Deckenleuchten·18 Min Lesezeit
Deckenleuchte Energieklasse, vier Märkte, eine Bilanz
Vier Lichtmärkte, sechzig Angebote, zwanzig prüfbare Klassenangaben. Sechs stimmen. Was das über das Energielabel sagt und wie man es umgeht.
- Veröffentlicht
- Geprüft
Kurz gesagt
Die Energieeffizienzklasse einer Leuchte ist die Lichtausbeute in einen Buchstaben gefasst: Lumen geteilt durch Watt. A beginnt bei 210 Lumen je Watt, F bei 85, G liegt darunter. Diese Rechnung dauert zehn Sekunden und ist in acht von fünfzehn Angeboten dieses Themenbereichs möglich — bei sechs davon kommt etwas anderes heraus als der Buchstabe, der im Angebot steht. Über vier Lichtmärkte dieses Portals gerechnet sind es zwanzig prüfbare Angaben, von denen sechs stimmen. Vier Angebote dieses Themenbereichs tragen Klasse A; keines davon erreicht nachrechenbar mehr als 105 Lumen je Watt, was Klasse F entspricht. Ein Angebot trägt im Datenfeld die 2021 abgeschaffte Stufe A++, ein anderes statt eines Buchstabens die Zahl 203,125 Lumen je Watt, also die Lichtausbeute selbst, im Klassenfeld.
Was die Klasse ist. Die Energieeffizienzklasse einer Lichtquelle ist eine einzige Rechnung, in einen Buchstaben gefasst.
Lichtstrom geteilt durch Leistung. Lumen durch Watt. Das Ergebnis heißt Lichtausbeute und sagt, wie viel Licht aus einem Watt wird.
Die Skala steht in der Verordnung (EU) 2019/2015 und hat sieben Stufen.
| Klasse | ab |
|---|---|
| A | 210 lm/W |
| B | 185 lm/W |
| C | 160 lm/W |
| D | 135 lm/W |
| E | 110 lm/W |
| F | 85 lm/W |
| G | darunter |
Mehr ist es nicht. Wer die beiden Zahlen aus einem Angebot hat, kann die Klasse in zehn Sekunden selbst bestimmen und braucht das Label nicht.
Genau darin liegt die Besonderheit dieser Kennzeichnung. Bei einem Kühlschrank oder einer Waschmaschine kann ein Käufer die Klasse nicht nachrechnen: dafür bräuchte er Messwerte aus einem Prüfverfahren. Bei einer Leuchte braucht er zwei Zahlen, die im Angebot stehen.
Was in diesem Markt daraus wird
Acht der fünfzehn Angebote dieses Themenbereichs nennen einen Lichtstrom und eine Leistung. Bei diesen acht lässt sich prüfen, ob der Buchstabe zu den eigenen Zahlen passt.
| Leuchte | Lumen | Watt | lm/W | Klasse daraus | Label |
|---|---|---|---|---|---|
| Ø 30 mit 3600 lm | 3600 | 18 | 200,0 | B | F |
| BRILONER | 2400 | 18 | 133,3 | E | A |
| LQWELL Ø 22 | 1980 | 18 | 110,0 | E | E |
| Ø 50 cm 40 W | 4200 | 40 | 105,0 | F | A |
| 54 W mit 5400 lm | 5400 | 54 | 100,0 | F | A |
| BLNAN RGB | 2400 | 24 | 100,0 | F | E |
| ORALUCE Ø 28 | 2400 | 24 | 100,0 | F | F |
| Lepro IP44 | 2400 | 24 | 100,0 | F | D |
Zwei von acht stimmen.
Fünf der sechs Abweichungen gehen nach oben, eine nach unten. Die größten Abstände betragen 5 Klassen: Zwei Leuchten mit 100 beziehungsweise 105 Lumen je Watt tragen ein Label mit A, das bei 210 beginnt.
Die Bilanz über vier Märkte
Dieses Portal hat inzwischen vier Märkte mit derselben Frage untersucht, und in allen vieren steckt dieselbe Technik in einem anderen Regal.
| Markt | Lichtstrom | Label mit Buchstabe | prüfbar | davon richtig |
|---|---|---|---|---|
| Aquarienbeleuchtung | 6 von 15 | 4 von 15 | 4 | 0 |
| Spiegelschränke | 2 von 15 | 0 von 15 | 0 | — |
| Stehlampen | 9 von 15 | 14 von 15 | 8 | 4 |
| Deckenleuchten | 8 von 15 | 14 von 15 | 8 | 2 |
| zusammen | 25 von 60 | 32 von 60 | 20 | 6 |
Sechs von zwanzig prüfbaren Klassenangaben stimmen.
