Kleiderschränke·18 Min Lesezeit

Kleiderstange im Schrank, 15 kg ohne Bezugsgröße

Acht von fünfzehn Angeboten nennen eine Traglast für die Kleiderstange. Eines nennt ihre Länge. Ohne beides zusammen ist keine der Zahlen eine Kapazitätsangabe.

Lena Moritz, Fachredaktion Wohnen und EinrichtenVon Lena MoritzFachredaktion Wohnen und Einrichten
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Kurz gesagt

Die Kleiderstange ist das Bauteil, an dem die Kapazität eines Kleiderschranks hängt. Wie viel hineinpasst, folgt aus zwei Zahlen: der Länge der Stange und ihrer Traglast. In den fünfzehn untersuchten Angeboten steht die Traglast achtmal — sechsmal 15 Kilogramm, einmal 20, zweimal 15,8 — und die Länge genau einmal, mit 754 Millimetern bei einem 150 Zentimeter breiten Schrank. Nur zusammen ergeben die beiden Zahlen eine Aussage. 15 Kilogramm sind rund 10 Wintermäntel zu je anderthalb Kilogramm; 10 Bügel brauchen bei 3 Zentimetern Abstand 30 Zentimeter Stange. Auf 75,4 Zentimetern bleiben damit rund 60 Prozent unbelegt: die Traglast greift lange vor dem Platz. Bei Hemden kehrt sich das um: 50 Hemden auf einem Meter wiegen rund 15 Kilogramm, dort greifen beide Grenzen zugleich. Welche zuerst erreicht wird, hängt also am Inhalt, und kein Angebot sagt es.

Die Zahl, die den Schrank beschreibt

Ein Kleiderschrank wird nach seiner Außenbreite verkauft. 90, 100, 120, 150, 200 Zentimeter. Das ist die Zahl im Titel, im Filter und im Vergleich.

Sie beschreibt aber nicht, was hineinpasst. Sie beschreibt, wie viel Platz das Möbel im Zimmer wegnimmt.

Was hineinpasst, hängt an der Kleiderstange. An ihr hängt die Kleidung, ihre Länge bestimmt, wie viele Bügel nebeneinander Platz finden, und ihre Traglast bestimmt, wie schwer die Kleidungsstücke sein dürfen.

In fünfzehn untersuchten Angeboten steht die Länge einmal.

„Länge der Kleiderstange: 754 mm“ — so führt das Angebot des Krudox 150 sie in seiner Merkmalliste. Der Schrank ist 150 Zentimeter breit.

Die Stange nimmt also die Hälfte der Außenbreite ein. Bei einem Schwebetürenschrank mit Regalsäule ist das die normale Bauart: eine Hälfte hängt, die andere liegt auf Böden. Es ist nur die einzige Stelle in diesem Markt, an der ein Käufer es vor dem Kauf erfährt.

Ein zweites Angebot lässt sie sich ausrechnen. Der CARO-Möbel Barrio nennt „Innenmaße Ablagefach: 66 x 20 x 45 cm (B x H x T)“. Das Ablagefach sitzt über der Stange und geht über dieselbe Breite. 66 Zentimeter bei 73 Zentimetern außen — 90 Prozent.

Zwischen 50 und 90 Prozent liegt der ganze Unterschied, und er hängt daran, ob der Schrank eine Regalsäule hat. Dreizehn der fünfzehn Angebote lassen die Frage offen.

Was die Traglast sagt und was nicht

Acht der fünfzehn Angebote nennen eine Traglast für ihre Kleiderstange. Das ist mehr, als die Länge nennen — um den Faktor acht.

Wert Angebote Bauart
15 kg 6 2 Holz, 4 Stoff
15,8 kg 2 Stoff
20 kg 1 Holz

Neun Werte bei acht Angeboten, weil eines zwei Stangen zu je 15 Kilogramm nennt.

Sieben von neun liegen zwischen 15 und 15,8 Kilogramm. Das ist die engste Streuung, die in zwanzig untersuchten Märkten dieses Portals gemessen wurde. Ein Feld, das sonst um den Faktor 60 auseinandergeht — wie die Wattangaben leerer Leuchtenfassungen —, liegt hier innerhalb von fünf Prozent.

Und trotzdem ist es keine Kapazitätsangabe. Eine Traglast beschreibt, wann die Stange sich durchbiegt oder ihre Halterung nachgibt. Sie beschreibt nicht, wie viel Kleidung nebeneinander Platz hat. Diese beiden Grenzen liegen weit auseinander, und welche zuerst erreicht wird, hängt daran, was im Schrank landet.

