Wandleuchten·17 Min Lesezeit
Wandleuchte Energieklasse: 75 Angebote, 8 richtige Angaben
Fünf Lichtmärkte, 75 Angebote, 46 Energielabel. Nachrechnen ließen sich 24 — acht davon stimmen. Was daraus für den Kauf folgt.
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Kurz gesagt
Die Energieeffizienzklasse einer Leuchte ist die Lichtausbeute in einen Buchstaben gefasst: Lumen geteilt durch Watt. A beginnt bei 210 Lumen je Watt, F bei 85, G liegt darunter. Diese Rechnung dauert zehn Sekunden — und sie ist in diesem Themenbereich nur bei vier von fünfzehn Angeboten möglich, weil zwei Drittel des Feldes ohne Leuchtmittel geliefert werden. Vierzehn Angebote tragen trotzdem ein Label, und zehn dieser vierzehn sitzen auf leeren Fassungen. Über fünf Lichtmärkte dieses Portals gerechnet sind es 75 Angebote, 46 Label und 24 nachrechenbare Angaben — acht davon stimmen. Das ist ein Drittel. Dazu kommen vier Funde abgeschaffter Klassen: A+++ bei der Aquarienbeleuchtung, A++ bei den Deckenleuchten sowie A+++ und A+ in diesem Themenbereich. Alle vier stammen aus einer Skala, die 2021 ersetzt wurde.
Was die Klasse ist
Die Energieeffizienzklasse einer Lichtquelle ist eine einzige Rechnung, in einen Buchstaben gefasst.
Lichtstrom geteilt durch Leistung. Lumen durch Watt. Das Ergebnis heißt Lichtausbeute.
Die Skala steht in der Verordnung (EU) 2019/2015 und hat sieben Stufen.
| Klasse | ab |
|---|---|
| A | 210 lm/W |
| B | 185 lm/W |
| C | 160 lm/W |
| D | 135 lm/W |
| E | 110 lm/W |
| F | 85 lm/W |
| G | darunter |
Mehr ist es nicht. Wer die beiden Zahlen aus einem Angebot hat, kann die Klasse in zehn Sekunden selbst bestimmen und braucht das Label nicht.
Das ist die Besonderheit dieser Kennzeichnung. Bei einem Kühlschrank kann ein Käufer die Klasse nicht nachrechnen — dafür bräuchte er Messwerte aus einem genormten Prüfverfahren. Bei einer Leuchte braucht er zwei Zahlen, die im Angebot stehen.
Warum es hier nur viermal geht
In diesem Themenbereich lässt sich die Rechnung bei vier von fünfzehn Angeboten anstellen. Das ist die niedrigste Quote der vier Leuchtenmärkte dieses Portals.
Der Grund ist die Bauart. Zehn der fünfzehn Wandleuchten werden ohne Leuchtmittel geliefert. Über ihr Licht ist nichts bekannt, weil der Käufer die Birne aussucht.
| Leuchte | Lichtstrom | Leistung | Lumen je Watt | Klasse daraus | Label |
|---|---|---|---|---|---|
| YCZM 18 W | 2160 lm | 18 W | 120,0 | E | E |
| Klighten 91 cm | 3000 lm | 30 W | 100,0 | F | F |
| 20 W IP65 | 2000 lm | 20 W | 100,0 | F | E |
| 16 W Up Down | 1600 lm | 16 W | 100,0 | F | G |
Zwei von vier stimmen.
Die beiden Abweichungen sind bemerkenswert, weil sie in entgegengesetzte Richtungen gehen: Eine Leuchte mit 100,0 Lumen je Watt trägt E, eine zweite mit exakt denselben 100,0 trägt G. Nach der Skala gehören beide in Klasse F.
Drei Leuchten dieses Themenbereichs erreichen 100,0 Lumen je Watt und tragen drei verschiedene Buchstaben: E, F und G. Ein Käufer, der sie nach dem Label sortiert, hält eine für deutlich besser als eine andere, die exakt dasselbe leistet.
Warum die Zahl in diesem Markt so selten dasteht
Vier von fünfzehn Angeboten nennen einen Lichtstrom. Das ist die niedrigste Quote der vier Leuchtenmärkte dieses Portals — und sie hat einen strukturellen Grund, keinen redaktionellen.
| Markt | Anteil mit fest verbautem Leuchtmittel | Lichtstrom genannt |
|---|---|---|
| Deckenleuchten | 10 von 15 | 8 von 15 |
| Stehlampen | 8 von 15 | 9 von 15 |
| Wandleuchten | 5 von 15 | 4 von 15 |
Wo ein Leuchtmittel fest verbaut ist, steht der Lichtstrom fast immer da. Bei den Wandleuchten sind es vier von fünf, bei den Deckenleuchten acht von zehn.