Zwei Beobachtungen lassen sich daraus ableiten, und sie widersprechen einander nicht.
Die erste: Die Sichtbarkeit folgt der Warenkategorie. Ein Spiegelschrank ist ein Möbel und nennt fast nichts. Eine Aquarienleuchte ist Zubehör und nennt wenig. Eine Stehlampe und eine Deckenleuchte sind unbestritten Leuchten und nennen viel.
Die zweite: Die Richtigkeit folgt ihr nicht. Bei praktisch gleicher Sichtbarkeit stimmen bei den Stehlampen vier von acht Angaben und bei den Deckenleuchten zwei.
Das war die offene Frage, mit der der Themenbereich Stehlampen geendet hatte. Die Antwort lautet: Das Regal, in dem ein Produkt steht, sagt etwas darüber, ob eine Zahl dasteht — und nichts darüber, ob sie stimmt.
Was das Label beschreibt und was nicht
Die Verordnung (EU) 2019/2015 kennzeichnet Lichtquellen, nicht Leuchten. Gegenstand der Klasse ist das, was leuchtet, nicht das Gehäuse darum herum.
Das lässt sich an der europäischen Produktdatenbank EPREL nachvollziehen: Die Produktgruppe heißt „Lichtquellen“, und einer ihrer Filter ist die Sockelart — E27, E14, G13, G9 und weitere. Ein Register, das nach Sockeln filtert, erfasst die Birne und nicht die Fassung.
Für die Leuchten dieses Themenbereichs bedeutet das Verschiedenes.
Eine Deckenleuchte mit fest verbauter LED enthält eine Lichtquelle. Für die gibt es eine Klasse, und sie muss im Angebot stehen. Zehn der fünfzehn Leuchten fallen darunter, und alle zehn tragen ein Label.
Eine Deckenleuchte mit leerer Fassung enthält keine. Ihr Lichtstrom und ihr Verbrauch hängen an einer Birne, die der Käufer aussucht. Fünf der fünfzehn Leuchten fallen darunter, und vier davon tragen trotzdem ein Label — mit A, E, F und F.
Vier Produkte mit identischer Aussage über ihr Licht, vier verschiedene Buchstaben. Nur ein Anbieter zieht die Konsequenz und zeigt gar kein Label.
Warum die vier Buchstaben dastehen, wissen wir nicht. Denkbar ist, dass ein Pflichtfeld befüllt werden musste; denkbar ist auch, dass sich die Angabe auf eine Birne bezieht, die der Anbieter für typisch hält. Beides wären Erklärungen; keine davon macht den Buchstaben für einen Käufer brauchbar.
Praktisch heißt das: Bei einer Leuchte mit Fassung ist das Label am Leuchtenangebot ohne Bedeutung. Das Label, auf das es ankommt, klebt auf der Birnenpackung, und dort beschreibt es tatsächlich das, was leuchtet.
Warum Komplettleuchten schlechter abschneiden als Birnen
Über vier Lichtmärkte hinweg zeigt sich ein Muster, das nichts mit Kennzeichnung zu tun hat, sondern mit Technik.
Eine einzelne Birne wird als Lichtquelle allein gemessen. Eine Komplettleuchte wird mit Gehäuse, Streuscheibe und Vorschaltelektronik gemessen. Jedes dieser Bauteile kostet Licht.
Die Zahlen aus den Erhebungen dieses Portals:
| Bauart | beste gemessene Ausbeute |
|---|---|
| einzelne E27-Birne im Lieferumfang | 201,5 lm/W |
| flache Deckenleuchte mit fester LED | 133,3 lm/W |
| große Deckenleuchte mit fester LED | 105,0 lm/W |
| Stehlampe mit fester LED | 108,3 lm/W |
Der Abstand zwischen der Birne und der besten Komplettleuchte beträgt den Faktor 1,5.
Drei Gründe kommen zusammen. Erstens die Messgrundlage — die Birne tritt ohne Gehäuse an. Zweitens die Kühlung: eine Birne hat einen Sockel, der als Kühlkörper arbeitet, während ein Modul in einem flachen Kunststoffgehäuse seine Wärme schlechter loswird, und Wärme kostet Licht. Drittens der Wettbewerb — LED-Birnen sind ein Massenmarkt mit sichtbarem Label auf jeder Packung, und deshalb lohnt es sich für die Hersteller, an der Effizienz zu arbeiten. Bei einer Deckenleuchte kauft niemand nach der Effizienz des eingebauten Moduls.