Ein Angebot formuliert es sauber. „Statische Belastbarkeit pro Kleiderstange: 15 kg“ sagt drei Dinge — dass ruhende Last gemeint ist, dass sich der Wert auf eine einzelne Stange bezieht, und wie hoch er ist. Vierzehn andere Angebote schaffen keines dieser drei vollständig.

Zwei Angebote schreiben die Last dem falschen Bauteil zu. „Die Bügel können bis zu 15,8 kg Gewicht tragen“ — gemeint ist die Stange, denn ein einzelner Bügel trägt so viel nie. Ein drittes spricht von „Aufhängeschienen“.

Ein Wort zur Verteilung über die Bauarten. Von den acht Angeboten mit Traglastangabe sind drei Holzschränke und fünf Stoffschränke. Bei den Stoffschränken nennen vier von fünf einen Wert, bei den Holzschränken nur drei von zehn. Die günstigste Bauart beschreibt ihr tragendes Bauteil am häufigsten, und zwar diejenige, deren Stangen am kürzesten und deren Gestell am dünnsten ist.

Eine mögliche Erklärung liegt in der Kaufsituation. Bei einem Stoffschrank für 30 Euro ist die naheliegende Frage des Käufers, ob das Ding überhaupt etwas aushält. Der Anbieter beantwortet sie, weil sie sonst dem Kauf im Weg steht. Bei einem Holzschrank für 300 Euro stellt sie niemand, weil Holz nach Stabilität aussieht, und deshalb beantwortet sie auch niemand.

Nachweisen lässt sich das nicht. Es ist eine Deutung der Datenlage, keine Aussage über Absichten. Sie passt allerdings zu einem Muster, das dieses Portal in mehreren Märkten gefunden hat: Angaben stehen dort, wo sie einen Einwand ausräumen, und fehlen dort, wo der Einwand gar nicht erst entsteht.

Und sie hat eine praktische Kehrseite. Wer einen Holzschrank kauft, bekommt in sieben von zehn Fällen keine Traglastangabe — und muss deshalb selbst abschätzen, was die Stange aushält. Die Faustregel dafür ist der Blick auf die Halterung: Eine Stange, die in zwei Kunststoffträgern liegt, die in Bohrungen der Seitenwand stecken, trägt weniger als eine, die in verschraubten Metallflanschen sitzt. Das sieht man allerdings erst nach dem Auspacken.

Was 15 Kilogramm an Kleidung sind

Eine Traglast wird greifbar, sobald man sie in Kleidungsstücke umrechnet. Die folgenden Gewichte sind Erfahrungsangaben und stammen aus keinem der Angebote.

Kleidungsstück Gewicht passt bis 15 kg
Hemd, Bluse rund 0,3 kg rund 50
Hose rund 0,5 kg 30
Sakko rund 0,8 kg rund 19
Wintermantel rund 1,5 kg 10
Wintermantel mit Fütterung rund 2,5 kg 6

Der Unterschied zwischen Hemd und gefüttertem Mantel ist der Faktor acht. Eine Traglastangabe, die für den einen reichlich ist, ist für den anderen knapp.

Bei 20 Kilogramm verschieben sich alle Werte um ein Drittel nach oben. Der eine Schrank des Feldes mit dieser Angabe trägt rund 13 Wintermäntel statt 10.

Was mit einer überlasteten Stange passiert, ist selten ein Bruch. Meist gibt zuerst die Halterung nach — der Kunststoffträger, der in eine Bohrung der Seitenwand gesteckt ist. Er reißt aus, und die Stange fällt mit der ganzen Kleidung auf den Schrankboden. Bei einer Metallstange in einem Rohrgestell biegt sich stattdessen das Rohr durch, ohne zu brechen.

Das Produktsicherheitsgesetz verlangt in § 3 Absatz 2, dass ein Produkt bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet, und nennt als Beurteilungsmerkmale ausdrücklich die Eigenschaften des Produkts und die Anleitungen für den Zusammenbau. Eine bezifferte Traglast ist genau eine solche Angabe. Und sie fehlt bei sieben von fünfzehn Angeboten.

Ein Blick auf die übrigen Traglasten der Angebote rundet das Bild ab. Neben den Werten für die Kleiderstange nennen einzelne Angebote auch Grenzen für die anderen Bauteile: 3 Kilogramm für eine Schublade, 5 und 8 Kilogramm für Einlegeböden, 10 Kilogramm für einen festen Fachboden, 20 Kilogramm für einen Oberboden, 11 und 11,5 Kilogramm für Stoffablagen.