Wo eine Fassung leer bleibt, steht er nie da. Und das ist folgerichtig, weil der Anbieter die Birne nicht kennt.
Die niedrige Quote dieses Marktes ist damit keine schlechtere Beschreibungspraxis, sondern eine andere Produktstruktur: Zwei Drittel der Wandleuchten sind Gehäuse mit einer Fassung darin.
Warum das so ist, lässt sich vermuten. Eine Wandleuchte ist häufiger ein Einrichtungsgegenstand als ein Beleuchtungskörper. Sie hängt neben einem Bett, an einer Wand mit Bildern oder in einem Flur und wird nach Aussehen ausgesucht. Wer nach Aussehen kauft, überlässt das Licht dem Käufer: ein Stoffschirm in Gold verkauft sich über die Optik, und welche Birne darin steckt, entscheidet der Käufer nach seinem Zimmer.
Bei einer Deckenleuchte ist das anders. Sie hängt in der Raummitte und hat eine Aufgabe: hell machen. Ein Anbieter, der sie verkauft, muss über Licht reden.
Für die Bilanz dieses Portals ist das eine wichtige Präzisierung. Nach dem Themenbereich Stehlampen hatten wir festgehalten, dass die Sichtbarkeit der Lichtdaten der Warenkategorie folgt. Genauer ist: Sie folgt der Bauart. Ein Produkt mit fest verbautem Leuchtmittel nennt seinen Lichtstrom, eines mit leerer Fassung nicht — unabhängig davon, in welchem Regal es steht.
Was der Käufer bei leerer Fassung bekommt
Zehn Leuchten dieses Themenbereichs kommen ohne Birne, und über ihr Licht steht im Angebot nichts. Das klingt nach einem Mangel und ist zur Hälfte einer.
Was der Käufer verliert: die Möglichkeit, vor dem Kauf zu wissen, wie hell es wird. Er muss eine zweite Entscheidung treffen und einen zweiten Einkauf tätigen.
Was er gewinnt: die Kontrolle über vier Größen, die bei einer fest verbauten LED endgültig festgelegt sind.
| Größe | fest verbaut | mit Fassung |
|---|---|---|
| Lichtmenge | vom Hersteller bestimmt | über die Birne wählbar |
| Lichtfarbe | bei vier von fünf endgültig | jederzeit änderbar |
| Farbwiedergabe | in 14 von 15 Fällen unbekannt | steht auf der Birnenpackung |
| Lebensdauer | in 15 von 15 Fällen unbekannt | Birne wird getauscht |
Die dritte Zeile ist die, die am häufigsten übersehen wird. Der Farbwiedergabeindex beschreibt, wie natürlich Farben unter dem Licht wirken; billige LED liegt oft bei 80, gute über 90, und der Unterschied ist an Hauttönen und Holz sichtbar. Im ganzen Themenbereich nennt ihn ein einziges Angebot, und das ist eines mit fest verbauter LED. Auf Birnenpackungen steht er dagegen regelmäßig.
Die vierte Zeile ist die, die am meisten Geld kostet. Bei einer Leuchte mit fest verbauter LED ist der Ausfall des Leuchtmittels das Ende des Geräts. Bei einer mit Fassung wird eine Birne für wenige Euro getauscht.
Das ist der Grund, warum das fehlende Label bei den zehn leeren Fassungen kein Nachteil ist. Was fehlt, ist eine Angabe über ein Produkt, das der Käufer selbst aussucht. Und über dieses Produkt gibt es eine vollständige, geprüfte Kennzeichnung auf der Packung.
Der Nachteil ist ein anderer: Neun dieser zehn Angebote zeigen trotzdem ein Label, und das führt in die Irre. Ein Käufer, der die fünfzehn Angebote nach der angezeigten Klasse sortiert, setzt drei leere Fassungen an die Spitze — vor die einzige Leuchte des Themenbereichs, deren Klassenangabe der eigenen Rechnung standhält.