Ein vierter Grund betrifft nur einen Teil des Feldes. Zehn der fünfzehn Leuchten lassen sich in der Lichtfarbe umschalten, meist zwischen 3000 und 6500 Kelvin. Das verlangt zwei LED-Typen nebeneinander, von denen im Betrieb nie beide voll arbeiten. Die Umschaltbarkeit kostet Ausbeute — wie viel, sagt kein Angebot, und wir können es nicht beziffern.
Für die Kaufentscheidung folgt daraus: Wer die effizienteste Lösung will, nimmt eine Leuchte mit Fassung und eine gute Birne. Wer die bequemste will, nimmt eine mit fest verbauter LED. Der Unterschied im Verbrauch beträgt bei üblicher Nutzung wenige Euro im Jahr — der Unterschied in der Lebensdauer der Anschaffung ist der größere Posten.
Warum Klasse A auffällig ist
Die Skala wurde 2021 neu gestaffelt, und die Neufassung hatte einen Zweck: Platz nach oben zu schaffen.
Die alte Skala war ausgereizt. Als praktisch jedes Leuchtmittel die Klasse A erreichte, wurden A+, A++ und A+++ angehängt — eine Behelfslösung, die den Vergleich eher erschwerte als erleichterte.
Bei der Neufassung rutschte alles nach unten, die Plusklassen entfielen, und die neue Spitze A blieb bewusst nahezu leer. Sie ist für Technik reserviert, die es im Handel noch kaum gibt.
Daraus folgt eine einfache Faustregel: Wer im Jahr 2026 in einem Angebot für eine Wohnraumleuchte die Klasse A liest, sollte nachrechnen. In diesem Themenbereich tragen vier von fünfzehn Angeboten ein A-Label. Von diesen vier sind zwei nachrechenbar, und beide liegen bei 100 beziehungsweise 105 Lumen je Watt, also in Klasse F.
Die anderen beiden lassen sich nicht prüfen: Eine nennt keinen Lichtstrom, die andere wird ohne Leuchtmittel geliefert.
Und wer A++ oder A+++ liest, weiß, dass die Angabe mindestens fünf Jahre alt ist. Ein Angebot dieses Themenbereichs trägt A++ im Datenfeld, im Themenbereich Aquarienbeleuchtung war es einmal A+++. Beide Fälle zeigen dasselbe: Ein Datenfeld, das einmal befüllt wurde, wird nicht nachgepflegt, wenn sich die Regeln ändern.
Die sechs Angaben, die nicht stimmen
Es lohnt, die sechs Abweichungen dieses Themenbereichs einzeln anzusehen, weil sie nicht gleich schwer sind.
Der erste Fall ist eine Klasse Abstand. Eine Leuchte mit 100,0 Lumen je Watt trägt E. E beginnt bei 110. Es fehlen zehn Einheiten oder neun Prozent. Mit einer gerundeten Messung ist das nicht zu erklären, aber es ist die Art von Abweichung, die entstehen kann, wenn jemand großzügig aufrundet.
Der zweite ist ebenfalls eine Klasse, aber deutlicher. Eine Leuchte mit 100,0 Lumen je Watt trägt D. D beginnt bei 135. Es fehlen 35 Einheiten oder 26 Prozent. Dasselbe Angebot trägt im Datenfeld A++, eine Klasse, die es seit 2021 nicht mehr gibt.
Der dritte und der vierte sind fünf Klassen. Zwei Leuchten mit 100,0 und 105,0 Lumen je Watt tragen A. A beginnt bei 210. Beide müssten mehr als das Doppelte ihres angegebenen Lichtstroms liefern.
Der fünfte sind vier Klassen nach oben. Eine Leuchte mit 133,3 Lumen je Watt trägt A. Das ist die rechnerisch beste Leuchte des Themenbereichs unter den plausiblen Werten, und ihre eigene Kennzeichnung macht sie unglaubwürdig: Wer die 133,3 nachrechnet, hat allen Grund, auch die 2400 Lumen anzuzweifeln.