Die Reihenfolge ist aufschlussreich. Der Oberboden trägt am meisten, weil er auf den Seitenwänden aufliegt und von oben belastet wird. Der Einlegeboden trägt am wenigsten, weil er auf vier Bodenträgern in Bohrungen ruht. Die Kleiderstange liegt mit 15 bis 20 Kilogramm dazwischen — sie hängt an zwei Punkten, aber die Last verteilt sich über ihre ganze Länge.

Für die Beladung folgt daraus eine einfache Regel. Schwere Dinge auf den Oberboden oder auf den Schrankboden, mittlere an die Stange, leichte auf die Einlegeböden. Wer Bücherkisten auf einen Einlegeboden stellt, überschreitet die 5 Kilogramm nach zwei Büchern, und dann biegt sich der Boden durch, lange bevor die Stange etwas merkt.

Was auf einen Meter Stange passt

Die zweite Grenze ist der Platz. Er hängt nicht am Gewicht, sondern am Volumen der Schulterpartie.

Kleidungsstück Platz je Bügel passt auf 100 cm
Hemd, Bluse rund 2 cm rund 50
Hose auf Bügel rund 2 cm rund 50
Sakko rund 3 cm rund 33
Wintermantel rund 3 cm rund 33
Daunenjacke rund 5 cm 20

Diese Werte sind Erfahrungsangaben. Sie gelten für Kleidung, die nebeneinander hängt, ohne gequetscht zu werden. Wer dichter hängt, bekommt mehr unter und holt Kleidung heraus, die Falten hat.

Jetzt lassen sich beide Grenzen nebeneinanderlegen. Auf einem Meter Stange sind 50 Hemden zu je 300 Gramm rund 15 Kilogramm — Platz und Traglast enden gleichzeitig. 33 Mäntel zu je anderthalb Kilogramm wären 49,5 Kilogramm — die Traglast ist nach 10 Mänteln erreicht, also nach einem knappen Drittel des Platzes.

Das ist der eigentliche Befund dieses Ratgebers. Bei leichter Kleidung ist die Traglast reichlich bemessen; bei schwerer greift sie lange vor dem Platz. Ein Angebot, das nur die Traglast nennt, sagt also nur der einen Hälfte seiner Käufer etwas.

Ein Rechenbeispiel für einen Zwei-Personen-Haushalt. Zwei Erwachsene mit je rund vierzig Kleidungsstücken auf Bügeln brauchen bei gemischter Kleidung: überwiegend Hemden und Hosen, dazu je zwei Jacken und ein Mantel — rund 90 Zentimeter Stange pro Person, zusammen also 1,80 Meter. Das Gewicht liegt bei rund neun Kilogramm je Person, die Bügel mitgerechnet.

Ein 150 Zentimeter breiter Schwebetürenschrank mit Regalsäule bietet davon 75 Zentimeter. Er reicht damit für eine Person, nicht für zwei. Ein 200 Zentimeter breiter Schrank derselben Bauart bietet rund 100 Zentimeter — auch das nicht.

Zwei Stangenebenen ändern das Bild sofort. Derselbe 150-Zentimeter-Schrank mit zwei Ebenen in der Hängehälfte kommt auf 150 Zentimeter Gesamtlänge und trägt damit beide Personen, solange die Kleidung kurz ist.

Diese Rechnung ist eine eigene Herleitung aus den Erfahrungswerten dieses Ratgebers. Sie zeigt, warum die Länge die Zahl ist, die fehlt: Sie ist die einzige, mit der sich vor dem Kauf beantworten lässt, ob ein Schrank für einen Haushalt reicht.

Zehn Mäntel auf 75,4 Zentimetern

Mit der einen Stangenlänge, die dieser Markt liefert, lässt sich die Rechnung zum ersten Mal konkret machen.

15 Kilogramm sind rund 10 Wintermäntel. 10 Bügel brauchen bei 3 Zentimetern Abstand 30 Zentimeter Stange.

Eine Kleiderstange in Ansicht, maßstäblich in der Waagerechten. Der dunkel gezeichnete Abschnitt ist das Stück, das zehn Wintermäntel zu je anderthalb Kilogramm belegen, bis die übliche Traglastangabe von 15 Kilogramm erreicht ist. Der Rest der Stange bleibt nach dieser Angabe unbelegt.

30 von 75,4 Zentimetern sind rund 40 Prozent. Die übrigen 60 Prozent dürfen nach der Traglastangabe nicht mit Mänteln behängt werden.

