Duschsysteme·15 Min Lesezeit

Duschsysteme: 15 Angebote, 0 nennen das Anschlussmaß

Fünf von fünfzehn nennen den Druck, bei dem ihre Literangabe gilt. Keines nennt den Abstand der Wandanschlüsse — die Zahl, an der die Montage scheitert.

Lena Moritz, Fachredaktion Wohnen und EinrichtenVon Lena MoritzFachredaktion Wohnen und Einrichten
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Kurz gesagt

Ein Duschsystem wird über zwei Zahlen verkauft: eine Literangabe je Minute und ein Maß für die Kopfbrause. Die erste ist ohne Druck nicht vergleichbar, denn der Durchfluss wächst mit der Wurzel daraus: dieselbe Brause liefert bei 1 bar rund 9 und bei 6 bar rund 23 Liter je Minute. Von fünfzehn Angeboten nennen sieben eine Menge je Zeit und fünf davon den Bezugsdruck; alle fünf rechnen mit 3 bar. Die zweite Zahl, das Kopfbrausenmaß, steht in elf Angeboten und beschreibt, wie sich das Wasser verteilt — nicht, wie viel fließt. Was in keinem einzigen Angebot steht, ist das Anschlussmaß: der Abstand zwischen Kalt- und Warmwasseranschluss, üblicherweise 150 Millimeter. Genau daran scheitert eine Montage, während Oberflächen und Strahlarten ausführlich beschrieben werden. Und in einem Datenfeld stehen quer durch den Markt drei verschiedene Größen: Werte von 3 bis 12 Bar bezeichnen mal den Bezugsdruck einer Messung, mal einen geforderten Mindestdruck, mal den zulässigen Betriebsdruck.

Zwei Zahlen, und eine davon braucht eine dritte

Ein Duschsystem wird über eine Literangabe je Minute und ein Maß für die Kopfbrause verkauft. Beide beschreiben etwas Verschiedenes, und die erste ist ohne eine dritte Zahl nicht zu gebrauchen.

Der Durchfluss einer Brause ist keine Eigenschaft des Geräts, sondern des Drucks. Er wächst näherungsweise mit der Wurzel daraus.

Fließdruck aus 16 l/min bei 3 bar wird
1,0 bar rund 9,2 l/min
2,0 bar rund 13,1 l/min
3,0 bar 16,0 l/min
4,0 bar rund 18,5 l/min
6,0 bar rund 22,6 l/min

Zwischen 1 und 6 bar liegt der Faktor 2,45. Eine Angabe ohne Druck lässt offen, ob sie für ein Erdgeschossbad gilt oder für eine Dachgeschosswohnung.

Für diesen Themenbereich haben wir fünfzehn Duschsysteme aufgenommen: fünf mit Thermostat, fünf zum Nachrüsten an eine vorhandene Armatur und fünf Duschsäulen oder Paneele.

Angabe genannt von
Kopfbrausenmaß 11 von 15
Durchfluss in Litern je Minute 7 von 15
Brauseschlauchlänge 6 von 15
Bezugsdruck zum Durchfluss 5 von 15
Stangendurchmesser 3 von 15
geforderter Mindestdruck 2 von 15
Höhenverstellbereich 2 von 15
Gesamthöhe 2 von 15
Anschlussgewinde 2 von 15
Anschlussmaß der Wandanschlüsse 0 von 15
Länge des Brausearms 0 von 15
Regelgenauigkeit des Thermostats 0 von 15

Die unteren drei Zeilen sind die, an denen ein Kauf tatsächlich scheitern kann.

Ohne Umschweife. Wer keine Zeit für die Herleitung hat, findet hier die Kurzfassung.

Die vorhandene Armatur bleibt. Dann genügt ein Set ohne Armatur: Duschstange, Kopfbrause, Handbrause und ein Umsteller. Es wird nichts an der Leitung verändert. Die fünf Sets stehen im Vergleich der Duschsets ohne Armatur.

Die Armatur wird mit erneuert. Dann ist ein Aufputzsystem mit Thermostat die übliche Wahl. Es wird auf die beiden vorhandenen Wandanschlüsse geschraubt. Die fünf Systeme stehen im Vergleich der Duschsysteme mit Thermostat.