Der sechste geht in die andere Richtung. Eine Leuchte behauptet 3600 Lumen bei 18 Watt, also 200,0 Lumen je Watt, und trägt im Datenfeld folgerichtig B, aber ihr Energielabel zeigt F. Hier widerspricht das Angebot sich selbst, und der niedrigere Wert ist der wahrscheinlichere: Bei 18 Watt entspräche F einem Lichtstrom zwischen 1530 und 1980 Lumen, und genau in diesem Bereich liegt eine andere 18-Watt-Leuchte desselben Themenbereichs.
Was allen sechs Fällen gemeinsam ist: Die Zahl, die den Fehler zeigt, steht im selben Angebot wie der Fehler. Es braucht keine Messung, keine zweite Quelle und keine Fachkenntnis, nur eine Division.
Und was sie unterscheidet: Fünf gehen nach oben, einer nach unten. Bei zufälligen Eingabefehlern wäre eine Gleichverteilung zu erwarten. Wir sagen nicht, dass die Abweichungen absichtlich sind: wir sagen, dass ihre Richtung nicht zufällig aussieht.
Was der Markt trotzdem richtig macht
Es wäre unfair, diesen Themenbereich auf seine Fehler zu reduzieren. Drei Dinge macht er besser als die drei Lichtmärkte davor.
1. Die Raumangabe steht zum ersten Mal da. Fünf von fünfzehn Angeboten sagen, für welche Fläche ihre Lichtmenge gedacht ist. Über achtzehn Themenbereiche hinweg ist das die beste Quote für eine Angabe, die eine Beziehung zwischen Produkt und Umgebung herstellt. Dass die fünf Angaben sich um den Faktor 4,2 unterscheiden, ist ein zweiter Befund und ändert nichts am ersten.
2. Der Farbwiedergabeindex taucht auf. Ein Angebot nennt „CRI80 +“. Das ist eines von sechzig Angeboten über vier Lichtmärkte — in den drei Märkten davor war es null von fünfundvierzig.
3. Eine Lebensdauer steht da. Ein Angebot nennt 50 000 Stunden. Auch das ist eines von sechzig, und in den drei Märkten davor war es keines.
Der Fortschritt ist klein, aber er zeigt in eine Richtung. Je eindeutiger ein Produkt als Leuchte verkauft wird, desto mehr Lichtangaben stehen im Angebot. Was sich nicht mitbewegt, ist ihre Zuverlässigkeit.
Und eine vierte Beobachtung gehört dazu: Die am besten beschriebene Gruppe dieses Themenbereichs ist die günstigste. Die fünf flachen Bad- und Flurleuchten kosten im Schnitt rund 17 Euro und nennen alle fünf einen Lichtstrom; die fünf großen Wohnzimmerleuchten kosten im Schnitt rund 53 Euro und nennen ihn dreimal. Das Muster hält damit auch hier: Über alle bisher untersuchten Themenbereiche stand die vollständigste Angabe jedes Mal mindestens einmal beim günstigsten Modell.
Die Zahl im Klassenfeld
Ein Angebot dieses Themenbereichs macht etwas, das uns über achtzehn Märkte noch nicht begegnet ist.
Im Feld „Energieeffizienzklasse für Leuchtmittel“ steht kein Buchstabe, sondern „203.125 lm/W“.
Das ist die Lichtausbeute — genau die Größe, aus der die Klasse gebildet wird, und genau die Rechnung, die dieses Portal in jedem Lichtcluster selbst anstellen muss, weil kein Anbieter sie vorführt.
Hier steht sie da. Nur an der Stelle, an der ein Buchstabe stehen sollte.
Zum Energielabel passt der Wert: Es zeigt B, und B beginnt bei 185 Lumen je Watt. Wer die Zahl in einen Buchstaben übersetzt, kommt auf B.
Nachprüfen lässt sie sich trotzdem nicht, denn das Angebot nennt keinen Lichtstrom. Was sich rechnen lässt, ist die Gegenprobe: Bei den 65 Watt des Titels wären 203,125 Lumen je Watt genau 13 203 Lumen, bei den 80 Watt des Datenfelds 16 250. Der höchste bezifferte Wert des ganzen Themenbereichs liegt bei 5400 Lumen.
Ob die Zahl stimmt, können wir nicht sagen. Sie wäre für eine Komplettleuchte außergewöhnlich — der beste nachrechenbare Wert dieses Themenbereichs liegt bei 200 Lumen je Watt und stammt von einer Zwanzig-Euro-Badleuchte, deren eigenes Label ihm widerspricht.
Was der Fall zeigt, ist etwas anderes: Dass ein Anbieter die Lichtausbeute überhaupt kennt und in ein Feld schreibt, belegt, dass die Zahl in diesem Markt verfügbar ist. Sie wird nur nicht genannt.
