Wandleuchten·18 Min Lesezeit
Wandleuchte Schutzart: IP44, IP65 und was dazwischen liegt
Zwei Ziffern entscheiden, ob eine Leuchte an eine ungeschützte Fassade darf. Sechs von fünfzehn Angeboten nennen sie, und eines nennt zwei verschiedene für dasselbe Produkt.
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Kurz gesagt
Die Schutzart besteht aus zwei Ziffern hinter den Buchstaben IP. Die erste steht für den Schutz gegen feste Fremdkörper, die zweite für den gegen Wasser. IP44 heißt: geschützt gegen Draht über einem Millimeter und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen: das reicht für eine überdachte Außenwand, einen Hauseingang mit Vordach und ein Bad außerhalb der unmittelbaren Nassbereiche. IP65 heißt: staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt — das reicht auch für eine freie Fassade, an der Regen mit Wind direkt auf die Leuchte trifft. Sechs der fünfzehn Angebote dieses Themenbereichs nennen eine Schutzart, fünf davon IP44 und eines IP65. Ein siebtes nennt beide für dasselbe Produkt und legt sich damit nicht fest. Neun Angebote nennen keine — bei ihnen lässt sich vor dem Kauf nicht beurteilen, wohin sie gehören.
Zwei Ziffern, zwei Fragen
Die Schutzart eines elektrischen Betriebsmittels wird als IP-Code angegeben: die Buchstaben IP und zwei Ziffern.
Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper. Von Finger über Draht bis staubdicht.
Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz gegen Wasser. Von Tropfwasser über Spritzwasser und Strahlwasser bis Untertauchen.
| Ziffer | erste Stelle: feste Körper | zweite Stelle: Wasser |
|---|---|---|
| 0 | kein Schutz | kein Schutz |
| 1 | große Körper ab 50 mm | senkrecht fallende Tropfen |
| 2 | Finger, ab 12,5 mm | Tropfen bei 15 Grad Neigung |
| 3 | Werkzeug, ab 2,5 mm | Sprühwasser bis 60 Grad |
| 4 | Draht, ab 1 mm | Spritzwasser aus allen Richtungen |
| 5 | staubgeschützt | Strahlwasser |
| 6 | staubdicht | starkes Strahlwasser |
| 7 | — | zeitweiliges Untertauchen |
Die beiden Ziffern sind unabhängig voneinander. IP44 sagt also: Draht ab einem Millimeter kommt nicht hinein, und Spritzwasser aus allen Richtungen schadet nicht.
Je höher die Ziffer, desto mehr ist eingeschlossen. Eine Leuchte mit IP65 erfüllt automatisch auch die Anforderungen von IP44 — die Skala ist aufsteigend, nicht nebeneinanderstehend.
Was die Angebote nennen. Sechs der fünfzehn Angebote dieses Themenbereichs nennen eine Schutzart.
| Schutzart | Angebote |
|---|---|
| IP44 | 5 |
| IP65 | 1 |
| IP44 und IP65 im selben Angebot | 1 |
| keine Angabe | 9 |
Die neun ohne Angabe sind alle Innenleuchten, und dort ist das unproblematisch: Eine Wandleuchte im Schlafzimmer braucht keine besondere Schutzart. Wer sie ins Bad hängen will oder auf eine überdachte Terrasse, weiß aus dem Angebot allerdings nicht, ob sie dorthin gehört.
Eine fehlende Angabe belegt nicht, dass ein Produkt eine Anforderung nicht erfüllt. Sie belegt nur, dass das Angebot sie nicht macht. Für einen Käufer ist das dasselbe: Er kann sie nicht voraussetzen.
Das Angebot mit zwei Schutzarten ist der auffälligste Fall. In seinem Text stehen IP44 und IP65 nebeneinander, und zwischen beiden liegt eine praktische Grenze: die zwischen einer überdachten und einer ungeschützten Wand.
Welcher Wert gilt, lässt sich von außen nicht entscheiden. Im Zweifel gilt der niedrigere: wer eine Leuchte an eine freie Fassade hängen will, wählt besser ein Angebot, das sich festlegt.
Wo IP44 reicht und wo nicht
Die praktische Frage lautet: Wie viel Wasser trifft die Leuchte tatsächlich?
IP44 reicht überall dort, wo Wasser gespritzt, aber nicht gestrahlt kommt.