Alles in einem Stück. Dann kommt eine Duschsäule oder ein Paneel infrage: die aufwendigste Bauform, die am meisten Wand braucht und in der kein Angebot einen Durchfluss nennt. Die fünf Modelle stehen im Vergleich der Duschsäulen und Paneele.

In jedem Fall gilt derselbe erste Schritt, und er ist der eigentliche Inhalt dieser Übersicht: vor der Bestellung messen. Das Anschlussmaß, die Höhe bis zur Kabinenoberkante und den Lochabstand der alten Halter.

Was die Angebote zum Wasser sagen

Sieben von fünfzehn Angeboten nennen eine Wassermenge je Zeit. Fünf davon nennen den Druck.

Modell Durchfluss Bezugsdruck
HANSA MICRA 16,8 l/min 3 bar
hansgrohe Crometta E 16 l/min 3 bar
hansgrohe Crometta S 16 l/min 3 bar
JOHO Duschset 12 l/min 3 bar
Görbach Duschset 8 l/min laut Text 3 bar
GROHE Vitalio 250 Thermostat 8 l/min keine Angabe
GROHE Vitalio 250 Set 8 l/min keine Angabe
EISL EASY FRESH 9,8 Liter ohne Zeiteinheit keine Angabe
acht weitere Modelle keine Angabe keine Angabe

Bemerkenswert ist die Einigkeit unter denen, die einen Druck nennen: Alle fünf rechnen mit 3 bar.

Es fehlt also nicht an einem gemeinsamen Standard — es fehlt daran, dass zwei Drittel des Marktes ihn nicht angeben. Der Zusatz besteht aus vier Zeichen.

Zwei Auffälligkeiten stehen in dieser Tabelle. Ein Angebot nennt „9,8 Liter“ ohne Zeitangabe — eine Menge ohne Zeit ist kein Durchfluss. Und ein Angebot nennt im Text 8 Liter je Minute bei 3 bar und im Datenfeld derselben Seite 16 LPM — der Faktor zwei bei derselben Brause.

Die beiden Angebote mit „8 l/min“ ohne Bezugsdruck sind der interessante Sonderfall: Sie arbeiten mit einem Durchflussbegrenzer, der die Menge über einen weiten Druckbereich konstant hält. Dort ist die Angabe ohne Druck sogar die passendere: nur steht das nirgends.

Das Feld, in dem drei Größen stehen. Neun von fünfzehn Angeboten füllen ein Datenfeld namens „Maximaler Druck“. Die Werte reichen von 3 bis 12 Bar.

Wert Anzahl was dort tatsächlich steht
3 Bar 3 Bezugsdruck der Durchflussmessung
4 Bar 1 geforderter Mindestdruck
8 Bar 2 plausibler Betriebsdruck
10 Bar 2 Betriebsdruck, passt zu PN 10
12 Bar 1 über der Druckklasse PN 10

Dass drei Bar kein Betriebsdruck sein können, folgt aus den Normtiteln. DIN EN 1111 trägt den Titel „Sanitärarmaturen — Thermostatische Mischer (PN 10) — Allgemeine technische Spezifikation“, DIN EN 817 dieselbe Formulierung für mechanisch einstellbare Mischer. PN 10 bezeichnet eine Druckklasse und entspricht zehn bar.

Eine Armatur mit einem zulässigen Höchstdruck von drei bar wäre in einer normalen Trinkwasserinstallation nicht einsetzbar.

Damit trägt ein einziges Datenfeld in diesem Markt drei verschiedene physikalische Größen: einen Messpunkt, eine Anforderung an die Installation und eine Bauteilgrenze. Wer nur auf dieses Feld sieht, hält dasselbe Gerät je nach Anbieter für drei- oder für zwölffach druckfest.

Was die Bemessungsregel dazu sagt. Trinkwasserinstallationen werden nach einer Regel dimensioniert, und sie enthält genau die Größe, die in den Angeboten fehlt.

DIN 1988-300 trägt den Titel „Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen — Teil 300: Ermittlung der Rohrdurchmesser“. Eine Fachdarstellung dazu nennt für Mischarmaturen von Bade- oder Duschwannen zwei Werte:

Mindestfließdruck 0,10 MPa, also 1,0 bar. Berechnungsdurchfluss 0,15 Liter je Sekunde, also 9 Liter je Minute.