Was das Label nicht sagt
Zwei Missverständnisse sind verbreitet, und beide führen zu Fehlkäufen.
1. Das Label sagt nichts über die Lichtmenge. Es beschreibt ein Verhältnis, nicht eine Menge. Eine Leuchte mit 800 Lumen und 4 Watt hat eine bessere Klasse als eine mit 4000 Lumen und 40 Watt. Und liefert ein Fünftel des Lichts.
Für die Frage, ob ein Zimmer hell wird, ist die Klasse damit ohne Bedeutung. Die Zahl, auf die es ankommt, ist der Lichtstrom in Lumen, und wie man ihn auf das eigene Zimmer bezieht, steht im Ratgeber zur Raumgröße.
2. Das Label sagt weniger über die Stromrechnung, als sein Aussehen vermuten lässt.
Eine Beispielrechnung mit einer ausdrücklich benannten Annahme: Wer eine Deckenleuchte an dreihundert Abenden vier Stunden brennen lässt, kommt auf 1200 Betriebsstunden im Jahr.
| Leuchte | Leistung | 1200 Stunden | bei 30 ct/kWh |
|---|---|---|---|
| LQWELL Ø 22 | 18 W | 21,6 kWh | rund 6 € |
| BLNAN RGB | 24 W | 28,8 kWh | rund 9 € |
| Ø 50 cm 40 W | 40 W | 48,0 kWh | rund 14 € |
| ANZHUANG 80 cm | 65 W | 78,0 kWh | rund 23 € |
Zwischen der sparsamsten und der verbrauchsstärksten Leuchte liegen rund siebzehn Euro im Jahr, und die verbrauchsstärkste ist auch die hellste. Bei gleicher Lichtmenge sind die Unterschiede noch kleiner.
Das ist keine Summe, die eine Kaufentscheidung tragen sollte. Die Klassendiskussion dieses Marktes spielt sich in einer Größenordnung von wenigen Euro ab: was sie nicht harmlos macht, aber ihre Bedeutung verschiebt — Sie ist weniger eine Frage der Stromrechnung als eine der Glaubwürdigkeit des Datenblatts.
Was ein Käufer stattdessen tun kann
Aus den Zahlen dieser vier Märkte lässt sich eine Vorgehensweise ableiten, die ohne Vertrauen in das Label auskommt.
1. Nach Lumen suchen, nicht nach Watt und nicht nach Buchstaben. Der Lichtstrom ist die einzige belastbare Vergleichsgröße. Er steht in acht von fünfzehn Angeboten dieses Themenbereichs.
2. Selbst teilen. Wo beide Zahlen dastehen, dauert die Division zehn Sekunden.
| Ergebnis | Einordnung |
|---|---|
| über 180 lm/W | für eine Komplettleuchte unwahrscheinlich |
| 130 bis 180 lm/W | sehr gut |
| 100 bis 130 lm/W | gut |
| 85 bis 100 lm/W | üblich |
| unter 85 lm/W | schwach |
3. Bei Widersprüchen den niedrigeren Wert nehmen. Wo ein Angebot zwei Aussagen zur selben Frage macht — Datenfeld gegen Label, Titel gegen Text —, ist der niedrigere in aller Regel der, mit dem man nicht enttäuscht wird.
4. Klassenangaben über E hinterfragen. In diesem Themenbereich tragen vier Angebote A und zwei B. Von diesen sechs ist keines nachrechenbar besser als F.
5. Bei einer Leuchte ohne Leuchtmittel das Label ignorieren. Es beschreibt eine Lichtquelle, die es nicht gibt. Das Label, auf das es ankommt, klebt auf der Birnenpackung — mehr dazu im Vergleich der Leuchten mit E27-Fassung.
Und sechstens: die Klasse ganz weglassen, wenn Lumen und Watt dastehen. Sie fügt der Rechnung nichts hinzu, was nicht schon in ihr steckt. Wie sich die Bauarten unterscheiden, zeigen der Vergleich der Wohnzimmerleuchten und der Vergleich der Bad- und Flurleuchten; die Übersicht über alle fünfzehn Angebote steht in der Kaufberatung Deckenleuchten.
