das Gerät zwischendurch nicht ausgeschaltet wird.

Wie viel wenige Watt im Dauerbetrieb ausmachen, zeigt die Rechnung für die Stromkosten eines Aquariums rund um die Uhr: Dort zählt jede Stunde des Jahres. Bei einem Bühneninstrument zählen nur die Stunden, in denen es eingeschaltet ist, und die Stunden, in denen es eingesteckt ausgeschaltet bleibt.

Was die Abschaltautomatik im Konzert tut

Seit dem 9. Mai 2025 gilt die Verordnung (EU) 2023/826 über den Stromverbrauch elektrischer Geräte im Aus-Zustand und im Bereitschaftszustand. In ihrer Geräteliste stehen ausdrücklich Musikinstrumente. Eine ihrer Vorgaben betrifft die Bühne unmittelbar: Eine Stromsparfunktion muss das Gerät nach höchstens 20 Minuten ohne Hauptfunktion in einen sparsamen Zustand schalten. Sie muss ab Werk aktiviert sein und darf sich nur mit einem Warnhinweis abschalten lassen.

Für einen Auftritt heißt das: Eine Pause von mehr als 20 Minuten zwischen zwei Sets kann ein Instrument abschalten, das in der Pause unberührt bleibt. Je nach Gerät startet es danach mit den Grundeinstellungen, und eine nicht gespeicherte Klangkombination ist dann verloren.

Was die Datenblätter dazu sagen

Roland führt für das FP-60X die Funktion Auto Off auf, Casio für das PX-S5000 eine automatische Abschaltung. Korg nennt in den technischen Daten weder für den Grandstage X noch für das D1 eine solche Funktion, und Roland für das RD-08 ebenfalls nicht. Daraus folgt nicht, dass diese drei Geräte keine haben. Es folgt, dass sich vor dem Auftritt nur in der Bedienungsanleitung oder am Gerät klären lässt, wo sie sitzt und wie sie sich abschalten lässt.

Die zweite Zahl der Verordnung

Im Aus-Zustand darf ein Gerät nach der Verordnung höchstens 0,50 Watt aufnehmen, ab Mai 2027 höchstens 0,30 Watt. Für ein Instrument, das in einem Proberaum dauerhaft eingesteckt bleibt, ergibt das bei 8.760 Stunden im Jahr 0,50 W × 8.760 h = 4,38 Kilowattstunden, nach 2027 höchstens 2,63 Kilowattstunden. Das D1 bräuchte für 4,38 Kilowattstunden 2.920 Stunden Spiel bei 1,5 Watt. Wie viel die fünf Geräte im Aus-Zustand tatsächlich aufnehmen, nennt keiner der Hersteller in den technischen Daten; Roland gibt für das FP-60X nur 4 Watt im eingeschalteten Zustand ohne Spiel an.

Gemeindesaal, Schulaula, Proberaum

Der erste Auftritt außerhalb des Wohnzimmers findet selten in einem Saal mit vollständiger Technik statt, eher in einem Raum, in dem etwas fehlt. Drei Fälle kehren dabei wieder, und jeder verlangt ein anderes der fünf Geräte.

Ein Raum ohne Anlage

Im Gemeindesaal ohne Beschallung oder beim Vorspiel in der Musikschule gibt es keinen Eingang, an den sich ein Keyboard anschließen ließe. Dort spielen nur die drei Geräte mit Lautsprechern von selbst: das FP-60X mit 13 Watt je Kanal und Lautsprecherbox, das PX-S5000 mit 8 Watt je Kanal und ovalen Lautsprechern von 16 × 8 Zentimetern und das RD-08 mit 6 Watt je Kanal und Hochtönern. Die beiden Korg bleiben ohne Verstärker stumm. Ein großer, halliger Raum frisst dabei Deutlichkeit, und gegen langen Nachhall helfen eher Paneele gegen Nachhall als mehr Watt.