- Unter einem Vordach am Hauseingang
- In einem Carport oder einer offenen Garage
- Auf einer überdachten Terrasse oder einem Balkon mit Dach darüber
- In einem Bad, außerhalb der unmittelbaren Nassbereiche
IP65 ist die Wahl, wo Regen direkt auftrifft.
- An einer freien Hausfassade ohne Vordach
- An einer Gartenmauer oder einem Zaunpfosten
- An einer Wand, die dem Wetter von der Hauptwindrichtung ausgesetzt ist
- Überall dort, wo Reinigung mit einem Wasserstrahl vorkommt
Der Unterschied ist nicht theoretisch. Regen fällt selten senkrecht. An einer Wand, die dem Wind zugewandt ist, trifft Wasser mit Druck auf, und das ist mehr, als Spritzwasser bedeutet. Eine IP44-Leuchte dort hält oft trotzdem — bis Wasser in das Gehäuse gelangt und die Fassung korrodiert.
Ein Punkt, der bei einer Wandleuchte häufig übersehen wird: Die Dichtung ist ein Verschleißteil. Gummidichtungen härten über Jahre aus, und eine Leuchte, die zehn Jahre an der Fassade hing, hat nicht mehr die Schutzart, mit der sie geliefert wurde. Bei einer Leuchte mit Fassung lässt sie sich öffnen, trocknen und weiter benutzen; bei einer mit fest verbauter LED wäre Wasser im Elektronikraum das Ende.
Was im Bad gilt
Ein Bad ist der Ort, an dem die Schutzart im Innenbereich eine Rolle spielt, und der, an dem es kompliziert wird.
Die Anforderungen hängen vom Abstand zu Wanne und Dusche ab. Je näher an einer Wasserentnahmestelle, desto strenger. In den unmittelbaren Nassbereichen kommen zusätzlich Anforderungen an die Betriebsspannung hinzu, die über die Schutzart hinausgehen.
Diese Zuordnung ist keine Frage der Produktauswahl, sondern der Elektroinstallation. Wer eine Wandleuchte über einer Badewanne oder in einer Dusche montieren will, klärt das mit einer Fachkraft, und zwar bevor er die Leuchte kauft, nicht danach.
Für den Rest eines Bads gilt eine einfachere Regel. Eine Wandleuchte neben dem Spiegel, mit ausreichendem Abstand zur Dusche, ist mit IP44 auf der sicheren Seite. Ohne Schutzartangabe ist sie es nicht — nicht weil sie versagen müsste, sondern weil niemand sagt, ob sie es nicht tut.
Neun der fünfzehn Angebote dieses Themenbereichs nennen keine Schutzart. Damit scheiden sie für das Bad aus, auch wenn viele von ihnen dort vermutlich problemlos hingen. Der Unterschied zwischen „erfüllt vermutlich“ und „ist ausgewiesen“ ist genau der, um den es bei einer Schutzartangabe geht.
Fünf Situationen und was sie verlangen
Die Frage nach der Schutzart wird konkret, wenn man sie an Orten durchspielt.
1. Neben der Haustür, unter einem Vordach. Regen trifft die Leuchte nicht direkt, aber Spritzwasser vom Boden und Feuchtigkeit in der Luft schon. IP44 reicht. Fünf Angebote dieses Themenbereichs sind dafür ausgewiesen.
2. An einer freien Fassade ohne Vordach. Regen trifft mit Wind direkt auf. IP65 ist die richtige Wahl, und ein einziges Angebot dieses Themenbereichs nennt sie. Ein zweites nennt IP44 und IP65 nebeneinander und legt sich nicht fest.
3. Auf einem überdachten Balkon. Das ist der Fall, in dem die meisten Käufer unsicher sind. Ein Balkon mit dem Balkon darüber als Dach ist an der Rückwand trocken und an der Brüstung nicht. Für die Rückwand reicht IP44; für eine Leuchte an der Brüstung ist IP65 die sichere Wahl.
4. Im Bad, neben dem Spiegel. Mit ausreichendem Abstand zu Dusche und Wanne ist IP44 auf der sicheren Seite. Ohne Schutzartangabe scheidet ein Angebot für diesen Ort aus — neun von fünfzehn nennen keine.
5. Im Wohnzimmer oder Schlafzimmer. Hier spielt die Schutzart keine Rolle. Jede Leuchte ohne Angabe ist geeignet, und die neun Angebote ohne IP-Code des Themenbereichs sind für diesen Ort gedacht.