Wie das Label auf die Angebotsseite kommt. Die Angabe stammt vom Verkäufer. Er trägt sie in ein Feld ein, und die Handelsplattform stellt sie als farbigen Balken dar — dieselbe Grafik, die auf einem Kühlschrank im Elektromarkt klebt. Das erklärt einen Teil dessen, was wir gefunden haben: Ein Feld, das einmal befüllt wurde, wird nicht nachgepflegt, wenn sich die Regeln ändern, und niemand rechnet nach, ob der Buchstabe zu den Zahlen im selben Angebot passt. Es erklärt auch, warum bei sieben von fünfzehn Angeboten dieses Themenbereichs das Datenfeld etwas anderes sagt als der Balken: Es sind zwei Eingaben an zwei Stellen, und sie werden nicht gegeneinander geprüft. Was es nicht erklärt, ist die Richtung der Abweichungen — fünf von sechs gehen nach oben.
Und was ein Käufer davon hat, das zu wissen. Vor allem eines: dass der farbige Balken keine geprüfte Angabe ist, sondern eine Behauptung des Verkäufers, so wie der Titel und die Merkmalliste auch. Er sieht nur anders aus, weil er die Gestaltung eines amtlichen Etiketts trägt. Bei einem Kühlschrank ist diese Gestaltung berechtigt, weil dort ein Prüfverfahren dahintersteht, das der Käufer nicht nachvollziehen kann. Bei einer Leuchte steht dahinter eine Division, die er in zehn Sekunden selbst machen kann — und in diesem Themenbereich mit besserem Ergebnis.
Was sich seit 2021 sonst geändert hat. Die Neustaffelung der Skala war nicht die einzige Änderung. Seit der Neufassung müssen Lichtquellen in einer europäischen Produktdatenbank registriert werden, und das Etikett trägt einen QR-Code, der dorthin führt. Wer eine Birne im Laden kauft, kann ihn scannen und bekommt die hinterlegten Daten — Lichtstrom, Leistung, Farbtemperatur, Lebensdauer. Für Leuchten mit fest verbauter LED ist das der Weg, auf dem sich eine Angabe unabhängig vom Angebot prüfen ließe. In den fünfzehn Angeboten dieses Themenbereichs haben wir keinen solchen Verweis gefunden, und wir haben auch nicht versucht, die einzelnen Modelle in der Datenbank zu suchen — die Angebote nennen keine Modellkennung, mit der man dort ansetzen könnte. Das ist der Punkt, an dem die Prüfbarkeit von außen endet: Die Rechnung aus Lumen und Watt bleibt möglich, die Gegenprobe an einer amtlichen Quelle nicht.
Ein Blick auf die Größenordnung zum Schluss. Über sechzig Angebote in vier Märkten hinweg lag die beste nachrechenbare Ausbeute einer Komplettleuchte bei 133,3 Lumen je Watt, die schlechteste bei 41,7. Das ist ein Faktor von 3,2 zwischen dem besten und dem schwächsten Gerät, und er entscheidet über wenige Euro im Jahr. Zum Vergleich: Zwischen der hellsten und der dunkelsten Leuchte derselben sechzig lagen 806 und 5400 Lumen, also ein Faktor von 6,7. Und der entscheidet darüber, ob ein Zimmer hell wird. Die Zahl mit der größeren Wirkung ist die, die seltener dasteht.
Was bei einem Kühlschrank anders ist. Der Vergleich lohnt, weil er zeigt, warum dieses Label bei Leuchten eine Sonderstellung hat. Bei einem Kühlschrank beruht die Klasse auf einem genormten Prüfverfahren mit definierter Umgebungstemperatur, definierter Beladung und definierter Türöffnungshäufigkeit. Ein Käufer kann das Ergebnis nicht nachvollziehen; er ist auf die Angabe angewiesen, und deshalb ist die Marktüberwachung dort die einzige Kontrolle. Bei einer Leuchte beruht die Klasse auf zwei Zahlen, die derselbe Verkäufer im selben Angebot nennt. Der Käufer ist hier nicht auf die Angabe angewiesen — er kann sie prüfen. Das ist der Grund, warum wir in diesem Portal jede Klassenangabe nachrechnen, wo beide Zahlen dastehen, und warum wir bei anderen Produktgruppen darauf verzichten müssen. Es ist zugleich der Grund, warum die Fehlerquote in diesem Markt überhaupt sichtbar wird: In vier Lichtmärkten mit sechzig Angeboten waren zwanzig Angaben prüfbar, und vierzehn davon hielten der Prüfung nicht stand. Ob das in anderen Produktgruppen ähnlich aussieht, wissen wir nicht — dort lässt es sich nicht feststellen.