Die Bilanz über fünf Lichtmärkte
Wandleuchten sind der fünfte Markt, den dieses Portal mit derselben Frage untersucht hat. In allen fünf steckt dieselbe Technik in einem anderen Regal.
| Markt | Lichtstrom | Label mit Buchstabe | prüfbar | davon richtig |
|---|---|---|---|---|
| Aquarienbeleuchtung | 6 von 15 | 4 von 15 | 4 | 0 |
| Spiegelschränke | 2 von 15 | 0 von 15 | 0 | — |
| Stehlampen | 9 von 15 | 14 von 15 | 8 | 4 |
| Deckenleuchten | 8 von 15 | 14 von 15 | 8 | 2 |
| Wandleuchten | 4 von 15 | 14 von 15 | 4 | 2 |
| zusammen | 29 von 75 | 46 von 75 | 24 | 8 |
Acht von 24 prüfbaren Klassenangaben stimmen. Das ist ein Drittel.
Zwei weitere Zahlen fallen auf. 46 Label stehen 24 prüfbaren Fällen gegenüber — bei 22 Angeboten gibt es also einen Buchstaben und nichts, woran er sich messen ließe.
Und 29 von 75 Angeboten nennen einen Lichtstrom. Bei den übrigen 46 ist über die Helligkeit nichts bekannt, häufig aus dem guten Grund, dass kein Leuchtmittel dabei ist.
Drei Beobachtungen lassen sich aus dieser Bilanz ableiten, und sie widersprechen einander nicht.
1. Die Sichtbarkeit der Zahl folgt der Bauart. Wo ein Leuchtmittel fest verbaut ist, steht der Lichtstrom meistens da; wo eine Fassung leer bleibt, steht er nie da. Bei den Spiegelschränken kam eine dritte Ursache hinzu: Dort ist die Leuchte in einem Möbel verbaut, und das Datenblatt folgte dem Möbel.
2. Die Richtigkeit folgt keiner erkennbaren Regel. Bei den Stehlampen stimmten vier von acht, bei den Deckenleuchten zwei von acht, hier zwei von vier. Zwischen den Märkten schwankt die Quote, und keine Eigenschaft des Markts erklärt sie.
3. Das Label steht auch dort, wo es nichts zu bewerten gibt. In diesem Themenbereich sitzen zehn von vierzehn Badges auf leeren Fassungen.
Zehn leere Fassungen, neun Buchstaben
Der auffälligste Befund dieses Themenbereichs braucht keine Rechnung.
Zehn Leuchten kommen ohne Leuchtmittel: fünf Außenwandleuchten und fünf Innenleuchten mit E27-Fassung. Ihr Stromverbrauch ist bei allen zehn identisch, nämlich null. Ihr Lichtstrom ebenso.
| Buchstabe | Anzahl unter den zehn |
|---|---|
| A | 3 |
| E | 2 |
| G | 4 |
| kein Label | 1 |
Die volle Skala für Produkte mit identischer Aussage über ihr Licht.
In den Datenfeldern derselben zehn Angebote steht: einmal A+, einmal „Nicht bewertet“, einmal das Wort „nein“, einmal ein kleingeschriebenes „g“ neben einem Label mit E, zweimal G, einmal E, und dreimal gar nichts.
Nur ein Anbieter zieht die Konsequenz und zeigt weder Label noch Klassenangabe. Es ist zugleich das günstigste Angebot des ganzen Themenbereichs.
Die Verordnung kennzeichnet Lichtquellen, nicht Leuchten. Das lässt sich an der europäischen Produktdatenbank EPREL nachvollziehen: Die Produktgruppe heißt „Lichtquellen“ und lässt sich nach Sockelart filtern — E27, E14, G13, G9 und weitere. Ein Register, das nach Sockeln filtert, erfasst die Birne und nicht die Fassung.
Warum die neun Buchstaben trotzdem dastehen, wissen wir nicht. Denkbar ist, dass ein Pflichtfeld befüllt werden musste; denkbar ist auch, dass sich die Angabe auf eine Birne bezieht, die der Anbieter für typisch hält. Keine dieser Erklärungen macht den Buchstaben für einen Käufer brauchbar.
Die abgeschafften Klassen
Zwei Angebote dieses Themenbereichs tragen im Datenfeld Klassen, die es nicht mehr gibt: A+++ und A+.