Ein sechster Fall wird oft übersehen: der Kellerraum und die Waschküche. Dort fällt Kondenswasser an, und die Luftfeuchtigkeit ist dauerhaft hoch. Für eine Wandleuchte im Keller ist IP44 die vernünftige Untergrenze: die Alternative ist eine Leuchte, deren Fassung nach zwei Jahren korrodiert ist.
Und ein siebter, der in diesem Markt gar nicht vorkommt: die Sauna. Dort gelten Anforderungen an die Temperaturbeständigkeit, die weit über alles hinausgehen, was in einem dieser fünfzehn Angebote steht. Eine gewöhnliche Wandleuchte gehört dort nicht hin, und keines der Angebote behauptet etwas anderes.
Was das hitzebeständige Glas erzählt
Ein Angebot dieses Themenbereichs nennt eine Angabe, die sonst nirgends vorkommt: eine Glasschale mit hoher Hitzebeständigkeit, beziffert mit 650 Grad.
Die Zahl stammt aus der Zeit der Glühlampe. Eine 60-Watt-Glühlampe setzt den größten Teil ihrer Leistung in Wärme um, und in einem geschlossenen Außengehäuse staut sich diese Wärme. Wer dort ein Glas einsetzt, das dem nicht standhält, bekommt Risse.
Mit einer LED-Birne wird ein Gehäuse nie annähernd so warm. Eine LED mit 806 Lumen zieht sechs bis acht Watt, und ein Großteil davon geht als Licht heraus statt als Wärme.
Die Angabe ist damit gleichzeitig sinnvoll und veraltet — sie beschreibt eine Reserve, die niemand mehr braucht, weil kaum jemand noch Glühlampen einschraubt.
Sie zeigt aber etwas, das über dieses eine Angebot hinausgeht: Die Wattgrenze einer Fassung folgt der Wärme, die das Gehäuse abführen kann. Ein Angebot mit 35 Watt Grenze hat vermutlich ein kompakteres Gehäuse als eines mit 60. In einem Markt, in dem nur ein einziges Angebot überhaupt Maße nennt, ist die Wattgrenze damit ein indirekter Hinweis auf die Baugröße.
Und sie hat eine praktische Konsequenz für die Birnenwahl. In einem kleinen, dichten Gehäuse wird eine LED-Birne schlechter gekühlt als an einer offenen Fassung, und Wärme ist der Hauptgrund, warum LED über die Jahre nachlassen. Wer eine Leuchte mit kleinem Gehäuse kauft, wählt die Birne eher eine Nummer schwächer — sie hält länger, und sie liefert im geschlossenen Gehäuse ohnehin weniger, als auf der Packung steht. Wie viel weniger, sagt keine Packung und kein Angebot.
Was die Schutzart nicht abdeckt
Drei Dinge regelt der IP-Code nicht, und alle drei sind an einer Außenwand relevant.
Erstens die Temperatur. Eine Leuchte kann staubdicht und strahlwassergeschützt sein und trotzdem bei minus zwanzig Grad ausfallen, weil ihre Elektronik ihre untere Betriebsgrenze erreicht. Bei einer Leuchte mit Fassung ist das eine Eigenschaft der Birne — der zulässige Temperaturbereich steht auf der Packung. Keines der fünfzehn Angebote erwähnt ihn.
Zweitens die UV-Beständigkeit. Kunststoffgehäuse und -abdeckungen vergilben und werden über Jahre spröde. Ein Angebot dieses Themenbereichs nennt Aluminium als Material, mehrere nennen Kunststoff, und keines sagt etwas über die Beständigkeit gegen Sonnenlicht.
Drittens die Korrosion. In Küstennähe greift salzhaltige Luft Metalle an, und lackierter Stahl beginnt an Kanten und Schraubstellen zu rosten, sobald der Lack verletzt ist. Aluminium und Edelstahl halten dort deutlich länger. Auch das steht in keinem der Angebote, aber das Material steht bei vieren, und daraus lässt sich schließen.
Und ein vierter Punkt betrifft die Wand, nicht die Leuchte. Wo die Zuleitung aus einer Außenwand tritt, muss die Stelle dicht sein. Ein Loch in einer Fassade, durch das Wasser hinter den Putz läuft, ist ein größerer Schaden als eine defekte Leuchte — und es hat mit der Schutzart des Produkts nichts zu tun.