Und was die Klasse bei einer Anschaffung wirklich bedeutet. Wer eine Deckenleuchte kauft, trifft eine Entscheidung für zehn Jahre oder länger. In dieser Zeit summiert sich der Unterschied zwischen einer sparsamen und einer verschwenderischen Leuchte auf einen Betrag im mittleren zweistelligen Bereich: bei den Zahlen dieses Themenbereichs auf rund 170 Euro über zehn Jahre zwischen der sparsamsten und der verbrauchsstärksten. Das klingt nach viel, ist aber ein Vergleich zwischen einer 18-Watt-Badleuchte und einer 65-Watt-Wohnzimmerleuchte, die auch das Vier- bis Sechsfache an Licht liefert. Bei gleicher Lichtmenge schrumpft der Unterschied auf wenige Euro im Jahr. Die Klasse ist damit keine Zahl, an der eine Kaufentscheidung hängen sollte, und das ist der eigentliche Grund, warum ihre Unzuverlässigkeit in diesem Markt zwar ärgerlich, aber nicht teuer ist. Teuer wird es, wenn die Lichtmenge nicht stimmt, und die steht in sieben von fünfzehn Angeboten gar nicht erst da.
Die Begriffe. Lichtstrom in Lumen ist die gesamte Lichtmenge einer Leuchte. Lichtausbeute ist Lichtstrom geteilt durch Leistung, angegeben in Lumen je Watt. EPREL ist die europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung. A++ ist eine Klasse der bis 2021 geltenden Skala; sie existiert nicht mehr.
Womit wir gearbeitet haben
Erhoben wurde am 29.08.2026, ausschließlich aus den Angebotstexten. Eine eigene Messung gibt es nicht, ein Gerät hatten wir nicht in der Hand.
Jede Lichtausbeute hier ist gerechnet, und zwar aus zwei Zahlen, die im selben Angebot stehen. Die Klassengrenzen stammen aus der Verordnung (EU) 2019/2015.
Die Rechnung berücksichtigt keinen Korrekturfaktor. Die Verordnung sieht für bestimmte Bauarten von Lichtquellen einen Faktor vor, der die Ausbeute leicht verschiebt. Er würde die Werte um wenige Prozent bewegen und keine der sechs Abweichungen dieses Themenbereichs erklären — dafür sind fünf davon zu groß und die sechste zu knapp.
Das Energielabel haben wir aus den Angebotsseiten ausgelesen, so wie es einem Käufer angezeigt wird, nicht aus dem Datenfeld. Wo beide voneinander abweichen, nennen wir beide.
Wir wissen nicht, warum die Klassenangaben abweichen. Möglich sind ein Fehler beim Einpflegen, eine Angabe für ein anderes Modell derselben Reihe, eine Messung nach einem anderen Verfahren oder eine bewusste Beschönigung. Wir sagen, was sich rechnen lässt, und behaupten nichts über die Absicht.
Die Bilanz über vier Märkte ist eine Auszählung unserer eigenen Erhebungen, nicht die Auswertung einer repräsentativen Stichprobe. Sie umfasst sechzig Angebote aus vier Themenbereichen, jeweils zum Erhebungszeitpunkt lieferbar. Was sie zeigt, ist ein Muster in diesen sechzig Angeboten — nicht der Zustand des gesamten Marktes.
Wir verdienen an Käufen über die Links auf dieser Seite. An den Zahlen in diesem Text ändert das nichts: Sie stehen in den Angeboten selbst, und die Rechnungen daraus kann jeder nachvollziehen.
Häufige Fragen
- Wie rechnet man die Energieeffizienzklasse einer Leuchte aus?
- Lichtstrom in Lumen geteilt durch die Leistung in Watt. Das Ergebnis ist die Lichtausbeute, und die Klassengrenzen liegen bei 210, 185, 160, 135, 110 und 85 Lumen je Watt.
- Was bedeutet Klasse A bei einer Deckenleuchte?
- Sie verlangt mindestens 210 Lumen je Watt. In diesem Themenbereich erreicht keine nachrechenbare Leuchte mehr als 200, und vier tragen trotzdem ein Label mit A.
- Warum gibt es A+++ nicht mehr?
- Die Skala wurde 2021 neu gestaffelt, weil die alte nach oben ausgereizt war. Die Plusklassen entfielen, und die neue Spitze A blieb bewusst nahezu leer.
- Was ist ein guter Wert für eine Deckenleuchte?