Die alte Skala hatte diese Stufen eingeführt, weil sie nach oben ausgereizt war. Als praktisch jedes Leuchtmittel A erreichte, wurden A+, A++ und A+++ angehängt. 2021 wurde alles neu gestaffelt: die Werte rutschten nach unten, die Plusklassen entfielen, und die neue Spitze A blieb bewusst nahezu leer.
Über fünf Lichtmärkte sind es vier Funde:
| Markt | abgeschaffte Klasse | Label desselben Angebots |
|---|---|---|
| Aquarienbeleuchtung | A+++ | — |
| Deckenleuchten | A++ | D |
| Wandleuchten | A+++ | G |
| Wandleuchten | A+ | A |
Der dritte Fall ist der schärfste. Ein Angebot trägt gleichzeitig die höchste Stufe der alten Skala und die unterste der neuen. Eine größere Spanne innerhalb eines Angebots ist auf diesen Skalen nicht möglich.
Alle vier zeigen dasselbe: Ein Datenfeld, das einmal befüllt wurde, wird nicht nachgepflegt, wenn sich die Regeln ändern.
Für einen Käufer ist das ein brauchbares Warnsignal. Wer im Jahr 2026 in einem Angebot A+, A++ oder A+++ liest, weiß, dass diese Angabe mindestens fünf Jahre alt ist oder aus einer Vorlage stammt, die niemand geprüft hat.
Was fünf Märkte über die Richtung der Fehler sagen
Über 24 nachrechenbare Klassenangaben hinweg lässt sich nicht nur zählen, wie viele stimmen, sondern auch, in welche Richtung die falschen abweichen.
| Richtung | Fälle |
|---|---|
| stimmt | 8 |
| zu gut, eine Klasse | 5 |
| zu gut, zwei bis fünf Klassen | 8 |
| zu schlecht | 3 |
Dreizehn von sechzehn Abweichungen gehen nach oben.
Bei zufälligen Eingabefehlern wäre eine Gleichverteilung zu erwarten. Wir sagen nicht, dass die Abweichungen absichtlich sind — dafür haben wir keinen Beleg, und ein einzelner Fall lässt sich immer mit einem Tippfehler oder einer Vorlage erklären. Was wir sagen: Die Richtung sieht über 24 Fälle nicht zufällig aus.
Die drei Fälle nach unten sind aufschlussreicher, als ihre Zahl vermuten lässt. Zwei davon stehen in diesem Themenbereich: eine Leuchte mit 100,0 Lumen je Watt trägt G statt F, und eine mit 200,0 trägt F statt B — Letztere in einem anderen Markt. Für einen Käufer ist die Untertreibung die harmlosere Fehlerrichtung, für den Anbieter ist sie die unwahrscheinlichere, und deshalb ist sie erklärungsbedürftiger.
Eine Erklärung liegt nahe und ist nicht belegbar: Wer eine Klasse eintragen muss und den Wert nicht kennt, greift zur untersten; das ist die Angabe, mit der man am wenigsten falsch machen kann. Wer einen Wert schätzt und dabei optimistisch ist, greift zur obersten. Beides sind Verlegenheitsantworten, und beide erklären, warum in diesem Feld so oft A oder G steht und so selten C, D oder E.
Die Verteilung der 46 Label über fünf Märkte stützt das: A und G zusammen machen den größten Teil aus, während die mittleren Klassen B, C und D kaum vorkommen. In diesem Themenbereich tragen drei Angebote A, zwei E, sieben G und keines B, C oder D.
Für einen Käufer folgt daraus eine praktische Lesart. Ein A oder ein G in diesem Markt ist häufiger eine Verlegenheitsangabe als eine Messung. Ein E oder F in der Mitte der Skala ist eher das Ergebnis einer Rechnung — und tatsächlich stimmen in diesem Themenbereich beide Angaben, die in der Mitte liegen.
Was die Zahl im Alltag bedeutet
Bis hierhin ging es darum, ob die Angaben stimmen. Die andere Frage ist, was sie überhaupt bewirken.
Eine Wandleuchte ist von allen Beleuchtungsbauarten die mit der geringsten Leistungsaufnahme. Die bezifferten Modelle dieses Themenbereichs liegen bei 7 bis 30 Watt; bei den Deckenleuchten waren es 18 bis 65, bei den Stehlampen 24 bis 44.
Der Grund ist die Aufgabe. Eine Deckenleuchte macht einen Raum hell und braucht dafür Licht. Eine Wandleuchte setzt einen Akzent oder beleuchtet einen Weg, und dafür reicht ein Bruchteil.