Diese Rechnung verbindet zwei Angaben aus zwei verschiedenen Angeboten — die Länge aus dem einen, die 15 Kilogramm aus sechs anderen. Sie ist eine eigene Herleitung und keine Herstellerangabe.

Sie ist auch keine Warnung. Ein Schrank, in dem zehn Wintermäntel hängen, ist ein sehr voll behängter Schrank. Für die meisten Haushalte ist die Grenze theoretisch.

Interessant ist sie aus einem anderen Grund. Sie zeigt, dass die beiden Zahlen, die dieser Markt kennt, nicht zueinander passen. Eine Stange von 75,4 Zentimetern ist für 15 Kilogramm überdimensioniert oder die 15 Kilogramm für 75,4 Zentimeter unterdimensioniert: je nachdem, was hineinsoll. Und weil die Angebote nur je eine der beiden Zahlen nennen, merkt es niemand.

Warum lange Stangen sich durchbiegen

Die Traglast ist keine Eigenschaft der Stange allein, sondern der Kombination aus Material, Durchmesser, Wandstärke und Länge.

Die Durchbiegung eines beidseitig aufgelegten Trägers wächst mit der vierten Potenz seiner Länge. Eine doppelt so lange Stange biegt sich bei gleicher Last je Zentimeter sechzehnmal so weit durch.

Das erklärt, warum die Traglastangaben so eng beieinanderliegen. Sie sind nicht das Ergebnis unterschiedlicher Konstruktionen, sondern derselben: Ein Rohr von etwa 20 bis 25 Millimetern Durchmesser über etwa 70 bis 100 Zentimeter Spannweite kommt auf ungefähr diesen Wert. Wer breiter baut, stützt in der Mitte ab. Und dann gilt die Angabe je Feld, nicht je Schrank.

Zwei Konsequenzen für den Kauf.

Erstens: Ein Schrank von zwei Metern Breite mit einer durchgehenden Stange und 15 Kilogramm Angabe wäre technisch fragwürdig. Kein Angebot der fünfzehn behauptet das; der breiteste nennt 15 Kilogramm für einen Schrank, dessen Innenraum durch einen Mittelsteg geteilt ist.

Zweitens: Eine nachgerüstete Teleskopstange über die volle Schrankbreite trägt deutlich weniger als eine ab Werk verbaute über eine Fachbreite. Wer nachrüstet, sollte die Stange nicht länger machen als das Fach.

Woran man eine überlastete Stange erkennt, bevor sie nachgibt: an der Durchbiegung in der Mitte. Ein Zentimeter auf einen Meter ist unauffällig, drei Zentimeter sind ein Signal. Bei einer Kunststoffhalterung in einer Spanplattenbohrung kündigt sich das Ausreißen außerdem durch ein Knacken beim Beladen an.

Wie hoch die Stange hängen muss

Die Länge bestimmt, wie viele Kleidungsstücke nebeneinander passen. Die Höhe darüber und darunter bestimmt, welche.

Kleidungsstück Platzbedarf unter der Stange
Hemd, Bluse rund 90 cm
Hose, gefaltet über dem Bügel rund 80 cm
Sakko, Blazer rund 100 cm
Kleid, kurz rund 110 cm
Wintermantel rund 120 cm
Kleid, lang rund 150 cm

Diese Werte sind Erfahrungsangaben und gelten ab der Unterkante der Stange bis zum nächsten Boden.

Kein einziges der fünfzehn Angebote nennt eine Innenhöhe. Damit lässt sich vor dem Kauf nicht beurteilen, ob ein Mantel unter der Stange aufsetzt.

Aus der Bauart lässt sich abschätzen. Ein Schrank von 200 Zentimetern Außenhöhe hat oben meist ein Hutfach von 35 bis 45 Zentimetern und unten einen Sockel von 5 bis 10. Bleiben rund 150 Zentimeter für das Hauptfach — genug für lange Kleider, sofern keine Zwischenböden eingesetzt sind.

Ein Schrank von 175 Zentimetern Außenhöhe kommt mit demselben Hutfach auf rund 125 Zentimeter. Damit gehen Mäntel gerade noch, lange Kleider nicht mehr.

Ein Stoffschrank von 160 Zentimetern hat, sobald er zwei Stangenebenen anbietet, unter jeder rund 70 Zentimeter. Das reicht für Hemden und Kinderkleidung, nicht für Sakkos.

Die Höhe ist damit die zweite Zahl, die fehlt, und anders als bei der Länge lässt sie sich nicht einmal aus der Außenbreite abschätzen.

Zwei Ebenen statt einer. Wer Hängeraum verdoppeln will, ohne breiter zu werden, baut eine zweite Stangenebene.