Und jetzt die Gegenprobe. Eine Brause, die bei 3 bar 15,6 Liter je Minute liefert, kommt bei 1,0 bar auf rund 9,0.

Größe Wert
Berechnungsdurchfluss nach Bemessung 9,0 l/min
15,6 l/min bei 3 bar, umgerechnet auf 1,0 bar rund 9,0 l/min
16,8 l/min bei 3 bar, umgerechnet auf 1,0 bar rund 9,7 l/min

Norm und Physik passen zusammen. Was nicht dazu passt, ist die beworbene Zahl ohne Druck.

Zwei Anbieter dieses Themenbereichs gehen in die andere Richtung und fordern ausdrücklich „mindestens 3 bis 4 Bar“ — das Drei- bis Vierfache dessen, wofür eine normgerechte Installation ausgelegt sein muss. Das ist eine ehrliche Auskunft und zugleich die Verlagerung einer Produkteigenschaft auf den Käufer.

Die vollständige Herleitung steht im Ratgeber zum Durchfluss.

Was der Verbrauch kostet

Die Spanne von 8 bis 16,8 Litern je Minute ist eine Wasser- und eine Energierechnung. Für eine Person, die täglich acht Minuten duscht:

Durchfluss je Duschgang Wasser im Jahr Energie im Jahr
8 l/min 64 l rund 23 400 l rund 705 kWh
12 l/min 96 l rund 35 000 l rund 1058 kWh
16 l/min 128 l rund 46 700 l rund 1410 kWh
16,8 l/min 134 l rund 49 100 l rund 1481 kWh

Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegen rund 25 700 Liter und 776 Kilowattstunden im Jahr — für eine Person.

Die Energie ist gerechnet für eine Erwärmung von 12 auf 38 Grad mit rund 30 Wattstunden je Liter, vor den Verlusten der Warmwasserbereitung. Eurobeträge nennen wir nicht, weil Wasser-, Abwasser- und Energiepreise je nach Gemeinde erheblich schwanken.

Der günstigste Weg zu weniger Verbrauch ist kein neues System. Ein Durchflussbegrenzer kostet wenige Euro, wird zwischen Armatur und Brauseschlauch gesetzt und wirkt sofort. Er hält die Menge über einen weiten Druckbereich konstant — anders als ein zugedrehtes Ventil, das Menge und Strahldruck gleichzeitig senkt.

Der zweite Weg kostet gar nichts: Zwei Minuten kürzer duschen entspricht bei acht Minuten Ausgangsdauer einer Ersparnis von einem Viertel.

Ein Nebenbefund aus der Zählung: Elf der fünfzehn Angebote nennen ein Maß der Kopfbrause, aber nur zwei nennen die Länge des Brausearms, an dem sie hängt. Beide Zahlen zusammen entscheiden, wo das Wasser in der Duschkabine tatsächlich ankommt: eine Kopfbrause von dreißig Zentimetern an einem kurzen Arm steht näher an der Wand als eine kleinere an einem langen. Wer den Platz in einer schmalen Kabine kennt, braucht deshalb beide Angaben und findet in der Regel nur eine.

Das Maß, das in keinem Angebot steht. Ob ein Duschsystem an eine bestimmte Wand passt, entscheidet eine einzige Zahl.

Das Anschlussmaß ist der waagerechte Abstand zwischen den Mitten der beiden Wandanschlüsse. Üblich sind 150 Millimeter, und S-Anschlüsse gleichen einige Millimeter Abweichung aus.

Keines der fünfzehn Angebote nennt es. Nicht im Titel, nicht im Angebotstext, nicht in der Datentabelle.

Abweichung mit S-Anschlüssen
wenige Millimeter im Abstand ausgleichbar
unterschiedliche Einbautiefe ausgleichbar
ganz anderes Anschlussmaß nicht ausgleichbar
nur ein Anschluss vorhanden nicht ausgleichbar

Die beiden unteren Zeilen sind die Fälle, in denen die Wand geöffnet werden muss.

Zwei weitere Maße fehlen ebenfalls vollständig. Die Länge des Brausearms bestimmt, wie weit die Kopfbrause von der Wand hängt und ob man darunter stehen kann. Das Gewicht des Systems bestimmt, ob die Befestigung in einer Vorwandinstallation trägt.