Eine kleine Anlage mit Pult

Hat die Schulaula ein kleines Mischpult mit wenigen Eingängen, zählen die Ausgänge. Mit kurzem Kabel neben dem Pult genügt jeder der fünf. Steht das Pult hinten im Saal und das Instrument vorn auf der Bühne, zahlt sich der symmetrische Ausgang des Grandstage X aus; die anderen vier brauchen dann eine DI-Box. Das FP-60X hat einen Schalter für die eigenen Lautsprecher, sodass sie schweigen, wenn die Anlage übernimmt; das verhindert, dass derselbe Klang aus zwei Richtungen kommt.

Der Proberaum der Band

Steht im Proberaum ein Keyboardverstärker oder ein kleines Pult für Gesang und Keyboard, zählen Pedale und MIDI mehr als die Ausgänge. Mit Orgel- und Flächenklängen braucht es ein Schwellerpedal, das Grandstage X, RD-08 und FP-60X aufnehmen, D1 und PX-S5000 nicht. Wer ein zweites Keyboard oder ein Soundmodul ansteuert, braucht einen MIDI-Ausgang, den Grandstage X, D1 und RD-08 haben. Die Lautsprecher der drei Geräte, die welche haben, dienen im Bandgefüge eher als Monitor für den Spieler.

Sieben Fragen vor dem ersten Auftritt

Wer vom Digitalpiano zu Hause auf ein Bühneninstrument umsteigt, klärt am besten vorab sieben Fragen. Jede hat in den Datenblättern eine Antwort, und jede schließt mindestens eines der fünf Geräte aus.

1. Gibt es dort, wo gespielt wird, eine Anlage? Wenn nicht, kommen nur RD-08, FP-60X und PX-S5000 in Frage, die selbst klingen.

2. Wie weit ist das Pult entfernt? Bei mehr als ein paar Metern und einer Stagebox mit XLR-Eingängen spricht alles für einen symmetrischen Ausgang, also für den Grandstage X oder für eine DI-Box hinter einem der anderen.

3. Soll ein zweites Gerät angesteuert werden? Ohne Rechner braucht es einen MIDI-Ausgang: Grandstage X, D1 oder RD-08.

4. Steht ein Rechner auf der Bühne? Dann reicht USB, und das D1 ist das einzige Gerät, das dafür ein Interface braucht.

5. Wird Orgel gespielt? Dann braucht es ein Schwellerpedal und einen Eingang dafür: Grandstage X, RD-08 oder FP-60X.

6. Wer trägt? Für eine Person ohne Rollen sprechen PX-S5000 mit 11,5 und RD-08 mit 13,5 Kilogramm; der Grandstage X mit 25 Kilogramm ist ein Fall für zwei.

7. Gibt es eine Steckdose? Wenn nicht sicher, bleibt nur das PX-S5000 mit Batterien für rund vier Stunden.

Die Fragen lassen sich nicht alle mit einem Gerät beantworten. Der Grandstage X beantwortet die Fragen 2, 3 und 5 am besten und die Fragen 1, 6 und 7 am schlechtesten. Das PX-S5000 verhält sich fast spiegelbildlich. Zwischen beiden liegen D1, RD-08 und FP-60X, jedes mit einem eigenen Schwerpunkt.

Fünf Minuten am Ausstellungsgerät

Was im Datenblatt fehlt, lässt sich bei einem Händler mit Ausstellungsgerät in wenigen Minuten nachholen. Fünf Handgriffe genügen.

Schritt 1: Die Rückseite ansehen. Welche Buchsen sind da, und wie sind sie beschriftet? XLR oder Klinke, MIDI IN und OUT oder nur USB, Pedalbuchsen mit welchen Namen? Die Beschriftung am Gerät ist die verlässlichste Bestätigung des Datenblatts.

Schritt 2: Drei Klänge schichten. Bei Geräten mit Layer und Split zwei oder drei Klänge übereinanderlegen, das Dämpferpedal treten und volle Akkorde über mehrere Oktaven spielen. Wo ältere Töne abreißen, ist die Polyphonie erreicht. Beim RD-08 ist das die einzige Möglichkeit, die fehlende Zahl zu ersetzen.

Schritt 3: Das Pedal halb treten. Mit dem Pedal, das im Karton liegt, nicht mit dem des Ausstellungsstands. Klingen die Töne bei halbem Weg kürzer nach als bei vollem, kann das Pedal das Halbpedal. Springt der Klang zwischen ganz und gar nicht, ist es ein Schalter.