Daraus folgt eine Einordnung, die über alle fünf Lichtmärkte gilt: Je kleiner die Leuchte, desto weniger bringt eine bessere Klasse. Und desto häufiger steht ein Buchstabe da, der nichts bedeutet.
| Gerät | typische Leistung | Kosten je Jahr bei 1200 h |
|---|---|---|
| Wandleuchte, klein | 7 W | rund 3 € |
| Wandleuchte, groß | 30 W | rund 11 € |
| Deckenleuchte, groß | 65 W | rund 23 € |
Die Rechnung unterstellt 1200 Betriebsstunden im Jahr und dreißig Cent je Kilowattstunde — beides Annahmen, keine Messungen. Eine Wandleuchte im Flur brennt in der Praxis deutlich weniger.
Bei drei Euro im Jahr ist die Frage nach der Energieeffizienzklasse akademisch. Was zählt, ist, ob die Leuchte genug Licht gibt, ob sie an die Wand passt und ob sie hält.
Die Klasse behält trotzdem einen Wert, und er liegt woanders. Sie ist ein Indikator für die Sorgfalt eines Angebots. Ein Anbieter, der A+++ in ein Feld schreibt, das es seit fünf Jahren nicht mehr gibt, hat dieses Feld nicht geprüft, und vermutlich auch die anderen nicht. In einem Markt, in dem Wattfelder von 2 bis 120 reichen und ein Materialfeld „Konstantestrom-Antrieb“ trägt, ist das eine brauchbare Information.
Was das Label nicht sagt
Zwei Missverständnisse sind verbreitet, und beide führen zu Fehlkäufen.
1. Das Label sagt nichts über die Lichtmenge. Es beschreibt ein Verhältnis, nicht eine Menge. Eine Leuchte mit 800 Lumen und 4 Watt hat eine bessere Klasse als eine mit 3000 Lumen und 30 Watt — und liefert ein Viertel des Lichts.
Für die Frage, ob eine Wand hell wird, ist die Klasse damit ohne Bedeutung. Die Zahl, auf die es ankommt, ist der Lichtstrom in Lumen.
2. Das Label sagt weniger über die Stromrechnung, als sein Aussehen vermuten lässt.
Eine Beispielrechnung mit einer benannten Annahme: Wer eine Wandleuchte an dreihundert Abenden vier Stunden brennen lässt, kommt auf 1200 Betriebsstunden im Jahr.
| Leuchte | Leistung | 1200 Stunden | bei 30 ct/kWh |
|---|---|---|---|
| 7 W Zweier-Set (je Leuchte) | 7 W | 8,4 kWh | rund 3 € |
| 16 W Up Down | 16 W | 19,2 kWh | rund 6 € |
| YCZM 18 W | 18 W | 21,6 kWh | rund 6 € |
| Klighten 91 cm | 30 W | 36,0 kWh | rund 11 € |
Zwischen der sparsamsten und der verbrauchsstärksten Leuchte liegen rund neun Euro im Jahr. Und die verbrauchsstärkste liefert das Vierfache an Licht.
Das ist keine Summe, die eine Kaufentscheidung tragen sollte. Die Klassendiskussion dieses Marktes spielt sich in einer Größenordnung von wenigen Euro ab — was sie nicht harmlos macht, aber ihre Bedeutung verschiebt: Sie ist weniger eine Frage der Stromrechnung als eine der Glaubwürdigkeit des Datenblatts.
Was ein Käufer stattdessen tun kann
Aus den Zahlen dieser fünf Märkte lässt sich eine Vorgehensweise ableiten, die ohne Vertrauen in das Label auskommt.
1. Nach Lumen suchen, nicht nach Watt und nicht nach Buchstaben. Der Lichtstrom ist die einzige belastbare Vergleichsgröße.
2. Selbst teilen, wo beide Zahlen dastehen.
| Ergebnis | Einordnung |
|---|---|
| über 180 lm/W | für eine Komplettleuchte unwahrscheinlich |
| 130 bis 180 lm/W | sehr gut |
| 100 bis 130 lm/W | gut |
| 85 bis 100 lm/W | üblich |
| unter 85 lm/W | schwach |
3. Bei Widersprüchen den niedrigeren Wert nehmen. Wo ein Angebot zwei Aussagen zur selben Frage macht — Datenfeld gegen Label, Titel gegen Text —, ist der niedrigere in aller Regel der, mit dem man nicht enttäuscht wird.