Die Rechnung ist einfach. Zwei Ebenen in derselben Schrankhälfte ergeben doppelt so viele laufende Zentimeter Stange.

Die Bedingung ist die Höhe. Zwei Ebenen brauchen zusammen rund 180 Zentimeter plus die Bauhöhe der Stangen und des Zwischenbodens. In einem Schrank mit 150 Zentimetern nutzbarer Innenhöhe geht das nicht; in einem mit 190 schon, wenn beide Ebenen für kurze Kleidung gedacht sind.

Was zwei Ebenen ausschließen: alles, was mehr als 90 Zentimeter unter der Stange braucht. Mäntel, lange Kleider, Sakkos an der Grenze.

Ein Angebot der fünfzehn hat zwei Stangen ab Werk, jede bis 15 Kilogramm belastbar. Es ist zugleich das schwerste Möbel des Feldes.

Vier Angebote haben mehr als zwei Stangen — alles Stoffschränke mit zwei, vier und fünf. Bei ihnen ist die Teilung allerdings waagerecht, nicht senkrecht: Die Stangen liegen nebeneinander, nicht übereinander, und teilen sich dieselbe Gesamtlänge. Der Vergleich der Stoffschränke rechnet das durch.

Nachrüsten ist einfach und billig. Eine Teleskopstange, die sich zwischen die Seitenwände klemmt, oder eine Einhängestange, die an der vorhandenen Stange hängt, kostet wenige Euro. Beide setzen voraus, dass man die Innenmaße kennt. Und die stehen in keinem der fünfzehn Angebote.

Was die Bauart über die Länge verrät

Weil die Länge fast nie dasteht, bleibt der Rückschluss aus der Bauart. Er ist ungenau, aber er ist besser als nichts.

Schrank ohne Regalsäule, eine Stange über die volle Breite. Die Stange ist rund 90 Prozent der Außenbreite lang; der Rest sind die beiden Seitenwände. Das ist der Fall des CARO-Möbel Barrio mit 66 von 73 Zentimetern.

Schrank mit einer Regalsäule. Die Stange ist rund die Hälfte der Außenbreite lang. Das ist der Fall des Krudox 150 mit 75,4 von 150 Zentimetern.

Schrank mit zwei Stangen übereinander in einer Hälfte. Die Gesamtlänge ist rund die Außenbreite, verteilt auf zwei Ebenen.

Woran man die Bauart erkennt, ohne dass sie beschrieben ist: am Produktfoto der geöffneten Tür. Fast alle Angebote zeigen es, und darauf ist sichtbar, ob eine Regalsäule den Innenraum teilt und wo die Stange sitzt.

Zwei Warnungen zu diesem Rückschluss. Erstens sind Produktfotos oft Renderings, die die tatsächliche Aufteilung vereinfachen. Zweitens zeigen manche Angebote das Foto einer anderen Größenvariante derselben Serie.

Verlässlicher ist die Angabe „Anzahl der Regale“ oder „Anzahl Einlegeböden“, die zehn der fünfzehn Angebote machen. Ein Schrank von 122 Zentimetern Breite mit einem einzigen Einlegeboden hat keine Regalsäule; einer mit fünf Böden auf 150 Zentimetern hat eine.

Die 15,8 Kilogramm und woher sie kommen. Zwei Angebote nennen als Traglast 15,8 Kilogramm. Das ist auffällig krumm.

Beim Konstruieren kommt niemand auf 15,8. Glatte Werte wären 15, 16 oder 20, und genau die nennen die anderen sechs Angebote.

35 amerikanische Pfund sind 15,88 Kilogramm. Dieselben beiden Angebote nennen für ihre Ablagen 11 und 11,5 Kilogramm; 25 Pfund sind 11,34.

Die Zahlen lesen sich als umgerechnete Pfundwerte. Diese Deutung ist eine eigene Lesart; keines der Angebote nennt eine Pfundangabe, und aus der Angebotsseite lässt sie sich nicht beweisen.

Praktisch ändert es nichts — 15,8 Kilogramm bleiben 15,8 Kilogramm.

Interessant ist es als Hinweis auf die Herkunft der Angabe. Ein Wert, der aus einer Umrechnung stammt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einer Produktbeschreibung übernommen, die für einen anderen Markt geschrieben wurde. Er ist damit nicht falsch, aber er ist auch kein Ergebnis einer Prüfung dieses Produkts für diesen Markt.