Schritt 4: Ein Ende anheben. Das Gerät an einer Seite einige Zentimeter anheben gibt einen Eindruck davon, wie es sich trägt. Die Hälfte des Gewichts liegt dann auf einer Hand.

Schritt 5: Die Abschaltautomatik suchen. Im Menü oder in der Kurzanleitung nachsehen, wo sie sitzt und wie sie sich abschalten lässt. Das spart den Moment, in dem das Instrument nach der Pause dunkel ist.

Sieben Fehler beim Wechsel auf die Bühne

Die folgenden Fehler ergeben sich unmittelbar aus den Datenblättern. Jeder lässt sich vor dem Kauf vermeiden.

Fehler 1: Nach dem Wort „Stage“ kaufen. Fünf von sieben Angeboten mit dem Wort haben Lautsprecher, und das Gerät, das der Gattung am nächsten kommt, heißt beim Hersteller Digitalpiano. Maßgeblich ist die Lautsprecherzeile des Datenblatts.

Fehler 2: Die Polyphonie ohne Bezug lesen. Beim Grandstage X gelten 128 Stimmen nur für eine Engine, beim RD-08 fehlt die Zahl. Wer Klänge schichtet, prüft am Gerät.

Fehler 3: Den symmetrischen Ausgang vergessen. Vier der fünf Geräte brauchen für eine Stagebox eine DI-Box. Wer sie nicht einplant, steht beim ersten Auftritt mit einem Klinkenkabel vor einem XLR-Eingang.

Fehler 4: USB für MIDI-Buchsen halten. Ein Soundmodul ohne Rechner lässt sich über USB nicht ansteuern. FP-60X und PX-S5000 haben keine DIN-Buchse.

Fehler 5: Das Gewicht ohne Bezug vergleichen. 13,5 Kilogramm ohne Netzteil, 19,3 Kilogramm mit Notenpult, 11,5 Kilogramm ohne Zubehör und Batterien: Die Zahlen sind nicht gleich gemessen, und das Angebotsfeld des RD-08 nennt 4,59 Kilogramm mehr als Roland.

Fehler 6: Das Netzteil vergessen. Vier Geräte hängen an einem externen Netzteil, und die Netzteile sind nicht austauschbar. Wer zwei Geräte spielt, beschriftet sie.

Fehler 7: Den Pedalschalter für ein Klavierpedal halten. Beim RD-08 liegt ein Schalter bei, beim PX-S5000 gibt es das Halbpedal erst mit einer zugekauften Einheit. Wer Klavierliteratur spielt, plant das Pedal mit ein.

Das Etikett, das nichts mehr trennt

Die These dieses Vergleichs lässt sich in einem Satz sagen: Das Wort „Stage Piano“ bezeichnet im Handel keine Gattung mehr, sondern eine Absicht. Fünf von sieben Angeboten mit dem Wort haben Lautsprecher. Ein Hersteller nennt ein Gerät mit Lautsprechern Stage Piano, ein anderer nennt sein Gerät ohne Lautsprecher Digitalpiano, und der Handel dreht beide Bezeichnungen noch einmal um.

Für die Gegenthese spricht der Korg Grandstage X. Er ist ein Gerät, das die Gattung im alten Sinn ernst nimmt: keine Lautsprecher, symmetrische Ausgänge, eingebautes Netzteil, MIDI in beide Richtungen, Messwerte im Datenblatt. Wer ihn mit dem Casio PX-S5000 vergleicht, sieht zwei verschiedene Instrumente für zwei verschiedene Zwecke, und das Wort trennt sie richtig.

Aber diese Trennung leistet das Datenblatt, nicht das Wort. Zwischen den beiden Polen liegen drei Geräte, die sich nicht einordnen lassen, ohne die Lautsprecher-, Ausgangs- und MIDI-Zeilen zu lesen. Das RD-08 ist ein Stage Piano mit Lautsprechern und ohne MIDI-Eingang. Das D1 ist ein Digitalpiano ohne Lautsprecher und ohne USB. Das FP-60X ist ein portables Piano mit drei Pedalbuchsen und einem Lautsprecherschalter für die Anlage.