4. Klassenangaben mit Plus als Warnsignal lesen. A+, A++ und A+++ existieren seit 2021 nicht mehr.
5. Bei einer Leuchte ohne Leuchtmittel das Label ignorieren. Es beschreibt eine Lichtquelle, die es nicht gibt. Maßgeblich ist das Label auf der Birnenpackung — dort steht auch der Lichtstrom, die Farbtemperatur und ob die Birne dimmbar ist.
6. Das Wattfeld als Grenze lesen, nicht als Verbrauch. Bei den zehn leeren Fassungen dieses Themenbereichs reichen die Werte von 2 bis 120 Watt, und keiner davon ist ein Verbrauch.
Und siebtens: die Klasse ganz weglassen, wenn Lumen und Watt dastehen. Sie fügt der Rechnung nichts hinzu, was nicht schon in ihr steckt.
Wie sich die Bauarten unterscheiden, zeigen der Vergleich der Leuchten für innen, der Vergleich der Außenwandleuchten und der Vergleich der Leuchten mit E27-Fassung; die Übersicht über alle fünfzehn Angebote steht in der Kaufberatung Wandleuchten.
Wie das Label auf die Angebotsseite kommt. Die Angabe stammt vom Verkäufer. Er trägt sie in ein Feld ein, und die Handelsplattform stellt sie als farbigen Balken dar — dieselbe Grafik, die auf einem Kühlschrank im Elektromarkt klebt. Das erklärt einen Teil dessen, was wir über fünf Märkte gefunden haben: Ein Feld, das einmal befüllt wurde, wird nicht nachgepflegt, wenn sich die Regeln ändern, und niemand rechnet nach, ob der Buchstabe zu den Zahlen im selben Angebot passt. Es erklärt auch, warum Datenfeld und Balken so oft auseinandergehen: Es sind zwei Eingaben an zwei Stellen, und sie werden nicht gegeneinander geprüft. In diesem Themenbereich weichen sie bei vier von fünfzehn Angeboten voneinander ab: einmal so weit, dass zwischen „g“ im Feld und E im Balken zwei Klassen liegen.
Und warum das bei einer Leuchte anders wiegt als bei anderen Geräten. Der farbige Balken trägt die Gestaltung eines amtlichen Etiketts, und das ist bei einem Kühlschrank berechtigt: Dort steht ein genormtes Prüfverfahren dahinter, das der Käufer nicht nachvollziehen kann, und die Marktüberwachung ist die einzige Kontrolle. Bei einer Leuchte steht dahinter eine Division, die jeder in zehn Sekunden selbst machen kann — vorausgesetzt, beide Zahlen stehen im Angebot. Das ist der Grund, warum wir in diesem Portal jede Klassenangabe nachrechnen, wo das möglich ist, und warum die Fehlerquote in diesem Markt überhaupt sichtbar wird. In fünf Lichtmärkten mit 75 Angeboten waren 24 Angaben prüfbar, und sechzehn davon hielten der Prüfung nicht stand. Ob das in anderen Produktgruppen ähnlich aussieht, wissen wir nicht — dort lässt es sich nicht feststellen.
Was auf der Birnenpackung steht und warum es dort zuverlässiger ist. Für Lichtquellen verlangt die Verordnung eine Kennzeichnung, und die trägt seit 2021 zusätzlich einen QR-Code, der in die europäische Produktdatenbank führt. Wer eine Birne im Laden kauft, kann ihn scannen und bekommt die hinterlegten Daten — Lichtstrom, Leistung, Farbtemperatur, Lebensdauer, Schaltzyklen. Das ist der Unterschied zu einem Leuchtenangebot: Dort steht eine Behauptung des Verkäufers, hier ein Eintrag in einem Register. Für die zehn Leuchten dieses Themenbereichs, die ohne Birne kommen, ist das die praktische Konsequenz: Die Angaben, die im Leuchtenangebot fehlen oder falsch sind, findet der Käufer vollständig auf der Packung des Leuchtmittels, und muss sie nur einmal lesen, statt fünfzehn Angebote zu vergleichen.