Warum die Schutzart bei Wandleuchten häufiger dasteht
Über fünf Lichtmärkte hinweg zeigt sich beim IP-Code ein Muster, das nichts mit dem Energielabel zu tun hat.
| Markt | Schutzart genannt |
|---|---|
| Aquarienbeleuchtung | 0 von 15 |
| Spiegelschränke | 7 von 15 |
| Stehlampen | 0 von 15 |
| Deckenleuchten | 5 von 15 |
| Wandleuchten | 6 von 15 |
Die Angabe steht dort, wo Wasser vorkommt. Bei Stehlampen und Aquarienbeleuchtung nennt sie kein einziges Angebot; bei Spiegelschränken, Deckenleuchten und Wandleuchten nennt sie ein gutes Drittel.
Das ist der Unterschied zur Energieeffizienzklasse, die in diesem Portal die umgekehrte Eigenschaft zeigt: Sie steht überall, und sie stimmt selten. Die Schutzart steht seltener und ist, wo sie steht, in aller Regel eindeutig — mit der einen Ausnahme dieses Themenbereichs, in dem ein Angebot zwei verschiedene Werte nennt.
Eine Erklärung liegt nahe, belegen können wir sie nicht. Die Schutzart ist eine Angabe, die einen Käufer ausschließt: Wer eine Leuchte für die Fassade sucht, sortiert alles aus, was IP20 trägt. Sie ist damit vom Typ derselben Zahlen, die dieses Portal über achtzehn Themenbereiche vermisst hat.
Sie steht trotzdem da, und zwar wahrscheinlich deshalb, weil sie zugleich ein Verkaufsargument ist. Ein Anbieter, der IP65 nennt, gewinnt die Käufer mit ungeschützter Fassade; wer nichts nennt, verliert sie. Bei einer Zahl, die in beide Richtungen wirkt, überwiegt offenbar die werbende Wirkung.
Ein Detail stützt das. Zwei Innenleuchten dieses Themenbereichs tragen IP44 und IP65, obwohl sie in erster Linie für den Wohnraum gedacht sind. Die Angabe erweitert dort den Markt, statt ihn einzuschränken. Und genau dort steht sie.
Die Bilanz über fünf Lichtmärkte
Wandleuchten sind der fünfte Markt, den dieses Portal mit derselben Frage untersucht hat: Steht der Lichtstrom im Angebot, und passt die Energieeffizienzklasse dazu?
| Markt | Lichtstrom | Label mit Buchstabe | prüfbar | davon richtig |
|---|---|---|---|---|
| Aquarienbeleuchtung | 6 von 15 | 4 von 15 | 4 | 0 |
| Spiegelschränke | 2 von 15 | 0 von 15 | 0 | — |
| Stehlampen | 9 von 15 | 14 von 15 | 8 | 4 |
| Deckenleuchten | 8 von 15 | 14 von 15 | 8 | 2 |
| Wandleuchten | 4 von 15 | 14 von 15 | 4 | 2 |
| zusammen | 29 von 75 | 46 von 75 | 24 | 8 |
Ein Drittel der prüfbaren Klassenangaben stimmt. Und 46 Label stehen 24 prüfbaren Fällen gegenüber — bei 22 Angeboten gibt es also einen Buchstaben und nichts, woran er sich messen ließe.
Der Grund ist in diesem Themenbereich besonders deutlich. Zehn der fünfzehn Wandleuchten werden ohne Leuchtmittel geliefert, und neun davon tragen trotzdem ein Label. Die Buchstaben reichen von A bis G — für Produkte, die alle exakt dasselbe leisten.
Damit steht neben der Schutzart eine zweite Beobachtung, und sie zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Die Schutzart wird genannt, wenn sie zutrifft, und weggelassen, wenn nicht. Die Energieeffizienzklasse wird genannt, auch wenn es nichts zu bewerten gibt.
Der Unterschied liegt vermutlich darin, dass die eine Angabe ein Freitextfeld ist und die andere ein Pflichtfeld mit einer Auswahlliste. Wo ein Feld ausgefüllt werden muss, wird es ausgefüllt. Und was dabei herauskommt, hat mit dem Produkt nicht immer etwas zu tun.
Was in diesem Markt sonst fehlt
Die Schutzart ist die eine sicherheitsrelevante Angabe, die in sechs von fünfzehn Angeboten steht. Drei weitere fehlen vollständig.