Wer vom Wohnzimmer auf die Bühne wechselt, sollte das Etikett deshalb ignorieren und die Frage umdrehen: nicht, ob ein Gerät ein Stage Piano ist, sondern welche der sieben Fragen oben es beantwortet. Das passt zu dem, was diesen ganzen Bereich prägt. Auch die Tastatur wird im Handel mit Wörtern beschrieben statt mit Zahlen, und auch dort trägt das Wort weniger, als es verspricht. Die Übersicht über alle drei Bauformen im Zusammenhang ordnet Bühnengerät, Portable und Möbelpiano nebeneinander ein, und die Seite mit den Regeln, nach denen Datenblätter gelesen werden erklärt, wie hier Angaben gegengelesen und Angebote ausgezählt werden.

Die Zahlen, die auf die Setliste gehören

Zum Schluss die Werte, die beim Kauf eines Bühneninstruments auf einen Zettel gehören, mit den Spannen aus diesem Vergleich.

  • Lautsprecher: keine bei zwei Geräten, 6 bis 13 Watt je Kanal bei dreien.
  • Ausgänge: symmetrisch bei einem Gerät, XLR mit +16 dBu, gleich 4,89 Volt; unsymmetrisch bei vier.
  • MIDI-Buchsen: IN und OUT bei zwei Geräten, nur OUT bei einem, keine bei zweien.
  • USB: bei vier Geräten, beim D1 nicht.
  • Polyphonie: 120 bis 256 Stimmen, beim RD-08 ohne Angabe, beim Grandstage X nur für eine Engine.
  • Gewicht: 11,5 bis 25 Kilogramm, Faktor 2,17, jeweils mit eigenem Bezug.
  • Tiefe: 232 bis 461 Millimeter, Faktor 1,99.
  • Leistungsaufnahme: 1,5 bis 25 Watt, Faktor 16,7.
  • Netzteil: eingebaut bei einem Gerät, extern bei vier, mit 9 oder 12 Volt.
  • Halbpedal ab Lieferung: belegt bei Grandstage X und FP-60X.
  • Batterie: beim PX-S5000, rund vier Stunden.
  • Abschaltautomatik: nach höchstens 20 Minuten, Vorgabe der Verordnung (EU) 2023/826.

Alle Zahlen stammen aus den Herstellerdatenblättern und den Angeboten vom 19. Oktober 2026. Eine unabhängige Prüfung dieser Klasse gibt es in Deutschland nicht; die Stiftung Warentest hat 2021 elf Home- und Hybridpianos untersucht, kein Stagepiano. Alle Belege dieser Seite stehen auch bei den gesammelten Fundstellen, und was sich nach der Veröffentlichung als falsch herausstellt, erscheint unter später berichtigte Werte. Geschrieben hat diesen Vergleich die Fachredaktion für Audio und Studiotechnik, die auch die anderen Instrumente der Kategorie Hobby betreut.