Was die Angebote stattdessen bieten, ist Flexibilität an anderer Stelle: Drei von fünfzehn werben mit beweglichen Wandhaltern für vorhandene Bohrlöcher, zwei nennen einen Höhenverstellbereich von jeweils 40 Zentimetern. Beides hilft beim Nachrüsten einer Duschstange, nicht bei einer Armatur, die an zwei feste Anschlüsse muss.

Die vollständige Messliste steht im Ratgeber zur Montage.

Was ein Thermostat leistet

Neun der fünfzehn Systeme haben ein Thermostat. Es hält die eingestellte Mischtemperatur konstant, auch wenn sich der Druck im Kalt- oder Warmwasser ändert.

Technisch arbeitet ein Dehnstoffelement, das sich mit der Mischtemperatur ausdehnt und dabei den Kaltwasserzulauf verändert — ohne Strom und in Sekundenbruchteilen.

Die zweite Funktion ist die Sicherheitssperre bei 38 Grad. Warum sie nötig ist, zeigt die Warmwasserseite: Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 fordert zur Vermeidung von Legionellenwachstum mindestens 55 Grad am Speicheraustritt und an jeder Stelle des Zirkulationssystems.

Angabe zum Thermostat genannt von
Thermostat vorhanden 9 von 15
Sicherheitssperre bei 38 °C 5 von 15
kühles Gehäuse 2 von 15
Regelgenauigkeit in Kelvin 0 von 15
Mindestfließdruck für die Regelung 0 von 15
Verfügbarkeit des Dehnstoffelements 0 von 15

Die vierte Zeile ist im Vergleich mit anderen Märkten auffällig. Bei Aquarienheizern, die ebenfalls eine Wassertemperatur halten sollen, nennen sieben von fünfzehn Angeboten eine Toleranz in Kelvin. Bei Duscharmaturen nennt sie keines, obwohl mit DIN EN 1111 eine eigene Produktnorm für thermostatische Mischer existiert.

Was ein Thermostat leistet und was nicht, steht im Ratgeber zum Thermostat.

Woran man den Preisunterschied sieht. Zum dreizehnten Mal in Folge lautet der Befund: Der Preis sortiert die Datenqualität nicht vor.

Das günstigste Set dieses Themenbereichs nennt Verstellbereich, Rohrdurchmesser, Kopfbrausenmaß, Schlauchlänge und einen Durchfluss mit Bezugsdruck — fünf Angaben. Ein Modell der Mittelklasse trägt im Feld für die Kopfteilgröße das Wort „quadratisch“ und sonst nichts.

Was der Preis tatsächlich kauft:

Material. Messing statt Kunststoff im tragenden Teil, Edelstahl statt ABS an sichtbaren Flächen. Das betrifft die Lebensdauer der Gewinde und die Alterung im Dauerbetrieb.

Ersatzteile. Kartuschen, Dehnstoffelemente und Dichtungen sind bei den etablierten Herstellern über Jahre einzeln erhältlich. Bei einem Thermostat ist das die entscheidende Frage, weil das Dehnstoffelement das einzige Verschleißteil ist.

Strahlarten. Zwei oder drei umschaltbare Strahlarten an der Handbrause gibt es bei den Markengeräten, bei den einfachen Systemen ist es eine.

Verarbeitung der Dichtstellen. Ein Paneel hat mehr Verbindungen als eine Stange, und jede ist eine mögliche Undichtigkeit.

Auch am oberen Ende fehlt ein Anschlussmaß, eine Regelgenauigkeit oder eine eindeutige Angabe im Feld für den Maximaldruck. Diese drei fehlen quer durch alle Preisklassen.

Was die drei Bauformen an der Wand ersetzen

Die fünfzehn Systeme dieses Themenbereichs teilen sich in drei Bauformen, und der Unterschied liegt weniger im Duschkomfort als in dem, was beim Einbau an der Wand passiert.

Das Duschsystem mit Thermostat ersetzt die vorhandene Armatur mit. Die alte Aufputzarmatur wird abgeschraubt, das neue Thermostat sitzt auf denselben beiden Anschlüssen. Genau deshalb ist hier das Anschlussmaß die entscheidende Zahl: Passt es nicht, hilft weder ein anderes Werkzeug noch mehr Kraft, sondern nur ein Paar S-Anschlüsse mit Exzenter, das ein Versatzmaß von etwa zwei Zentimetern ausgleichen kann. Fünf der fünfzehn Systeme gehören in diese Gruppe, und alle fünf schweigen zum Anschlussmaß.