Ein Prüfzeichen: 0 von 15. Kein TÜV, kein GS, kein VDE: bei Geräten, die fest an die Hausinstallation angeschlossen werden und in einem Drittel der Fälle im Freien hängen sollen. Es ist dieselbe Quote wie bei Steh-, Decken- und Spiegelschrankleuchten: vier Lichtmärkte mit null Prüfzeichen.
Eine Schutzklasse: 0 von 15. Sie sagt, ob eine Leuchte einen Schutzleiter braucht. Schutzklasse II ist doppelt isoliert und kommt ohne aus; Schutzklasse I braucht den grün-gelben Leiter. In Altbauwohnungen ohne Schutzleiter in der Wanddose ist das die Angabe, die über die Eignung entscheidet.
Eine Lebensdauer: 0 von 15. Bei den fünf Leuchten mit fest verbauter LED ist das die Zahl, die über den Wert der Anschaffung entscheidet. Bei den zehn mit Fassung ist ihr Fehlen folgerichtig — dort ist die Lebensdauer eine Eigenschaft der Birne.
Zusammengenommen heißt das: Von den vier Angaben, die bei einer Wandleuchte über Sicherheit und Haltbarkeit entscheiden, steht eine in sechs von fünfzehn Angeboten und drei in keinem.
Wie man ohne Angabe entscheidet
Wer eine Leuchte ohne Schutzartangabe kaufen möchte, hat drei Möglichkeiten, und keine davon ist gut.
1. Aus der Bauform schließen. Eine geschlossene Leuchte mit Dichtung und verschraubtem Glas ist eher wetterfest als eine mit offenem Stoffschirm. Das ist ein Indiz und kein Beleg, und ein Produktfoto zeigt nicht, ob eine Dichtung vorhanden ist.
2. Aus der Beschreibung schließen. Wenn ein Angebot ausdrücklich von einer Außenwandleuchte spricht und Regen erwähnt, ist eine Schutzart vermutlich vorhanden, auch wenn sie nicht beziffert wird. Auch das ist ein Indiz.
3. Nachfragen. Bei Markenherstellern führt das häufiger zu einer Antwort als bei No-Name-Angeboten.
Die vierte Möglichkeit ist die beste: ein anderes Angebot wählen. In diesem Themenbereich nennen sechs von fünfzehn eine Schutzart, und darunter sind Modelle in allen Preislagen — von 6,50 bis 45,56 Euro. Für den Innenraum ohne Feuchtigkeit spielt die Angabe keine Rolle; überall sonst ist sie der Grund, ein Angebot einem anderen vorzuziehen.
Welche Leuchten das im Einzelnen sind, zeigen der Vergleich der Außenwandleuchten und der Vergleich der Leuchten für innen; die Bauart ohne Leuchtmittel steht im Vergleich der Leuchten mit E27-Fassung, und die Übersicht über alle fünfzehn Angebote in der Kaufberatung Wandleuchten.
Und ein letzter Hinweis zur Reihenfolge beim Lesen. In diesem Markt sind die Angaben im Fließtext zuverlässiger als die in den technischen Datenfeldern. Die Schutzart steht bei den meisten Angeboten in beiden; wo sie sich unterscheiden, gilt der niedrigere Wert.
Was die Montage an einer Außenwand verlangt. Die Leuchte ist die eine Hälfte der Frage, die Wand die andere. Drei Punkte kommen im Freien hinzu, und keiner steht in einem der fünfzehn Angebote. Erstens tritt die Zuleitung irgendwo aus der Fassade, und diese Stelle muss dicht sein — ein Loch, durch das Wasser hinter den Putz läuft, ist ein größerer Schaden als eine defekte Leuchte. Üblich ist, die Leitung von hinten durch die Wand direkt in den Leuchtenkörper zu führen, sodass die Durchführung von der Leuchte selbst abgedeckt wird. Zweitens sammelt sich in jedem Außengehäuse mit der Zeit Kondenswasser, und viele Leuchten haben dafür unten eine kleine Öffnung. Wer eine Leuchte auf den Kopf montiert, weil es optisch besser aussieht, verschließt diese Öffnung und sammelt das Wasser. Drittens ist eine Außenwand fast immer massiv, was die Befestigung einfacher macht als an einer Gipskartonwand im Inneren: bei einem Wärmedämmverbundsystem gilt das allerdings nicht: Dort sitzt hinter dem Putz eine Dämmplatte, in der ein gewöhnlicher Dübel nicht hält, und es braucht spezielle Dämmstoffdübel oder eine Montageplatte, die bis zum tragenden Untergrund reicht.