Es reiht sich in ein Muster ein, das dieses Portal in zwanzig Märkten beobachtet hat: Zahlen in Angeboten haben oft eine Herkunft, die sich am Wert selbst ablesen lässt. Bei Energielabeln waren es abgeschaffte Klassen aus alten Datenblättern; hier sind es Pfundwerte in Kilogramm.

Der Bügel ist das Bauteil, das der Käufer mitbringt

Ein Kleiderschrank wird ohne Bügel geliefert. Keines der fünfzehn Angebote nennt welche im Lieferumfang, und keines erwähnt sie überhaupt.

Damit ist der Bügel das einzige Bauteil des Systems, über das der Käufer allein entscheidet — und er entscheidet damit über zwei der drei Kapazitätsgrößen: über den Platz je Kleidungsstück und über die nötige Tiefe.

Bügeltyp Breite Dicke Bemerkung
Draht aus der Reinigung rund 40 cm rund 0,3 cm knickt unter Mänteln
Kunststoff, dünn 40 bis 42 cm rund 0,6 cm der Standard im Handel
Kunststoff mit Schulterform 42 bis 45 cm rund 1,5 cm für Jacken
Holz, schmal 44 bis 45 cm rund 1,5 cm schwer, formhaltig
Holz, mit Steg für Hosen 44 bis 47 cm rund 2,5 cm breiteste Bauform
Samtbügel 42 bis 44 cm rund 0,5 cm rutschfest, sehr flach

Diese Werte sind Erfahrungsangaben und stammen aus keinem der Angebote.

Der Wechsel von Holz- auf Samtbügel bringt in einem vollen Schrank spürbar Platz. Zwei Zentimeter Dicke gegen einen halben: auf einem Meter Stange sind das rund 20 zusätzliche Kleidungsstücke, wenn man sie dicht hängt.

Er kostet allerdings Formhaltigkeit. Ein Sakko auf einem flachen Bügel bekommt an den Schultern eine Kante, die sich beim Tragen nicht mehr ausgleicht. Für Hemden ist das gleichgültig, für Anzüge nicht.

Und er verschiebt die Gewichtsgrenze. Ein Holzbügel wiegt 200 bis 300 Gramm, ein Kunststoffbügel 60 bis 80, ein Drahtbügel unter 30. Bei 50 Kleidungsstücken auf einer Stange sind das 10 bis 15 Kilogramm allein für die Bügel bei Holz — mehr als die Kleidung. Wer eine Traglastangabe von 15 Kilogramm ernst nimmt, muss die Bügel mitrechnen, und kein Angebot weist darauf hin.

Eine einheitliche Bügelsorte im ganzen Schrank ist deshalb nicht nur eine Frage der Optik. Sie macht den Abstand berechenbar, hält die Schulterhöhe gleich und verhindert, dass ein dicker Holzbügel zwischen dünnen Kunststoffbügeln steckenbleibt.

Was ein Zentimeter Kleiderstange kostet

Die Rechnung, die sich aus alldem ergibt, ist ungewöhnlich, aber sie beschreibt den Kauf besser als der Preis je Liter.

Für zwei der fünfzehn Angebote ist sie belastbar, weil die Stangenlänge bekannt oder herleitbar ist.

Schrank Stange Preis Euro je cm Stange
Krudox 150 75,4 cm 359,00 € 4,76 €
CARO-Möbel Barrio 66 cm 234,95 € 3,56 €

Der Massivholzschrank ist je Zentimeter Hängeraum der günstigere — obwohl er absolut teurer wirkt und je Liter Außenvolumen mit Abstand am schlechtesten abschneidet. Der Grund ist die Bauart: Er hat keine Regalsäule, die Hälfte der Breite wegnimmt.

Für die übrigen dreizehn lässt sich die Rechnung nur schätzen. Mit der Faustregel — 90 Prozent der Außenbreite ohne Regalsäule, 50 Prozent mit — ergäben sich für die Drehtürenschränke zwischen rund 1,50 und 3,60 Euro je Zentimeter und für die Schwebetürenschränke zwischen rund 3,00 und 5,00.

Diese Schätzungen sind eigene Rechnungen und keine Angebotsangaben. Sie stehen hier, um eine Größenordnung zu zeigen, nicht um Modelle zu sortieren.

Der Stoffschrank sprengt die Skala. 28,89 Euro für einen Schrank mit einer Stange über rund 140 Zentimeter sind rund 0,21 Euro je Zentimeter: ein Zwanzigstel des teuersten Holzschranks. Was er dafür nicht bietet, steht im Vergleich der Stoffschränke: keine Tiefe über 45 Zentimeter, kein tragendes Plattenwerk, keine Formhaltigkeit unter voluminöser Kleidung.