Das Duschset ohne Armatur lässt die Armatur stehen. Es besteht aus Stange, Kopfbrause, Brausearm, Handbrause und Schlauch und wird an die vorhandene Armatur angeschlossen. Wer eine funktionierende Unterputzarmatur oder ein erst kürzlich gewechseltes Thermostat hat, kauft in dieser Gruppe. Der Preis liegt niedriger, weil das teuerste Bauteil fehlt — und die Regelqualität bleibt genau so gut oder schlecht, wie die vorhandene Armatur war. Fünf Systeme gehören hierher.

Die Duschsäule und das Duschpaneel ersetzen die gesamte Wandseite. Sie bringen Armatur, Kopfbrause, Handbrause und bei den Paneelen zusätzlich Massagedüsen in einem Bauteil mit, das über eine größere Fläche an der Wand befestigt wird. Das ist die aufwendigste Montage und die mit den meisten Dichtstellen. Fünf der fünfzehn Systeme sind so gebaut, drei davon mit Umstellung auf mehrere Auslässe.

Bauform ersetzt Zahl im Themenbereich kritisches Maß
System mit Thermostat Armatur und Brausen 5 von 15 Anschlussmaß
Set ohne Armatur nur die Brausen 5 von 15 Stangenlänge und Anschlussgewinde
Säule oder Paneel die ganze Wandseite 5 von 15 Befestigungspunkte und Gesamthöhe

Für die Auswahl heißt das: Die Bauform steht vor dem Modell fest, und sie wird nicht vom Geschmack entschieden, sondern vom Zustand der vorhandenen Armatur. Erst danach lohnt der Vergleich der Zahlen, weil sich die drei Gruppen preislich und in der Datenqualität kaum unterscheiden: die günstigsten und die datenärmsten Angebote verteilen sich quer über alle drei.

Und eine Alternative bleibt in jeder Gruppe unbeachtet: Nicht jedes Problem beim Duschen braucht ein neues System. Ein zu hoher Verbrauch lässt sich mit einem Durchflussbegrenzer im Schlauchanschluss auf eine feste Menge deckeln, für wenige Euro und ohne Werkzeug. Eine unbequeme Handbrause lässt sich einzeln tauschen, solange das Gewinde dem üblichen Halbzollmaß entspricht. Ein zu weicher Strahl liegt oft an verkalkten Düsen, die sich mit Essigsäure lösen lassen. Und die wirksamste Stellschraube beim Wasserverbrauch ist keine Zahl im Angebot, sondern die Duschdauer: Eine Minute weniger spart bei zwölf Litern pro Minute so viel wie der Wechsel von einer sparsamen auf eine noch sparsamere Brause über eine ganze Duschzeit hinweg.

Wie man ein Angebot in vier Schritten prüft. Zwei Schritte am Bildschirm, zwei an der eigenen Wand.

Steht ein Durchfluss mit Bezugsdruck im Angebot? Wenn ja, lässt sich rechnen. Wenn nur eine Zahl ohne Druck steht, ist unklar, ob ein Begrenzer im Spiel ist oder die Angabe unvollständig.

Passt die Angabe im Feld für den Maximaldruck zur Druckklasse? Werte um 10 Bar sind plausibel, 3 Bar bezeichnen den Bezugsdruck einer Messung.

Das Anschlussmaß an der eigenen Wand messen. Waagerecht, Mitte zu Mitte. Üblich sind 150 Millimeter.

Den eigenen Durchfluss messen. Brause zehn Sekunden voll aufdrehen, Menge messen, mal sechs. Das Ergebnis sagt mehr über das eigene Bad als jede Herstellerangabe.

Schritt wo Aufwand
Durchfluss mit Bezugsdruck suchen Angebot eine Minute
Maximaldruck einordnen Angebot eine Minute
Anschlussmaß messen Wand eine Minute
eigenen Durchfluss messen Dusche zwei Minuten

Der dritte Schritt ist der einzige, für den es keine Alternative gibt, weil das Maß in keinem der fünfzehn Angebote steht.