Und was die Leitungsführung angeht. Wo eine Wandleuchte im Innenraum montiert wird, verlaufen in der Wand Leitungen — üblicherweise in definierten senkrechten und waagerechten Zonen, wie sie DIN 18015-3 in der Ausgabe 2016-09 beschreibt. Eine Wandleuchte hängt häufig genau in einer solchen Zone, nämlich über einem Lichtschalter, weil die Leitung von dort nach oben geführt wurde. Ein Leitungssuchgerät ist an einer Wand deshalb weniger optional als an einer Decke. Und in Bestandsbauten und nach Umbauten liegen Leitungen ohnehin dort, wo sie liegen — die Zonen sind eine Konvention und keine Garantie.
Was eine Leuchte im Freien noch aushalten muss. Neben Wasser und Staub wirken drei Dinge auf ein Gehäuse an der Fassade, und der IP-Code erfasst keines davon. Die Sonne bleicht Farben aus und macht Kunststoff über Jahre spröde; ein Gehäuse aus Aluminium oder Edelstahl ist dagegen unempfindlich, ein weiß lackiertes vergilbt. Der Frost lässt Wasser gefrieren, das sich in Ritzen gesammelt hat, und sprengt Dichtungen auf — ein Grund, warum die Ablauföffnung unten offen bleiben muss. Und die Luft trägt je nach Lage Salz oder Industriestaub, was Metalle angreift und Kunststoffe eintrübt. Vier der fünfzehn Angebote nennen ein Material, und mehr lässt sich aus diesem Markt zu dieser Frage nicht ableiten. Wer an einer Küste wohnt oder eine besonders exponierte Wand hat, achtet auf Edelstahl oder eloxiertes Aluminium und nimmt in Kauf, dass beides teurer ist.
Ein Wort zur Lebensdauer der Schutzart selbst. Eine Leuchte, die zehn Jahre an einer Fassade hing, hat nicht mehr die Schutzart, mit der sie geliefert wurde. Gummidichtungen härten aus, Schrauben lockern sich durch die Temperaturwechsel zwischen Sommer und Winter, und Kunststoffgehäuse verziehen sich. Das ist kein Mangel, sondern normaler Verschleiß, nur wird er nirgends erwähnt. Praktisch heißt es: Wer eine Außenleuchte alle paar Jahre öffnet, die Dichtung ansieht und die Schrauben nachzieht, verlängert ihre Lebensdauer erheblich. Bei einer Leuchte mit Fassung ist das ohnehin nötig, weil die Birne getauscht werden muss; bei einer mit fest verbauter LED gibt es keinen Anlass, sie je zu öffnen — und deshalb merkt niemand, wenn die Dichtung nicht mehr dicht ist.
Warum die zweite Ziffer nicht linear ist. Ein verbreitetes Missverständnis betrifft die Reihenfolge der Wasserschutzgrade. Die Skala steigt von Tropfwasser über Sprühwasser und Spritzwasser zu Strahlwasser und schließlich zum Untertauchen, und man könnte annehmen, dass eine Leuchte mit IP67, also zeitweiligem Untertauchen, automatisch auch strahlwassergeschützt ist. Für die üblichen Stufen bis 6 stimmt das; ab 7 wird es komplizierter, weil Untertauchen und Strahlwasser verschiedene Belastungen sind: Ein Gehäuse kann dicht gegen ruhendes Wasser sein und trotzdem einem Wasserstrahl nicht standhalten. Für die Leuchten dieses Themenbereichs spielt das keine Rolle — sie liegen alle bei 4 oder 5 in der zweiten Ziffer. Es ist aber der Grund, warum manche Produkte zwei Schutzarten tragen, etwa IP66 und IP68 nebeneinander. Bei dem einen Angebot dieses Themenbereichs, das IP44 und IP65 nennt, greift diese Erklärung allerdings nicht: IP65 schließt IP44 vollständig ein, und beide Werte nebeneinander zu nennen, ergibt keinen Sinn.