Was diese Rechnung sichtbar macht: Zwischen dem Preis eines Kleiderschranks und dem Hängeraum, den er bietet, besteht in diesem Markt kein erkennbarer Zusammenhang. Er wäre erkennbar, wenn die Angebote die Stangenlänge nennen würden. Sie tun es einmal in fünfzehn Fällen.

Was in keinem Angebot steht. Fünfzehn Angebote, ein Bauteil, und die Lückenliste ist lang.

Die Länge — vierzehnmal. Ein Angebot nennt sie, ein zweites lässt sie sich herleiten.

Der Durchmesser der Stange — fünfzehnmal. Ein Angebot nennt 19 Millimeter für sein Gestell, aber nicht für die Stange.

Das Material der Stange — vierzehnmal. Ein Angebot nennt „Metallrohr“. Ob Stahl oder Aluminium, ob rund oder oval, sagt keines.

Die Höhe über dem Fachboden — fünfzehnmal.

Die Art der Halterung — fünfzehnmal. Ob die Stange in Kunststoffträgern liegt, in Metallflanschen verschraubt ist oder in einer Bohrung steckt, entscheidet über die tatsächliche Belastbarkeit mehr als das Rohr selbst.

Die Traglast — siebenmal.

Was daraus folgt: Die Kleiderstange ist das Bauteil, das den Zweck des Möbels ausmacht, und sie ist das am schlechtesten beschriebene. Alle fünfzehn Angebote beziffern die Außentiefe, vierzehn das Gewicht oder das Material, aber nur eines die Länge des Bauteils, an dem die Kleidung hängt.

Was sich daraus für den Kauf ergibt

1. Die Außenbreite ist nicht die Stangenlänge. Bei einem Schrank ohne Regalsäule sind rund 90 Prozent ein brauchbarer Ansatz, bei einem mit Regalsäule rund 50.

2. Die Traglast allein sagt wenig. 15 Kilogramm sind für 50 Hemden reichlich und für einen Schrank voller Wintermäntel knapp.

3. Einen laufenden Meter je Person ansetzen. Für einen durchschnittlichen Kleiderbestand mit gemischter Kleidung ist das ein realistischer Wert — rund 40 Kleidungsstücke, überwiegend leicht.

4. Die Innenhöhe erfragen oder abschätzen. Mäntel brauchen 120 Zentimeter unter der Stange, lange Kleider 150. Kein Angebot nennt sie; die Außenhöhe minus Hutfach minus Sockel ist die beste Näherung.

5. Auf die Anzahl der Einlegeböden achten. Sie ist der zuverlässigste Hinweis darauf, ob der Schrank eine Regalsäule hat. Und damit darauf, wie viel von der Außenbreite Hängeraum ist.

6. Nachrüsten ist möglich und billig. Eine zweite Ebene für kurze Kleidung kostet wenige Euro und verdoppelt den Hängeraum, sofern die Höhe reicht.

Wie tief ein Schrank sein muss, damit ein Bügel überhaupt quer hineinpasst, steht im Ratgeber zur Schranktiefe. Das Angebot mit den 754 Millimetern steht im Vergleich der Schwebetürenschränke, alle fünfzehn Angebote mit ihren Daten in der Kaufberatung Kleiderschränke.

Häufige Fragen

Wie lang ist die Kleiderstange in einem Kleiderschrank?
Das einzige Angebot der fünfzehn, das es sagt, nennt 754 Millimeter bei 150 Zentimetern Außenbreite. Bei einem Schrank mit Regalsäule ist rund die Hälfte der Außenbreite ein brauchbarer erster Ansatz, bei einem Schrank ohne Regalsäule rund 90 Prozent.
Wie viel darf an eine Kleiderstange?
Die Angebote nennen 15, 15,8 und 20 Kilogramm. Diese Werte gelten je Stange und als ruhende Last; ein Angebot formuliert das ausdrücklich als „statische Belastbarkeit“.
Wie viele Kleidungsstücke passen auf einen Meter Stange?
Rund 50 Hemden bei zwei Zentimetern Bügelabstand, rund 33 Mäntel bei drei Zentimetern, rund 20 Daunenjacken bei fünf. Diese Werte sind Erfahrungsangaben.
Was heißt statische Belastbarkeit?
Ruhende Last. Sie gilt für Kleidung, die hängt, nicht für jemanden, der sich an die Stange hängt oder daran zieht. Ein Angebot der fünfzehn benennt das ausdrücklich.
Wie hoch muss eine Kleiderstange hängen?
Für Hemden und Jacken rund 90 bis 100 Zentimeter über dem Boden des Fachs, für Mäntel und lange Kleider 120 bis 150. Kein Angebot der fünfzehn nennt eine Innenhöhe.
Kann man eine zweite Kleiderstange nachrüsten?
Ja, mit einer Teleskop- oder Einhängestange unter der vorhandenen. Das verdoppelt den Hängeraum für kurze Kleidung und setzt voraus, dass man die Innenhöhe kennt.
Warum biegt sich eine Kleiderstange durch?
Weil die Durchbiegung mit der vierten Potenz der Länge wächst. Eine doppelt so lange Stange biegt sich bei gleicher Last je Zentimeter sechzehnmal so weit durch. Deshalb sind lange Stangen in der Mitte abgestützt.
Sind mehrere Stangen besser als eine lange?
Für die Ordnung ja, für die Kapazität nicht. Vier Stangen in einem 170 Zentimeter breiten Schrank sind dieselbe Gesamtlänge, nur geteilt.