Das Muster über dreizehn Themenbereiche

Dies ist der dreizehnte Themenbereich, den wir vollständig aufgebaut haben, und der erste außerhalb der Kategorie Haustier. Zum dreizehnten Mal zeigt sich derselbe Befund.

Themenbereich die fehlende Zahl genannt von
Katzentransportboxen Innenmaß 0 von 13
Kratzbäume Länge der Kratzfläche am Stück keinem
Katzenklappen Einbauhöhe 0 von 15
Futterstationen Durchmesser und Tiefe der Napfmulde 3 bzw. 2 von 10
Hunderampen Steigung 0 von 15
Hundeanhänger passende Schulterhöhe des Hundes 3 von 15
Hundezäune eingeschlossene Fläche 1 von 15
Hundepools zulässige Wasserhöhe 0 von 15
Aquarien nutzbares Wasservolumen und Gesamtgewicht 0 von 15
Aquarienfilter Durchsatz im Betrieb und Auslassfläche 2 bzw. 0 von 15
Aquarienbeleuchtung Lichtstrom und Messabstand 6 bzw. 0 von 15
Aquarienheizer Raumtemperatur und Beckenfläche 0 von 15
Duschsysteme Anschlussmaß und Bezugsdruck 0 bzw. 5 von 15

Dass sich das Muster auch außerhalb der Haustierprodukte bestätigt, war die offene Frage dieses Themenbereichs. Sie ist beantwortet.

Der Grund ist derselbe wie in den zwölf Märkten davor: Die fehlende Zahl stellt eine Beziehung zwischen Produkt und Umgebung her. Ein Innenmaß muss zur Katze passen, eine Einbauhöhe zur Tür, eine Heizleistung zum Raum. Und ein Anschlussmaß zur Wand.

Der Duschmarkt fügt dem Muster zwei Besonderheiten hinzu.

Die erste ist erfreulich: Es gibt einen gemeinsamen Bezugsdruck. Alle fünf Angebote, die einen nennen, nennen 3 bar. In den zwölf Märkten davor gab es an keiner Stelle einen so einheitlichen Messpunkt, und trotzdem geben ihn zwei Drittel des Marktes nicht an.

Die zweite ist unangenehm: Ein Datenfeld trägt drei verschiedene Größen. Werte von 3 bis 12 Bar unter derselben Überschrift bezeichnen mal einen Messpunkt, mal eine Anforderung an die Installation, mal eine Bauteilgrenze. Das ist die Wiederholung eines Befunds, den wir bei der Aquarienbeleuchtung im Feld für die Energieeffizienzklasse gefunden haben.

Und zum dreizehnten Mal gilt der zweite Teil des Musters: Der Preis sortiert das Feld nicht vor. Über alle dreizehn Themenbereiche hinweg gehörte das am besten beschriebene Angebot mindestens einmal zu den günstigsten.

Begriffe und was dahintersteckt

Fließdruck. Der Druck an der Entnahmestelle, während Wasser fließt. Er liegt unter dem Ruhedruck und sinkt mit jeder weiteren geöffneten Entnahmestelle.

Bezugsdruck. Der Druck, bei dem eine Durchflussangabe gilt. In diesem Markt einheitlich 3 bar, genannt von fünf von fünfzehn Angeboten.

Anschlussmaß. Der waagerechte Abstand der beiden Wandanschlüsse, üblicherweise 150 Millimeter. Genannt von keinem Angebot.

S-Anschluss. Ein gebogenes Verbindungsstück zwischen Wandanschluss und Armatur, das durch Drehen einige Millimeter Abweichung ausgleicht.

Durchflussbegrenzer. Ein Einsatz mit elastischem Ring, der die Wassermenge über einen weiten Druckbereich konstant hält.

Umsteller. Das Ventil, das zwischen Kopf- und Handbrause umschaltet. Das am stärksten beanspruchte Teil eines Duschsystems.

Dehnstoffelement. Das temperaturempfindliche Bauteil eines Thermostats und dessen einziges Verschleißteil.

PN 10. Eine Druckklasse, die einem Betriebsdruck von 10 bar entspricht. Sie steht in den Titeln der einschlägigen Armaturennormen.