- Über 130 Lumen je Watt ist sehr gut, 100 bis 130 gut, 85 bis 100 üblich. Über 180 ist bei einer Komplettleuchte unwahrscheinlich.
- Warum trägt eine Leuchte ohne Leuchtmittel eine Klasse?
- Das ist die offene Frage dieses Marktes. Vier von fünf Leuchten mit leerer Fassung zeigen ein Label, mit A, E, F und F, obwohl es keine Lichtquelle gibt, deren Effizienz sich messen ließe.
- Wie viel Strom spart eine bessere Klasse?
- Weniger, als die Buchstaben vermuten lassen. Zwischen der sparsamsten und der verbrauchsstärksten Leuchte dieses Themenbereichs liegen bei üblicher Nutzung rund zwölf Euro im Jahr.
- Was sagt das Label über die Lichtmenge?
- Nichts. Es beschreibt das Verhältnis von Licht zu Strom, nicht die Menge. Eine Leuchte mit Klasse A kann dunkler sein als eine mit Klasse F.
- Worauf sollte man stattdessen achten?
- Auf den Lichtstrom in Lumen. Er ist die einzige belastbare Vergleichsgröße dieses Marktes und steht in acht von fünfzehn Angeboten.
Wer diesen Artikel verantwortet

Fachredaktion Wohnen und Einrichten
Schreibt über Bad, Beleuchtung und Aufbewahrung.
Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Haushaltsprodukte
Wie wir bewerten
Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:
- Eignung für den Zweck
- Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
- Belegte Spezifikationen
- Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
- Verarbeitung und Haltbarkeit
- Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
- Aufwand für Aufbau und Pflege
- Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
- Transparenz des Anbieters
- Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.
Aktualisierung und Quellen
- Veröffentlicht
- 29.08.2026
- Aktualisiert
- 29.08.2026
- Geprüft
- 29.08.2026
- Quellen
- 6
Änderungsverlauf
- 29.08.2026: Erstausgabe. Alle Lichtausbeuten und die daraus abgeleiteten Klassen sind eigene Rechnungen aus Angebotsangaben und im Text als solche gekennzeichnet.
Belege
- Institution oder Normeur-lex.europa.euVerordnung (EU) 2019/2015 — Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen
Delegierte Verordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen. Sie legt die Skala A bis G fest; die Klassengrenzen liegen bei 210, 185, 160, 135, 110 und 85 Lumen je Watt. Mit ihr entfielen die Stufen A+, A++ und A+++ der alten Skala. Sie gilt auch für Lichtquellen, die in einem umgebenden Produkt in Verkehr gebracht werden; Gegenstand der Kennzeichnung ist die Lichtquelle, nicht die Leuchte.
- Institution oder Normeprel.ec.europa.euEPREL — Europäische Produktdatenbank, Produktgruppe Lichtquellen
Öffentliche Datenbank der Europäischen Kommission zur Energieverbrauchskennzeichnung. Die Produktgruppe „Lichtquellen“ nennt die Verordnung 2019/2015 als Grundlage, führt die Klassen A bis G als Filter und lässt zusätzlich nach Sockelart und Farbtemperatur filtern. Am 29.08.2026 eingesehen.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot ANZHUANG — Lichtausbeute im Klassenfeld
Das Feld „Energieeffizienzklasse für Leuchtmittel“ trägt „203.125 lm/W“ statt eines Buchstabens. Das Energielabel zeigt B, was zu diesem Wert passt. Ein Lichtstrom fehlt, sodass sich die Angabe nicht prüfen lässt.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot Lepro — Datenfeld A++, Energielabel D, Rechnung F
Nennt 2400 Lumen bei 24 Watt, was 100,0 Lumen je Watt und damit Klasse F entspricht. Das Datenfeld trägt die 2021 abgeschaffte Stufe A++, das Energielabel zeigt D. Drei Aussagen zur selben Frage in einem Angebot.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot BRILONER — Energielabel A bei 133,3 Lumen je Watt
Nennt 2400 Lumen bei 18 Watt. Das ergibt 133,3 Lumen je Watt und damit Klasse E. Das Energielabel zeigt A, das Datenfeld trägt statt eines Buchstabens das Wort „Energieeffizient“.
- Händler- oder Marktdatenamazon.deAngebot LQWELL: die genaueste Übereinstimmung des Themenbereichs
Nennt 1980 Lumen bei 18 Watt. Das ergibt 110,0 Lumen je Watt — exakt die Untergrenze der Klasse E, die Datenfeld und Energielabel übereinstimmend ausweisen.