Wer diesen Artikel verantwortet

Lena Moritz, Fachredaktion Wohnen und Einrichten

Lena Moritz

Fachredaktion Wohnen und Einrichten

Schreibt über Bad, Beleuchtung und Aufbewahrung.

Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Haushaltsprodukte

Wie wir bewerten

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Artikel geht — Tragkraft, Beckengröße, Raumtiefe, Wurfgewicht. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen.
Aufwand für Aufbau und Pflege
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Reinigung, Wartungsintervalle.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit denen der Händlerdatenblätter übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, inklusive dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Aktualisiert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
6

Änderungsverlauf

  • 29.08.2026: Recherche und Erstfassung. Die Bügelabstände, die Kleidungsgewichte und die Rechnungen daraus sind Erfahrungsangaben und im Text als solche gekennzeichnet.

Belege

  1. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Krudox 150 — die einzige Stangenlänge des Marktes

    60 × 150 × 200 cm, 359,00 €, Schwebetürenschrank mit Spiegel und Aluminiumführungen. Die Merkmalliste nennt „Länge der Kleiderstange: 754 mm“ — die einzige Längenangabe zur Kleiderstange in allen fünfzehn untersuchten Angeboten. Material und Gewicht fehlen im Datenblatt.

  2. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot FORTE JOAKIM 90 — 20 kg, der höchste Wert

    54 × 90,8 × 197 cm, vier Einlegeböden, zwei Schubladen, 156,39 €. „Maximale Belastung der Kleiderstange bis 20 kg“, an zwei Stellen des Angebots genannt. Der höchste Wert der fünfzehn Angebote. Eine Länge steht nicht dabei.

  3. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot SONGMICS 45 × 188 × 176 cm: statische Belastbarkeit

    Stoffschrank, 31,44 €, 3,5 kg, drei Hängefächer. „Statische Belastbarkeit pro Kleiderstange: 15 kg“ — die einzige Formulierung der fünfzehn, die Art und Bezug der Last ausdrücklich benennt.

  4. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot Vicye 210 × 44 × 160 cm — 15,8 kg und 11,5 kg

    Stoffschrank mit fünf Kleiderstangen, zehn Regalen, acht Seitentaschen, 54,99 €, 5,1 kg, 19 mm Metallrohr. „Die Bügel können bis zu 15,8 kg Gewicht tragen“ und „jedes Regal bis zu 11.5 kg“. Die Last ist sprachlich dem Bügel zugeschrieben, nicht der Stange.

  5. Händler- oder Marktdatenamazon.de
    Angebot CARO-Möbel Barrio — Innenmaß statt Stangenlänge

    50 × 73 × 175 cm, Kiefer massiv, 234,95 €. „Innenmaße Ablagefach: 66 x 20 x 45 cm (B x H x T)“, außerdem „Anzahl Einlegeböden (fest): 1“ und „Anzahl Kleiderstangen: 1“. Aus der Fachbreite von 66 cm bei 73 cm Außenbreite lässt sich die Stangenlänge herleiten.

  6. Institution oder Normgesetze-im-internet.de
    Produktsicherheitsgesetz (ProdSG), § 3 und § 20

    § 3 Absatz 2 verlangt, dass ein Produkt bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet, und nennt als Beurteilungsmerkmale unter anderem die Eigenschaften des Produkts und die Anleitungen für den Zusammenbau. § 20 regelt die Zuerkennung des GS-Zeichens. Am 29.08.2026 eingesehen; keines der fünfzehn Angebote nennt ein Prüfzeichen.