Häufige Fragen

Was ist ein Stage Piano?
Ein Digitalpiano mit 88 gewichteten Tasten, das seinen Klang über Ausgänge an Mischpult oder Verstärker gibt und Pedale und MIDI annimmt. Im engen Sinn hat es keine eigenen Lautsprecher, weil auf der Bühne die Anlage den Klang trägt. Im Handel ist das Wort weiter gefasst.
Hat ein Stage Piano Lautsprecher?
Nach der klassischen Abgrenzung nicht, im Handel oft doch. Von sieben Angeboten mit „Stage Piano“ im Titel nennen fünf eingebaute Lautsprecher, darunter das Roland RD-08 mit 6 Watt je Kanal laut Datenblatt. Ohne Lautsprecher sind hier nur Korg Grandstage X und Korg D1.
Was ist der Unterschied zwischen Stage Piano und Digitalpiano?
Am Datenblatt messbar sind vier Dinge: Lautsprecher, die Art der Ausgänge, die MIDI-Buchsen und das Netzteil. Ein Stage Piano im engen Sinn hat keine Lautsprecher, ein portables Digitalpiano hat welche. Symmetrische Ausgänge hat von den fünf Geräten hier nur eines.
Braucht ein Stage Piano einen Verstärker?
Ein Gerät ohne Lautsprecher braucht eine Anlage, einen Keyboardverstärker oder Kopfhörer, sonst bleibt es stumm. Das gilt hier für Korg Grandstage X und Korg D1. Roland RD-08, Roland FP-60X und Casio PX-S5000 spielen auch ohne Anlage über ihre eingebauten Lautsprecher.
Was bringt ein symmetrischer Ausgang am Keyboard?
Er führt das Signal auf zwei Adern mit entgegengesetzter Polarität. Störungen, die sich auf langen Kabeln einkoppeln, treffen beide Adern gleich und heben sich am symmetrischen Eingang des Mischpults auf. Unter den fünf Geräten hier hat nur der Korg Grandstage X solche Ausgänge, als XLR-Buchsen mit Ground-Lift-Schalter.
Wie schwer ist ein Stage Piano?
In diesem Vergleich 11,5 Kilogramm (Casio PX-S5000, ohne Zubehör und Batterien) bis 25 Kilogramm (Korg Grandstage X, ohne Notenhalter). Die Angaben beziehen sich auf verschiedene Zustände, und zwei Angebotsfelder nennen mehr als der Hersteller, beim Roland RD-08 4,59 Kilogramm mehr.
Reicht USB-MIDI oder braucht man MIDI-Buchsen?
Über USB braucht ein MIDI-Gerät einen Rechner als Gegenstelle; zwei USB-Geräte lassen sich nicht direkt verbinden. Wer ein Soundmodul oder ein zweites Keyboard ohne Rechner ansteuern will, braucht eine fünfpolige MIDI-Buchse. Die haben hier Korg Grandstage X, Korg D1 und Roland RD-08.
Wie viel Polyphonie braucht ein Stage Piano?
Mehr als ein Digitalpiano für zu Hause, weil auf der Bühne Klänge geschichtet und geteilt werden. Wichtiger als die Zahl ist ihr Bezug: Korg erreicht die 128 Stimmen des Grandstage X nach eigener Angabe nur mit einer einzigen Klangerzeugung. Roland nennt für das RD-08 keine Zahl.
Welches Pedal braucht ein Stage Piano?
Mindestens ein Dämpferpedal, für Klavierliteratur eines mit Halbpedal. Ab Lieferung belegt ist das Halbpedal beim Roland FP-60X und beim Korg Grandstage X; beim Roland RD-08 liegt nur ein Pedalschalter bei, und beim Casio PX-S5000 gibt es das Halbpedal erst mit der zugekauften Dreifach-Pedaleinheit SP-34.
Kann man ein Stage Piano mit Batterien betreiben?
Von den fünf Geräten hier nur das Casio PX-S5000, mit sechs Mignonzellen für rund vier Stunden laut Casio. Die anderen vier brauchen eine Steckdose, der Korg Grandstage X über sein eingebautes Netzteil, die übrigen über ein externes Netzteil.
Schaltet sich ein Stage Piano in der Pause aus?
Möglich, denn die Verordnung (EU) 2023/826 verlangt für Musikinstrumente eine ab Werk aktive Stromsparfunktion, die nach höchstens 20 Minuten ohne Hauptfunktion greift. Roland nennt für das FP-60X eine Abschaltautomatik, Casio für das PX-S5000. Abschalten lässt sie sich, nur mit Warnhinweis.
Ist ein Stage Piano für Anfänger geeignet?
Zum Üben zu Hause ja, wenn Kopfhörer oder Lautsprecher vorhanden sind. Ein Gerät ohne Lautsprecher braucht dafür Zubehör, und Funktionen wie symmetrische Ausgänge oder fünfpolige MIDI-Buchsen bleiben im Wohnzimmer meist ungenutzt.

Wer diesen Artikel verantwortet

Matthias König, Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Matthias König

Fachredaktion Audio und Studiotechnik

Schreibt über Instrumente, DJ- und Studiotechnik.