Ein letzter Blick auf die Größenordnungen. Über 75 Angebote in fünf Märkten lag die beste nachrechenbare Ausbeute einer Komplettleuchte bei 133,3 Lumen je Watt, die schlechteste bei 41,7 — Faktor 3,2, und er entscheidet über wenige Euro im Jahr. Zwischen der hellsten und der dunkelsten Leuchte derselben 75 lagen 806 und 5400 Lumen, also Faktor 6,7, und der entscheidet darüber, ob ein Raum hell wird. Die Zahl mit der größeren Wirkung ist die, die seltener dasteht — 29 von 75 gegen 46 von 75. Das ist die kürzeste Zusammenfassung dessen, was dieses Portal in fünf Lichtmärkten gefunden hat.
Was sich seit 2021 sonst geändert hat. Neben der Neustaffelung der Skala kam die Registrierungspflicht: Jede Lichtquelle, die in der EU in Verkehr gebracht wird, muss in der europäischen Produktdatenbank eingetragen sein. Für die Prüfung von außen wäre das der zweite Weg neben der eigenen Rechnung — man könnte ein Modell dort suchen und die hinterlegten Werte gegen das Angebot halten. In den fünfzehn Angeboten dieses Themenbereichs haben wir dafür keinen Ansatzpunkt gefunden: Keines nennt eine Modellkennung, mit der sich in der Datenbank suchen ließe. Das ist der Punkt, an dem die Prüfbarkeit von außen endet. Die Rechnung aus Lumen und Watt bleibt möglich, die Gegenprobe an einer amtlichen Quelle nicht.
Was die Wörter meinen. Lichtstrom in Lumen ist die gesamte Lichtmenge einer Leuchte. Lichtausbeute misst in Lumen je Watt, was die Leuchte aus der aufgenommenen Leistung macht. EPREL ist die europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung. A+, A++ und A+++ sind Klassen der bis 2021 geltenden Skala; sie existieren nicht mehr.
Grundlage, Rechnung, Vorbehalt
Stichtag der Erhebung ist der 29.08.2026, Quelle jeweils die Angebotsseite. Ein eigenes Messgerät kam nicht zum Einsatz.
Wir haben die Lichtausbeute selbst ermittelt — durch Division zweier Angaben desselben Angebots. Die Klassenzuordnung folgt der Verordnung (EU) 2019/2015.
Die Rechnung berücksichtigt keinen Korrekturfaktor. Die Verordnung sieht für bestimmte Bauarten von Lichtquellen einen Faktor vor, der die Ausbeute leicht verschiebt. Er würde die Werte um wenige Prozent bewegen und keine der Abweichungen dieses Themenbereichs erklären.
Das Energielabel haben wir aus den Angebotsseiten ausgelesen, so wie es einem Käufer angezeigt wird: nicht aus dem Datenfeld. Wo beide voneinander abweichen, nennen wir beide.
Die Bilanz über fünf Märkte ist eine Auszählung unserer eigenen Erhebungen, nicht die Auswertung einer repräsentativen Stichprobe. Sie umfasst 75 Angebote aus fünf Themenbereichen, jeweils zum Erhebungszeitpunkt lieferbar. Was sie zeigt, ist ein Muster in diesen 75 Angeboten, nicht der Zustand des gesamten Marktes.
Eine Erklärung für die Abweichungen haben wir nicht. Übertragungsfehler, Werte aus einer anderen Variante, ein abweichendes Verfahren oder bewusstes Schönen sind alle möglich. Wir bleiben bei dem, was die Zahlen hergeben.
Wir sagen auch nicht, dass die Label unzulässig angebracht wurden. Welche Kennzeichnung die Verordnung hier fordert, entscheidet sich an Rechtsfragen, für die uns die Zuständigkeit fehlt.
Diese Seite finanziert sich über Provisionen aus den Partnerlinks. Was das nicht ändert, sind die Zahlen — sie sind fremd erhoben und offen nachgerechnet.
Häufige Fragen
- Wie rechnet man die Energieeffizienzklasse aus?
- Lichtstrom in Lumen geteilt durch die Leistung in Watt. Die Klassengrenzen liegen bei 210, 185, 160, 135, 110 und 85 Lumen je Watt.
- Warum trägt eine Leuchte ohne Leuchtmittel ein Label?
- Das ist die offene Frage dieses Themenbereichs. Zehn Leuchten ohne Birne tragen neun Buchstaben, und die reichen von A bis G: für Produkte, die alle dasselbe leisten.
- Was bedeutet A+++ heute?
- Nichts. Die Plusklassen wurden 2021 abgeschafft. Ein Angebot dieses Themenbereichs trägt A+++ im Datenfeld, während sein Label G zeigt.