Was der Käufer selbst prüfen kann, wenn die Leuchte da ist. Drei Dinge lassen sich beim Auspacken in zwei Minuten feststellen, und alle drei sagen mehr über die Wetterfestigkeit als jede Angabe im Angebot. Erstens: Gibt es eine Dichtung zwischen Gehäuse und Wandplatte, und liegt sie umlaufend an? Ein Gehäuse ohne Dichtung ist keine Außenleuchte, gleich was das Angebot behauptet. Zweitens: Ist das Glas oder die Abdeckung verschraubt oder nur eingeklemmt? Eine Verschraubung mit Dichtung hält Wasser draußen, eine Klemmung nicht dauerhaft. Und drittens: Gibt es unten eine Ablauföffnung? Sie sieht aus wie ein Fehler und ist keiner — sie lässt Kondenswasser heraus, das sich in jedem geschlossenen Gehäuse bildet. Wer diese drei Punkte prüft, weiß mehr als aus jedem Datenblatt dieses Themenbereichs. Und wer feststellt, dass eines davon fehlt, hat einen Grund zur Rücksendung, bevor die Leuchte an der Wand hängt.
Und ein Hinweis zur Reinigung. Eine Außenleuchte setzt Staub, Pollen und Spinnweben an, und eine verschmutzte Abdeckung kostet spürbar Licht. Gereinigt wird sie mit einem feuchten Tuch bei ausgeschalteter Sicherung, nicht mit einem Hochdruckreiniger. Selbst eine Leuchte mit IP65 ist gegen Strahlwasser aus einer genormten Düse geprüft und nicht gegen den Druck eines Hochdruckreinigers, der um ein Vielfaches darüber liegt. Wer eine Fassade reinigt, deckt die Leuchten besser ab.
Begriffe aus den Angeboten. IP steht für International Protection und bezeichnet die Schutzart eines elektrischen Betriebsmittels. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper, die zweite den gegen Wasser. Spritzwasser ist Wasser aus allen Richtungen ohne Druck, Strahlwasser Wasser mit Druck aus einer Düse. Schutzklasse I verlangt einen Schutzleiter, Schutzklasse II ist doppelt isoliert.
Der Weg zu diesen Zahlen
Alle Angaben zu den fünfzehn Leuchten stammen aus den Angebotsseiten, erhoben am 29.08.2026. Wir haben keine der Leuchten in der Hand gehabt und nichts geprüft.
Die Tabelle der IP-Ziffern gibt die gängige Bedeutung des Codes wieder. Verbindlich ist der Normtext, den wir nicht eingesehen haben; die Zuordnung der Ziffern zu Schutzgraden ist allgemein bekannt und in dieser Form unstrittig.
Die Zuordnung von Schutzarten zu Einbausituationen ist eine Einordnung aus der Praxis. Sie ersetzt keine Beurteilung durch eine Fachkraft, und im Bad ist sie ausdrücklich keine: Dort hängen die Anforderungen vom Abstand zu Wanne und Dusche ab, und die Zuordnung eines konkreten Orts zu einem Bereich ist eine Frage der Elektroinstallation.
Wo ein Angebot zwei Schutzarten nennt, nennen wir beide und sagen, dass wir nicht entscheiden können, welche gilt.
Was wir zu Dichtungen, UV-Beständigkeit und Korrosion sagen, sind Erfahrungswerte. Sie stammen aus keinem der fünfzehn Angebote.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Fachkunde. Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in fachkundige Hände, und die Frage, welche Leuchte an einen bestimmten Ort im Bad darf, gehört dazu.
Wir verdienen an Käufen über die Links auf dieser Seite. An dem, was hier steht, ändert das nichts: Der wichtigste Rat dieses Ratgebers ist, ein Angebot ohne Schutzartangabe für Feuchträume und den Außenbereich gar nicht erst in die engere Wahl zu nehmen.
Häufige Fragen
- Was bedeutet IP44?
- Geschützt gegen feste Fremdkörper über einem Millimeter und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Das reicht für eine überdachte Außenwand und für ein Bad außerhalb der unmittelbaren Nassbereiche.
- Was bedeutet IP65?
- Staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. Damit ist eine Leuchte auch für eine ungeschützte Fassade geeignet, an der Regen mit Wind auftrifft.
- Braucht jede Außenleuchte IP65?
- Nein. Unter einem Vordach oder in einem Carport reicht IP44. IP65 ist die Wahl für Wände ohne jeden Schutz.