Technik-Redakteur mit Schwerpunkt Consumer Electronics und Audio

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Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
19.10.2026
Aktualisiert
19.10.2026
Geprüft
19.10.2026
Quellen
10

Änderungsverlauf

  • 19.10.2026: Neu angelegt; fünf Herstellerdatenblätter gelesen, sieben Angebote mit „Stage Piano“ im Titel ausgezählt, Kaufbarkeit am selben Tag geprüft.

Belege

  1. Herstellerangabekorg.com
    Korg, Grandstage X Technische Daten

    Belegt RH3, sieben Klangerzeugungen, 128 Stimmen mit Fußnote zur dynamischen Verteilung, XLR-Ausgänge mit 600 Ohm, +16 dBu und Ground Lift, THD+N 0,005 %, 105 dB, das interne Netzteil, 20 W, 25 kg und 1.371 × 461 × 168 mm.

  2. Herstellerangabekorg.com
    Korg, D1 Technische Daten

    Belegt RH3, 120 Stimmen, 30 Sounds, MIDI IN und OUT ohne USB, Halbpedal, 1,5 W, das Netzteil KA 350 mit 9 V und 1.700 mA, 16 kg, 1.327 × 263 × 128 mm und die Einordnung als Digitalpiano.

  3. Herstellerangaberoland.com
    Roland, RD-08 Specifications

    Belegt PHA-4 Standard, drei Parts, über 3.000 Tones, 6 W × 2 mit Hochtönern, MIDI OUT, Pedalbuchsen DAMPER, FC1 und FC2, 12 V mit 1.500 mA, den Pedalschalter im Lieferumfang und 13,5 kg ohne Netzteil; eine Polyphonie nennt die Seite nicht.

  4. Herstellerangaberoland.com
    Roland, FP-60X Specifications

    Belegt 256 Stimmen, 13 W × 2, die Pedalbuchsen, den Lautsprecherschalter, USB und Bluetooth MIDI, 25 W, rund 5 W bei mittlerer Lautstärke, das stufenlose Pedal DP-10, 19,3 kg und 33,0 kg mit Ständer und Pedaleinheit.

  5. Herstellerangabecasio.com
    Casio, PX-S5000BK Produktseite mit technischen Daten

    Belegt die Tastatur aus Holz und Kunststoff, 192 Stimmen, 8 W + 8 W, sechs AA-Zellen für rund 4 Stunden, 10 W, 1.322 × 232 × 102 mm, 11,5 kg und das Halbpedal nur mit der Einheit SP-34.

  6. Herstellerangabekorg.com
    Korg USA, DS-1H Damper Pedal

    Belegt für das beim Grandstage X beiliegende Dämpferpedal die Halbpedalfähigkeit („Half-damper supported“), das Metallgehäuse, das feste Kabel und 740 g.

  7. Herstellerangabesengpielaudio.com
    Eberhard Sengpiel, sengpielaudio, Pegel in dBu und dBV im Vergleich zur Spannung

    Belegt die Bezugsspannung 0,775 V für 0 dBu, die Umrechnungsformel, +4 dBu als Studiopegel mit 1,228 V, −10 dBV als Heimpegel mit 0,316 V und den Maximalpegel von +18 dBu nach ARD und IRT.

  8. Herstellerangabemidi.org
    The MIDI Association, About MIDI, Part 2, MIDI Cables and Connectors

    Belegt die fünfpolige DIN-Verbindung seit 1983, dass USB-MIDI-Geräte einen Rechner als Host brauchen und sich nicht direkt verbinden lassen, und die klassenkonformen Treiber in Windows und macOS.

  9. Institution oder Normeur-lex.europa.eu
    Verordnung (EU) 2023/826 der Kommission vom 17. April 2023, Amtsblatt L 103

    Belegt Musikinstrumente im Anwendungsbereich, die Stromsparfunktion nach höchstens 20 Minuten, ab Werk aktiviert, und die Grenzwerte 0,50 W und ab 2027 0,30 W im Aus-Zustand.

  10. Unabhängiger Testtest.de
    Stiftung Warentest, E-Piano-Test, test 11/2021

    Belegt im frei zugänglichen Teil den Prüfumfang von elf Home- und Hybridpianos; ein Stagepiano war nicht darunter, eine unabhängige deutsche Prüfung dieser Klasse gibt es damit nicht.

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