- Was ist ein guter Wert für eine Wandleuchte?
- Über 130 Lumen je Watt ist sehr gut, 100 bis 130 gut, 85 bis 100 üblich. Die vier bezifferten Leuchten dieses Themenbereichs liegen bei 100 und 120.
- Wie viel Strom spart eine bessere Klasse?
- Wenig. Zwischen der sparsamsten und der verbrauchsstärksten Leuchte dieses Themenbereichs liegen bei üblicher Nutzung rund neun Euro im Jahr.
- Sagt das Label etwas über die Helligkeit?
- Nein. Es beschreibt das Verhältnis von Licht zu Strom, nicht die Menge. Eine Leuchte mit Klasse A kann dunkler sein als eine mit Klasse G.
- Worauf sollte man stattdessen achten?
- Auf den Lichtstrom in Lumen. Er steht in diesem Themenbereich in vier von fünfzehn Angeboten. Und bei den zehn übrigen auf der Birnenpackung.
- Kann man das Label bei einer Leuchte mit Fassung ignorieren?
- Ja. Es beschreibt eine Lichtquelle, die nicht mitgeliefert wird. Maßgeblich ist das Label auf der Packung der Birne.
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Fachredaktion Wohnen und Einrichten
Schreibt über Bad, Beleuchtung und Aufbewahrung.
Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Haushaltsprodukte
Wie wir bewerten
Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:
- Eignung für den Zweck
- Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
- Belegte Spezifikationen
- Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
- Verarbeitung und Haltbarkeit
- Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
- Aufwand für Aufbau und Pflege
- Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
- Transparenz des Anbieters
- Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.
Aktualisierung und Quellen
- Veröffentlicht
- 29.08.2026
- Aktualisiert
- 29.08.2026
- Geprüft
- 29.08.2026
- Quellen
- 6
Änderungsverlauf
- 29.08.2026: Neu angelegt. Alle Lichtausbeuten und die daraus abgeleiteten Klassen sind eigene Rechnungen aus Angebotsangaben; die Bilanz über fünf Märkte ist eine Auszählung unserer eigenen Erhebungen.
Belege
- Institution oder Normeur-lex.europa.euVerordnung (EU) 2019/2015 — Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen
Delegierte Verordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen. Sie legt die Skala A bis G fest; die Klassengrenzen liegen bei 210, 185, 160, 135, 110 und 85 Lumen je Watt. Mit ihr entfielen die Stufen A+, A++ und A+++. Gegenstand der Kennzeichnung ist die Lichtquelle, nicht die Leuchte.
- Institution oder Normeprel.ec.europa.euEPREL — Europäische Produktdatenbank, Produktgruppe Lichtquellen
Öffentliche Datenbank der Europäischen Kommission zur Energieverbrauchskennzeichnung. Die Produktgruppe „Lichtquellen“ nennt die Verordnung 2019/2015 als Grundlage, führt die Klassen A bis G als Filter und lässt zusätzlich nach Sockelart und Farbtemperatur filtern. Am 29.08.2026 eingesehen.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot 7 W im Zweier-Set — Datenfeld A+++, Label G
Zweier-Set mit je 7 Watt, ohne Lichtstromangabe. Das Datenfeld Energieeffizienzklasse trägt A+++, eine Stufe der bis 2021 geltenden Skala; das Energielabel zeigt G. Die größtmögliche Spanne zwischen zwei Angaben in einem Angebot.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot HLFVLITE — Datenfeld A+, Label A
Außenwandleuchte für maximal 40 Watt an einer E27-Fassung, ohne Leuchtmittel. Das Datenfeld trägt A+, das Energielabel A. Der zweite Fund einer abgeschafften Klasse in diesem Themenbereich.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot YCZM 18 W — die stimmigste Angabe des Themenbereichs
Nennt 2160 Lumen bei 18 Watt, also 120,0 Lumen je Watt. Die Klasse E beginnt bei 110 und endet unter 135; Datenfeld und Energielabel nennen übereinstimmend E.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot 16 W — Label G bei 100 Lumen je Watt
Nennt 1600 Lumen bei 16 Watt, also 100,0 Lumen je Watt und damit Klasse F. Datenfeld und Energielabel nennen G. Eine der wenigen Abweichungen nach unten unter 24 geprüften Angaben in fünf Lichtmärkten.