- Was gilt für Wandleuchten im Bad?
- Das hängt vom Abstand zu Wanne und Dusche ab. Je näher, desto strenger — und in den unmittelbaren Nassbereichen gelten zusätzlich Anforderungen an die Spannung, die eine Fachkraft beurteilen muss.
- Was heißt es, wenn keine Schutzart angegeben ist?
- Dass man es nicht weiß. Eine fehlende Angabe belegt nicht, dass ein Produkt eine Anforderung nicht erfüllt: sie belegt nur, dass das Angebot sie nicht macht.
- Was bedeutet die erste Ziffer?
- Den Schutz gegen feste Fremdkörper. 4 heißt Draht über einem Millimeter, 5 staubgeschützt, 6 staubdicht.
- Kann man eine Innenleuchte nach außen hängen?
- Ohne Schutzartangabe nicht verlässlich. Zwei Leuchten dieses Themenbereichs sind ausdrücklich für innen und außen ausgewiesen und tragen IP44 beziehungsweise IP65.
- Gibt es ein Prüfzeichen für die Schutzart?
- Keines der fünfzehn Angebote nennt eines — weder TÜV noch GS noch VDE.
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Fachredaktion Wohnen und Einrichten
Schreibt über Bad, Beleuchtung und Aufbewahrung.
Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Haushaltsprodukte
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Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:
- Eignung für den Zweck
- Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
- Belegte Spezifikationen
- Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
- Verarbeitung und Haltbarkeit
- Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
- Aufwand für Aufbau und Pflege
- Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
- Transparenz des Anbieters
- Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.
Aktualisierung und Quellen
- Veröffentlicht
- 29.08.2026
- Aktualisiert
- 29.08.2026
- Geprüft
- 29.08.2026
- Quellen
- 6
Änderungsverlauf
- 29.08.2026: Angelegt nach der Markterhebung. Die Zuordnung von Schutzarten zu Einbausituationen ist eine Einordnung aus der Praxis; verbindlich ist im Einzelfall die Beurteilung durch eine Fachkraft.
Belege
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot mit IP65 — Raumgröße und Farbwiedergabeindex
Das einzige Angebot des Themenbereichs mit der Schutzart IP65. Es nennt zusätzlich 2000 Lumen bei 20 Watt, 4000 Kelvin, eine Beleuchtungsfläche von 8 bis 15 Quadratmetern, einen Farbwiedergabeindex von CRI 80+ und die Maße 26,5 × 14,5 × 8,5 cm.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot Anthrazit — IP44 und IP65 im selben Angebot
Up-Down-Außenwandleuchte mit E27-Fassung, ohne Leuchtmittel. Der Text nennt sowohl IP44 als auch IP65 für dasselbe Produkt. Das Datenfeld Energieeffizienzklasse trägt „Nicht bewertet“, das Energielabel zeigt A.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot Zenitech — IP44 mit hitzebeständigem Glas
Außenwandleuchte für 60 Watt an einer E27-Fassung, IP44, mit einer Glasschale, deren Hitzebeständigkeit mit 650 Grad beziffert wird. Das einzige Angebot des Themenbereichs mit dieser Angabe. Günstigstes Angebot des Feldes.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot EDISHINE — IP44 für innen und außen
Wandleuchte, die ausdrücklich für innen und außen ausgewiesen ist, E27, IP44, Wattfeld 35 Watt, ohne Leuchtmittel. Die Variantenübersicht nennt als einzige des Themenbereichs die Lichtrichtung als Auswahl.
- Herstellerangabebaunormenlexikon.deDIN 18015-3 — Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Leitungsführung
Ausgabe 2016-09. Behandelt die Leitungsführung und die Anordnung der Betriebsmittel in Wohngebäuden, also die Frage, wo Leitungen in Wänden und Decken verlaufen dürfen. Wir haben die Normübersicht eingesehen, nicht den vollständigen Normtext.
- Institution oder Normbaua.deASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung — Technische Regel für Arbeitsstätten
Herausgegeben von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Ausgabe Mai 2023 (GMBl 2023, S. 679); sie ersetzt die Ausgabe April 2011. Sie regelt Beleuchtung und Blendungsbegrenzung für Arbeitsstätten und gilt nicht für Wohnungen. Wir haben die Veröffentlichungsseite eingesehen, nicht den vollständigen Regeltext.