Prüfweg und Einschränkungen. Wir haben fünfzehn lieferbare Duschsysteme aufgenommen, ihre Angebotsangaben erfasst und jede Rechnung dieses Themenbereichs daraus abgeleitet. Getestet haben wir nichts.

Wir haben nichts gemessen. Weder Durchflüsse noch Drücke noch Strahlbilder noch Regelgenauigkeiten. Alle Zahlen stammen aus den Angeboten oder sind Rechnungen daraus.

Die Wurzelbeziehung ist eine Näherung. Sie gilt für eine feste Düsenfläche bei turbulenter Strömung und nicht für Brausen mit Durchflussbegrenzer.

Die Werte zur Bemessung stammen aus einer Fachdarstellung, nicht aus dem Normtext selbst. Die vollständigen Texte von DIN 1988-300, DIN EN 1111, DIN EN 817 und DIN EN 1112 haben wir nicht eingesehen.

Bei zwei Geräten widersprechen sich Angaben innerhalb desselben Angebots. Wir führen beide Werte und haben keinen davon stillschweigend gewählt.

Eine Angabe haben wir nicht verrechnet. „9,8 Liter“ ohne Zeiteinheit ist kein Durchfluss.

Wir nennen keine Eurobeträge. Wasser-, Abwasser- und Energiepreise unterscheiden sich je nach Gemeinde erheblich; die Mengen und Kilowattstunden lassen sich mit den eigenen Preisen leicht umrechnen.

Und wir sagen nicht, wie viel Wasser eine Dusche haben sollte. Das ist eine Frage der Gewohnheit. Was wir liefern, ist die Rechnung, mit der sich Angebote vergleichen und der eigene Bestand einordnen lässt.

Häufige Fragen

Welches Duschsystem passt zu meinem Bad?
Das entscheidet zuerst die Bauart. Wer eine funktionierende Armatur behalten will, braucht ein Set ohne Armatur. Wer die Armatur mit erneuert, ein Duschsystem mit Thermostat. Wer alles in einem Stück will, eine Duschsäule oder ein Paneel.
Wie viele Liter je Minute sind sinnvoll?
Die Angebote dieses Themenbereichs reichen von 8 bis 16,8 Litern je Minute bei 3 bar. Der Bemessungswert für Duscharmaturen liegt bei 9 Litern je Minute. Alles darüber ist Komfort und kostet Wasser und Energie.
Warum steht der Druck so selten dabei?
Eine Erklärung haben wir nicht. Fünf von fünfzehn Angeboten nennen ihn, und alle fünf nennen 3 bar — an einem gemeinsamen Standard fehlt es also nicht, sondern daran, dass zwei Drittel des Marktes ihn nicht angeben.
Was ist das Anschlussmaß?
Der waagerechte Abstand zwischen den Mitten der beiden Wandanschlüsse, üblicherweise 150 Millimeter. Er entscheidet, ob eine Aufputzarmatur ohne Umbau passt, und steht in keinem der fünfzehn Angebote.
Was bedeutet ein Eintrag von 3 Bar beim maximalen Druck?
Dort steht bei mehreren Angeboten der Bezugsdruck der Durchflussmessung und nicht der zulässige Betriebsdruck. Die einschlägigen Armaturennormen arbeiten mit der Druckklasse PN 10, also 10 bar.
Lohnt sich ein Thermostat?
Wo mehrere Personen mit verschiedenen Wunschtemperaturen duschen und wo Druckschwankungen auftreten, ja. In einem Haushalt mit Kindern ist die Sicherheitssperre bei 38 Grad das stärkere Argument.
Wie senke ich den Wasserverbrauch?
Über einen Durchflussbegrenzer für wenige Euro, über eine kürzere Duschdauer oder über ein System mit eingebautem Begrenzer. Die ersten beiden Wege sind die günstigsten und wirken sofort.
Gibt es Normen für Duschsysteme?
Ja, mehrere. DIN EN 1111 für thermostatische Mischer, DIN EN 817 für mechanisch einstellbare und DIN EN 1112 für Brausen. Alle drei richten sich an Hersteller; in keinem Angebot dieses Themenbereichs wird auf sie Bezug genommen.

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Lena Moritz, Fachredaktion Wohnen und Einrichten

Lena Moritz

Fachredaktion Wohnen und Einrichten

Schreibt über Bad, Beleuchtung und Aufbewahrung.

Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Haushaltsprodukte

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Aktualisiert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
6

Änderungsverlauf

  • 29.08.2026: Ersterstellung des Themenbereichs mit drei Vergleichen, drei Ratgebern und dieser Übersicht. Alle Umrechnungen zwischen Druck und Durchfluss sind eigene Rechnungen nach der Wurzelbeziehung für eine feste Düsenfläche; sie gelten nicht für Brausen mit Durchflussbegrenzer und sind entsprechend gekennzeichnet.

Belege

  1. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot hansgrohe Crometta E 240: drei Durchflusswerte, je bei 3 bar

    Nennt wörtlich „die Kopfbrause liefert bis zu 16 l/min, die Handbrause beim Rain-Strahl max. 14 l/min und max. 11,5 l/min bei IntenseRain (je 3 bar)“. Die ausführlichste Durchflussangabe dieses Themenbereichs; das Datenfeld nennt abweichend 15 l/min bei 3 Bar und einen Maximaldruck von 10 Bar.

  2. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot HANSA MICRA — zwei Durchflusswerte bei 3 Bar

    Das Datenfeld führt „Beschreibung der Durchflussrate: 15,6 l/min bei 3 Bar, 16,8 l/min bei 3 Bar“ und „Maximaler Druck: 3 Bar“ — im selben Angebot bezeichnet dieselbe Zahl einmal den Bezugsdruck und einmal einen Maximaldruck. Weiter genannt werden eine Gesamthöhe von 1750 Millimetern und ein verschiebbarer Wandhalter.

  3. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Görbach Duschset — 8 l/min im Text, 16 LPM im Datenfeld

    Der Angebotstext nennt „Für unser Duschsystem muss der Wasserdruck mindestens 3 bis 4 Bar sein“ und „FLUßMENGE: Für einem Wasserdruck von mind. 3 bar kommen ca. 8 l/min“, das Datenfeld dagegen „Beschreibung der Durchflussrate: 16 LPM“ und „Maximaler Druck: 12 Bar“. Der Faktor zwei innerhalb eines Angebots.

  4. Institution oder Normgesetze-im-internet.de
    TrinkwV § 13 — Planung, Errichtung, Instandhaltung und Betrieb von Wasserversorgungsanlagen

    Absatz 1 im Wortlaut: „Wasserversorgungsanlagen sind so zu planen und zu errichten, dass sie mindestens den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.“ Nach § 2 gehört die Trinkwasserinstallation eines Gebäudes zur Wasserversorgungsanlage. Das ist der rechtliche Grund, warum die Bemessungsregeln der DIN 1988 und die Armaturennormen für eine Dusche überhaupt verbindlich sind, und warum ein Angebot, das einen Mindestdruck oberhalb des Bemessungsdrucks fordert, nicht die Installation beschreibt, sondern eine eigene Annahme.

  5. Herstellerangabebaunetzwissen.de
    DIN EN 1111, DIN EN 817 und DIN EN 1112 — Normen für Sanitärarmaturen

    DIN EN 1111 trägt den Titel „Sanitärarmaturen — Thermostatische Mischer (PN 10) — Allgemeine technische Spezifikation“, DIN EN 817 dieselbe Formulierung für mechanisch einstellbare Mischer, DIN EN 1112 „Sanitärarmaturen — Brausen für Sanitärarmaturen für Wasserversorgungssysteme vom Typ 1 und Typ 2“. Alle arbeiten mit der Druckklasse PN 10, also 10 bar — die Bezugsgröße, an der sich die Druckangaben dieses Marktes messen lassen.

  6. Herstellerangabec.wgr.de
    Fachdarstellung zur Bemessung nach DIN 1988-300 — Mindestfließdruck und Berechnungsdurchfluss

    Lehrmaterial eines Fachverlags zur Bemessung von Trinkwasserinstallationen nach DIN 1988-300, „Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen — Teil 300: Ermittlung der Rohrdurchmesser“. Es nennt für Mischarmaturen von Bade- oder Duschwannen einen Mindestfließdruck von 0,10 MPa, also 1,0 bar, bei einem Berechnungsdurchfluss von 0,15 Litern je Sekunde — 9 Liter je Minute.